Der ADAC hat sich in einer Pressemitteilung vom 25.4.2012 zum Thema Biokraftstoffe geäußert. Unter der Überschrift „Alte Fehler vermeiden – neues Vertrauen schaffen, Nachhaltigkeitskontrollen müssen zuverlässig und wirksam sein“ heißt es:
Mit einem Anteil von rund 13 Prozent am gesamten Benzinmarkt bleibt der Absatz von Super E10 bislang hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Nach Angaben des ADAC ist die anfängliche Unsicherheit vieler Autofahrer zur technischen Verträglichkeit des neuen Biokraftstoffs inzwischen der Sorge um die Nachhaltigkeit gewichen.
„Viele Menschen machen sich Gedanken, ob sie mit E10 nicht der Artenvielfalt schaden oder den Hunger in Ländern der Dritten Welt fördern“, sagt ADAC Präsident Peter Meyer. „Alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, die Politik und die Industrie haben ein großes Interesse daran, den Ausstoß von CO2 im Straßenverkehr zu senken. Damit auch E10 hierzu einen Beitrag leisten kann, muss das Vertrauen der Verbraucher hergestellt werden“, so Meyer am Mittwoch am Rande einer Fachveranstaltung mit Spitzenvertretern des Bundesumweltministeriums, des Mineralölwirtschaftsverbandes, der Biokraftstoffindustrie, des Verbandes der Automobilindustrie VDA sowie des World Wide Fund for Nature WWF.
Der ADAC steht Biokraftstoffen grundsätzlich positiv gegenüber. Präsident Meyer: „Politik und Biokraftstoffhersteller müssen sicherstellen, dass Biokraftstoffe tatsächlich nachhaltig produziert werden. Außerdem muss den Verbrauchern glaubhaft vermittelt werden, dass und wie die Kontrolle der Nachhaltigkeitsanforderungen wirksam ausgeübt wird.“
Der Club erwartet jedoch weiterhin, dass parallel zum Biokraftstoff eine Bestandsschutzsorte zu einem angemessenen Preis flächendeckend zur Verfügung steht, um die Wahlfreiheit seitens der Verbraucher zu gewährleisten. Die jüngste Preiserhöhung von Super E5 ist in diesem Zusammenhang aus Sicht des ADAC jedoch kontraproduktiv. Oberstes Ziel muss es sein, die Verunsicherung beim Verbraucher zu beenden und E10 zum Durchbruch zu verhelfen.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) setzt sich für den Erhalt alter Obstbäume ein. Unter der Überschrift „Mundräuber auf Radtour - Bürger für Erhalt lokaler Obstbäume motivieren“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stiftung vom 24.4.2012:
In Deutschland überaltern viele Obstbaumalleen. Kommunen fehlen Ressourcen oder Fachwissen, um die artenreichen Kulturlandschaften zu pflegen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt nun ein bundesweites Modellprojekt der Berliner Organisation Terra Concordia und des Tourismusverbandes Hasetal, das neue Wege geht, um lokale Obstbaumbestände zu erhalten: "Das Projekt soll Anwohner, Vereine, Umweltverbände, Schulen und Gastronomiebetriebe in die Pflege und Nutzung einbinden, damit sie ein stärkeres Bewusstsein für den Wert der Gehölze entwickeln", sagte heute DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde.
In Rieste übergab er den Förderbescheid über 125.000 Euro an Terra Concordia-Geschäftsführer Kai Gildhorn. Entlang des niedersächsischen Hase-Ems-Radwegs sollen Bürger mit Experten mehrere tausend Obstbäume pflegen. Ein Konzept soll Gemeinden helfen, Obstbäume als Tourismusfaktor zu nutzen. Gildhorn: "Urlauber können Früchte direkt vom Baum pflücken - legal und kostenlos."
"Obstbaumalleen und Streuobstwiesen sind eine Herberge für alte Obstsorten und bieten Lebensraum für bis zu 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Leider sind viele von ihnen in einem katastrophalen Pflegezustand", erklärte Gildhorn. Die Obstbäume würden nicht regelmäßig beschnitten, die Wiesen nicht ausreichend gemäht oder beweidet. Gildhorn: "Um die Bestände langfristig zu sichern und die Sortenvielfalt zu stärken sind wir auf das Engagement der Bürger angewiesen. Ziel des Projektes ist es deshalb, regionale Akteure in persönlichen Kontakt miteinander zu bringen. Es geht darum, ihnen zu zeigen, dass gesunde Obstbaumbestände sowohl für die Region als auch für jeden Einzelnen ökologisch und ökonomisch gewinnbringend sind."
Kommunen könnten aus ihren freizugänglichen Obstbaumbeständen attraktive Angebote für die eigenen Bürger und Touristen entwickeln. Eine Gemeinde, auf deren Grund Äpfel, Birnen und Kirschen wachsen, verfüge über besondere touristische Anziehungspunkte. Vor allem kleine und mittelständische Tourismusbetriebe - wie Campingplätze, Gasthöfe oder Hotels - könnten davon profitieren. Sie seien in der Nebensaison meist weniger gut besucht, aber Radtouren durch Obstbaumalleen gerade zur Erntezeit im Herbst oder zur Obstbaumblüte im Frühjahr lohnenswert.
In Zusammenarbeit mit den Kommunen solle deshalb auch ein nachhaltiges Tourismuskonzept entwickelt werden, das Fragen zu relevanten Akteuren, Regeln, Pflege- und Nutzungsmaßnahmen, Kosten sowie weitere nachhaltige, touristische Angebote berücksichtigt. So solle die Region zwischen Melle und Meppen das ganze Jahr sowohl für die eigenen Bürger als auch für Urlauber attraktiv gemacht und gleichzeitig der Fortbestand der Obstbäume gesichert werden.
Das Besondere an diesem Konzept sei, das es in enger Zusammenarbeit von über zehn am Radweg gelegenen Kommunen entwickelt werde und auf andere Regionen übertragbar sei. Dazu würden die Ergebnisse des Vorhabens in einem Handbuch zusammengefasst.
Erste Ideen, wie ein solches Konzept in der Praxis aussehen könnte, gebe es bereits: "Besucher können Früchte unterwegs einsammeln und bei Gasthöfen oder Hotels in der Nähe abgeben. Diese Betriebe brauchen zumindest einen Teil des benötigten Obsts nicht mehr selbst einzukaufen. Den Gegenwert der abgelieferten Menge können sie stattdessen in einen Fonds investieren, mit dem wiederum die Pflege der Obstbäume finanziert werden könnte", schlug Gildhorn vor. Die Idee werde aber zunächst mit Kommunen und Tourismusbetrieben diskutiert und weiterentwickelt.
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bilde im Rahmen des Projekts mindestens 30 Teilnehmer zu so genannten "Obstbaumpaten" aus. In dreitägigen Kursen würden sie lernen, wie die Obstbäume gepflanzt, gepflegt, geschnitten und veredelt würden. Außerdem erhielten sie Unterricht in Pflanzenschutz und Sortenkunde und würden über Schädlinge und Nützlinge informiert. Die langfristige Pflege würde von Ehrenamtlichen übernommen.
Als Planungsgrundlage kartieren Experten von Terra Concordia mehrere tausend Obstbäume und dokumentieren diese auch auf der Internetplattform www.mundraub.org. Das Portal für Obstallmende wurde 2009 ins Leben gerufen. Seitdem können Nutzer öffentlich zugängliche Obst- und Nussbäume, Kräuter und Beeren auf einer interaktiven Karte eintragen. Andere Nutzer können diese abrufen, sich über die Fundstellen informieren und Früchte, die sonst "vergammeln" würden, ernten, zu Delikatessen weiterverarbeiten oder direkt vor Ort verzehren.
Der Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal mit den Mitgliedskommunen Meppen, Haselünne, Löningen, Essen (Oldenburg) sowie den Samtgemeinde Artland, Bersenbrück und Herzlake ist als Kooperationspartner an dem Projekt beteiligt. Durch die Aktivitäten des Tourismusverbandes, der die teilnehmenden Akteure koordiniert, konnten neben dem Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V. in Osnabrück, die Städte Melle und Osnabrück sowie die Gemeinden Bissendorf und Wallenhorst in das Projekt eingebunden werden. Wilhelm Koormann, Geschäftsführer des Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal, sieht in dem Projekt eine große Chance, die Zusammenarbeit entlang der Hase zu stärken und damit unter anderem den Radtourismus anzukurbeln.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat die europäische Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht des Naturschutzes untersucht. In einer Pressemitteilung vom 20.4.2012 heißt es dazu unter der Überschrift „Neue Studie zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie erschienen“:
In einer neuen Studie hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die europäische Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht des Naturschutzes untersucht. Sie analysiert, wie Naturschutzbelange in die Entwicklung der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme der Flüsse einbezogen wurden und welche zusätzlichen Möglichkeiten künftig dafür bestehen.
Die Wasserrahmenrichtlinie vertritt einen integrativen und flussgebietsbezogenen Ansatz der Gewässerbewirtschaftung. „Die Studie macht deutlich, dass es prinzipiell viele gute Ansätze zur gemeinsamen Zielerreichung zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz gibt, die aber noch konsequenter umgesetzt werden sollten.
Zudem gibt es in den Planungen der Länder in den untersuchten naturschutzfachlich bedeutsamen Teilen teilweise deutliche Unterschiede was die adäquate Berücksichtigung auch von Naturschutzaspekten betrifft“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Insgesamt ist jedoch zu erwarten, dass neben den Gewässerorganismen auch die zahlreichen Lebensräume der Gewässerlandschaften, in denen viele weitere Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind, von der Bewirtschaftungsplanung und der Maßnahmenumsetzung profitieren. Die Umsetzung der Richtlinie bietet deshalb die Möglichkeit verstärkter Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz, damit sowohl wasserwirtschaftliche als auch Naturschutzziele verwirklicht werden können.
Für die Fortschreibung der Bewirtschaftungsplanung im Jahr 2015 zeigt die Studie Möglichkeiten auf, die bisherigen Ansätze zu konkretisieren und in der Bewirtschaftungsplanung noch bessere Synergien mit dem Naturschutz zu verankern. Dies kann z. B. durch eine klare räumliche Zuordnung der Planinhalte und eine transparentere Darstellung der Planung erreicht werden.
Die Studie „Die Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht des Naturschutzes“, die in der Schriftenreihe des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erschienen ist, formuliert Kernempfehlungen zu sechs Themenbereichen.
Diese umfassen neben den drei vertieft betrachteten Schnittstellen „Natura 2000“, „Auen und Biotopverbund“ sowie „grundwasserabhängige Landökosysteme und Feuchtgebiete“ auch den inhaltlichen Detaillierungsgrad und die räumliche Zuordnung der Planinhalte, die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung sowie die Aspekte strategische Umweltprüfung (SUP), FFH-Verträglichkeitsprüfung und Klimacheck.
Hintergrund
Die Bewirtschaftungsplanungen der Wasserwirtschaftsbehörden sind Ende 2009 für alle zehn Flussgebietseinheiten in Deutschland fertig gestellt worden. Ziel dieses „Fahrplans“ und der bereits laufenden Maßnahmenumsetzung ist es, bis zum Jahr 2015, spätestens aber in den nachfolgenden Bewirtschaftungszyklen bis 2021 bzw. 2027, einen „guten Zustand“ der Gewässer und des Grundwassers zu erreichen.
Die Gewässer sollen durch insgesamt 99 unterschiedliche Maßnahmentypen verbessert werden, die zahlreiche Überschneidungen mit dem Naturschutz aufweisen. So ergeben sich Schnittstellen beim Natura-2000-Gebietsschutz, beim Auenschutz und beim Biotopverbund.
Die Bewirtschaftungsplanung nach Wasserrahmenrichtlinie ist das zentrale Instrument mit dem die Gestalt und die Lebensraumqualität unserer Fließgewässer entwickelt werden und das Grundwasser geschützt wird. Aufgrund ihres ökosystemaren und flächenbezogenen Ansatzes weist sie zahlreiche Schnittstellen zum Naturschutz auf, die größtenteils Synergiepotenziale beinhalten.
Bibliographische Angaben: Albrecht, Juliane; Schmidt, Catrin; Stratmann, Lars; Hofmann, Martin; Posselt, Sandra; Wendler, Wiebke; Roßner, Dorothea und Wachs, Anne (2012): Die Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht des Naturschutzes – Analyse der Bewirtschaftungsplanung 2009. – Naturschutz und Biologische Vielfalt.
Bezug: Die Veröffentlichung kostet 24,- Euro und kann über den Landwirtschaftsverlag bezogen werden: BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag 48084 Münster, Tel.: 02501/801-2482, Fax: 02501/801-247 oder im Internet: www.lv-h.de/bfn
Unter dem Titel „Tag gegen Lärm - Warum zu viel Krach schädlich für unsere Ohren ist“ hat die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung am 17.4.2012 das Manuskript für einen Radiobeitrag veröffentlicht. Darin heißt es:
Egal, ob am Arbeitsplatz die Maschinen wummern oder in der Diskothek die Boxen dröhnen: Hohe Geräuschpegel können das Gehör schädigen. Bei Lärm am Arbeitsplatz gelten deshalb strenge Schutzvorschriften. In der Freizeit allerdings wird den Ohren aber auch oft zu viel zugemutet. Welche Folgen das haben kann, verrät uns zum "Tag gegen Lärm" (25. April 2012) Jessica Martin.
Sprecherin: Lärm ist überall: Bei der Arbeit dröhnen die Maschinen "SFX: Maschine", draußen pulsiert der Verkehr "SFX: Straßenverkehr" und zu allem Übel drehen viele beim Musikhören die Kopfhörer viel zu laut auf "SFX: Überlaute Musik". Am Ende quittieren unsere Ohren das mit einem Hörschaden.
O-Ton 1 (Dr. Martin Liedtke): "Es entsteht nämlich der Schaden im Innenohr. Dort sterben Haarzellen ab, die dafür sorgen, dass Schwingungen in Nervenimpulse für das Gehirn umgewandelt werden - und das funktioniert dann nicht mehr."
Sprecherin: Sagt der Lärmschutzexperte Dr. Martin Liedtke vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Dann hört man zum Beispiel Musik irgendwann nicht mehr so "Titel 1 (klar)", sondern nur noch so: Titel 1 (verschwommen). Der Auslöser dafür kann übrigens jede Art von Lärm sein.
O-Ton 2 (Dr. Martin Liedtke): "Für das Gehör ist es unerheblich, ob es freiwilliger oder unfreiwilliger Lärm ist. Der Gehörschaden entsteht in beiden Fällen gleich. Allein auf die Lautstärke kommt es an, wir nennen das den Lärmexpositionspegel. Am Arbeitsplatz darf ein Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) nicht überschritten werden. Das entspricht 15 Minuten in der Diskothek. Für die Freizeit gelten solche Vorschriften nicht, aber ärmschutz wäre hier genauso wichtig."
Sprecherin: Denn wer nicht mehr richtig hört und Gespräche nur noch lückenhaft versteht, dem drohen im Extremfall Berufsunfähigkeit und der Verlust jeglicher sozialer Kontakte. Gönnen Sie deshalb Ihren Ohren im Alltag lieber öfter mal eine Verschnaufpause und schützen Sie sie, wenn der Lärm mal unvermeidbar ist.
O-Ton 3 (Dr. Martin Liedtke): "Am Arbeitsplatz muss der Arbeitgeber dafür sorgen. Im privaten Bereich hat man es selber in der Hand. Daher sollte man zum Beispiel Laubsauger verwenden, die einen Blauen Engel aufweisen, weil sie lärmarm sind. Oder eben Diskotheken besuchen, die ein entsprechendes Gütesiegel aufweisen, für das unter anderem ein 'DJFührerschein' erforderlich ist. Im Zweifelsfall empfehle ich, einfach Gehörschutz zu benutzen oder ganz auf die Beschallung zu verzichten."
Sprecherin: Ihre Ohren werden es Ihnen danken!
Weitere Infos zu Lärm, seinen Folgen und wie man sich davor schützt, finden Sie im Internet bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter www.dguv.de.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat sich zur Ausgestaltung der Wertstofferfassung geäußert. Unter der Überschrift „Zu teuer und ineffizient: Verpackungsentsorgung grundsätzlich neu überdenken“ heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 17.4.2012:
„Die Verpackungsentsorgung in Deutschland ist teuer und die ökologische Bilanz ist schlecht. Die Wertstofferfassung der Zukunft muss endlich auf eine solide Basis gestellt werden, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Die Organisation durch die Dualen Systeme krankt seit 20 Jahren.
Es gibt berechtigte Zweifel, ob die privatwirtschaftliche Organisation der richtige Weg ist. Die Kommunen können und wollen in Zukunft die Verantwortung für die Verpackungsentsorgung übernehmen", so der Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) Patrick Hasenkamp.
Das Umweltbundesamt hatte zwar im Sommer 2011 ein Planspiel zur Neuorganisation der Wertstofferfassung organisiert. Dabei wurden die zentralen Probleme der Verpackungsentsorgung jedoch nicht ausreichend behandelt.
Aus diesem Grund hat der VKU bei Prof. Dr. Thorsten Beckers (TU Berlin), Prof. Dr. Georg Hermes (Goethe Universität Frankfurt am Main) sowie der Rechtsanwaltskanzlei Gruneberg (Köln) die Prüfung einer Neuorganisation der Wertstofferfassung in Auftrag gegeben. In dem Gutachten werden Vorschläge zur Lösung der organisatorischen Probleme der Verpackungsentsorgung sowie für Anreize für mehr Recycling gemacht.
Die Wertstofferfassung soll demnach von den Dualen Systembetreibern auf die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger übergehen, die selbst entscheiden können, wie sie dies im Einzelnen abwickeln. Für die Organisation soll eine Zentrale Stelle eingerichtet werden, die - als Bundesbehörde - auch die Höhe der Recyclingquoten überwacht. Erreichen öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger höhere Quoten, werden sie dafür im Verhältnis zu anderen besser gestellt.
"Kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe müssen im Gegensatz zu privaten Entsorgern Gewinne an die Bürger zurückgeben. Dieses Modell ist daher nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch für die Gebührenzahler attraktiv, denn das Modell belohnt sie finanziell für richtiges Trennen", so Hasenkamp.
Berechnungen des VKU zufolge wird derzeit weniger als ein Drittel der Leichtverpackungen aus Kunststoff recycelt. Der Rest wird verbrannt. Auch die Verpackungsmengen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Die ursprünglichen Ziele der Verordnung, Verpackungen zu reduzieren und mehr zu recyceln, wurden also verfehlt.
Einer Publikation des Umweltbundesamtes zufolge kommen zu den eigentlichen Entsorgungskosten für Kunststoffverpackungen von schätzungsweise 400 Euro pro Tonne noch etwa 800 Euro für allgemeine Systemkosten hinzu. "Die Konsumenten finanzieren durch den Kauf von Verpackungen ein teures System, das keinen ökologischen Gewinn bringt", kritisiert Hasenkamp.
Der VKU wird sich mit diesem Modell in die weitere Diskussion um die Wertstofferfassung einbringen. Die Einführung einer Wertstofftonne als bundesweite Einheitslösung lehnt der Verband ab.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit 236.000 Beschäftigten wurden 2009 Umsatzerlöse von rund 94 Milliarden Euro erwirtschaftet und etwa 8 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 54,2 Prozent in der Strom-, 67,7 Prozent in der Erdgas-, 76,3 Prozent in der Trinkwasser-, 58,2 Prozent in der Wärmeversorgung und 12,8 Prozent in der Abwasserentsorgung.
Der Energieversorger LichtBlick hat eine Umfrage zur Energiewende 2020 veröffentlicht. Unter der Überschrift „87 Prozent vom erfolgreichen Wandel überzeugt“ heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 17.4.2012:
Deutschland 2020: In immer mehr Wohnhäusern wird benötigter Strom selbst produziert: durch Mini-Kraftwerke im Keller oder Solarzellen auf dem Dach. Windräder bestimmen vielerorts das Landschaftsbild und auch in unseren Nachbarländern wurden weitere Atomkraftwerke abgeschaltet. So zumindest sehen die Bundesbürger die energetische Zukunft. Insgesamt 87 Prozent der Deutschen glauben an den Wandel hin zu mehr Umweltbewusstsein durch den Ausbau regenerativer Energien. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern im Auftrag des Öko-Energieversorgers LichtBlick.
Damit diese Prognose sich auch erfüllt, wollen viele der Befragten mit gutem Beispiel voran gehen. So plant beispielsweise jeder fünfte Deutsche, innerhalb der nächsten acht Jahre den Strom für die eigene Wohnimmobilie zumindest teilweise selbst zu erzeugen. Zudem gehen knapp 40 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass im Jahre 2020 schon die Hälfte des hierzulande verbrauchten Stroms mittels Windrädern, Solaranlagen und Wasserkraftwerken gewonnen wird.
Die Bundesbürger blicken also überwiegend positiv auf die Umsetzung nachhaltiger Energieversorgung in Deutschland. Nur 13 Prozent von ihnen befürchten, dass die Energiewende versandet, ohne dass entsprechende Maßnahmen langfristig umgesetzt wurden. Jeder achte Deutsche ist hingegen bereits so zuversichtlich, dass er sich nach eigener Aussage künftig weniger Sorgen um die Klimaerwärmung und ihre Folgen machen wird.
"Wohl selten wurde ein so gewaltiger wirtschaftlicher Umbruch wie die Energiewende von so viel Zustimmung und Optimismus der Menschen begleitet. Das ist ein Vertrauensvorschuss, den Politik und Wirtschaft in den nächsten Jahren durch Taten rechtfertigen müssen", so der Vorstandsvorsitzende von LichtBlick, Dr. Christian Friege. LichtBlick ist als größter Ökostromanbieter und mit der dezentralen Erzeugung von SchwarmStrom zum Ausgleich schwankender Windenergie ein Treiber der Energiewende.
„Weniger Treibhausgase mit weniger Atomenergie - Deutschlands Gesamtemission sinkt gegenüber Vorjahr um etwa zwei Prozent“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 12.4.2012 in der es heißt:
In Deutschland wurden auch 2011 weniger Treibhausgase freigesetzt. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA). Insbesondere die Emissionen von Kohlendioxid und Methan gingen erneut zurück. Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien wirkte sich positiv auf die Emissionsentwicklung aus. Dagegen blieb der Anteil fluorierter Gase – sogenannter F-Gase – weitgehend konstant, der von Lachgas nahm zu, unter anderem durch einen stärkeren Düngemittelabsatz.
Insgesamt wurden 2011 etwa 917 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. „Der Rückgang der Emissionen zeigt: Deutschland nimmt seine Verpflichtungen ernst. Die Ziele des Kyoto-Protokolls können auch unter den Bedingungen eines beschleunigten Atomausstiegs erreicht werden. Dies wurde häufig angezweifelt“, erklärt UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Um die Klimaziele zu erreichen, seien aber weitere Maßnahmen notwendig. So sollten die Menge an CO2-Zertifikaten durch eine Verschärfung des europäischen Klimaschutzzieles verringert und die energetische Gebäudesanierung vorangebracht werden.
Zum Verständnis der Zahlen: Die jetzt vorgelegten Werte geben die absoluten Emissionsmengen wieder. Gemäß seinem gesetzlichen Auftrag nimmt das Umweltbundesamt keine statistischen Bereinigungen, wie zum Beispiel für den Temperatur- oder Konjunktureinfluss vor.
Die Treibhausgasemissionen sinken 2011 im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 26,5 Prozent. Damit wird das Minderungsziel des Kyoto-Protokolls von 21 Prozent erneut deutlich unterschritten. Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und der Abschaltung von acht Atomkraftwerken verringerte sich der Ausstoß der Treibhausgase gegenüber 2010 um 2 Prozent. Damit liegt das Niveau in etwa so hoch wie im Krisenjahr 2009.
UBA-Präsident Flasbarth: „Die Emissionsminderung wurde zwar durch die relativ milde Witterung begünstigt. Aber auch der wachsende Anteil von erneuerbarem Strom führt zu niedrigeren Emissionen, ebenso der geringere Stromexport. Vor dem Hintergrund der begonnenen Energiewende und des geringeren Stromanteils aus Kernkraftwerken stellen die Emissionszahlen einen Erfolg dar. Um das nationale Klimaschutzziel einer 40-prozentigen Minderung zu erreichen, dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen.“ Dazu zählten vor allem verstärkte Maßnahmen zur Energieeffizienz und energetischen Gebäudesanierung.
Kohlendioxid: Die CO2-Emissionen verringern sich im Vergleich zu 2010 um 2,4 Prozent. Dieser deutliche Rückgang geht im Wesentlichen auf den geringeren Bedarf an Heizenergie zurück, der sich durch die mildere Witterung ergab. Dieser Effekt wird besonders beim Erdgasverbrauch und Mineralölbedarf für Heizzwecke sichtbar. Hohe Heizölpreise führten zu geringeren Zukäufen und einer verstärkten Nutzung von Lagerbeständen.
Der Eigenverbrauch der Raffinerien ging aufgrund der verringerten Rohölverarbeitung im vergangenen Jahr nochmals deutlich zurück. Obwohl der Anteil der Kernenergie deutlich abnahm, stiegen die Emissionen aus der Stromerzeugung nur leicht an. Zum einen wurde weniger Strom exportiert, zum anderen wurde mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Diese Ergebnisse spiegeln sich auch in den für das Jahr 2011 berichteten Zahlen der Energie- und Industrieanlagen wider, die dem Europäischen Emissionshandel (ETS) unterliegen.
Demnach gingen die CO2-Emissionen des Energiesektors zwischen 2 und 6 Prozent zurück. Dagegen erhöhten sich die prozessbedingten Emissionen der Industrie – wie der chemischen und der Metallindustrie – entsprechend der konjunkturellen Entwicklung.
Methan: Die Methanemissionen sind gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken. Dies hängt hauptsächlich mit dem Rückgang der Abfalldeponierung zusammen, da die dort enthaltenen organischen Bestandteile eine Hauptquelle der Methanemissionen bilden. Seit 2005 durften immer weniger Abfälle deponiert werden. Auch der Rückgang der geförderten Steinkohlemenge sowie kleinere landwirtschaftlichen Tierbestände führen zu weniger Methan.
Lachgas: Die Lachgasemissionen nehmen 2011 um 2,3 Prozent zu, hauptsächlich weil der Absatz stickstoffhaltiger Mineraldünger gegenüber dem Vorjahr deutlich anstieg. Auch die chemische Industrie stieß konjunkturell bedingt mehr Lachgas aus. Dies wurde durch Rückgänge im Bereich der Energiewirtschaft wieder ausgeglichen. Die Emissionen des Verkehrsbereiches stiegen geringfügig infolge des erhöhten Katalysatoreinsatzes im Schwerlastverkehr (ab EURO IV). Diese Katalysatoren reduzieren den Anteil der Stickoxide auf hocheffiziente Weise, sie erhöhen aber geringfügig die Emission von Lachgas.
F-Gase: Die Emissionen gingen geringfügig um 0,4 Prozent zurück. Maßgeblich dafür ist die eingestellte Produktion des Kältemittels R22. Dabei traten bedeutende Mengen an Halogenierten Fluorkohlenwasserstoffen – kurz HFKW – aus. Dieser Einmaleffekt wurde nahezu kompensiert, da gleichzeitig die Emission aus Kältemitteln sowie von Schwefelhexaflourid – chemisch SF6 – zunahm, welches im Wesentlichen durch Emissionen aus verbauten Produkten wie Schallschutzfenstern stammt.
Weitere Informationen und Links:
Das Kyoto-Ziel
Damit Deutschland das Kyoto-Ziel erreicht, dürfen die Treibhausgasemissionen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 jährlich den Wert von 974 Mio. t CO2equ nicht überschreiten. 2008 wurde dieses Ziel mit 976 Mio. t CO2equ nahezu erreicht. Insgesamt summiert sich die jährliche Unterschreitung des Zielwertes in der Verpflichtungsperiode auf 154 Mio. t CO2equ. 2011 unterschritt Deutschland den Wert um 58 Millionen Tonnen.
Die Genauigkeit der Daten
Die vorliegenden Ergebnisse der Emissionen in Deutschland leiten sich aus einem System von Modellextrapolationen und Trendfortschreibungen der im Januar veröffentlichten detaillierten Berechnungen des Jahres 2010 ab. Hierfür wurden für das Jahr 2011 erste veröffentlichte Überblicksangaben der amtlichen Statistik, der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen und von Industrieverbänden verwendet. Dementsprechend haben auch die Gesamtergebnisse einen vorläufigen Charakter und können noch leicht variieren. Es handelt sich bei den Angaben um die absoluten Emissionsmengen, ohne jede statistische Bereinigung um Wetter- oder Konjunktureffekte.
Detaillierte Angaben der Berichterstattung finden Sie hier:
http://cdr.eionet.europa.eu/de/eu/ghgmm/envtw7blw
Die Zusammenstellungen zu den Emissionstrends können hier eingesehen werden:
http://www.umweltbundesamt.de/emissionen/publikationen.htm
Banken setzen verstärkt auf Nachhaltigkeit. Das ist das Ergebnis einer Steria Mummert Studie zu der es in einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 27.3.2012 heißt:
Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr für darauf spezialisierte Umwelt- und Sozialbanken. Wollen doch mittlerweile 84 Prozent aller deutschen Kreditinstitute in den kommenden Jahren nachhaltiger wirtschaften. Sechs von zehn Bankmanagern erwarten darüber hinaus, dass dieses Thema die Geschäftsmodelle der Branche stark verändern wird. Das sind Ergebnisse der Studie „Branchenkompass Kreditinstitute“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.
„Die deutschen Kreditinstitute tun gut daran, den so genannten Ökobanken nicht das Feld allein zu überlassen. Denn Nachhaltigkeit kann helfen, das in der Finanzkrise verlorene Kundenvertrauen zurückzugewinnen“, sagt Stefan Lamprecht, Bankenexperte bei Steria Mummert Consulting. Neue Ideen zur Stärkung der eigenen Reputation können die hiesigen Banken gut gebrauchen. 65 Prozent der von Steria Mummert Consulting für den Branchenkompass befragten Banken glauben nämlich, dass sie den in der Krise erlittenen Vertrauensverlust zunächst nicht werden wettmachen können.
Das Potenzial, die Skepsis der Bankentscheider in Sachen Wiedergutmachung deutlich zu mildern, hat das Thema Nachhaltigkeit allemal. Entspricht der Fokus auf einen nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Ertrag doch dem Wunsch vieler Kunden. Sechs von zehn Deutschen wollen laut jüngsten Untersuchungen bei Konsumentscheidungen künftig auf verantwortungsvolle Unternehmen achten, 43 Prozent wollen ihre Geldanlage nach Nachhaltigkeitskriterien auswählen.
Insgesamt sind in Deutschland derzeit rund 57 Milliarden Euro in nachhaltigen Geldanlagen angelegt – Tendenz steigend. Allein im vergangenen Jahr legte dieses Segment um 23 Prozent zu, während der konventionelle Markt dagegen nur mit sieben Prozent wuchs. Derzeit nutzen allerdings vor allem kleinere Banken diese Nische. Doch dabei wird es nicht bleiben. Auch die konventionellen Banken wollen sich dieses Marktsegment erschließen.
Gerade in der Vermögensverwaltung von Privatkunden ist Nachhaltigkeit zunehmend ein Argument: 70 Prozent der Privatbankiers erwarten eine größere Bedeutung von sozialen und ökologischen Themen. Ein Selbstgänger wird dieser Strategieschwenk allerdings nicht. „Um mit dem Thema Nachhaltigkeit auch nachhaltig erfolgreich zu sein, sind ein langer Atem, ausreichend Kapital und begeisterungsfähige Kunden erforderlich“, sagt Bankenexperte Lamprecht von Steria Mummert Consulting.
Hintergrundinformationen
Für die Studie „Branchenkompass Kreditinstitute“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut befragte forsa 100 Entscheider aus 100 Kreditinstituten in Deutschland befragt. Die Institute gehören zu den nach ihrer Bilanzsumme größten Kreditinstituten im Land. Sie repräsentieren die drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft: Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Kreditbanken.
Die Entscheider wurden zu den Branchentrends sowie zu den Strategien und Investitionszielen bis 2014 interviewt. Befragt wurden jeweils die Vorstandsvorsitzenden, Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die Leiter der Unternehmensentwicklung, die Leiter von Finanzen und Controlling oder die Vertriebs- und Marketingleiter. Die Befragungen wurden mit der Methode des Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) durchgeführt.
Viele deutsche Tieflandflüsse sind in keinem guten Zustand. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 22.3.2012
Die Umweltsituation vieler deutscher Tieflandflüsse ist problematisch. Zu ihnen zählen beispielsweise Lippe, Ems, Aller, Alster, Trave, Elde oder Spree. Diese Flüsse gehören zur Gruppe der sandig-lehmigen Tieflandflüsse, die 2012 zum Gewässertyp des Jahres ausgerufen wurde. Bei ihnen sind umfangreiche Verbesserungsmaßnahmen nötig. Denn lediglich etwa 2 Prozent der Gewässerstrecken dieses Typs werden als „gut“ bewertet und 22 Prozent sogar als „schlecht“. Nur sehr wenige dieser Strecken werden bis 2015 wieder einen guten Zustand erreichen. Die Flüsse brauchen mehr Fläche und weniger Nährstoffe. Für Fische sind durchgängige Wehre nötig.
Die weiten Täler der sandig-lehmigen Tieflandflüsse sind vom Menschen bevorzugte Flächen für Landwirtschaft und Siedlungen. Zur Entwässerung wurden die Flüsse begradigt, vertieft und aufgestaut. Aller, Ems und Spree sind zu Schifffahrtsstraßen umgestaltet worden. Fast alle Strecken sind zudem eingedeicht. Überflutungsflächen und die Verbindung von Fluss und Aue gingen so verloren.
Der ursprüngliche Uferwald ist vielfach nicht mehr vorhanden oder auf einen schmalen Gehölzsaum reduziert. Von den Äckern können Nährstoffe und Pestizide ungehindert in die Flüsse gespült werden. Dies führt dazu, dass sich auf fast allen Strecken sandig-lehmiger Tieflandflüsse das Ziel der EG-Wasserrahmenrichtlinie – der gute ökologische Zustand – gegenwärtig nicht erreichen lässt. 21 Prozent dieser Strecken werden derzeit als „mäßig“ bewertet, 55 Prozent als „unbefriedigend“ und 22 Prozent als „schlecht“.
Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA): „Viele Tieflandflüsse brauchen wieder mehr Fläche. Dann können sich dort naturnahe Lebensräume ausbilden. Wehre, Schleusen und Wasserkraftanlagen sind mittels Fischtreppen, Fischschutz und Fischabstiegshilfen ökologisch durchgängig zu machen. Das hilft Wanderfischen, wie Lachs, Aal und Barbe.“ Insbesondere bei den sandig-lehmigen Tieflandflüssen muss der Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft verringert werden. Vor allem aber müssen diejenigen Gewässerabschnitte, die noch in Ordnung sind, erhalten werden.
Rund 5.130 Kilometer (km) der insgesamt 127.000 km Fließgewässerstrecke in Deutschland sind sandig-lehmige Tieflandflüsse. Gewässer dieses Typs sind charakteristisch für die eiszeitlich geprägte norddeutsche Tiefebene. In sandigen Gebieten fließt er in flachen Mulden- oder breiten Sohlentälern und es bilden sich Prall- und Gleithänge aus. Fließt er durch Gebiete mit höheren Anteilen von Auelehm, sind seine Täler dagegen tief und kastenförmig. Sie wären ideal für Eisvogel, Steinbeißer, Wasserstern, die gebänderte Prachtlibelle und die Flussmuschel, falls die Flüsse noch naturnah wären.
Weitere Informationen zur Aktion Gewässertyp des Jahres 2012 samt interaktiver Karte:
http://www.umweltbundesamt.de/wasser/gewaessertyp/2012/index.htm
Weitere Informationen zur Aktion bestellen und herunterladen:
Poster: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4215.html
Flyer: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4214.html
Der BUND hat am 21.3.2012 unter der Überschrift „Wasser und Nahrungssicherheit gehören zusammen“ eine Pressemitteilung zum Weltwassertag 2012 veröffentlicht. In der Meldung heißt es:
„Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins. Deshalb kann es Nahrungssicherheit nur mit einem gesicherten Zugang zu sauberem Wasser geben“, sagte der BUND-Wasserexperte Winfried Lücking zum Motto des diesjährigen UN-Weltwassertages „Wasser und Nahrungssicherheit“ am 22. März.
Vor allem in den Ballungszentren steige der Bedarf an Nahrungsmitteln, Wasser und Energie weiter stark an. Neben einer wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung gehöre die sich ausdehnende agrarindustrielle Landwirtschaft zu den Hauptursachen der gegenwärtigen Wasserkrise.
Der Aufkauf von Ländereien und die damit einher gehende Vertreibung von Kleinbauern aus ihren angestammten Gebieten, die Privatisierung von Wasserressourcen durch internationale Kapitalgesellschaften und eine weiträumige künstliche Beregnung großer Felder in wasserarmen Regionen verschärften die Wasserprobleme zusätzlich.
Auch durch Übernutzung und Verschmutzung wachse der Druck auf die Wasserressourcen. Der Klimawandel werde ebenfalls dazu beitragen, dass künftig besonders in den wasserärmeren Regionen mit Versorgungslücken und Engpässen zu rechnen sei, so der BUND-Experte Lücking. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen würden im Jahr 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit betroffen sein.
Verursacht werde dies vor allem von großen Industrie- und Agrarbetrieben, die für rund 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich seien. Fast eine Milliarde Menschen hätten bereits jetzt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und über 2,6 Milliarden keinen Zugang zu akzeptablen sanitären Einrichtungen. Eine Privatisierung der Wasserversorgung lehnte der BUND-Wasserexperte ab.
„Die Wasserversorgung gehört in die öffentliche Hand. Eine Privatisierung der Wasserversorgung führt in die ökologische und versorgungspolitische Sackgasse. Am Ende steigt der Preis für das lebensnotwendige Wasser und schließlich können es sich nur noch die Bessergestellten leisten“, sagte Lücking. Auch hierzulande seien die Wasserressourcen gefährdet, so der BUND-Experte. Zu den Hauptverschmutzern in Deutschland gehöre die industrielle Landwirtschaft mit ihren steigenden Pestizid- und Nitrateinträgen.
„Zu den Kollateralschäden der Massentierhaltung gehören auch die Überdüngung der Felder und die damit verbundene Verschmutzung des Grundwassers. Allein die Geflügel- und Schweinehaltung wird mit über einer Milliarde Euro jährlich subventioniert. Das scheinbar billige Fleisch in den Supermärkten ist in Wirklichkeit teuer erkauft, unter anderem mit der Verschmutzung unseres Wassers“, sagte Lücking. Dagegen helfe nur eine Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft.
Sorge bereitet dem BUND-Experten auch der Eintrag von problematischen langlebigen Chemikalien in die Gewässer. Trotz fortgeschrittener Klärtechnik seien Flammschutzmittel, Arzneimittelrückstände und regelmäßig auftauchende Industriechemikalien, die bei Betriebsstörungen freigesetzt würden, in den Flüssen zu finden. Um die Trinkwasserressourcen zu schützen bestehe aus Vorsorgegründen hier dringender Handlungsbedarf. Ziel müsse es sein, langlebige und giftige Chemikalien durch andere, umweltverträglichere Stoffe zu ersetzen.
Das GLS-Urgestein Paul Mackay verlässt das anthroposophische Geldinstitut. Unter der Überschrift „Stabsübergabe: Neuer Aufsichtsratsvorsitzender in der GLS Bank“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 19.3.2012:
Der Aufsichtsrat der GLS Bank bestimmt Ulrich Walter als neuen Vorsitzenden. Walter löst damit Paul Mackay als langjährigen Vorsitzenden des Gremiums ab.
Ulrich Walter übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz der GLS Bank. „Ich freue mich darauf, die GLS Bank als Bank der Zukunft mitgestalten zu können“, so Walter bei der offiziellen Stabsübergabe. Walter ist Gründer und Geschäftsführer des Naturkostunternehmens Lebensbaum und bringt Erfahrungen aus unterschiedlichen Gremien und Vorständen mit, darunter als Verwaltungsratsmitglied einer Bank. Er ist seit 2011 Mitglied im Aufsichtsrat der GLS Bank.
Der Vorstand und Aufsichtsrat der GLS Bank dankten Mackay für sein langjähriges Engagement und hoben insbesondere seine geistige Offenheit und dialogischen Fähigkeiten, seine Führungsqualitäten und sein unternehmerisches Denken hervor.
Paul Mackay hat die GLS Bank in wesentlichen Entwicklungsphasen begleitet und mitgestaltet: Mackay war in der Gründungsphase Geschäftsführer der GLS Bank und von 1997 an fünf Jahre Geschäftsführender Vorstand. Seit 2004 gehörte er zum Aufsichtsrat und übernahm 2007 dessen Vorsitz.
Mackay tritt von seinem Amt zurück, um sich zur Wahl für den Verwaltungsrat der Weleda AG stellen zu können.
Stellvertretender Vorsitzender ist weiterhin Axel Janitzki. Ferner gehören zu dem weiterhin sehr kompetent besetzten Gremium Konstanze Frischen, Rolf Kerler, Irene Reifenhäuser, Dr. Beatrix Tappeser sowie Prof. Götz W. Werner.
„Verbraucher fordern umweltfreundlichere Produkte“, lautet die Überschrift einer Pressemitteilung von Readers Digest vom 15.3.2012 in der es heißt:
Für umweltfreundliche Produkte würden die deutschen Verbraucher mehr Geld ausgeben, wenn sie von deren Umweltfreundlichkeit tatsächlich überzeugt wären. Über zwei Drittel der deutschen Verbraucher (68 Prozent) haben in einer Studie des Magazins Reader’s Digest ihre Bereitschaft bekundet, für umweltfreundliche Produkte mehr zu bezahlen.
52 Prozent der deutschen Verbraucher glauben jedoch der Werbung nicht, in der Hersteller auf die Umweltfreundlichkeit ihres Angebots hinweisen. 70 Prozent meinen, dass Umweltfreundlichkeit den meisten großen Unternehmen ziemlich egal ist.
Dies ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie „Reader’s Digest European Trusted Brands 2012“. In 15 europäischen Ländern hat das Magazin repräsentativ ermittelt, welche Marken in den Augen der Verbraucher besonders vertrauenswürdig sind. Mehr als 27.000 Menschen, davon rund 8.000 in Deutschland, haben an Europas größter Verbraucherstudie teilgenommen.
Markenklassiker genießen besonderes Vertrauen
Wenn sich Unternehmen als umweltfreundlich bezeichnen, wird dies am ehesten den Markenklassikern geglaubt. In den 33 von der Studie untersuchten Produktkategorien von A wie Automobile bis Z wie Zahnpasta / Mundpflege setzten sich erneut vor allem Markenklassiker an die Spitze der vertrauenswürdigsten Marken, darunter Volkswagen, Persil, Aspirin, Wick, Odol, Frosch, Rotkäppchen Sekt, Asbach, Miele, Sparkasse, Allianz, TUI, Aral, C&A und Haribo. In der Kategorie Nahrungsmittel erreichte Dr. Oetker erstmals seit Jahren wieder die Spitzenposition.
Kein Blankoscheck für hohe Preise
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die deutschen Verbraucher sind auch bei umweltfreundlichen Produkten sehr preissensibel. 69 Prozent der Deutschen empfinden umweltfreundliche Marken als zu teuer, so die Studie. Die grundsätzliche Bereitschaft der Verbraucher, mit Blick auf die Ökologie tiefer in die Tasche zu greifen, ist daher für die Hersteller kein Freibrief für Preisaufschläge.
Im Gegenteil: Die Verbraucher setzen es als selbstverständlich voraus, dass ein Produkt nicht nur qualitativ hochwertig ist, sondern auch umweltfreundlich ist und zugleich einen akzeptablen Preis ausweist.
Noch nie zuvor wurden in der seit 2001 jährlich durchgeführten Studie so viele Marken genannt wie dieses Mal. „Der Wettbewerb unter den Marken hat sich signifikant verschärft“, sagt Werner Neunzig, Geschäftsführer von Reader’s Digest Deutschland, Schweiz, Österreich. Allein in Deutschland nannten die Befragten 4.001 Marken über alle Produktkategorien hinweg. „Es ist eine herausragende Leistung von Unternehmen, wenn es Ihnen trotz des immer intensiver werdenden Wettbewerbs gelingt, das Vertrauen der Verbraucher in eine Marke zu erlangen und zu halten“, so Neunzig: „Das Vertrauen bildet die Grundlage für die Beziehung zwischen Verbrauchern und Unternehmen.“
Obwohl die deutschen Verbraucher ein hohes Umweltbewusstsein für sich reklamieren, ist die Bereitschaft, so genannte „faire“ Produkte zu kaufen, geringer als bei den europäischen Nachbarn. Während beispielsweise in Frankreich 67 Prozent der Verbraucher der Aussage zustimmen, dass sie beim Kauf „faire“ Produkte bevorzugen, machen dies in Deutschland nur 54 Prozent.
Dies überrascht zunächst umso mehr, da 91 Prozent der deutschen Verbraucher die Auffassung teilen, es sei wichtig, dass Unternehmen sich für mehr Umweltschutz einsetzen. Auf der anderen Seite zeigten sich die Deutschen in der Studie deutlich skeptischer gegenüber den Umweltkampagnen der Unternehmen als die Verbraucher in anderen Ländern.
Große Unterschiede zeigten sich zwischen den Marken bei der erstmals untersuchten Frage, inwiefern ihr Engagement für die Umwelt Vertrauen beim Verbraucher schafft. Beispielsweise bescheinigten 61 Prozent der Befragten der Marke Alnatura in der Kategorie Nahrungsmittel höchste Glaubwürdigkeit für ihre ökologische Ausrichtung. Viele andere Lebensmittelmarken kamen dagegen nicht über einen Wert von 30 Prozent hinaus.
Bei den Automobilherstellern wird Porsche von 37 Prozent seiner Markenfans als besonders nachhaltig eingestuft, während Toyota oder Peugeot bereits zwei Drittel ihrer Markenfans von der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung überzeugt haben. Über alle Branchen hinweg trauen 40 Prozent der Verbraucher ihren Lieblingsmarken zu, dass sie sich glaubwürdig für die Umwelt einsetzen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
„Obwohl sich viele Unternehmen für Umweltbelange einsetzen, sehen Verbraucher ihre Erwartungen noch lange nicht als erfüllt an“, stellt Anett Groch fest, Anzeigendirektorin von Reader’s Digest Deutschland. „Darin zeigt sich nicht zuletzt eine Informationslücke. Für Markenartikler liefert ‚European Trusted Brands’ harte Fakten, um die Effizienz ihrer Kommunikation auf den Prüfstand zu stellen. Der Markt belohnt Unternehmen, die gezielt in Markenführung investieren und dabei sowohl an die unmittelbaren Verbraucherbedürfnisse denken als auch an ihre Rolle in der Gesellschaft.“
Reader’s Digest zeichnet die vertrauenswürdigsten Marken Deutschlands, die in Europas größter Verbraucherstudie ermittelt wurden, mit dem Pegasus Award für höchstes Konsumentenvertrauen aus. Die Preisverleihung ist für Anfang September 2012 in Düsseldorf vorgesehen.
Die Beratungsgesellschaft imug hat ein Nachhaltigkeitsrating für Bankanleihen veröffentlicht. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 15.3.2012:
Bei Emittenten von Bankschuldverschreibungen zeigt sich ein positiver Trend bei der Verbesserung ihres Nachhaltigkeitsmanagements. Es besteht aber weiterhin ein großer Handlungsbedarf im Bereich der kontroversen Geschäftstätigkeiten von Banken, wie beispielsweise bei Investments in Streubombenhersteller oder der Finanzierung von Atomkraftwerken. Zu diesem Ergebnis kommt die imug Beratungsgesellschaft mbH aus Hannover mit dem aktuellen Abschluss des Nachhaltigkeitsratings 2011 von Bankanleihen.
Silke Riedel, Leiterin Nachhaltiges Investment bei der imug GmbH stellt dazu fest: „Das imug-Rating ermöglicht Investoren, auch bei Bankanleihen Nachhaltigkeitskriterien zu integrieren und die Finanzinstitute auf dem Weg zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen weiter voranzutreiben.“
Im imug Nachhaltigkeitsrating 2011 wurden Schuldverschrei-bungen von 102 Finanzinstituten aus 16 europäischen Staaten und den USA bewertet. Dabei schnitten 75 Prozent der bewerteten unbesicherten Bankanleihen mindestens mit dem Rating „neutral“ oder besser ab. Ein Viertel der Banken wurde allerdings mit der Bewertung „negativ“ versehen.
Ein ähnliches Bild ergibt sich für die bewerteten Hypothekenpfandbriefe und Öffentlichen Pfandbriefe. Daneben wurden auch Schiffspfandbriefe von fünf verschiedenen Emittenten bewertet, von denen allerdings nur 40 Prozent als investierbar bewertet wurden.
Neben Verbesserungen im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements gibt es aber auch Schattenseiten: nahezu jede zweite Bank fällt durch kontroverse Investments, kritische Firmenkredite oder dem Engagement an Schattenfinanzplätzen oder andere kontroverse Vorfälle, wie zum Beispiel Kartellrechtsverstöße, negativ auf.
Im Rating 2011 wurde erstmalig das Kriterium „Schattenfinanzplätze und Steuervermeidung“ bewertet. Dabei wurde festgestellt, dass sich bisher nur 20 Prozent der bewerteten Banken mit dem Thema in Form einer Richtlinie, einer öffentlichen Berichterstattung oder eines Managementsystems auseinandersetzen.
Lediglich in der Kategorie “kontroverse Projektfinanzierungen“ hat es Verbesserungen auf Seiten der Banken gegeben. Hier fallen zurzeit noch circa 20 Prozent der bewerteten und in dem Geschäftsfeld der Projektfinanzierung tätigen Banken negativ auf. Silke Riedel meint hierzu: „Die jahrelangen Aktivitäten von NGOs und kritischen Stakeholdern haben sicherlich viel dazu beigetragen, dass sich Banken bei Projektfinanzierungen nun zur Einhaltung strikterer Sozial-und Umweltauflagen verpflichtet haben.“
Im Hinblick auf die Transparenz von Banken bleibt weiterhin zu beklagen, dass viele Finanzinstitute immer noch keine oder nur eine schwach ausgebaute Nachhaltigkeitsberichterstattung vorweisen und keine explizite Auskunft darüber erteilen, inwieweit sie ESG-Risiken (Environment, Social, Governance) in ihren Anlage- und Kreditentscheidungen berücksichtigen.
Erfreulich ist aber, dass die Banken einem externen Nachhaltigkeitsrating eine immer größere Bedeutung beimessen. Dazu meint Tommy Piemonte, Fixed-Income Analyst beim imug: „Ähnlich wie im letzten Jahr hatten wir eine hohe Rücklaufquote von knapp 40 Prozent bei den an die Banken versandten Fragebögen. Zudem haben wir eine sehr intensive Kommunikation mit den bewerteten Banken gehabt, was uns ihr großes Interesse an unserem Nachhaltigkeitsrating signalisiert.“
In dem Ratingturnus 2011 wurde das Nachhaltigkeitsmanagement der britischen Lloyds Banking Group plc mit knapp zwei Drittel der erreichbaren Punkte als Spitzenreiter identifiziert. Dicht gefolgt von der norwegischen DnB NOR ASA sowie der KfW Bankengruppe und der WestLB AG.
90 Prozent der Niedersachsen haben keinen ausreichenden Versicherungsschutz, wenn ihre Häuser und Wohnungen durch Unwetter und Niederschläge beschädigt oder zerstört werden – so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Pressemitteilung vom 9.3.2012 in der es heißt:
90 Prozent der Hausbesitzer in Niedersachsen bekommen keine finanzielle Entschädigung, wenn deren Häuser und Wohnungen durch Starkregen oder Hochwasser überfluten. Dabei sind nahezu alle Gebäude und Wohnungen problemlos versicherbar. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute bei der Auftaktveranstaltung zur Informationskampagne „Niedersachsen verlassen sich nicht auf Vater Staat“ in Hannover hin.
Die Niedersachsen sind damit deutlich schlechter versichert als der Bundesdurchschnitt. In Deutschland sind rund 70 Prozent aller Haushalte nicht ausreichend gegen die finanziellen Folgen von Naturgefahren versichert.
Die meisten Eigentümer besitzen zwar eine Wohngebäudeversicherung, aber nur 10 Prozent der Niedersachsen haben sich für einen Versicherungsschutz vor Naturgefahren entschieden. Um sich vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser zu schützen, brauchen Hausbesitzer und Mieter eine Elementarschadenversicherung.
Besonders alarmierend sind die extremen Niederschläge. „In den letzten Jahren überfluteten immer häufiger Regionen, die bislang davor verschont blieben“, so Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim GDV. Das zeigten nicht zuletzt die Starkregenereignisse in Osnabrück im Sommer 2010. Starke Niederschläge überschwemmten in Osnabrück und im Umland innerhalb kürzester Zeit Häuser und Autos; erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wurde der Katastrophenalarm ausgelöst.
Stürmische Aussichten für NiedersachsenKlimaforscher prognostizieren für Niedersachsen auch in Zukunft vermehrte Unwetter und intensive Niederschläge. „Der Klimawandel ist kein abstraktes Phänomen, das weit weg von uns passiert. Die Folgen erleben wir inzwischen direkt vor unserer Haustür“, so Gause. Umso wichtiger ist es, die Menschen gezielt in den Regionen aufzuklären und zu informieren. „Wenn wir wissen, dass Naturgefahren zunehmen, müssen wir handeln – und zwar heute.“ Genau an dieser Stelle setzt die Informationskampagne an. Dabei geht es nicht nur um die Themen Versicherungsschutz und Vorsorge, sondern auch um Maßnahmen zur Schadenverhütung.
„Jeder von uns kann hier etwas beitragen, damit wir die Folgen des Klimawandels in den Griff bekommen.“
Über die Informationskampagne in Niedersachsen
Die Informationskampagne „Niedersachsen verlassen sich nicht auf Vater Staat“ soll das Bewusstsein der Menschen für die möglichen Folgen von klimawandelbedingten Naturereignissen und die daraus resultierenden Schäden sensibilisieren. Die Kampagne ist Teil der Niedersächsischen Klimafolgenanpassungsstrategie und wird von der Landesregierung, den kommunalen Spitzenverbänden und der deutschen Versicherungswirtschaft getragen.
Verbraucher können sich umfangreich auf den Landesseiten von Niedersachsen informieren: www.elementar-versichern.niedersachsen.de
Was ist eine Elementarschadenversicherung?
Die Elementarschadenversicherung schützt vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen, wie Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen. Sie wird als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer gehen hier einen Schritt weiter: Sie bieten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung inklusive der Elementarschadenversicherung an. Kunde und Versicherer können sich natürlich auch gegen den Elementarbaustein entscheiden.
Fragen zum Versicherungsschutz?
Wichtige Hinweise zum Thema „Schutz vor Überschwemmung und Hochwasser“ bietet der Flyer „Land unter“. Der Flyer kann kostenlos beim Informationszentrum der deutschen Versicherer ZUKUNFT klipp+klar bestellt werden: 0800/ 742 43 75. Auf http://www.klipp-und-klar.de befindet sich der Download.
Die Murphy&Spitz Green Capital AG ändert Geschäftsmodell. Dazu heißt es unter der Überschrift „Konzentration auf nachhaltige Geldanlagen und Produktion Erneuerbarer Energie“ in einer Pressemitteilung vom 8.3.2012:
Die Murphy&Spitz Green Capital AG (WKN: A0KPM6), börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf Erneuerbare Energien, stellt die Frühphasenförderung von jungen Unternehmen aus dem Erneuerbare Energien-Bereich ein. Vorstand und Aufsichtsrat planen, das Geschäftsmodell der Gesellschaft zu wandeln.
Sie soll zukünftig als Finanzdienstleister für nachhaltige Geldanlagen und über die Murphy&Spitz Green Energy AG als langfristiger Energieproduzent agieren. Vorstand und Aufsichtsrat werden den Aktionären den entsprechenden Beschluss auf der diesjährigen Hauptversammlung im Mai vorschlagen.
Murphy&Spitz Green Capital zieht damit ihre Konsequenzen aus dem zunehmend schwieriger werdenden Marktumfeld für Innovationen im Erneuerbare Energien-Bereich. „Durch die geplante EEG-Novellierung ist der Frühfinanzierung von Erneuerbare Energien-Unternehmen endgültig der Boden entzogen. Politischer Willkür ist offenbar Tür und Tor geöffnet“, erläutert Andrew Murphy, Vorstand der Murphy&Spitz Green Capital.
Das Unternehmen will daher zukünftig im Rahmen seiner Tätigkeit als Finanzdienstleister für nachhaltige Geldanlagen die Unterstützung von Zukunftstechnologien im Bereich der regenerativen Energien fortsetzen. Vorstand und Aufsichtsrat werden auf der Hauptversammlung vorschlagen, die Satzung entsprechend zu ändern und den Status der Unternehmensbeteiligungsgesellschaft an das Wirtschaftsministerium zurück zu geben.
Die bestehenden Beteiligungen an der Eisenbeiß Solar AG, der KBB Kollektorbau GmbH und Murphy&Spitz Green Energy AG sollen weiterhin gehalten werden.
Die Murphy&Spitz Green Capital AG ist eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft (WKN: A0KPM6) mit Fokus auf Erneuerbare Energien. Derzeit hält sie Beteiligungen an der Eisenbeiß Solar AG, Hersteller intelligenter Wärmemanagementsysteme, der KBB Kollektorbau GmbH, Komponentenhersteller thermischer Solarsysteme und der Murphy&Spitz Green Energy AG, Betreibergesellschaft von Erneuerbare-Energien-Großanlagen. Murphy&Spitz verfügt über mehr als zwölfjährige Managementerfahrung im Private Equity-Investment sowie im Sustainability Investment in börsennotierte Unternehmen.
Das hauseigene Researchteam ist auf Nachhaltiges Investment, im Speziellen auf Erneuerbare Energien spezialisiert.
Das Umweltbundesamt unterstützt die Betreiber von Hausbrunnen mit einem neuen Leitfaden. Unter der Überschrift „Für gesundes Wasser aus Hausbrunnen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Amtes vom 8.3.2012:
Rund ein Prozent der deutschen Bevölkerung bezieht ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen. Auch an Trinkwasser aus diesen sehr kleinen Wasserversorgungsanlagen stellt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) klare Qualitätsanforderungen. Typischerweise findet man diese Anlagen eher im ländlichen Bereich.
Wie das Wasser aus eigenen Brunnen und Quellen ein gesunder, sicherer Genuss bleibt, zeigt jetzt die neue Broschüre des Umweltbundesamtes (UBA): „Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen – Empfehlungen für Betrieb und Nutzung“. Ab sofort ist sie kostenlos erhältlich. Die Broschüre informiert über rechtliche Pflichten bei Nutzung und Betrieb von eigenen Brunnen und Quellen, benennt mögliche Gefährdungen für die Trinkwasserqualität und gibt Hinweise auf Gegenmaßnahmen. „Nur der sichere Betrieb von Brunnen oder Quellfassungen sorgt für Trinkwasser, das schmeckt und gesund ist“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA.
Über 700.000 Menschen in Deutschland beziehen ihr Trinkwasser aus eigenen Brunnen oder Quellfassungen. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Frankfurt am Main und etwa einem Prozent der deutschen Bevölkerung.
In ländlichen Gebieten sind Hausbrunnen vielerorts ein wichtiger Bestandteil der Wasserversorgung. Das Problem: Im Gegensatz zu zentralen Wasserversorgungen entspricht die Trinkwasserqualität dieser Anlagen nicht immer den mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung. Das belegen die dem UBA vorliegenden Daten. „Alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben Anspruch auf Wasser, das schmeckt und gesund ist“, so der UBA-Chef. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt der Ratgeber die Betreiberinnen und Betreiber von Hausbrunnen und Quellfassungen.
Mit vielen praktischen Tipps erklärt die Broschüre unter anderem wie das Wassereinzugsgebiet geschützt werden kann und die Anlage sicher und funktionsfähig bleibt. Außerdem enthält die neue Broschüre Kopiervorlagen, beispielsweise für Begehungsprotokolle, mit denen sich der laufende Betrieb dokumentieren lässt. Für weiterführende Fragen benennt der Ratgeber wichtige Anlaufstellen.
Weitere Informationen und Links
Das UBA gibt diesen Ratgeber in Zusammenarbeit mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Kleinanlagen der Trinkwasserversorgung“ (BLAG) heraus. Nach „Rund um das Trinkwasser“ ist dieser Ratgeber die zweite Broschüre in einer Reihe, mit der das UBA die Öffentlichkeit ausführlich über das Thema Trinkwasser informiert.
Den neuen UBA-Ratgeber „Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen – Empfehlungen für Betrieb und Nutzung“ erhalten Sie kostenlos beim Umweltbundesamt, c/o GVP, PF 3303 61, 53183 Bonn oder per E-Mail: uba@broschuerenversand.de
Download: „Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen – Empfehlungen für Betrieb und Nutzung“ unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4212.html
„REACH nimmt Massenchemikalien unter die Lupe“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 6.3.2012 in der es heißt:
Die hormonell wirksame Massenchemikalie Bisphenol A wird einer weiteren Bewertung unterzogen. Das sieht die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) in ihrem ersten Aktionsplan vor. Auch das fluorierte Kältemittel für Autoklimaanlagen R1234yf steht vor einer Neubewertung. In der EU soll es seit 2011 in neu Typ-zugelassenen PKWs eingesetzt werden. Ebenso überprüft wird der langlebige Gummizusatzstoff PAN.
Alle drei Stoffe stehen im Verdacht, direkt oder indirekt die Umwelt zu schädigen. UBA-Präsident Jochen Flasbarth: „Das Umweltbundesamt hatte diese drei Stoffe zur Prüfung auf europäischer Ebene vorgeschlagen. Erweist sich im Rahmen dieser Prüfungen ihre Umweltschädlichkeit, soll der Einsatz der Stoffe neu geregelt werden.“
Das Umweltbundesamt (UBA) wird 2012 den umstrittenen Stoff Bisphenol A - chemisch 4,4’-Isopropylidenediphenol - im Rahmen der Europäischen Chemikalienverordnung REACH erneut bewerten. Dieser kommt in vielen Alltagsprodukten vor, wie in Thermopapier, CD-Rohlingen sowie in Form von Polykarbonat bspw. im Gehäuse von elektronischen Geräten. Jochen Flasbarth: „Mit der REACH-Bewertung soll die möglicherweise schädliche Wirkung von Bisphenol A auf das Hormonsystem sowohl von Umweltorganismen wie der Menschen bewertet und seine Emission in die Umwelt genauer bestimmt werden. Anhand der Ergebnisse wird dann auch das Umweltrisiko neu abgeschätzt.“
Neu bewertet werden auch die Umweltauswirkungen des fluorhaltigen Kältemittels R-1234yf – chemisch Tetrafluorpropen oder Polyhaloalkene. Verwendet wird es vor allem als Kältemittel in PKW-Klimaanlagen. In den nächsten Jahren werden große Mengen dieser Chemikalie zum Einsatz kommen. Auch die deutsche Automobilindustrie hat sich entschieden, es ab 2011 in der EU in Klimaanlagen neuer Fahrzeugtypen zu verwenden.
Wegen der zu erwartenden hohen Einsatzmenge hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die für REACH zuständigen Bewertungsbehörden gebeten, die Umwelt- und Gesundheitsrisiken dieses Stoffes im Rahmen des ECHA-Aktionsplanes zu bewerten. Das langlebige PAN – chemisch N-1-Naphthylaniline – wird in Gummiprodukten und Schmierstoffen eingesetzt. Mit der Stoffbewertung wird das UBA dem Verdacht nachgehen, dass PAN umweltschädliche Eigenschaften besitzt:
Der Stoff baut sich in der Umwelt wahrscheinlich nur sehr langsam ab und kann sich zusätzlich in Organismen anreichern und dort giftig wirken. Werden diese drei Eigenschaften nachgewiesen, kann PAN für ein Zulassung- oder ein Beschränkungsverfahren vorgeschlagen werden.
Bestätigt sich der Verdacht auf erhöhte Risiken für Mensch oder Umwelt, müsste der Einsatz der Stoffe neu geregelt werden. Es wäre möglich, den Stoff nur für bestimmte Anwendungen zuzulassen oder eine generelle Zulassungspflicht vorzunehmen. Ebenfalls kann die Verwendung auf bestimmte Bereiche begrenzt werden. Kann der Verdacht wegen unzureichender Unterlagen weder ausgeräumt noch bestätigt werden, müssen die Hersteller und Importeure weitere Daten bereitstellen bis eine endgültige Entscheidung über den Verdacht getroffen werden kann. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet.
Deutschland hat sich zur Bewertung von insgesamt fünf Stoffen für das Jahr 2012 verpflichtet, diese müssen bis Februar 2013 abgeschlossen sein. Diese Bewertung nimmt für Umweltaspekte das UBA wahr und für Aspekte der menschlichen Gesundheit gemeinsam das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA). Die genannten Stoffe werden im Rahmen des ECHA-Aktionsplans bewertet. Dieser enthält für 2012 in ganz Europa insgesamt 36 Stoffe.
Weitere Informationen und Links:
REACH-Verfahren
Die REACH-Verordnung überträgt die Verantwortung für die Bewertung von Chemikalienrisiken den Herstellern und Importeuren. Dazu müssen sie umfassende Registrierungsunterlagen vorlegen. 5% dieser Registrierungen soll die ECHA jedes Jahr überprüfen. Die EU-Mitgliedstaaten und die ECHA können zusätzlich Stoffe auswählen und bewerten, wenn Hinweise auf Risiken für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt vorliegen. Der gemeinsame Aktionsplan wird immer für drei Jahre aufgestellt und enthält die Stoffe, die die ECHA und die Mitgliedstaaten prüfen wollen. Er wird jährlich aktualisiert.
Der ECHA-Aktionsplan:
http://echa.europa.eu/web/guest/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-list-of-substances
Das UBA-Hintergrundpapier zu Bisphenol A finden Sie unter:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/3782.html
Unser Hintergrundpapier zum Kältemittel für Pkw-Klimaanlagen befindet sich unter:
http://www.uba.de/uba-info-medien/4055.html
Eine nachhaltige Unternehmensführung genießt im Mittelstand hohe Priorität. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young vom 29.2.2012:
Das Thema soziale Verantwortung ist fest im deutschen Mittelstand verankert: 79 Prozent aller Mittelständler sehen die Einführung einer nachhaltigen Unternehmensführung als sehr wichtig bzw. wichtig an. So hat ein Großteil der mittelständischen Unternehmen nachhaltige Steuerungsinstrumente im Unternehmen eingeführt: Sechs von zehn Mittelständlern haben ein Unternehmensleitbild, ebenso viele verfügen über fest definierte Unternehmenswerte.
Dies sind Ergebnisse der bereits zum zweiten Mal durchgeführten Studie „Nachhaltige Unternehmensführung – Lage und aktuelle Entwicklungen im Mittelstand“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, für die 500 Gesellschafter, Geschäftsführer, Unternehmenssprecher und Bereichsleiter mittelständischer Unternehmen befragt wurden.
„Die große Verbreitung der Leitbilder und Unternehmenswerte im Mittelstand lässt erkennen, dass die soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung eine wichtige Säule des unternehmerischen Selbstbilds ist“, erklärt Peter Englisch, Leiter Mittelstand und Partner bei Ernst & Young und ergänzt: „Diese Instrumente bilden die Grundlage, auf der alle Managementaktivitäten beruhen“. Dementsprechend wird Nachhaltigkeit auch in zwei Dritteln aller Unternehmen als Chefsache gewertet.
Mit ihrer nachhaltigen Unternehmensführung reagieren die Unternehmen auch auf den Fachkräftemangel, dem 58 Prozent der Mittelständler eine große bzw. sehr große Bedeutung beimessen. Mit auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Maßnahmen versucht der Mittelstand, zukünftige Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen und aktuelle Mitarbeiter an sich zu binden.
Die Qualität der Unternehmensführung wird dabei mit einem Mittelwert von 1.92 auf einer Skala von „1“ (sehr wichtig) bis „5“ (überhaupt nicht wichtig) als wichtigstes Instrument bewertet. Das Angebot von Aufstiegs- und Bildungsmaßnahmen und die Förderung der Mitarbeiterfähigkeiten folgen in diesem Ranking mit einer durchschnittlichen Einstufung von jeweils 1,98 auf dem zweiten Platz. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle werden vom Mittelstand nur als die sechstwichtigste Maßnahme angesehen.
„Dabei sind die Themen Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeitgestaltung jedoch gerade für junge Fach- und Führungskräften ein wichtiger Parameter bei der Wahl des Arbeitgebers“, erläutert Peter Englisch. Mit besseren Work-Life-Balance-Angeboten könne sich ein mittelständisches Unternehmen vom Wettbewerb differenzieren und dementsprechend attraktiver positionieren.
Nachhaltigkeitsorientierung umfasst auch die Öffentlichkeit und Umwelt
Nachhaltige Unternehmensführung im Mittelstand ist nicht nur auf die eigenen Beschäftigten fokussiert. Neben den Mitarbeitern zählen die Kunden zur wichtigsten Zielgruppe: Gegenüber beiden Gruppen fühlen sich alle Studienteilnehmer verantwortlich. Während Mitbürger, Öffentlichkeit und Allgemeinheit 2007 nur auf Platz zehn im Ranking landeten, sind sie in diesem Jahr die zweitwichtigste Zielgruppe der Unternehmen bei ihren nachhaltigen Aktivitäten. Spenden und Sponsoring zählen hier zu den wichtigsten Maßnahmen, mit denen der Mittelstand das Gemeinwesen und die gesellschaftliche Entwicklung unterstützt. Nachhaltigkeit schließt bei vielen Mittelständlern auch die Umwelt mit ein.
Zwar versuchen die Unternehmen mit betrieblichen Maßnahmen zum Umweltschutz beizutragen, der konkreten Reduzierung der CO2-Emissionen und damit dem Kampf gegen den Klimawandel wird dagegen nur eine geringe Bedeutung beigemessen. Am intensivsten verfolgen die mittelständischen Unternehmen Recycling-Maßnahmen und ein energieeffizientes Gebäudemanagement. Während die Verringerung der CO2-Emissionen auf der Liste der wichtigsten Umweltschutzaktivitäten auf Rang vier liegt, wurde dem Einsatz alternativer Energien die geringste Bedeutung aller Maßnahmen zugesprochen.
Auch Kunden und Lieferanten müssen Nachhaltigkeitsansprüchen genügen
Der Mittelstand orientiert sich nicht nur selbst an seinen Ansprüchen zur sozialen und ökologischen Verantwortung, sondern erwartet auch, dass Investoren, Kunden, Lieferanten und die eigenen Mitarbeiter diese einhalten. Besonders die Einhaltung von Sozialstandards und Menschenrechten wird von den mittelständischen Unternehmen stark nachgefragt. So erwarten 83 Prozent der Befragten von ihren Lieferanten, dass diese die Menschenrechte einhalten. Zwei Drittel der Studienteilnehmer bestehen darauf, dass ihre Lieferanten einen Verhaltenskodex haben, der im Wesentlichen mit ihrem eigenen Kodex übereinstimmt.
Bei der Auswahl der Lieferanten werden auch ökologische Richtlinien zu Grunde gelegt: 65 Prozent der Mittelständler wählen einen Zulieferer nach dessen Standort bzw. dessen Entfernung zum eigenen Unternehmen aus, 59 Prozent berücksichtigen die Wahl der Transportwege. „Insgesamt gehört die Nachhaltigkeit bereits zur DNA vieler Unternehmen. Der Mittelstand muss aber auch die möglichen Risiken berücksichtigen, die eintreten könnten, wenn das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen vernachlässigt wird“, meint Peter Englisch von Ernst & Young. Schließlich entfalte Nachhaltigkeit auch eine positive Wirkung auf das eigene Unternehmen und helfe langfristig dabei, zukunftsfähig zu bleiben.
Die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. hat sich Gedanken zur Energiegewinnung aus Biogas gemacht. Unter der Überschrift „Wie viele Grundlastkraftwerke kann man mit Biogas einsparen?“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 28.2.2012:
Energiegewinnung aus Biogas hat in Deutschland das Potenzial, fast neun kohlebefeuerte Grundlastkraftwerke oder rund dreieinhalb Atomkraftwerke zu ersetzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft in der aktuellen Ausgabe ihrer Veröffentlichungsreihe Greenfacts.
Dr. Gibfried Schenk, Geschäftsführer der FNL, erklärt: "Der Atomausstieg macht es erforderlich, eine Stromleistung von 12.700 Megawatt zu ersetzen. Würde das über Kohlekraft geschehen, müssten rund 21 neue Kraftwerke gebaut werden. Biogasproduktion in Deutschland kann rund 40 Prozent dieser Energieproduktion übernehmen. An diese grundlegenden Fakten wollen wir mit unser Veröffentlichung erinnern."
Neben der Grundlastfähigkeit sei die Stromerzeugung aus dem speicherbaren Biogas aber auch zum Ausgleich der Stromschwankungen aus Wind- und Photovoltaikanlagen geeignet. Damit nehme Biogas eine zentrale Rolle im künftigen Energiesystem ein.
In Bezug auf mögliche Zielkonflikte zwischen Nahrungs- und Energieproduktion möchte die FNL zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen. Nicht jede Energiepflanze kann durch eine gleichwertige Pflanze zur menschlichen Ernährung ersetzt werden. Bereits heute werden zahlreiche Grünflächen nur noch bewirtschaftet, weil ihr Bewuchs in Biogasanlagen verwertet wird.
Forschung zur Erweiterung der für Biogasanlagen nutzbaren Pflanzenarten und verbesserte Fruchtfolgen werden weitere wesentliche Beiträge zur Sicherung der Nahrungsmittelproduktion bei gleichzeitiger Erhöhung des Anteils der Landwirtschaft zur Energieversorgung leisten.
Weitere Informationen finden sich im aktuellen Greenfact der FNL auf der Internet-Seite: http://fnl.de/daten-fakten/greenfacts.html
Über die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V.
In der FNL haben sich Verbände, Organisationen und Unternehmen der Landwirtschaft sowie der vor- und nachgelagerten Bereiche zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, über die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft von heute zu informieren.
Der Unternehmensverband UnternehmensGrün kritisiert die Haltung der Bundesregierung zur Energiewende. In einer Pressemitteilung des Verbandes vom 24.2.2012 heißt es unter der Überschrift „Bundestag muss energiepolitischen Amoklauf von Rösler und Röttgen bei der Solarstromförderung stoppen“:
Die Bundesregierung verspielt systematisch die Vorreiterrolle Deutschlands beim Ausbau der Regenerativen Energien, so die Unternehmervereinigung UnternehmensGrün in einer Stellungnahme zur drastischen Kürzung der Solarförderung in Deutschland.
„Statt zu zeigen, dass die Energiewende machbar ist, tut die Bundesregierung derzeit alles, um genau das Gegenteil unter Beweis zu stellen“ glaubt Gottfried Härle, Vorstand des Verbands nachhaltig wirtschaftender Unternehmen. Man bekomme zunehmend den Eindruck, dass genau dies die Absicht der Regierung Merkel sei.
Die Bundesregierung rede zwar von der Energiewende, arbeite aber in Wirklichkeit täglich an deren Scheitern. Jüngster Beweis sind für UnternehmensGrün die geplanten drastischen Einschnitte bei der Solarförderung. Sie verfolgten weder die Absicht, das erfolgreiche Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sinnvoll fortzuentwickeln, noch würden die sich aus dem starken Wachstum der Erneuerbaren Energien fraglos verursachten Aufgaben wirklich angegangen.
„Diese Einschnitte bei den Einspeisevergütungen sollen einzig und allein dafür sorgen, den Solarstromboom mit Biegen und Brechen zu beenden um eine für die Stromkonzerne gefährlich gewordene Technik den Garaus zu machen “, so UnternehmensGrün-Vorstand Karl Friedrich Rommel.
Das Erfolgskonzept EEG habe in Deutschland eine beispiellose Welle von Investitionen in Erneuerbare Energien ausgelöst, ohne dass dies den Steuerzahler belastet habe. Private Investoren hätten in wenigen Jahren Milliarden-Vermögen in den Ausbau der sauberen Stromerzeugung investiert. Deutschland hat es innerhalb von kurzer Zeit geschafft, den Anteil der erneuerbaren Energien auf mehr als 20 Prozent an der Stromerzeugung zu steigern, so UnternehmensGrün. „Die Industrienation Deutschland wird dafür in der ganzen Welt bewundert“, so Rommel. Mit Deutschland habe die viertgrößte Wirtschaftsnation gezeigt, dass fossile und atomare Kapazitäten schnell und sicher durch erneuerbare Energien ersetzt werden könnten.
Dieser Boom gefährde aber auf der anderen Seite die Gewinne der vier großen deutschen Stromkonzerne. Vor allem die von schwarz-gelben Politikern als „bedeutungslos“ geschmähte Solarstromproduktion führe seit Jahren zu sinkenden Großhandelspreisen an der Strombörse, so UnternehmensGrün.
In Atem beraubenden Tempo sinkt der Erzeugungspreis von Strom aus Photovoltaikanlagen. In spätestens drei Jahren sei bei einer stetigen und maßvollen Absenkung der EEG-Tarife Strom aus Photovoltaikanlagen billiger zu haben als von Kohle- oder Atomkraftwerken. Ein Horrorszenario für E.ON, RWE und EnBW.
Das Ausbremsen der Energiewende folge der Devise: „Der fossil-atomare Kraftwerkspark muss sich noch weiter lohnen“. Vorrang für immer mehr Strom aus Erneuerbaren Energien im Stromnetz bedeute zunehmend die Unrentabilität des auf Kohle und Atom gebauten Großkraftwerksparks, weil diese immer häufiger abgeschaltet oder gedrosselt werden müssten, so UnternehmensGrün.
Schon in der seit Anfang 2012 geltenden Neufassung des EEG hat die Bundesregierung die Vorrangigkeit von Wind- und Solarstrom im Stromnetz faktisch gekippt. „Selbst Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen von zehn bis 30 kWp, die nach 2005 installiert wurden, werden vom Gesetzgeber nachträglich verpflichtet, teure Nachrüstungen vorzunehmen, damit die Netzbetreiber diese Anlagen ferngesteuert abregeln können“, so UnternehmensGrün-Vorstand Rommel.
Geradezu planmäßig habe die Bundesregierung in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die Umlage, die von jedem Stromkunden auf jede verbrauchte Kilowatt Stunde Strom für die Finanzierung des EEG zu bezahlen ist, auf immer weniger Schultern verteilt wurde.
„Die Folge davon ist, dass vor allem für die privaten Haushalte und die mittelständische Handwerks- und Industriebetriebe die Umlage spürbar angestiegen ist“, so Rommel. Diese Belastung der Verbraucher wird jetzt vor allem von Bundeswirtschaftsminister Rösler beklagt und als Anlass für die massiven Einschnitte bei der Solarstromvergütung genommen.
Sein FDP-Amtsvorgänger Brüderle sorgte mit immer umfangreicheren Ausnahmen für Großabnehmer genau für diese Entwicklung. Würden alle Stromkunden gleichmäßig an der Umlage beteiligt, müsste für jede Kilowattstunde Strom nicht 3,59 Cent, sondern 2,6 Cent von den Stromkunden bezahlt werden.
Es hätte auch noch viele andere Möglichkeiten gegeben, den rasanten Anstieg der Solarstromerzeugung für Stromkunden und Netze verkraftbar zu machen. Um die Erzeugungsspitzen deutscher Solarkraftwerke im Sommer und um die Mittagszeit sinnvoll nutzen zu können, könnte dieser Strom in dezentralen Speichern zwischen-gepuffert werden.
Um die Nachfrage nach solchen - noch sehr teuren Speichern - anzureichen, brauche es einen Anreiz, so der Unternehmerverband. Diesen Anreiz hätte man mit einem speziellen Förderbonus für PV-Anlagen mit Speichermöglichkeit schaffen können.
UnternehmensGrün sieht noch weitere Versäumnisse der Bundesregierung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und deren Netzintegration. So müsse der Ausbau von kleinen und mittleren Gaskraftwerken gezielt gefördert werden. Diese Gaskraftwerke könnten kurzzeitige Schwankungen bei den regenerativen Energien schnell ausgleichen und die ertragsschwachen Zeiten vor allem von Photovoltaikanlagen am Morgen und am Abend ausgleichen.
„Ein Jahr nach Beginn der ausgerufenen Energiewende hat die Bundesregierung für die spezielle Förderung von solchen Gaskraftwerken so gut wie nichts unternommen“, ist man bei UnternehmesGrün enttäuscht. Die Bundesregierung blockiere zudem das beim Atomausstieg versprochene umfangreiche und 1,6 Milliarden schwere Gebäudesanierungsprogramm, durch ihre unnachgiebige Haltung im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag. „Die Liste lässt sich unendlich fortführen, auch bei der versprochenen Förderung der Elektromobilität herrscht seit einem Jahr Stillstand“, so UnternehmensGrün-Vorstand Rommel.
Kritik übt UnternehmensGrün auch an den Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag. Vor allem SPD und Bündnis90/Die Grünen hätten dem Merkelschen Atomausstieg zwar zugestimmt, aber viel zu wenig Druck gemacht, dass die notwendigen Maßnahmen zum Umbau der Energiewende auch umgesetzt würden.
„Regierung, aber auch Opposition, scheinen sich damit zu begnügen, dass die Energiewende ausgerufen wurde“, kritisiert Rommel die im Bundestag vertretenen Parteien. Aus der Mitte des Deutschen Bundestages wurde das EEG initiiert, betont UnternehmensGrün. „Wir fordern das deutsche Parlament deshalb auf, den energiepolitischen Blindflug von Rösler und Röttgen zu stoppen,“ so UnternehmensGrün-Vorstand Gottfried Härle.
„Von der Vergangenheit bis in die Zukunft: Neue Klimasimulationen für Wissenschaft und Gesellschaft“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Meteorologie und des Deutschen Klimarechenzentrums vom 23.2.2012 in der es heißt:
Wissenschaftler am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und am Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) haben mit dem neuen Klimamodell des MPI-M berechnet, dass das Zwei-Grad-Ziel doch noch erreicht werden könnte. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings eine umgehende und drastische Minderung der Kohlendioxidemissionen.
In einem internationalen Modellvergleich haben die Forscher den komplexen Kohlenstoffkreislauf und die Vegetationsdynamik in die Klimaprojektionen für das 21. Jahrhundert integriert. Die Simulationen zeigen im Falle einer weiter ansteigenden CO2-Konzentration nicht nur einen deutlichen Temperaturanstieg, sondern auch eine erheblich schnellere Versauerung der Ozeane. Besonders betroffen davon sind Tiere, die Kalkschalen bilden.
Erstmals wurden neben Langzeitprojektionen auch detaillierte Klimaprognosen für die kommenden zehn Jahre durchgeführt. Die neuen Klimasimulationen sind auf dem Höchstleistungsrechner des DKRZ durchgeführt worden und haben dort etwa ein Viertel der Gesamtkapazität über einen Zeitraum von zwei Jahren beansprucht.
Mit der Veröffentlichung der aktuellen Datensätze geben die Hamburger Klimaforscher den Startschuss für die Interpretation ihrer Berechnungen durch die weltweite Gemeinschaft der Klimaforscher. Zudem werden die Ergebnisse die Grundlage für gesellschaftspolitische Diskussionen über mögliche Klimafolgen und den daraus resultierenden Handlungsbedarf bilden.
Die aktuellen Modellrechnungen sind Teil des Weltklima-Forschungsprogramms (WCRP – World Climate Research Programme). Im Rahmen dieses Programms werden die koordinierten Berechnungen der zahlreichen globalen gekoppelten Klimamodelle weltweit miteinander verglichen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als 3 Mio. Euro gefördert.
Falls die CO2-Emissionen ungebremst weiter ansteigen, so wie im ungünstigsten Szenario angenommen, erwarten die Wissenschaftler eine Erwärmung um bis zu vier Grad im globalen Mittel bis zum Jahr 2100. Die Folgen wären sehr vielfältig. „Wir würden weltweit mehr länger anhaltende und auch drastischere Hitzewellen haben“, so Jochem Marotzke, Direktor am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie und stellvertretender Vorsitzender des Weltklima-Forschungsprogramms. „Unsere jetzt gerade fertig gestellten Rechnungen haben gezeigt, dass wir tatsächlich die Erwärmung im Laufe dieses Jahrhunderts auf unter zwei Grad begrenzen können. Allerdings erfordert das eine drastische Minderung in den Kohlendioxidemissionen.“
Laut den aktuellen Berechnungen schmilzt das Sommereis der Arktis schneller als bisher vorhergesagt. Durch das Schmelzen der Eisflächen strahlt weniger Sonnenenergie in das Weltall zurück und erwärmt stattdessen zusätzlich den Ozean (Albedo-Effekt). Die Geschwindigkeit des Abschmelzens des Meereises hängt direkt mit der globalen Erwärmung zusammen. „Unsere Berechnungen stimmen jetzt deutlich besser als bisher mit den Beobachtungen des arktischen Meereises aus den letzten Jahrzehnten überein“, erklärt Dr. Johann Jungclaus, Ozean-Experte am Max-Planck-Institut für Meteorologie.
Den Klimawissenschaftlern am MPI-M ist es erstmals gelungen, die nordatlantische Meeresströmung genau vorauszuberechnen. Mit Hilfe von aktuellen Beobachtungsdaten ist es gelungen, einen konsistenten aktuellen Startzustand der Ozeanzirkulation zu bestimmen und in das Ozeanmodell einzubauen. Damit ist es nun möglich, Klimaanomalien für die nächsten fünf bis zehn Jahre vorherzusagen.
„Die aktuellen Berechnungen zeigen, dass der Ozean durch die CO2-Belastung bereits um etwa 30% saurer gegenüber der Situation vor der Industrialisierung geworden ist. Wissenschaftler bezweifeln, dass viele Organismen sich an diese Änderung schnell genug anpassen können. Das betrifft besonders Kalk bildende Organismen wie Muscheln und Korallen“, so Jungclaus.
In den sogenannten Millenniums-Simulationen (Berechnungen über die letzten 800-1000 Jahre) haben die Hamburger Forscher festgestellt, dass der Mensch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre bereits seit 1750 durch die Umwandlung von Wäldern in Ackerland beeinflusst hat. Die ersten Spuren des menschlichen Fußabdrucks im Kohlenstoffkreislauf wurden damit lange vor der industriellen Revolution und vor der Nutzung von fossilen Energieträgern wie Öl und Kohle sichtbar.
Alle Klimasimulationen wurden am Deutschen Klimarechenzentrum berechnet, einem der weltweit größten Rechenzentren, die speziell auf Klimasimulationen ausgelegt sind. „Mit einer Rechenleistung von 158 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde haben unsere Wissenschaftler bei über 350 Klimaexperimenten insgesamt 13.000 Jahre Klimageschehen simuliert“, so Prof. Dr. Thomas Ludwig, Geschäftsführer des Deutschen Klimarechenzentrums in Hamburg. „Diese Rechenleistung entspricht etwa 30 Millionen Prozessorstunden herkömmlicher Computer.“
Die Hamburger Klimaforscher waren Pioniere bei der Entwicklung eines der ersten dreidimensional auflösenden gekoppelten Atmosphären-Ozean-Modelle. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie gehört weltweit zu den führenden Klimaforschungsinstituten und hat seit seiner Gründung 1975 viele wesentliche Beiträge zur Klimaforschung geleistet. Prof. Dr. Klaus Hasselmann, Gründungsdirektor des MPI-M, hat 1996 mit seinem Team erstmals den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass die Erderwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 95% auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist.
Um zu verstehen, wie der Mensch das Klima beeinflusst, wurde vor 30 Jahren das Weltklima-Forschungsprogramm durch die WMO (World Meteorological Organization), die Internationale Kommission für Ozeanographie und die Internationale Gemeinschaft von Wissenschaftlichen Vereinigungen gegründet. Ein ganz wesentlicher Teil des Weltklima-Forschungsprogramms beschäftigt sich mit der Klimamodellierung und damit einhergehenden Klimavorhersagen.
Die Ergebnisse der Hamburger Klimamodellrechnungen fließen 2013 in den Fünften Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) ein.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen und BfN-Präsidentin Beate Jessel werben für Wanderveranstaltungen „Gemeinsam wandern, Deutschlands Vielfalt erleben!“ Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des BFN vom 13.2.2012:
Bundesumweltminister Norbert Röttgen und BfN-Präsidentin Beate Jessel rufen zu einer breiten Beteiligung an Wanderaktionen für die biologische Vielfalt auf. Nach dem großen Erfolg des bundesweiten Wandertages in den letzten Jahren sollen erneut viele Veranstalter und Organisatoren gewonnen werden, die sachkundig geführte Wanderungen anbieten um neben der Freude an mehr Bewegung in der freien Natur auch den Schutz der biologischen Vielfalt stärker in Bewusstsein und Handeln der Menschen zu bringen. Daher lautet das diesjährige Motto „Gemeinsam wandern Deutschlands Vielfalt erleben!.
„Wandern in Wald und Flur bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu genießen. Damit auch künftige Generationen Sport und Freizeit in intakter Natur erleben können, müssen wir verstärkte Anstrengungen zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt unternehmen. Die Wanderungen bringen uns anschaulich die Schutzwürdigkeit wie auch die Notwendigkeit der Erhaltung der biologischen Vielfalt und deren Nutzen näher. Neben nachhaltigen Naturerlebnissen in Wald und Flur lernen wir, wie wir uns auch im Alltag verhalten sollten. Ich freue mich auf den bundesweiten Wandertag und mache gerne mit, sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen.
„Wir suchen konkret weitere Vereine, Verbände und andere Einrichtungen aus Naturschutz, Sport und Tourismus sowie engagierte Privatpersonen, die vor Ort Wanderungen organisieren und ausrichten. Aber auch Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schulklassen sind aufgerufen mitzumachen, so BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Der Aktionszeitraum für die themenbezogenen Wanderungen dauert vom 17. Mai bis zum 22. Juli 2012. Anlass ist der 22. Mai 2012, der Internationalen Tag der biologischen Vielfalt.
Der gemeinsam vom Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz ausgerichtete bundesweite Wandertag ist ein wichtiger Beitrag zu der von Bundesumweltminister Röttgen im November 2011 eröffneten UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 bis 2020 www.un-dekade-biologische-vielfalt.de). Vielfalt genießen Natur-Zeit als Freizeit heißt das Dekade-Motto für 2012. Hierunter sind vielfältige Erholungs- und Sportmöglichkeiten in der Natur vorstellbar, auch spannende Naturerlebnisse, die Schönheit von Natur und Landschaft oder zum Beispiel die Heimat als vertrautes Landschaftsbild und Natur in der Stadt als Ausgleich zum Alltag.
Es geht darum, das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der Vielfalt von Arten und Lebensräumen und die besondere Verantwortung jedes Einzelnen für ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung, auch einzelner Bestandteile der biologischen Vielfalt, zu fördern. Diese Aktivitäten tragen auch zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bei.
In diesem Jahr sollen verstärkt Schulklassen angesprochen werden. Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen während der Wanderungen den Artenreichtum der Natur erleben und neue Einblicke auch für ihren Alltag gewinnen. Dies dient dem ganzheitlichen Naturlernen.
Weitere Informationen, Anmeldung und Termine unter: www.wandertag.biologischeVielfalt.de
„Bioprodukte immer beliebter - vor allem bei jüngeren Verbrauchern“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vom 10.2.2012 in der es heißt:
Biolebensmittel finden besonders bei jüngeren Menschen immer größeren Zuspruch. So lautet eines der Ergebnisse der neuen "Ökobarometer"-Studie, die im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums durchgeführt wurde.
71 Prozent aller Befragten unter 30 Jahren gaben an, Bioprodukte zu kaufen. 16 Prozent von ihnen erwerben demnach ausschließlich oder häufig Ökowaren. 55 Prozent greifen gelegentlich zu Biolebensmitteln - eine Steigerung von 16 Prozent gegenüber der Umfrage 2010. Im Rahmen der kontinuierlichen repräsentativen Studie wurden Ende Januar 2012 insgesamt 1.006 Bundesbürger zu ihrem Konsumverhalten bei Biolebensmitteln befragt.
Bio liegt im Trend - in jedem Alter
Auch insgesamt, das heißt über alle Altersschichten hinweg, wächst den Ergebnissen der Erhebung zufolge die Beliebtheit von Biolebensmitteln: So gaben 76 Prozent der befragten Verbraucher an, Ökoprodukte zu erwerben (ausschließlich: 2 Prozent / häufig: 19 Prozent / gelegentlich: 55 Prozent). Dies sind 5 Prozent mehr als 2010. Nur 15 Prozent aller Befragten wollen auch künftig keine Biowaren kaufen. Bei der letzten Umfrage war dies noch jeder Fünfte.
Hinweise zu Herkunftsregion und Erzeuger sind Verbrauchern wichtig
Die große Mehrheit aller Befragten hält Hinweise auf der Verpackung zu Herkunftsregion (91 Prozent) oder Erzeugeradresse (81 Prozent) für besonders hilfreich, um beim Einkauf rasch erkennen zu können, ob ein Lebensmittel aus regionaler Erzeugung stammt. Von den Befragten, die angaben, Biokäufer zu sein, wünschen sich 90 Prozent "Fair Trade"-Kennzeichnungen als zusätzliche Angabe auf Ökoprodukten. 78 Prozent erachten ein eigenes Regionalsiegel als vorteilhaft. Wie berichtet hatte Bundesministerin Aigner am Rande der "Grünen Woche" erste Überlegungen zur Etablierung einer bundesweiten Regionalkennzeichnung vorgelegt.
Tierwohl, Regionalität und Gesundheitsvorteile zentrale Motive für Biokauf
Wichtigste Gründe für den Kauf von Biolebensmitteln sind eine artgerechte Tierhaltung (94 Prozent), die regionale Herkunft bzw. die Unterstützung regionaler Betriebe (89 Prozent) sowie eine geringe Schadstoffbelastung (89 Prozent). In der Wertschätzung gestiegen ist das Thema gesunde Kinderernährung bzw. Ernährung während der Schwangerschaft. 79 Prozent geben an, aus diesem Grund Biolebensmittel zu kaufen. Dies sind 9 Prozent mehr als 2010.
Bevorzugte Einkaufsorte für Ökoprodukte bleiben die konventionellen Supermärkte (84 Prozent) und Discounter (63 Prozent). Beliebteste Ökolebensmittel sind weiterhin Eier, Obst und Gemüse, Kartoffeln, Brotwaren und Milchprodukte.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat Beispiele für eine ökologisch vorbildliche Praxis im Auen- und Hochwasserschutz veröffentlicht. In einer Pressemitteilung des Amtes vom 8.2.2012 heißt es:
Das letzte Rheinhochwasser ist erst ein paar Wochen her und vor fast genau einem Jahr erreichten die Wasserstände an der Elbe zum dritten Mal in neun Jahren Rekordwerte. Nach diesen Ereignissen wird immer der Ruf laut, endlich Maßnahmen für einen effizienten Auen- und Hochwasserschutz zu ergreifen.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat deshalb im Rahmen eines Forschungsvorhabens nach guten Beispielen für Projekte des naturverträglichen Hochwasserschutzes, des Auenschutzes und der ökologisch optimierten Wasserkraftnutzung suchen lassen. Die Ergebnisse werden nun in der BfN-Schriftenreihe „Naturschutz und biologische Vielfalt“ (Band 112) veröffentlicht.
Für 37 Vorhaben werden die erreichten und angestrebten Erfolge ebenso dargestellt wie die Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Diese Sammlung der „Guten Beispiele“ soll Impulse für neue Projekte geben und helfen, die Synergien zwischen dem Schutz der Biodiversität in Auen und Fließgewässern und ökologischem Hochwasserschutz zu nutzen.
Ebenso werden Hinweise gegeben, wie die negativen Begleiteffekte der klimafreundlichen Wasserkraft durch konkrete Anlagenverbesserungen vor Ort gemindert werden können“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Die Häufungen von „Jahrhunderthochwassern“ an verschiedenen Flüssen in Verbindung mit einem gesteigerten Bewusstsein für den Wert von Artenvielfalt haben die gesellschaftliche Wertschätzung von Naturschutzmaßnahmen an Flüssen gesteigert. „Die europäische Wasserrahmenrichtlinie verlangt einen guten Zustand der Fließgewässer, der auch von deren Auen abhängt. Jetzt sind die Akteure gefordert, guten Auen-, Gewässer und Hochwasserschutz aufeinander abgestimmt umzusetzen,“ erläuterte Beate Jessel.
Weitere Informationen unter: http://www.bfn.de/0324_veroeffentlichung_download.html
Hintergrund
An den großen Flüssen Deutschlands konzentrieren sich viele Nutzungsansprüche. Sie dienen unter anderem der Schifffahrt und der Energiegewinnung aus Wasserkraft, ihre Auen wurden besiedelt und Auenböden sind landwirtschaftlich genutzt, vielfach konzentrieren sich hier Verkehrswege und Infrastruktur und sie dienen gleichzeitig einer breiten Bevölkerung als Erholungsräume. Um all diese Ansprüche möglichst gleichzeitig zu erfüllen und mit dem lokalen Schutz vor Hochwasser zu vereinbaren, wurden die Flüsse vielfach gestaut, verbaut und durch immer höhere Dämme von den Auen getrennt.
Diese Entwicklung ging nicht nur zu Lasten einer regionalen Hochwasserrückhaltung, sondern beeinträchtigte auch die Funktion der Auen als Zentren der Artenvielfalt. In Deutschland sind zwei Drittel der ehemals überfluteten Auen durch Dämme von ihren Flüssen getrennt. Von den Auen, die von Hochwasser noch überflutet werden, sind nur 10% naturnah. Hauptsächlich dort findet man noch viele der ursprünglichen auentypischen Pflanzen- und Tierarten, Biozönosen und Lebensräume. Viele dieser Arten und Lebensräume sind gefährdet. Die bisherig überwiegende Nutzung von Flüssen und ihren Auen führt also zu einer Verschlechterung des natürlichen Hochwasserschutzes und zu hohen Verlusten an wertvollen Auenbiozönosen.
Unter dem unmittelbaren Eindruck konkreter Hochwasserkatastrophen werden regelmäßig Maßnahmen zum vorbeugenden Schutz gefordert. Es sollen Retentionsflächen geschaffen werden, insbesondere durch Renaturierung ehemaliger Auen, die Fließgewässerstrukturen sollen verbessert, die Nutzung an die Bedingungen in Überschwemmungsgebieten angepasst, die Rückhaltefähigkeit durch angepasste Bewirtschaftung erhöht und all diese Anforderungen in die Planungen von Wasserwirtschaft, Raumordnung und Naturschutz integriert werden.
Die Erhaltung der Biodiversität und den vorsorgenden Hochwasserschutz verbindet der Bedarf an möglichst großen und naturnahen Auenflächen. Die Kombination von Auenschutz und ökologischem Hochwasserschutz führt nicht nur zu einem funktionalen, sondern auch zu einem volkswirtschaftlich darstellbaren Mehrwert. Gute Beispiele für das gelungene Zusammenspiel von Hochwasserschutz und Auenschutz tragen dazu bei, diesen integrativen Ansatz in der konkreten Projektumsetzung zu unterstützen.
Das Bundesamt für Naturschutz initiierte deshalb eine Studie zu überregional bedeutsamen Vorhaben in Deutschland und den angrenzenden Ländern, die als gute Beispiele dafür dienen können, wie die Synergien zwischen dem Schutz der Biodiversität in Auen und ökologischem Hochwasserschutz realisiert werden können. Auch das Dilemma zwischen der klimafreundlichen Nutzung der Wasserkraft einerseits und der lokalen Verschlechterung des ökologischen Zustandes von Gewässern und Auen infolge der Wasserkraftnutzung andererseits, kann durch geeignete Maßnahmen insbesondere für den Auf- und Abstieg von Fischen gemindert werden.
Auch für die Bewältigung dieses Konflikts sollen die dargestellten guten Beispiele wichtige Impulse geben. Der vorliegende Band macht gelungene Ansätze des Auenschutzes, des Hochwasserschutzes und der ökologisch optimierten Wasserkraftnutzung einem breiten Publikum zugänglich und wirbt so für die Umsetzung weiterer, dringend notwendiger Projekte.
Nach Aussage des Umweltbundesamtes (UBA) belasten Schmerzmittel zusehends deutsche Gewässer. Unter der Überschrift „Jährlich mehrere hundert Tonnen an Arzneimitteln im Abwasser“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 8.2.2012:
In deutschen Gewässern und Böden lassen sich Arzneimittelrückstände mittlerweile immer häufiger nachweisen. Das belegen aktuelle Daten aus Forschungsprojekten und der Gewässerüberwachung.
Jeden Tag gelangen mehrere Tonnen an Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt, hauptsächlich durch die menschliche Ausscheidung, mehrere hundert Tonnen pro Jahr zusätzlich durch die unsachgemäße Entsorgung von Altmedikamenten über die Toilette.
Wie sich diese Substanzen auf die Umwelt auswirken, wird derzeit nicht systematisch untersucht. Diese Lücke muss nach Auffassung des Umweltbundesamtes (UBA) ein zulassungsbegleitendes Umweltmonitoring schließen. „Die Vorsorge beim Umgang mit Arzneimittelrückständen muss verbessert werden, denn diese Stoffe können problematisch für die Umwelt sein. Eine bessere Überwachung soll helfen, Belastungsschwerpunkte und ökologische Auswirkungen von Medikamenten zu erkennen und die medizinische Versorgung umweltverträglicher zu gestalten.“, erklärt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Vorkommen und Auswirkungen von Arzneimitteln in der Umwelt werden nach Meinung des Umweltbundesamtes unterschätzt. Wegen des demografischen Wandels unserer Gesellschaft wird die Konzentration von Humanarzneimitteln in der Umwelt vermutlich noch weiter zunehmen. Jochen Flasbarth: „Das UBA empfiehlt daher, ein Umweltmonitoring für Arzneimittel einzuführen. Es soll bereits im Zulassungsprozess für Medikamente verankert werden. Dadurch kann der Schutz der Umwelt gestärkt und die Versorgung der Patienten umweltverträglicher gestaltet werden.“
Eine aktuelle Literaturstudie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt wurde, führt die aus Umweltsicht besonders problematischen Arzneimittel auf. Die Studie enthält Daten zu Verhalten und Vorkommen von Arzneimitteln in der Umwelt, priorisiert nach Verbrauchsmenge, Umweltkonzentration und umweltschädigendem Potenzial.
Von den 156 in Deutschland in verschiedenen Umweltmedien nachgewiesenen Arzneimittelwirkstoffen wurden 24 mit hoher Priorität eingestuft. Das bedeutet, dass diese Stoffe ein hohes Potential haben, Umweltorganismen zu schädigen. Einer dieser Wirkstoffe ist das weit verbreitete Schmerzmittel „Diclofenac“, welches Nierenschäden in Fischen hervorrufen kann und mittlerweile in sehr vielen Gewässern zu finden ist. Es steht deshalb auch auf der EU-Kandidatenliste für neue so genannte prioritäre Stoffe zur EG-Wasserrahmenrichtlinie.
Arzneimittel gelangen hauptsächlich mit dem häuslichen Abwasser in die Umwelt. Die meisten Stoffe werden nach der Einnahme – oft unverändert – wieder ausgeschieden. Schätzungsweise mehrere hundert Tonnen pro Jahr nicht verbrauchter Medikamente entsorgen viele Bürger unsachgemäß direkt über Spüle oder Toilette.
Da viele Kläranlagen heute noch nicht in der Lage sind, alle Stoffe rückstandslos abzubauen oder zurückzuhalten, erreicht der Rest, wenn auch stark verdünnt, die Flüsse und kann dort besonders empfindliche Organismen wie Fische dauerhaft schädigen. Um gezielt Minderungsmaßnahmen bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen ergreifen zu können, muss die Belastungssituation mit solchen Problemsubstanzen jetzt identifiziert werden.
Selbst im Trinkwasser können sehr geringe Konzentrationen enthalten sein. Pro Liter Wasser handelt sich dabei um Bruchteile von Mikrogramm. Zur Demonstration: Ein Mikrogramm pro Liter entspricht etwa der Zuckerkonzentration in einem 50 m-Schwimmbecken, in dem ein Stück Würfelzucker aufgelöst wurde. Trinkwasserhygienisch sind diese Arzneimittelspuren zwar unerwünscht, für den Menschen besteht dadurch aber keine Gesundheitsgefahr. Alle jetzt zu treffenden Maßnahmen zum Schutz des Trinkwassers dienen deshalb der Vorsorge und langfristigen Versorgungssicherheit, nicht der Abwehr konkreter Risiken.
Die Prüfung der Umweltwirkungen von Arzneimitteln ist EU-weit fester Bestandteil der Zulassungsverfahren. In Deutschland ist das Umweltbundesamt seit 1998 für die Umweltrisikobewertung von Human- und Tierarzneimitteln zuständig. Im Falle eines Umweltrisikos kann das Umweltbundesamt Auflagen zur Risikominderung erwirken oder bei Tierarzneimitteln sogar die Zulassung verweigern.
Die Umweltrisikobewertung bei der Zulassung beruht u.a. auf berechneten Umweltkonzentrationen. Ein systematisches Monitoring der tatsächlichen Umweltkonzentrationen gibt es bisher nicht. Das soll sich nach Wunsch des Umweltbundesamtes in Zukunft ändern. Ein an die Zulassung gekoppeltes Monitoring kann dazu beitragen, die tatsächlichen Umweltkonzentrationen von als kritisch eingeschätzten Arzneimitteln zu bestimmen und das Umweltrisiko besser einzuschätzen.
Gutachten „Zusammenstellung von Monitoringdaten zu Umweltkonzentrationen von Arzneimitteln“:
http://www.uba.de/uba-info-medien/4188.html
Ergebnisse des Workshops „Monitoring von Arzneimitteln in der Umwelt - Notwendigkeit, Erfahrungen und Perspektiven für die Arzneimittelzulassung“:
http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/arzneimittel/workshop_monitoring_arzneimittel.htm
Das Umweltbundesamt hat vor kurzem eine Empfehlung für praktische Minderungsmaßnahmen zum Schutz des Trinkwassers herausgegeben, die bereits am Beginn der Verschmutzungskette ansetzen:
http://www.umweltdaten.de/wasser/themen/trinkwasserkommission/massnahmeempfehlung_hamr.pdf
Publikation des Umweltbundesamtes und des Instituts für Sozialökologie in Frankfurt/Main: Handlungsmöglichkeiten zur Minderung des Eintrags von Humanarzneimitteln und ihren Rückständen in das Roh- und Trinkwasser:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4024.html
Das Umweltbundesamt hat sich zu den Luftwerten in Deutschland geäußert. Unter der Überschrift „Wie gut ist die Luft in Deutschland?“ heißt es in einer Pressemitteilung vom 6.2.2012:
Die Luft in Deutschland war auch 2011 zu stark mit Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet. Die Feinstaub-Werte lagen im Mittel über dem Niveau der vorangegangenen vier Jahre. Beim Stickstoffdioxid war die Belastung unverändert hoch. Das ergab eine erste Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA) von vorläufigen Messdaten der Länder und des UBA.
Vor allem in direkter Nähe zu Straßen werden in Städten und Ballungsräumen die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid zu häufig überschritten. Beim Feinstaub lagen 42 Prozent der verkehrsnahen Stationen über dem zulässigen Tagesgrenzwert; dieser erlaubt nur 35 Tage mit über 50 Mikrogramm Feinstaub (PM10) pro Kubikmeter Luft (µg/m3) im Tagesmittel. Beim Stickstoffdioxid (NO2) lagen 57 Prozent der städtisch verkehrsnahen Stationen über dem erlaubten Jahresmittelwert von 40 µg/m3.
UBA-Präsident Flasbarth rief dazu auf, bei der Luftreinhaltung nicht nachzulassen: „In großen Teilen Deutschlands hat die Luft eine gute Qualität. Allerdings müssen wir dort mehr tun, wo die Atemluft der Menschen immer noch mit zu viel Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet ist: In den Städten und Ballungsräumen. Umweltzonen sind dafür ein geeignetes Mittel. Mit Einführung der modernsten Abgas-Norm (EURO 6) und der stetigen Durchdringung der Flotte mit solchen Fahrzeugen wird die Situation in Zukunft verbessert.“
Flasbarth wies darauf hin, dass Umweltzonen nur ein Teil der Lösung sind, da Feinstaub und Stickstoffoxide zu großem Teil auch bei Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten entstehen. Emissionen aus der Landwirtschaft tragen ebenfalls zur Feinstaubbelastung bei. Erfolgreiche Luftreinhaltung funktioniere nur, wenn alle Sektoren einen Beitrag leisten: „Wir müssen ein Auge auf die Folgen der immer weiter dezentralisierten Energieerzeugung haben: Kleine Anlagen in Innenstädten dürfen nicht zu einer höheren Staubbelastung führen als die heutigen Großkraftwerke. Hier hat Deutschland mit der Verschärfung der Regelung für Kleinfeuerungsanlagen einen wichtigen Schritt gemacht.“, so Flasbarth.
Ein weiterer Faktor, der sich vom Menschen nicht beeinflussen lässt, ist das Wetter: Bei austauscharmen Hochdruckwetterlagen wird die Luft viel weniger durchmischt. Das kann dazu führen, dass die Luft selbst dann schlechter wird, wenn die Emissionen der Autos, Heizungen oder Fabriken gleich bleiben.
Im Jahr 2011 gab es gleich mehrere solcher austauscharmen Wetterlagen: Von Ende Januar bis März und im November führte dies zu häufigeren Überschreitungen des Feinstaub-Tagesgrenzwertes als in den Vorjahren. Ursache dieser Luftschadstoffbelastung bleiben jedoch die Emissionen, die es an der Quelle zu vermindern gilt.
Das UBA wird die abschließende Bewertung der Luftqualität 2011 in Deutschland im ersten Halbjahr 2012 vorlegen, wenn die validierten und ergänzten Daten aus den Luftmessnetzen von Bund und Ländern ausgewertet sind.
Vorläufige Auswertung der Luftqualitätswerte des Jahres 2011:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4211.html
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert mehr Transparenz beim Thema Ökostrom unter der Überschrift „Kein Durchblick bei Ökostrom“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 27.1.2012:
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert ein bundesweit einheitliches und anspruchsvolles Label für Ökostrom. „Wie bei Biolebensmitteln brauchen wir endlich auch beim Ökostrom Verlässlichkeit“, fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen. Eine repräsentative Umfrage von forsa im Auftrag des vzbv belegt: Verbraucher verlieren in der Labelflut des Ökostrommarktes mit unterschiedlichen Philosophien und intransparenten Kriterien den Durchblick. „Soll Ökostrom weiterhin eine Erfolgsstory bleiben und eine tragende Säule der Energiewende werden, ist es höchste Eisenbahn für ein verlässliches Ökostromlabel“, sagt Billen.
Irrtümlich gehen fast 40 Prozent der Befragten davon aus, dass klare gesetzliche Regelungen bestehen, die festlegen, was „Ökostrom“ ist. So das Ergebnis der Umfrage. Tatsächlich ist der Begriff jedoch weder gesetzlich definiert noch rechtlich geschützt. Nur gut jeder vierte Verbraucher hat schon einmal von einem Ökostromlabel gehört. Viele denken, zwischen den Labels gebe es keine Unterschiede. Dies hatte kürzlich auch eine Umfrage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bestätigt. „Die Verbraucher finden das Thema Ökostrom wichtig, wissen aber nicht, was es ist“, bilanziert Billen und sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf seitens der Wirtschaft und der Politik.
Ökostrom durch Zukauf von Zertifikaten lehnen Verbraucher ab
Händlermodell, Spendenmodell, Initiierungsmodell, CO2-Kompensationsgeschäfte – der Markt lässt gegenwärtig eine unübersichtliche Palette an Angeboten unter dem Begriff „Ökostrom“ zu. „Die für Verbraucher wichtigen Kriterien finden sich in den Marktangeboten nur unzureichend wieder“, berichtet Billen. So erwarten die Verbraucher, dass Ökostrom zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird, die Herkunft transparent ist und der Anbieter einen Teil seiner Erlöse in den Bau neuer Anlagen investiert. Zudem wünscht sich etwa die Hälfte der Befragten eine zeitgleiche Erzeugung des Ökostroms zum Verbrauch, die Erzeugung in Deutschland sowie einen Direktbezug vom Stromerzeuger. Strom durch den Zukauf von Zertifikaten einen grünen Anstrich zu geben, lehnen die Verbraucher hingegen ab.
Bundesregierung muss „Projekt Ökolabel“ rasch umsetzen
„Die Bundesregierung muss mit einem anspruchsvollen Standard und einem Label für Ökostrom rasch Klarheit in diesem wichtigen Stromsegment schaffen“, fordert Billen. Das Wirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherministerium sind jetzt gefordert, den Ausbau der nachhaltigen Energieerzeugung in transparente Bahnen zu lenken. Es müsse festgelegt werden, wer die Federführung bei diesem wichtigen Projekt hat. Billen: „Nur mit einem ambitionierten Label können Verbraucher mit einem Stromanbieterwechsel positive Akzente für den Klimaschutz setzen“.
Ausgewählte Umfrageergebnisse
• 45 Prozent finden das Thema Ökostrom wichtig.
• 37 Prozent meinen, es gebe klare gesetzliche Regelungen, was Ökostrom ist.
• 27 Prozent haben schon einmal von Ökostromgütesiegeln gehört; am bekanntesten ist TÜV Süd mit 30 Prozent.
• Die Mehrheit kennt die Unterschiede zwischen den Labels nicht oder glaubt, es gebe keine.
• 69 Prozent würden bei Ökostrombezug dazu beitragen wollen, dass neue Anlagen gebaut werden.
• 82 Prozent wünschen sich, dass der CO2-Ausstoss insgesamt verringert wird.
• Für rund zwei Drittel der Verbraucher gehören Atomstromfreiheit, Investition in Neuanlagen und 100 Prozent Erneuerbare zu den zwingenden Anforderungen.
• Für rund die Hälfte der Befragten halten folgende Kriterien für erforderlich: Gütesiegel/ Herkunftsnachweis, zeitgleiche Bereitstellung, Erzeugung in Deutschland sowie Direktbezug vom Stromerzeuger.
• 61 Prozent finden einen genauen Nachweis der Investitionen in neue Anlagen notwendig.
• 87 Prozent haben ein hohes Vertrauen in die Verbraucherzentrale, 86 Prozent in die Stiftung Wartentest, wenn es um die Definition eines Gütesiegels geht.
Der Bundesverband für Naturschutz hat den Rückgang der biologischen Vielfalt in intensiv genutzten Agrarlandschaften gefordert. In einer Pressemitteilung vom 27.1.2012 heißt es:
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fordert, den Schutz der biologischen Vielfalt auch auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen zu verbessern. Der anhaltende Verlust an biologischer Vielfalt in Agrarlandschaften mit ihren typischen Landschaftsstrukturen sowie Pflanzen- und Tierarten sei besorgniserregend. Deshalb müsse die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) im Rahmen der bevorstehenden Reform dringend stärker ökologisch ausgerichtet werden.
„Die Landwirtschaft als der größte Flächennutzer in Deutschland ist von zentraler Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die GAP muss daher einen entscheidenden Beitrag auch zum Erreichen der bis 2020 vereinbarten Biodiversitätsziele auf europäischer und bundesdeutscher Ebene leisten“, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Beate Jessel, beim Tag des Ökologischen Landbaus auf der internationalen Grünen Woche in Berlin. Der ökologische Landbau leiste hier bereits einen wichtigen Beitrag, sei aber ebenfalls noch zu optimieren.
Erhebliche Grünlandverluste einerseits und die vielfache Intensivierung der Ackernutzung mit massiv gestiegenem Maisanbau haben vielfach den Charakter der Agrarlandschaften und Landschaftsbilder auch in Deutschland stark verändert. Neben den Verlusten an biologischer Vielfalt, die etwa im Rückgang bodenbrütender Vögel und vieler Schmetterlingsarten deutlich spürbar sind, sind vielerorts hohe Belastungen von Böden und Grundwasser die Folge. Nach Ansicht der BfN-Präsidentin sei es daher nur folgerichtig, dass die EU-Kommission zukünftig den Bezug von Direktzahlungen an die verpflichtende Einhaltung naturverträglicher Bewirtschaftungsmethoden knüpfen will.
Dabei kommt den sogenannten „Ökologischen Vorrangflächen“, insbesondere in intensiv genutzten Agrarlandschaften entscheidende Bedeutung zu. „Dies ist die zentrale Maßnahme der „Greening-Vorschläge“ der Kommission. Denn nur dadurch wird eine ökologische Aufwertung der bisher ausgeräumten Intensivregionen möglich“, betonte Beate Jessel. Die BfN-Präsidentin begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die EU-Kommission hierfür einen Mindestanteil von sieben Prozent der betrieblichen Ackerfläche vorschlägt. Das BfN arbeitet derzeit an ersten Vorschlägen für eine ökologisch effiziente Ausgestaltung dieser Flächen und wird diese in Kürze in die öffentliche Debatte einbringen.
Die GLS-Bank blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. In einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 25.1.2012 heißt es:
Weiter steigende Mitglieder- und Kundenzahlen und eine kontinuierlich wachsende Bilanzsumme halten die GLS Bank auf erfolgreichem Kurs. Das Ergebnis ihrer innovativen Arbeitsweise sind allein in 2011 über 25.000 neue Kundinnen und Kunden und die Finanzierung von rund 17.500 sozial-ökologischen Projekten mit einem Volumen von knapp 500 Mio. Euro.
Die erste sozial-ökologische Universalbank der Welt startet schwungvoll in das internationale Jahr der Genossenschaften. „Sinn machen für uns nur Bankgeschäfte, die menschlich, zukunftsweisend und ökonomisch sind. Daran orientieren wir unsere Kreditvergaben und Geldanlagen. Deswegen legen Kunden bei uns Geld an oder werden Mitglied in unserer Genossenschaft,“ so GLS Bank Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Für die Vorreiterin im nachhaltigen Bankgeschäft war 2011 ein erfolgreiches und ereignisreiches Jahr.
Entwicklung
Die Bilanzsumme der GLS Bank betrug zum Jahresabschluss 2,26 Mrd. Euro und schließt so mit einem Plus von 22,5% an die erfolgreichen vergangenen Jahre an. Um dem weiter gewachsenen Kundenzuspruch gerecht zu werden, schuf die GLS Bank im vergangenen Jahr 84 neue Arbeitsplätze. Derzeit beschäftigt sie deutschlandweit 407 Menschen, die meisten davon in Bochum. In den Filialen Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Stuttgart sind insgesamt 72 Menschen beschäftigt.
Gesellschaft gestalten
Über 25.000 Menschen entschieden sich im letzten Jahr neu für die GLS Bank. Derzeit zählt sie über 116.000 Kunden, ein Zuwachs von knapp 27,5%. Ihre Kundeneinlagen wuchsen um 22,9% auf 1,97 Mrd. Euro. „Wir konnten durch diese angelegten Gelder Kredite an 17.500 sinn-stiftende Unternehmen und Projekte in den Bereichen Ökologie, Soziales und Wohnen vergeben“ - so Finanzvorstand Andreas Neukirch. Auch das Programm „Mikrokredite“ übertraf bei weitem alle Erwartungen und verfügt nach zwei Jahren Laufzeit über eine erfreuliche Bilanz: 6.600 Kredite wurden seit Beginn des Programms Anfang 2010 vergeben, deutlich mehr als ursprünglich geplant. Klein- und Kleinstunternehmen setzten mit diesen Mikrokrediten ihre Ideen um, z.B. die erste zertifizierte Solaranlagenreinigerin in Bayern.
Richtungsweisend
Die neuen gesetzlichen Anforderungen („Basel III“) an Höhe und Ausgestaltung des Eigenkapitals der Banken betreffen auch die GLS Bank. Um die Basis des Eigenkapitals ihrer Bank zu verbreitern, beschlossen die Mitglieder auf einer gut besuchten Generalversammlung am 03. Dezember mit 94% eine entsprechende Satzungsänderung: Die bisher dividendenfreien Genossenschaftsanteile werden zukünftig mit einer Dividende von voraussichtlich zwei bis vier Prozent ausgestattet. So nehmen die Mitglieder am Gewinn teil und stärken zugleich die GLS Bank. Allein im Monat Dezember erhöhten daraufhin über 2.000 Mitglieder ihre Anteile. Insgesamt stieg das Genossenschaftskapital der GLS Bank 2011 um 46,7%.
Auf Wunsch können Mitglieder ihre Geschäftsanteile samt der Dividende auch an die neugegründete gemeinnützige GLS Bank Stiftung übertragen. „Bereits 625.000 Euro wurden der Stiftung durch Anteilsübertragungen zugeführt. Die GLS Treuhand brachte 900.000 Euro mit ein,“ berichtet Lukas Beckmann, Vorstand GLS Bank Stiftung und GLS Treuhand. Das Gesamtvolumen der Einrichtung beträgt derzeit über 1,6 Mio. Euro.
Ökologisch
Seit 1987 finanziert die GLS Bank die Entwicklung regenerativer Energien durch gezielte Investitionen und treibt seit über 20 Jahren die nun von der Bundesregierung beschlossene Energiewende voran. „Es ist bedauerlich, wie oft wir erst aus Not längst vorhandene Möglichkeiten umsetzen,“ sagt Thomas Jorberg. Kunden der GLS Bank können mit verschiedenen Angeboten das Klima schützen. Sie bietet Unternehmensbeteiligungen oder aktuell den GLS Energiewendesparbrief an. Festverzinst für 2,25% und angelegt für fünf Jahre investiert er zielgerichtet in die Entwicklung erneuerbarer Energien.
Ausgezeichnet
Die GLS Bank erhielt im vergangenen Jahr erneut viel Bestätigung für ihre nachhaltige Arbeitsweise: Ihre Kunden kürten sie 2011 wieder zur Bank des Jahres und Thomas Jorberg nahm für seine verantwortungsvolle Unternehmensführung den Deutschen Fairness-Preis entgegen. Der Querdenker-Award honorierte die innovative und zukunftsweisende Arbeitsweise der GLS Bank.
Als einzige Bank war sie für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis aus knapp 700 Teilnehmern nominiert und wurde als TOP3 ausgezeichnet. Ausgewählt aus 29.000 europäischen Unternehmen zählte sie zu den besten zehn Teilnehmern des European Business Award in der Kategorie unternehmerische Nachhaltigkeit.
Die GLS Bank
Die GLS Bank ist Vorreiterin im nachhaltigen Bankgeschäft. Mit zielgerichtet sozial-ökologischen Investitionen und einer umfassenden Transparenz bietet sie ihren Kunden sinnvolle und innovative Bankdienstleistungen – mit einem dreifachen Gewinn: menschlich, zukunftsweisend, ökonomisch.
Das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt haben den Umweltwirtschaftsbericht 2011 veröffentlicht. Dazu heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung:
Mit dem Umweltwirtschaftsbericht 2011 wird zum zweiten Mal nach 2009 ein Bericht über den Stand, die Herausforderungen und die Perspektiven der Umweltwirtschaft in Deutschland vorgelegt. Er zeigt, dass Deutschland auf dem Weg zu neuem, umweltverträglichem Wachstum schon erhebliche Fortschritte gemacht hat. Heute werden zum Erwirtschaften der gleichen Erträge deutlich weniger Rohstoffe, Flächen und Energie benötigt und weniger Schafstoffe ausgestoßen als noch vor zehn Jahren.
Die Umweltwirtschaft ist eine Querschnittsbranche, die Unternehmen umfasst, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen produzieren und anbieten. Der Bericht dokumentiert ihre kontinuierlich zunehmende Bedeutung innerhalb der deutschen Wirtschaft und bestätigt die Vorreiterrolle deutscher Unternehmen auf diesem Gebiet.
Die Produktion von Umweltschutzgütern in Deutschland ist weiter überdurchschnittlich gewachsen und erreicht inzwischen ein Produktionsvolumen von fast 76 Milliarden Euro. Mit einem Welthandelsanteil von 15,4 Prozent liegt Deutschland auf einem Spitzenplatz beim Export von Umweltschutzgütern. Nach jüngsten Berechnungen gibt es knapp 2 Millionen Beschäftigte in der Umweltwirtschaft – ein neuer Höchststand. Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist sich sicher: „Diesen Trend wird die Energiewende noch deutlich beschleunigen“.
Der Bericht, so Röttgen, sei auch ein Beleg für die Gestaltungskraft von Politik auf dem Weg in eine nachhaltige, ressourcenschonende Wirtschafts- und Lebensweise: „Die Innovationskraft der Umweltwirtschaft ist auch ein Erfolg von Rahmensetzungen in der Umwelt- und Energiepolitik.“
Zugpferd dieser dynamischen Entwicklung waren und bleiben die erneuerbaren Energien. Auch während der weltweiten Wirtschaftskrise legte dort die Güterproduktion zu – und zwar gegen den allgemeinen Trend. Der Weltmarkt für umweltfreundliche Energietechnologien soll sich nach einer Prognose von Roland Berger bis 2020 fast vervierfachen, für die erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Solarthermie, Biogasanlagen und Windenergie werden jährlich weltweite Wachstumsraten des Umsatzes von 15 bis über 30 Prozent erwartet – eine große Chance für deutsche Unternehmen.
Die Zukunftsdynamik nachhaltiger Produktion wird durch ein weiteres interessantes Ergebnis unterstrichen: In der Umweltwirtschaft wird außergewöhnlich häufig, intensiv und kontinuierlich geforscht. Fast 80 Prozent der Produktionsbereiche in der Umweltbranche sind besonders forschungs- und wissensintensiv. Ziel ist, Innovations- und Umweltpolitik sinnvoll zu verzahnen und gleichzeitig neue Märkte für Umwelttechnologien zu erschließen – ein wichtiges Thema im Wissenschaftsjahr 2012.
Der Umweltwirtschaftsbericht zeigt: Deutschland hat bei der ökologischen Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft schon viel erreicht: Zwischen 1990 und 2010 stieg die Energieproduktivität um 38,6 Prozent, die Rohstoffproduktivität sogar um 46,8 Prozent. Erfreuliche Entwicklungen gab es auch bei den Luftschadstoffemissionen: Gegenüber 1990 konnten sie im Berichtzeitraum um 56,4 Prozent verringert werden. Bei der Verwertung von Abfällen und seiner umweltfreundlichen Beseitigung ist Deutschland ebenfalls Vorbild: Rund 90 Prozent der Bauabfälle und 63 Prozent der Siedlungs- und Produktionsabfälle werden bereits recycelt.
Bundesumweltminister Röttgen bilanziert: „Deutschland wächst immer nachhaltiger“. Der Umweltwirtschaftsbericht 2011 zeigt die Dynamik und das Potential dieser Entwicklung. Deutschland gelingt es immer besser, umweltschädliche Emissionen kontinuierlich zu reduzieren, Stoffkreisläufe so weit wie möglich zu schließen und Ressourcen effizient zu nutzen.
Die Energiewende ist die wichtigste strategische Weichenstellung auf diesem Weg. Sie stärkt die Leistungsfähigkeit unserer Umweltwirtschaft und ist die Grundlage für eine weitere Beschleunigung des nachhaltigen Umbaus unserer Energieversorgung, unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft. Deutschland will Industrieland bleiben. Aber eines, das technologisch modern, wettbewerbsfähig, und zukunftsorientiert ist. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz und das Ressourceneffizienzprogramm sind nächste konkrete Schritte auf diesem Weg.“
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes: „Der Umweltwirtschaftsbericht belegt, dass Umweltschutz in Deutschland eine außerordentliche wirtschaftliche Erfolgsgeschichte ist. Ohne den Wirtschaftsmotor Umweltschutz wäre Deutschland schlechter über die Krise gekommen. Große Beschäftigungschancen liegen auch künftig vor allem beim Klimaschutz und der Steigerung der Ressourceneffizienz. Auch die Perspektiven beim Export von Umwelt- und Effizienztechnologien sind hervorragend, weil die globalen Märkte für diese Technologien in den nächsten Jahrzehnten weit überdurchschnittlich wachsen werden.
Deutschland sollte daher den Weg in eine Green Economy auch aus wirtschaftlichen Gründen entschlossen fortsetzen. Dies ist auch deshalb erforderlich, weil andere Länder wie China oder Südkorea die im Umweltschutz liegenden Chancen ebenfalls erkannt haben.“
Der Umweltwirtschaftsbericht stützt sich auf zahlreiche Forschungsvorhaben und Zahlenmaterial von statistischen Ämtern. Er ist kostenlos zu beziehen beim UBA unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4210.html oder im BMU unter www.bmu.de/umweltwirtschaftsbericht.
Das deutsche Trinkwasser hat die Testnote „sehr gut“ erhalten. In einer Presseerklärung des Umweltbundesamtes vom 18.1.2012 heißt es:
Grenzwertüberschreitungen sind bei allen größeren Wasserwerken die Ausnahme. Beispiel Nitrat: Im Grundwasser tritt es teilweise in hohen Konzentrationen auf. Im Trinkwasser werden die Grenzwerte aber nicht mehr überschritten. Auch bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen werden die strengen rechtlichen Vorgaben zu mehr als 99 Prozent eingehalten.
Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Bericht zur Trinkwasserqualität des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Umweltbundesamtes (UBA). Der Bericht wertet die Jahre 2008 bis 2010 aus. Er basiert auf den Meldungen der Bundesländer an das BMG und das UBA. Jochen Flasbarth, UBA-Präsident: „Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken zu sich nehmen. Die qualitativen Eigenschaften bekommen nach wie vor ausschließlich Bestnoten.“
Als Lebensmittel Nummer eins muss Trinkwasser hohen Anforderungen genügen. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gibt diese verbindlich vor. Es darf keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten und muss „rein und genusstauglich“ sein.
Bei ein bis drei Prozent der hier erfassten Überwachungsmessungen in den Jahren 2008 bis 2010 kam es zu Grenzwertüberschreitungen. Hierbei handelt es sich um Ausnahmen. Sie gehen auf einzelne Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln zurück oder betreffen coliforme Bakterien. In beiden Fällen stammen die Proben aber nicht aus dem Wasserhahn sondern von Wasserwerken und direkt aus dem Rohrnetz. 99 Prozent aller Trinkwasserproben aus dem Wasserhahn waren in diesen Fällen nicht zu beanstanden.
Für Nitrat bestätigen die neuen Daten den bereits in den Jahren davor beobachteten rückläufigen Trend. Während die Grenzwertüberschreitung von Nitrat im Jahr 1999 bei 1,1 Prozent lag, sank sie 2010 auf nahezu null Prozent. Dass auch der Nitratgehalt im Grundwasser oder in Gewässern mit gleicher Tendenz abgenommen hat, lässt sich aus diesem Trend jedoch nicht schließen.
Reduziert werden konnte der Nitratgehalt im Trinkwasser vor allem durch weiterreichende Aufbereitungsmaßnahmen sowie durch die Mischung mit weniger belastetem Wasser. Grenzwertüberschreitungen bei Blei kommen dagegen nicht aus dem Wasserwerk, sondern aus bleihaltigen Leitungen und Armaturen, die die allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht erfüllen. Das ist auch meist die Ursache, wenn Überschreitungen bei Kupfer, Nickel und Cadmium auftreten.
Kommen Grenzwertüberschreitungen vor, bedeuten sie nicht in jedem Falle eine Gefährdung der Gesundheit. Dies hängt vom jeweiligen Qualitätskriterium ab sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung. So sind zum Beispiel viele coliforme Bakterien für den Menschen nicht infektiös, aber ihr Auftreten im Trinkwasser zeigt eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität an und damit die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um die Ursache zu klären und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung einzuleiten.
Weitere Informationen und Links:
Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, alle drei Jahre einen Trinkwasserbericht vorzulegen. In Deutschland basiert der Bericht auf den Meldungen der Bundesländer an das BMG und UBA. Berichtspflichtig sind die ca. 2360 Wasserversorgungen (einschließlich des dazugehörigen Leitungsnetzes und der häuslichen Trinkwasser-Installation).
Die Wasserversorgungen geben durchschnittlich jeweils mehr als 1000 Kubikmeter Wasser am Tag ab oder beliefern mehr als 5000 Personen. Zusammen verteilen sie etwa vier Milliarden Kubikmeter Trinkwasser an ca. 90 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung.
Der dritte Bericht des BMG und UBA über die Trinkwasserqualität in Deutschland (Berichtsjahre 2008 – 2010): http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4238.html
Der erste und zweite Bericht des BMG und UBA über die Trinkwasserqualität in Deutschland: http://bit.ly/xjDkUD
Das Mikrofinanzangebot der GLS Bank im Auftrag der Bundesregierung übertrifft alle Erwartungen. In einer Pressemitteilung des Geldinstituts vom 16.1.2012 heißt es:
Die Nachfrage nach Mikrokrediten in Deutschland wächst stetig: „Nach knapp zwei Jahren Mikrofinanzangebot ziehen wir eine mehr als positive Bilanz“, resümiert Falk Zientz, Leiter Mikrofinanz in der GLS Bank.
„Bislang haben wir rund 6.630 Mikrokredite mit knapp 39,8 Mio. Euro vergeben, ursprünglich geplant waren in diesem Zeitraum 2.400 Kredite.“ Auch die Zahl der kooperierenden Mikrofinanzinstitute (MFI), die regional die Kreditberatung übernehmen, konnte die GLS Bank von 10 auf bundesweit 45 ausweiten.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erteilte der GLS Bank Anfang 2010 den Auftrag, das Angebot für Mikrokredite in Deutschland flächendeckend auszubauen. Um die Kreditrisiken gegenüber der GLS Bank abzusichern stellt das BMAS und der Europäische Sozialfonds 100 Mio. Euro für den Mikrokreditfonds Deutschland zur Verfügung.
Das Programm läuft noch bis 2015. Geplant ist, bis dahin insgesamt 25.000 Kredite zu vergeben. Um das Angebot bei potentiellen Kreditnehmern noch bekannter zu machen, starten die Partner nun eine deutschlandweite Kampagne, die beispielhaft erfolgreiche Kreditgeschichten erzählt.
Ausführliche Informationen zu Mikrokrediten sind auf der Internetseite www.mein-mikrokredit.de zu finden.
Die Emissionen durch Treibhausgase lag im Jahr 2010 um 25 Prozent unter dem Niveau von 1990 – so der Tenor einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 16.1.2012 in der es heißt:
Auch in der Phase wirtschaftlicher Erholung im Jahr 2010 konnte Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll erfüllen. Gegenüber dem Basisjahr 1990 sind die Treibhausgasemissionen Deutschlands im Jahr 2010 fast 25 Prozent zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 295 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.
„Die Erfolge Deutschlands beim Klimaschutz sind auch im internationalen und europäischen Vergleich beispielhaft. Wir zeigen, dass Wirtschaftswachstum und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Wir wollen auf diesem Weg weiter voran schreiten und eine Verminderung der Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 erreichen. Knapp zwei Drittel des Wegs haben wir bereits geschafft und wir können feststellen, dass von unserer Klimaschutzpolitik gleichzeitig kräftige Impulse für Wirtschaftswachstum, Innovation und Beschäftigung ausgehen“, sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen.
Die detaillierten Daten für das Jahr 2010 gehen aus dem vom Umweltbundesamt (UBA) erstellten Nationalen Inventarbericht 2012 hervor, den Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt jetzt veröffentlicht haben.
Nach dem Kyoto-Protokoll hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 21 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Gegenüber dem Krisenjahr 2009 stiegen die Emissionen zwar aufgrund der wirtschaftlichen Erholung wieder leicht um 2,7 Prozent an, die Emissionen lagen 2010 aber immer noch um etwa 4 Prozent unter denen des Vorkrisenjahres 2008.
Im Jahr 2010 war die Freisetzung von Kohlendioxid mit einem Anteil von 87,4 Prozent Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen. Diese stammten größtenteils aus der Verbrennung fossiler Energieträger, deren Verbrauch in Folge der wirtschaftlichen Erholung wieder leicht gestiegen ist. Demgegenüber steht ein überdurchschnittlicher Rückgang der Emissionen der anderen Treibhausgase.
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth sagte: „Deutschland zeigt, dass die Kyoto-Verpflichtungen umsetzbar sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg der Treibhausgasminderung erfolgreich weiter gehen können, wenn wir Energieeffizienz und erneuerbare Energien beherzt voranbringen.“
Eine Grafik zur Darstellung der Treibhausgasemissionsentwicklung finden Sie unter:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2012/pdf/pd12-002_treibhausgasemissionen_grafiken.pdf
Der Nationale Inventarbericht zum Download:
http://cdr.eionet.europa.eu/de/eu/ghgmm/envtw7blw/2012_01_12_NIR_2012_EU-Submission_deutsch.pdf/manage_document
Das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesumweltministerium haben einen neuen Umweltpreis mit dem Namen Ecodesign ausgelobt. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des UBA vom 9.1.2012:
Bereits im Designprozess werden die Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen festgelegt. Um das Potential von Ecodesign für den Umweltschutz verstärkt in den öffentlichen Fokus zu rücken und Innovationen auf diesem Gebiet zu fördern, loben Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) im Jahr 2012 zum ersten Mal den „Bundespreis Ecodesign“ aus.
Unternehmen sowie Designerinnen und Designern wird mit diesem Wettbewerb eine Plattform geboten, um ihre Produkte und Ideen von herausragender ökologischer und gestalterischer Qualität zu präsentieren.
Ecodesign bietet mehr als sparsame Kühlschränke oder Taschen aus Recyclingmaterial. Auch wie Menschen Gegenstände im Alltag nutzen und ob sich ein Produkt beispielsweise leicht reparieren lässt, wird im Designprozess entschieden. Genau diesen Kriterien will der Bundespreis Ecodesign gerecht werden.
Verliehen wird er in den Kategorien „Produkt“, „Konzept“ und „Nachwuchs“. In der Kategorie „Produkt“ können Produkte, Dienstleistungen und Systeme verschiedener Designsparten eingereicht werden. Diese müssen auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Die Kategorie „Konzept“ umfasst Prototypen mit Marktreife und Konzeptstudien mit einer realistischen Durchführbarkeit. In der Kategorie „Nachwuchs“ können Nachwuchsdesigner und -designerinnen ihre Produktideen und Konzepte einreichen.
Unternehmen aller Größen und Branchen sowie Designerinnen und Designer sind eingeladen, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Die Bewerbungsfrist läuft vom 2. Januar bis zum 30. April 2012. Mit der Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs wurde das Internationale Design Zentrum Berlin (IDZ) beauftragt, das von einem Projektbeirat unterstützt wird. Das Bewertungsverfahren beruht auf einer von BMU, UBA und IDZ gemeinsam entwickelten Kriterienmatrix, in der die wichtigsten Parameter für ökologisches Design entlang des Produktlebenszyklus abgebildet sind.
Eine Jury, in der Fachleute aus den Bereichen ökologische Produktbewertung und Ecodesign vertreten sind, wählt aus den Einreichungen die Preisträger und Preisträgerinnen aus. Die Preisverleihung wird im Herbst in Berlin stattfinden.
Weitere Informationen und Anmeldung zum Wettbewerb unter www.bundespreis-ecodesign.de.
„Forsa-Umfrage zur Energiewende: Bürger sind bereit, in den Umbau des Energiesystems zu investieren“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Verbandes kommunaler Unternehmen vom 4.1.2012 in der es heißt:
Auch fast ein Jahr nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, mehr Geld für den Umbau des Energiesystems auszugeben, sehr hoch. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts forsa, im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). So sind 61 Prozent der Befragten bereit, mehr für ihren Strom zu bezahlen, um damit den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen.
Dabei zeigt sich, je höher das Nettoeinkommen, desto größer ist die Bereitschaft, höhere Strompreise zu zahlen. Der VKU sieht darin eine wichtige Grundlage, die Energiewende erfolgreich umzusetzen. "Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben und erfordert deshalb die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte. Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt", erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.
Durch höhere Strompreise allein ist der Umbau des Energiesystems jedoch nicht machbar. Eine wichtige Voraussetzung ist auch die Akzeptanz für große Infrastrukturprojekte, wie beispielsweise von Windparks. Tatsächlich fänden es 54 Prozent der Befragten gut beziehungsweise sehr gut, wenn in der Nachbarschaft eine Wind-Energie-Anlage stünde.
"Wir sehen gerade an Stuttgart 21 wie schwierig es ist, große Infrastrukturprojekte umzusetzen, wenn dafür die Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt. Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Bau von Windkraftanlagen in der Region akzeptiert", so Reck weiter. "Das bestärkt die Bemühungen unserer Stadtwerke, die seit Jahren in den Ausbau regenerativer Infrastrukturprojekte investieren." Derzeit investieren kommunale Versorger fast sieben Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien.
In einem weiteren Fragenkomplex wurde das Vertrauen in Institutionen abgefragt. Hier zeigte sich, dass das Vertrauen in Institutionen mit lokalem Bezug am höchsten ist. Besonders signifikant ist dabei der direkte Vergleich von Stadtwerken und Energiekonzernen.
43 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bringen den Stadtwerken großes Vertrauen entgegen. Bei den vier Energiekonzernen sind es hingegen nur 13 Prozent. "Hier sieht man sehr deutlich, dass die Nähe zum Kunden sowie örtliche Verbundenheit wichtige Kriterien sind, um Vertrauen zu erzeugen", erklärt Reck abschließend. "Stadtwerke sind vor Ort tätig, arbeiten in überschaubaren Strukturen und stehen mit den Bürgern in direktem Kontakt. Sie sind damit eine wichtige Säule bei der Umsetzung der Energiewende."
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit 236.000 Beschäftigten wurden 2009 Umsatzerlöse von rund 94 Milliarden Euro erwirtschaftet und etwa 8 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 54,2 Prozent in der Strom-, 67,7 Prozent in der Erdgas-, 76,3 Prozent in der Trinkwasser-, 58,2 Prozent in der Wärmeversorgung und 12,8 Prozent in der Abwasserentsorgung.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben eine gemeinsame Broschüre zur Gestaltung der Kulturlandschaft veröffentlicht. Unter der Überschrift „Energiewende, Klimawandel und demografische Entwicklung sind wesentliche Ursachen für den starken Wandel der Landschaften“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 4.1.2012:
Landschaften verändern sich derzeit gravierend. Die Energiewende, der Klimawandel und die demografische Entwicklung sind wesentliche Triebkräfte des landschaftlichen Wandels, wobei sie sich in ihren Auswirkungen im Raum vielfältig überlagern. Eine vorausschauende räumliche Steuerung hilft, diese Entwicklung naturverträglich zu gestalten.
Dabei können neue Entwicklungspotenziale erschlossen und Kulturlandschaften zu neuer räumlicher Identität weiter entwickelt werden. Welche Möglichkeiten hierfür gerade auch die Landschafts- und Raumplanung bieten, zeigt eine neue, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gemeinsam verfasste Broschüre.
BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel sieht im landschaftlichen Wandel eine große Herausforderung: „Neu und kennzeichnend für unsere Zeit ist, dass die Einflussfaktoren, die zu gravierenden Veränderungen unserer Kulturlandschaften führen, sich immer schneller entwickeln und sich zudem gegenseitig überlagern. Vor allem die Energiewende, mit einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien und dem Ausbau der Stromnetze, wird die Landnutzung verändern. Hinzu kommen weitere Flächenbedarfe, etwa für die notwendige Anpassung an den Klimawandel.
Dies hat einen Wandel gewohnter Landschaftsbilder zur Folge.“ Der Landschaftswandel erfordert eine Neuorientierung und Neupositionierung der räumlichen Planung sowie einen ständigen und übergreifenden Dialog der Planungsdisziplinen. So können neue Handlungskonzepte für die räumliche Planung in unseren urbanisierten Landschaften und Energielandschaften erarbeitet werden, die den aktuellen Herausforderungen gerecht werden.
„Die Planungsdisziplinen stehen in der Pflicht, landschaftliche Veränderungen raum- und landschaftsverträglich zu gestalten“, findet Prof. Elke Pahl-Weber, ehemalige Direktorin des BBSR. Sie sieht Handlungsbedarf und fordert Raum- und Landschaftsplaner auf, in der Neu- und Ausgestaltung von Kulturlandschaften gemeinsam aktiv zu werden. „Das dazu passende raumordnerische Leitbild von Bund und Ländern ist ‚Ressourcen sichern – Kulturlandschaften gestalten‛ Es erweitert die konservierende Betrachtung um einen deutlichen Gestaltungsauftrag für alle Raumtypen.“
Die Broschüre „Kulturlandschaften gestalten!“ zeigt Anregungen und Ansätze, wie die Raum- und Landschaftsplanung den Gestaltungsauftrag annehmen kann. So verbinden sich mit dem Landschaftswandel auch Chancen im Umgang mit Kulturlandschaften: Chancen für neue Ideen im Lebensumfeld des Menschen, Chancen für neue Landschaftsbilder, Chancen für einen ganzheitlichen Blick auf die Landschaftsentwicklung, sowie Chancen die Zusammenarbeit zwischen den Planungsdisziplinen zu fördern.
Bezug:
Die 56-seitige Broschüre ist als Download (http://www.bfn.de/0312_veroe.html) und als gedruckte Version kostenfrei erhältlich. Bezugsadresse: Bundesamt für Naturschutz, Außenstelle Leipzig, Fachgebiet II 4.1, Karl-Liebknecht-Str. 143, 04277 Leipzig.
Die Mitglieder der GLS Bank haben mit einer großen Mehrheit von 94 Prozent für die Einführung einer Dividende auf Genossenschaftsanteile gestimmt. Unter der Überschrift „GLS Bank führt Dividende ein“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Geldinstituts vom 6.12.2011:
Die GLS Bank wird ihr menschliches und werteorientiertes Bankgeschäft auch in Zukunft weiterentwickeln. Auf der Generalversammlung am vergangenen Samstag beschlossen die Mitglieder mit großer Mehrheit die Einführung einer Dividende von 2 bis 4 Prozent. Mit der Satzungsänderung reagiert die GLS Bank entschlossen auf die regulatorischen Anforderungen an die Höhe des Eigenkapitals aller Banken: „Wir schaffen mit diesem Schritt die Voraussetzung für eine Verbreiterung unserer Mitgliedschaft und damit unseres Eigenkapitals als stärkstem Hebel für unsere zukunftsweisende Bankarbeit“, erläuterte Vorstandssprecher Thomas Jorberg am Samstag.
Bereits jetzt wollen etwa 600 Mitglieder ihre Anteile um insgesamt 1 Mio. Euro erhöhen. Zusätzlich gründet die Bank die GLS Bank Stiftung, an welche die Mitglieder ihre Anteile samt Dividende übertragen können, ohne dabei ihre Mitgliedschaft aufzugeben. Ziel der neuen Stiftung, die von der Schwestereinrichtung GLS Treuhand verwaltet wird, ist die Verstärkung der gemeinwohlorientierten Tätigkeiten der GLS Bank.
Die GLS Bank ist die erste sozial-ökologische Universalbank der Welt. Neben Geldanlagen und Beteiligungen gehört das Spenden und Stiften bereits seit 37 Jahren zum einzigartigen Angebot. „Geld ist für den Menschen da“ ist die zentrale Leitlinie der Genossenschaftsbank mit derzeit über 20.000 Mitgliedern. Mit ihren sinnvollen Investitionen und einer umfassenden Transparenz bietet die GLS Bank ihren Kunden einen dreifachen Gewinn: menschlich, zukunftsweisend, ökonomisch.
„Die meisten Deutschen tun nichts gegen den Klimawandel“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Magazins Stern vom 7.12.2011 in der es heißt:
Während auf dem UN-Klimagipfel in Durban um eine stärkere Reduktion von Treibhausgasen gerungen wird, sind die meisten Deutschen vom Klimawandel wenig beeindruckt. Zwei Drittel von ihnen (66 Prozent) erklärten in einer Umfrage für das Hamburger Magazin Stern, sie würden heute nicht mehr für den Klimaschutz tun als früher.
Lediglich ein Drittel (34 Prozent) der Bürger gab an, jetzt stärker auf den persönlichen Kohlendioxidabdruck zu achten. Die Klimabewussten erklärten, sie würden vor allem im Haushalt Energie sparen (91 Prozent von ihnen), Energiesparprodukte kaufen (77 Prozent), weniger heizen (66 Prozent) und das Auto öfter stehen lassen (62 Prozent).
Nicht groß ist auch die Angst der Deutschen vor einer Klimakatastrophe. Nur 31 Prozent fürchten sich vor dramatischen Folgen für Umwelt und Natur, überdurchschnittlich oft Frauen (36 Prozent).
Dennoch sehen die Deutschen die Entwicklung einhellig pessimistisch: 84 Prozent glauben laut der Stern-Umfrage nicht, dass es den Regierungen weltweit gelingen wird, den Klimawandel zu stoppen.
„Erstes Gold für CO2-neutral wirtschaftende Unternehmen“ – so die Überschrift einer Pressemitteilung von UnternehmensGrün vom 8.12.2011 in der es heißt:
Die Juwi Holding AG und die Brauerei Clemens Härle KG werden im Rahmen von COnull als Pilotunternehmen zertifiziert.
Mit dem Zertifizierungsprojekt COnull verfolgt UnternehmensGrün e.V., Bundesverband der grünen Wirtschaft, das Ziel, dass sich zunehmend mehr Unternehmen für klimaverträgliches Wirtschaften entscheiden und dies in der Öffentlichkeit deutlicher wahrnehmbar wird.
Besonderen Wert legt UnternehmensGrün dabei auf eine möglichst glaubwürdige Umsetzung eines klimaneutralen Unternehmenskonzepts: Im Vordergrund stehen nicht Kompensationsmaßnahmen in anderen Teilen der Welt, sondern konkrete Schritte zur Emissionsminderung am Unternehmensstandort. Damit unterscheidet sich die Zertifizierung nach dem COnull-Standard grundlegend von anderen Labels, die mit Klimaneutralität werben.
Unter dem Motto „Vorbilder müssen sichtbar sein“ ging das Zertifizierungsprojekt im März 2011 an den Start. Seither können Unternehmen die Überprüfung der CO2-Bilanz von betrieblichen Prozessen vornehmen lassen. Hierfür beantragen sie bei UnternehmensGrün und einer auf der Zertifizierungs-Homepage www.conull.de gelisteten Prüfstelle die Erteilung eines Zertifikats. Je nach Erfüllung der Kriterien kann hierüber die Berechtigung zur Verwendung des Gold-Labels „CO2-neutral wirtschaftendes Unternehmen“ oder des Silber-Labels „klimaverträglich wirtschaftendes Unternehmen“ erlangt werden.
„Klimawandel und fossile Ressourcenverknappung kann erfolgreich nur über den Umstieg auf Erneuerbarer Energien begegnet werden. UnternehmensGrün benennt mit den Prüfkriterien von COnull, welcher Maßnahmen es bedarf, um die Wirtschaft auf diesen Weg zu führen“, erläutert Dr. Nina Scheer, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, indem sie die „goldenen Unternehmen“, juwi Holding AG und Brauerei Clemens Härle, als erste mit dem goldenen COnull-Label ausgezeichnete Unternehmen beglückwünscht.
„Es freut uns, dass juwi zu den Pilotunternehmen der COnull Auszeichnung zählt“ erklärt Matz Mattern, Director Internal Services, juwi Holding AG.
„Wir begreifen das Zertifikat als Anerkennung unserer Vorreiterrolle, die das Unternehmen als Motor der Energiewende und Anwender Erneuerbarer Energien einnimmt“, so Mattern weiter.
Gottfried Härle, Inhaber der Brauerei Clemens Härle aus Leutkirch im Allgäu, meist ausgezeichnetes Unternehmen des Jahres 2010 im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit, begreift das Zertifikat als Zeichensetzung und Appell an die Wirtschaft: „Wenn sich die gesamte Wirtschaft an den COnull-Kriterien orientieren würde, hätte dies eine weltweite Ausstrahlung. Damit ließen sich die aktuellen Klimaschutzziele vielleicht doch noch erreichen“, verdeutlicht Härle.
Dr. Frank Musiol, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), hebt als Prüfer der juwi Holding hervor, dass das Unternehmen die Kriterien klar einhalten konnte. „Das spricht zum einen für die transparenten und eindeutig nachzuprüfenden COnull-Kriterien, zum anderen aber auch für das herausragende Engagement der Juwi Holding“, lobt Musiol. „Das Unternehmen lebt selber das vor, was es mit seiner Tätigkeit bewirken möchte.“
Auf die COnull-Kritrien eingehend ergänzt UWE Roth von ABCERT AG: „Dieser Fokus garantiert, dass zertifizierte Unternehmen einen erkennbaren Anteil an der Energiewende übernehmen und für entsprechende CO2-Einsparung stehen“.
Die im Rahmen von COnull erteilten Zertifikate haben eine Gültigkeit von drei Jahren. UnternehmensGrün verfolgt darüber hinaus die Weiterentwicklung bereits ausgezeichneter Unternehmen.
Im Zeichen des Klimawandels hat das Umweltbundesamt „Anpassungspioniere“ gesucht und gefunden. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes vom 12.12.2011:
Die Städte Stuttgart, Arnsberg und Wuppertal sowie die Münchener Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO sind Gewinner des „Blauen Kompass 2011“. Der Preis prämiert die besten Ideen zur Anpassung an den Klimawandel in Deutschland. Er wird 2011 erstmals von Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) verliehen und ist Teil der Umsetzung des Aktionsplans Anpassung an den Klimawandel der Bundesregierung.
„Hitzewellen, Starkregen oder Hochwasser – solche Extremwetterereignisse werden auch in Deutschland immer häufiger. Die Preisträger des ‚Blauen Kompass‘ haben die Zeichen der Zeit erkannt und stellen sich bereits vorbildlich auf den Klimawandel ein. Sie sind beispielhafte Vorreiter in diesem wichtigen Feld. Ihre Aktivitäten finden hoffentlich viele Nachahmer.“, sagte UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann, der in Bonn die Preise überreichte.
Am Wettbewerb nahmen 59 Kommunen, Unternehmen und Verbände teil. Alle Wettbewerbsbeiträge sowie weitere Beispiele für Anpassungsmaßnahmen werden dauerhaft über eine „Tatenbank“ (www.tatenbank.anpassung.net) des Umweltbundesamtes öffentlich zugänglich gemacht.
In den vergangenen zehn Jahren haben wir es im eigenen Land erfahren: Ob Elbehochwasser 2002, Hitzesommer 2003 oder der Wintersturm Kyrill 2007 – Wetterextreme machen vor Deutschland keinen Halt und verursachen Milliardenschäden. Neben Leib und Leben sind vor allem Hochspannungsleitungen, Gleisanlagen, Gebäude und andere wichtige Infrastrukturen gefährdet.
Auch wenn diese Wetterextreme noch nicht als direkte Folgen des langfristigen Klimawandels gesehen werden können, zeigen sie doch, wo mit dem Klimawandel die Risiken zunehmen werden. Vorausschauende Kommunen, Verbände und Unternehmen passen sich bereits an diese veränderten Risiken an. Der Wettbewerb „Anpassungspioniere gesucht“ wollte feststellen, welche erfolgversprechenden Ansätze es bereits gibt, um sich besser auf den Klimawandel vorzubereiten.
Die Preisträger des „Blauen Kompass“ 2011:
Stadt Arnsberg
Im Sommer 2007 hat verheerender Starkregen mehrere Ortsteile die Stadt Arnsberg überflutet. Zum Schutz vor zukünftigem Extremniederschlag wurde ein Hochwasserschutzkonzept entworfen und innerhalb kürzester Zeit in konkreten Maßnahmen umgesetzt. Mehrere Bäche im Stadtgebiet wurden renaturiert und verbreitert. Bei einem erneuten Starkregen im Jahr 2010 konnten dadurch größere Schäden verhindert werden. Die Beteiligten aus Verwaltung und Bevölkerung arbeiteten engagiert mit den Ingenieurbüros zusammen, die die Maßnahmen durchführten – dies trug wesentlich zum Erfolg des Projekts bei.
Stadt Stuttgart
Durch seine Kessellage ist Stuttgart besonders bemüht, mit Frischluft versorgt zu werden. Die Stuttgarter greifen dabei auf 70 Jahre Erfahrung ihrer Abteilung Stadtklimatologie zurück - ein Vorbild für andere Kommunen, die ähnliche Probleme zu bewältigen haben. Der Jahrhundertsommer 2003 führte zu extremer Hitze in der Stadt. Stuttgarts Offensive: 300.000 m² neu-begrünte Dächer, Begrünung von Verkehrsflächen und Straßenbahngleisen und die Einführung eines „Nachhaltigen Bauflächenmanagements“. Dieses soll den Bedarf an Bauflächen vorrangig aus dem Bestand und mit geringer Inanspruchnahme neuer Flächen decken.
Stadt Wuppertal
Wuppertal ist die größte Stadt des Bergischen Landes – und der Name der Region ist Programm. Großes Gefälle und steile Straßen stellen eine Gefährdung bei Starkregen dar, der sich durch den Klimawandel weiter verschärfen könnte. Um das Risiko künftiger Überflutungen einschätzen zu können, hat Wuppertal unter anderem ein dreidimensionales Oberflächenmodell der Stadt entwickelt, mit dem der Abfluss lokalen Starkregens simuliert werden kann. Besonders gefährdete Gebiete und Mulden können identifiziert und Schutzmaßnahmen gemeinsam mit den betroffenen Anrainern entwickelt werden.
Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO München
In den Jahren 2000/2001 errichtete die Genossenschaft zwei Neubauten mit insgesamt 28 Wohnungen im Stadtteil Riem. Das Motto: nachhaltige und klimagerechte Hausbewirtschaftung. Ein eigens entwickeltes Energiekonzept umfasst Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energie. Für den Garten verständigten sich die Bewohner darauf, Regenwasser für die Bewässerung aufzufangen und eher Blumenwiesen statt Golfrasen anzulegen. Das Mähen wird daran angepasst und es bringt klimatische Vorteile: der Boden trocknet in Hitzesommern weniger aus und die Gefahr der Erosion bei Platzregen ist reduziert.
Restbiomasse als Energieträger zur Herstellung von hochwertigen und motorenverträglichen Kraftstoffen und Chemikalien sowie zur Strom- und Wärmeerzeugung erlangt eine zunehmende Bedeutung. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) vom 15.12.2011:
Restbiomasse in Energieträger zur Herstellu
ng von hochwertigen und motorenverträglichen Kraftstoffen und Chemikalien sowie zur Strom- und Wärmeerzeugung umzuwandeln, ist Ziel von „BioBoost".
Das am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte Projekt, an dem sechs Forschungseinrichtungen und sieben Industriepartner aus ganz Europa beteiligt sind, startet Anfang 2012. Die Forschung in BioBoost ergänzt das bioliq®-Konzept des KIT, das darauf abzielt, aus biogenen Reststoffen, wie beispielsweise Stroh, Designerkraftstoffe für Diesel- und Ottomotoren herzustellen.
Europa setzt auf Energie aus Restbiomasse: Unter zahlreichen Anträgen wurde BioBoost als eines von nur zwei Projekten im Bereich der Entwicklung von neuen Energieträgern zur Förderung im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm ausgewählt. BioBoost ist auf eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren angelegt und wird von der EU mit insgesamt fast 5,1 Millionen Euro gefördert; die Fördersumme für das KIT beträgt knapp eine Million Euro.
„Durch einen deutlich erweiterten Zugang zu nutzbaren Reststoffen und ein breites Nutzungsspektrum der Energieträger passt dieses Vorhaben hervorragend zu unserem Karlsruher bioliq®-Projekt. Beide profitieren voneinenader in idealer Weise“, erklärt BioBoost-Projektkoordinator Dr. Ralph Stahl vom Institut für Katalyseforschung und -Technologie (IKFT) des KIT.
Bei BioBoost geht es darum, verschiedene energiereiche Zwischenprodukte aus biogenen Reststoffen herzustellen und mit Blick auf ihre Nutzbarkeit, beispielsweise im bioliq®-Prozess, zu testen und zu bewerten. Neben der Gewinnung von BioSynCrude® durch Schnellpyrolyse, wie dies im bioliq®-Prozess der Fall ist, werden bei BioBoost auch andere Zwischenprodukte hergestellt, optimiert und bewertet.
Darüber hinaus geht es bei BioBoost darum, die Wirtschaftlichkeit des gesamten Prozesses zu analysieren, die Logistikketten zu optimieren, sowie die Umweltverträglichkeit zu untersuchen, um die Effizienz der Biomasse- und Reststoffnutzung künftig noch wesentlich zu verbessern.
Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten: Der erste Schritt dient der Energieverdichtung, da die Restbiomasse, beispielsweise Stroh, räumlich weit verteilt anfällt und einen niedrigen Energiegehalt aufweist. In dezentralen Anlagen werden die biogenen Reststoffe durch Pyrolyse oder Karbonisierung in Koks und Öl umgewandelt.
Diese Produkte werden zu energiereichen Zwischenprodukten gemischt, die bis zu 90 Prozent der in der Biomasse gespeicherten Energie enthalten. Sie lassen sich wirtschaftlich zur Weiterverarbeitung an einen zentralen Standort transportieren.
Dort erfolgt im zweiten Schritt die großtechnische Nutzung der Energieträger. Neben der Herstellung von maßgeschneiderten Kraftstoffen wie Diesel, Benzin oder Flugkerosin untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter in BioBoost auch die Gewinnung von Chemikalien wie Methanol, Ethylen und Propylen bis hin zu Kunststoffen. Auch die Erzeugung von Strom und Wärme aus dem energiereichen Zwischenprodukt ist Thema des Projekts.
In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen: Das KIT-Zentrum Energie vereint grundlegende und angewandte Forschung zu allen relevanten Energieformen für Industrie, Haushalt, Dienstleistungen und Mobilität.
In die ganzheitliche Betrachtung des Energiekreislaufs sind Umwandlungsprozesse und Energieeffizienz mit einbezogen. Das KIT-Zentrum Energie verbindet exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen.
Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse.
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich zum Klimawandel geäußert. In einer Pressemitteilung des Verbandes vom 16.12.2011 heißt es:
Der Klimawandel ist längst in Deutschland angekommen. Das belegen aktuelle Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute in Berlin vorstellte. Danach verdoppelte sich 2010 die Anzahl der Schäden von Naturgewalten in Deutschland auf insgesamt 1,3 Millionen Ereignisse.
Die Kosten dafür kletterten ebenfalls nach oben. Die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten im vergangenen Jahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro für Sturm-, Hochwasser- und Starkregenschäden. „Höhere Ausgaben hatten die Sachversicherer zuletzt im Kyrill-Jahr 2007 und beim Elbe-Hochwasser 2002“, sagt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung.
Für das laufende Jahr kann ebenfalls keine Entwarnung gegeben werden. Zunehmend gewinnen regionale Wetterereignisse an Bedeutung. „Die zahlreichen Unwetter, insbesondere die schweren Hagelereignisse in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz, haben in diesem Jahr auf wenigen Quadratkilometern insgesamt über 500 Millionen Euro Schaden verursacht“, so von Fürstenwerth. „Der Klimawandel ist längst vor unserer Haustür angekommen.“
GDV-Klimastudie: Extreme Unwetter nehmen zu
Die Aussichten sind nicht besser: Es mehren sich die Anzeichen, dass extreme Unwetter künftig zunehmen werden. So kam die GDV Klimastudie, die im Mai dieses Jahres veröffentlichte wurde, zu dem Schluss, dass extreme Hochwasserereignisse, die heute alle 50 Jahre wiederkehren, zukünftig alle 25 Jahre auftreten können.
Dabei wurden auch die so genannten Vb-Wetterlagen untersucht, die Auslöser des Elbehochwassers 2002 in Deutschland waren. Diese werden in Zukunft sogar mit ergiebigeren Niederschlägen auftreten, sodass langfristig gerade in den Sommermonaten mit einer Verschärfung der Hochwassersituation gerechnet werden muss. Auch einzelne, extreme Sturmereignisse werden in Zukunft öfter auftreten und deutlich größere Schäden an Gebäuden verursachen als heute.
„Vor diesem Hintergrund ist der Durban-Kompromiss ein wichtiger, wenn auch nur kleiner Schritt nach vorn“ resümiert von Fürstenwerth. „Es ist ungewiss, ob ab 2020 die Treibhausgase noch rechtzeitig gesenkt werden können, um das 2°C Ziel zu erreichen.“
70 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland nicht richtig versichert
Die deutschen Versicherer wollen sich zukünftig verstärkt um Aufklärung bemühen. Neben Maßnahmen zur Schadenprävention soll vor allem der Versicherungsschutz durch Naturgefahren im Mittelpunkt stehen. Keine leichte Aufgabe, denn nach wie vor sind 70 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland nicht umfassend gegen Naturgefahren, wie Hochwasser, Überschwemmung und Sturzfluten, versichert.
„Fast jeder Hausbesitzer ist zwar über die Wohngebäudeversicherung vor Sturm- und Hagelrisiken geschützt“, erklärt von Fürstenwerth. „Eine Elementarschadenversicherung, die greift wenn etwa Überschwemmungen oder Starkregen-Ereignisse Keller überfluten, besitzt nur eine Minderheit.“
Besonders alarmierend: In einer repräsentativen GDV-Umfrage vom Sommer dieses Jahres sagten rund 40 Prozent der Befragten, dass Wissenschaftler, Politiker und Medien die negativen Folgen des Klimawandels übertreiben“.
Informationskampagnen starten 2012
Die Bedeutung des Versicherungsschutzes gegen Elementargefahren wird angesichts der Klimaveränderungen weiter zunehmen. Aus diesem Grund starten im kommenden Jahr mehrere Informationskampagnen. Mit dem Bundesland Bayern hat die Versicherungswirtschaft bereits 2008 eine gemeinsame Aufklärungskampagne gestartet. 2012 werden die Versicherer in Sachsen und Niedersachsen vergleichbare Kampagnen mit den jeweiligen Landesregierungen durchführen. Die Kampagnen weisen die Bürger darauf hin, dass Eigenvorsorge Vorrang vor staatlichen Hilfsleistungen hat und ein umfassender Versicherungsschutz gegen Naturschäden in den meisten Fällen möglich ist.
Auf der Internetseite www.gdv.de/klimawandel sind sämtliche Ergebnisse der GDV-Klimastudie abrufbar. Jüngste Ergänzungen informieren über Arbeiten zu den Anpassungs- und Vermeidungsstrategien und geben detailliierte Einblicke in die Studienergebnisse zur Gefahr Hochwasser.
„Überfälliges Weihnachtsgeschenk für alle Kinder: Vereinte Nationen beschließen Beschwerderecht für Kinder“ – lautet die Überschrift einer Meldung von terre des hommes vom 20.12.2011 in der es heißt:
Mit dem von den Vereinten Nationen beschlossenen Individualbeschwerderecht können Kinder gegen die Verletzung ihre Rechte vor Gerichten klagen. Ein entsprechendes Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention beschloss die UN-Generalversammlung am vergangenen Montag. Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes begrüßt die Entscheidung und fordert die Bundesregierung auf, die neue Konvention unverzüglich zu ratifizieren und die deutsche Rechtsprechung zu ergänzen.
„Der Beschluss der Vereinten Nationen ist ein großer politischer Erfolg und ein ebenso wertvolles wie überfälliges Weihnachtsgeschenk für alle Kinder“, sagte Albert Recknagel Kinderrechtsexperte von terre des hommes. „Seit vielen Jahren setzen wir uns zusammen mit unseren Partnern und auf internationaler Ebene mit unserer Föderation terre des hommes für ein Klagerecht von Kindern ein“. Das jetzt verabschiedete Zusatzprotokoll sei ein wichtiger Schritt, Kinder mit Erwachsenen rechtlich gleich zu stellen. Die Rechtsansprüche von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren könnten nun international noch wirkungsvoller durchgesetzt werden.
Das Zusatzprotokoll fordert die Unterzeichnerstaaten auf, neue Rechtsmittel für Beschwerdeverfahren von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Das Protokoll sieht ferner vor, Untersuchungen direkt beim zuständigen UN-Ausschuss anzusiedeln, wenn ein Verfahren aufgrund schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen im Herkunftsland des Kindes nicht möglich ist. In besonders schwerwiegenden Fällen kann der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes auch vorläufige Schutzmaßnahmen ergreifen.
Die Beschwerdeverfahren sollten nach Auffassung von terre des hommes in einer kindgerechten Form durchgeführt werden. Das schließe ein, dass neben schriftlichen Stellungnahmen auch bildliche Darstellungen sowie Ton- und Videoaufzeichnungen akzeptiert würden. In der anstehenden Diskussion um die Verfahrensrichtlinien sollte der Ausschuss für die Rechte des Kindes finanziell und personell gestärkt werden, um den neuen Aufgaben gerecht werden zu können.
Für terre des hommes stellt das neue Verfahren einen wichtigen Meilenstein auf dem Wege zu einem wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen dar. Es komme nun darauf an, die Kinderrechtskonvention weiter zu verbessern.
Dazu zähle auch das bereits im Vorfeld der UN-Generalversammlung geforderte Kollektivbeschwerderecht. In diesem Fall könnten Nichtregierungsorganisationen im Namen der Opfer Beschwerde einreichen, um zum Beispiel Traumatisierungen von Kindern und Jugendlichen zu verhindern. Auch in seiner Reichweite setze der neue Beschwerdemechanismus Grenzen: Die Empfehlungen des UN-Kinderrechtsauschusses seien für die Staaten bisher nicht bindend. „Dem Mechanismus fehlt also letztlich noch die rechtliche Verbindlichkeit, Staaten wegen Kinderrechtsverletzungen zur Verantwortung zu ziehen“, so terre des hommes-Experte Albert Recknagel.
„Die Haut der Erde entdecken“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 3.11.2011 in der es heißt:
Ab sofort ist der Reiseführer „Die Böden Deutschlands“ beim Umweltbundesamt (UBA) kostenlos erhältlich. Die aktualisierte Auflage bietet Ausflugsziele und Entdeckungstouren in allen 16 Bundesländern.
Im Fokus stehen vor allem Natur- und Erlebnispfade, die über die Bedeutung der Böden in den Regionen informieren. „Nehmen Sie sich die Zeit, mit Ihren Familien und Freunden das eine oder andere Reiseziel zu entdecken“ empfiehlt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA. Der faktenreiche Reiseplaner bietet sich sowohl für bodenkundliche Wandertouren als auch für erlebnisreiche Ausflüge an.
Der taschenbuchgroße Band versammelt die interessantesten Bodenregionen Deutschlands: den nationalen GeoPark „Eiszeitland“ in Brandenburg, den hessischen „Tatort“ Boden oder die bayerische „Boden und Wein“-Route in Unterfranken. Insgesamt enthält der Band 70 Ausflugsziele aus allen 16 Bundesländern. Dazu zählen Museen, Erlebnispfade, Umweltinformationszentren oder Bodenprofilsammlungen. Hinweise zu Anreise, Öffnungszeiten oder behindertengerechter Ausstattung machen den Bodenführer zu einem praktischen Reisebegleiter.
Die Begleittexte zu den Reisezielen informieren über die regionalen Bodentypen in Gebirgen, Eiszeitlandschaften oder Flusstälern. Ausführlich thematisiert der Band die unterschiedlichen Funktionen des Bodens als Lebensraum, Wasserspeicher oder Schadstofffilter.
Fachlich fundiert, aber dennoch lebendig geschrieben, überzeugt der Reiseführer nicht nur Naturbegeisterte. Mit einfachen Erklärungen richtet er sich genauso an interessierte Erwachsene, Schülerinnen und Schüler wie an Studierende. Farbige Bilder und Grafiken machen die Informationen zur Bodenentwicklung oder zu den Bodentypen leicht verständlich. Das vielfältige Kartenmaterial erleichtert die Orientierung und bietet zusätzliche Informationen über die touristischen und kulturellen Besonderheiten.
Der Reiseführer „Die Böden Deutschlands – sehen, erkunden, verstehen“ steht kostenlos unter der Internetadresse
http://www.umweltbundesamt.de/boden-und-altlasten/boden/bildung/reisef/index.htm zur Verfügung. Die Download- und Bestelladresse lautet: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4161.html
Die oeco capital Lebensversicherung ist eine Kooperation mit der NORD/LB eingegangen. Unter der Überschrift „Umweltfinanzierung: Lebensversicherer oeco capital und NORD/LB im Gleichschritt“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des weltweit ersten ökologischen Lebensversicherers vom 7.11.2011:
Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung bevorzugen naturnahe, schadstoffarm hergestellte Produkte und über 90 Prozent sind für den Ausbau erneuerbarer Energien.
Auch die Nachfrage im Bereich nachhaltiger Vorsorgeprodukte und Investments ist in den letzen Jahren stark im Aufwind. Der hannoversche Lebensversicherer oeco capital setzt seit 1998 auf die Ausrichtung klassischer Rentenprodukten (Privat-, Riester-, Basisrente) mit einer ökologisch nachhaltigen Anlagestrategie der Kundengelder.
Oeco Capital Lebensversicherung AG, Deutschlands „erster ökologischer Lebensversicherer“ und die NORD/LB als eine der größten Banken im Bereich der erneuerbaren Energien führen nun auf regionaler Ebene ihre Expertisen zusammen.
Gemeinsam mit der NORD/LB wurde ein Instrument entwickelt, was es der oeco capital Lebensversicherung AG ermöglicht, Projekte zur Nutzung regenerativer Energien über Fremdkapital in Form einer Zweckgebundenen Anleihe der Nord/LB zu finanzieren.
Diese Zweckbindung ist verpflichtend und ermöglicht es der oeco capital Einfluss auf die Mittelverwendung zu nehmen.
Die zur Verfügung gestellten Gelder werden von der NORD/LB zur Finanzierung eines Windparks eingesetzt.
Die oeco capital, eine Tochter der Concordia Versicherungen hat sehr hohe Anforderungen an ihre Investitionen in ausschließlich nachhaltige Investments.
So werden mit der satzungsgemäßen und durch einen ökologischen Beirat geprüften Kapitalanlage auch 2011 mit 4,0 Prozent Gesamtverzinsung ertragsstarke Werte für die Kunden erzielt. Dabei wurde das operative Neugeschäft im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Dieser Trend setzt sich auch 2011 ungebrochen fort.
Das Umweltbundesamt hat sich in einer Pressemitteilung vom 7.11.2011 zum 25. Jahrestag des Sandoz-Chemieunfalls geäußert. Unter der Überschrift „Nie wieder blutroter Rhein“ heißt es:
Vor 25 Jahren im November 1986 ereignete sich einer der größten vom Menschen verursachten Chemieunfälle in der Geschichte Europas: Aus Anlagen des Schweizer Chemieunternehmen Sandoz bei Basel lief nach einem Großfeuer 20 Tonnen giftiger, rotgefärbter Löschschaum ungehindert in den Rhein – ein enormes Fischsterben war die Folge, fast die gesamte Aalpopulation starb.
In Erinnerung an die Katastrophe veranstalten Bundesumweltministerium (BMU), Umweltbundesamt (UBA) und die UNECE morgen einen internationalen Workshop zum Risikomanagement bei gefährlichen Anlagen. „Die Sandoz-Katastrophe mahnt uns noch immer, die enge internationale Kooperation bei
grenzüberschreitenden Unglücksfällen ernst zu nehmen.
Ein gutes Krisenmanagement in Unglücksfällen ist unabdingbar, gerade weil mehrere internationale Flüsse Deutschland durchqueren“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA. „Innerhalb der Europäischen Union (EU) gilt es, die hohen Standards abzusichern. Außerhalb der EU müssen Genehmigungs- und Kontrollsysteme verbessert werden.“ Auf dem Workshop sollen vor allem vorhandene Defizite beim Risikomanagement gefährlicher Anlagen erkannt werden.
Ihren Ausgang nahm die Sandoz-Katastrophe, als in einer Lagerhalle des Unternehmens unerwartet 1350 Tonnen hochgiftige Chemikalien in Flammen aufgingen. Die Feuerwehr war zwar sofort zur Stelle und löschte den Brand – mit dem Löschwasser flossen jedoch mehr als 20 Tonnen eines giftigen Pflanzenschutz-Gemisches ungehindert in den Rhein. In den nachfolgenen beiden Wochen verteilte sich das Gift mehr als 400 Kilometer rheinabwärts und vernichtete dabei nahezu den gesamten Aalbestand.
In den Niederlanden, die einen Teil des Trinkwassers aus Uferfiltrat des Rheins bezogen, war die Versorgung stark beeinträchtigt. Deutsche Behörden konnten damals lange Zeit nur hilflos zusehen – denn obwohl sich das Unglück direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze ereignete, gab es keinen grenzüberschreitenden Informationsaustausch.
Aus der Katastrophe wurden Lehren gezogen: seit dem Sandoz-Unfall ist eine deutliche Verbesserung der Gefahrenlage erreicht worden. Möglich wurde dies insbesondere durch nationale und internationale Regelungen zum Risikomanagement. Wichtig sind vor allem die Störfallverordnung (StörfallV) sowie die Seveso-II-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft, die zur Beherrschung der Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen dient.
Auch Empfehlungen der internationalen Flussgebietskommissionen führten zu einer Verbesserung des sicherheitstechnischen Niveaus von Industrieanlagen, kombiniert mit einer entsprechend wirkungsvollen Überwachung.
Gewässerbelastungen durch Unfälle sind im Rhein beispielsweise mittlerweile um mehr als 99 Prozent zurückgegangen. Ein positives Ergebnis, aber: Diese Erfolgsbilanz gilt leider nicht für alle Flusseinzugsgebiete innerhalb der UNECE Region, die Flusseinzugsgebiete innerhalb Europas und Nordamerikas, bis nach Asien und den Nachfolgestaaten der UdSSR umfasst.
Vor allem in letztgenannten Ländern ist tendenziell eine eher negative Entwicklung zu registrieren, denn: Effiziente staatliche Genehmigungs- und Kontrollorgane sind nicht in allen Staaten vorhanden. Gleichzeitig sind zwischenstaatliche bzw. internationale Frühwarn-Systeme noch nicht oder nur in Ansätzen etabliert.
Innerhalb der EU geht es vor allem darum, das bisher Erreichte abzusichern. Hierzu müssen auch personelle Kapazitäten erhalten bleiben und sicherheitstechnische Standards auch in angrenzende Gesetzesbereiche ausgebaut werden. Regelmäßige Störfall-Übungen zwischen benachbarten Staaten sind zur Absicherung unentbehrlich.
Als Vorbild kann die gemeinsam erreichte Verantwortung und frühzeitige Harmonisierung von sicherheitstechnischen Vorsorge- und Überwachungs-Maßnahmen innerhalb der europäischen Flussgebietskommissionen dienen.
„Unterirdische Brände bedrohen die Gesundheit von Millionen Menschen“ lautet die Überschrift einer Meldung des Gruner und Jahr-Verlages vom 10.11.2011 in der es heißt:
In vielen Weltgegenden kommt es zu mysteriösen unterirdischen Bränden. Wie die Zeitschrift P.M. MAGAZIN (Ausgabe 12/2011, ab morgen im Handel) berichtet, bedrohen sie die Gesundheit von Millionen Menschen und verschwenden Unmengen Energie. Wie man sie löschen will, ist völlig unklar.
So toben etwa im Bauch von Chinas Erde Hunderte von Bränden, die sich entlang der chinesischen Nordgrenze wie auf einer 5.000 Kilometer langen Perlenschnur aufreihen. Durch Kohle-Diebstahl können sie entstehen. Kohle-Klau setzt einen Teufelskreis in Gang: Die frei liegenden Flöze (Schichten nutzbarer Gesteine von großflächiger Ausdehnung) oxidieren an der Luft und heizen sich auf. Bei 80 Grad Celsius zündet die Kohle.
Bei den spontanen Feuern entstehen Millionen Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid. Zusätzlich wird giftiges Kohlenmonoxid frei. Das Gas weckt hämmernde Kopfschmerzen und ist in hohen Konzentrationen sogar tödlich.
Hinzu kommt Schwefeldioxid, das im schlimmsten Fall die Schleimhäute verätzt. Stinkender Schwefelwasserstoff und Giftstoffe wie Quecksilber, Arsen oder Blei verseuchen selbst ferne Gewässer und Äcker.
„Wie grün ist der Verbraucher wirklich?“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Gesellschaft für Konsumforschung GfK vom 16.11.2011 in der es heißt:
Beim Thema nachhaltiger Konsum tritt die Umwelt häufig zugunsten von Kosten-Nutzen-Überlegungen der Verbraucher in den Hintergrund. In anderen Bereichen wie der nationalen Energieversorgung oder Abfall/Recycling besitzen die Deutschen dagegen ein deutlich höheres Umweltbewusstsein. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse des GfK Global Green Index, einer neuen repräsentativen Befragung der GfK Marktforschung aus dem Oktober 2011.
Nicht zuletzt seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist das Thema Umweltbewusstsein wieder stärker in den Fokus vieler deutscher Verbraucher gerückt. Die GfK ermittelt seit August 2011 mit dem GfK Global Green Index das Umweltbewusstsein in zentralen Dimensionen.
Neben generellen Einstellungen wird auch beleuchtet, ob und in welchem Ausmaß Verbraucher bereit sind, anfallende Kosten für umweltbewusstes Verhalten zu tragen. Die Einzelergebnisse wurden zum GfK Global Green Index zusammengefasst, dem neuen Maß der GfK für das Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung.
Konsum und Produktion: Verbraucher würden für umweltbewusste Produkte mehr zahlen
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung achtet bei Einkäufen noch nicht darauf, ob Produkte umweltschonend hergestellt wurden beziehungsweise ob sie mit entsprechenden Bio- und Umweltsiegeln versehen sind. Allerdings signalisiert in etwa jeder zweite die Bereitschaft, höhere Preise für Produkte zu zahlen, die bei der Herstellung oder im Verbrauch die Umwelt weniger belasten als andere Produkte.
Energieversorgung: Deutsche wollen Energieversorgung ohne Kernkraft
Die Auswirkungen von Fukushima und die dadurch entbrannte energiepolitische Diskussion in Deutschland spiegeln sich meist in den Aussagen zu diesem Themenbereich wieder. Über 70 Prozent sind aktuell bereit, den Ausbau der deutschen Stromnetze in ihrer unmittelbaren Umgebung zu akzeptieren, wenn sie dadurch einen Beitrag zum Atomausstieg leisten können.
Grundsätzlich sind sogar über 80 Prozent der Deutschen der Meinung, dass die Nutzung von Kernkraftwerken aufgrund der ungeklärten Endlagerproblematik dauerhaft nicht zu verantworten sei. Auch die oft thematisierte Sicherstellung der Stromversorgung ist nur für eine Minderheit ein Argument, die Kernenergie auch künftig zu nutzen. Im Gegenteil: Fast 70 Prozent glauben, dass erneuerbare Energien wie Sonne und Windkraft die Kernenergie komplett ersetzen können.
Abfall/ Recycling: Deutsche zeigen sich vorbildlich
In Sachen Mülltrennung sind die Deutschen laut eigener Aussage größtenteils vorbildlich. Über 80 Prozent geben an, Müll aus Überzeugung zu trennen und korrekt in Wertstofftonnen oder auf Recyclinghöfen zu entsorgen. Ebenso viele versuchen, bereits beim Einkaufen bewusst Abfall zu vermeiden, indem sie auf Mehrwegverpackungen zurückgreifen. Für eine umweltgerechte Entsorgung von Abfällen ist allerdings nur jeder Dritte bereit, höhere Gebühren für die Entsorgung von Haus, Grob- und Sondermüll zu bezahlen.
Energie im Haushalt: Maßnahmen müssen sich rechnen
Die Bereitschaft für Energieeffizienzmaßnahmen wie beispielsweise Wärmedämmung hängen in Deutschland stark von den dadurch anfallenden Mehrkosten ab. Insgesamt 80 Prozent der Deutschen wären nur dann bereit, derartige Maßnahmen durchzuführen, wenn es sich auch wirtschaftlich für sie lohnt. Bei der Anschaffung von energieeffizienten Geräten im Haushalts-bereich sind zumindest 60 Prozent generell bereit, zukünftig mehr Geld auszugeben, um ihren Energieverbrauch zu senken.
Mobilität und Tourismus: ein Drittel der Deutschen verzichtet teil-weise auf das Auto
Auch in den einzelnen Bereichen Mobilität und Tourismus spielen Kosten- und Nutzenüberlegungen für die Verbraucher eine entscheidende Rolle.
Bei der Frage, ob öffentliche Verkehrsmittel beispielsweise durch die Erhöhung der Kfz-Steuer gefördert werden sollten, gibt es derzeit genauso viele Befürworter wie Personen, die dies ablehnen. Immerhin jeder Dritte verzichtet bereits öfters auf sein Auto und nutzt alternative Fortbewegungsmöglichkeiten.
Bei der Buchung von Urlaubsreisen stehen für die meisten Deutschen Umweltaspekte dagegen noch im Hintergrund. Nur 20 Prozent wählen nach eigener Aussage Urlaubsziele danach aus, ob dort umweltfreundlicher Tourismus betrieben wird.
Engagement für Umweltschutz: noch ausbaufähig
Aktives Engagement für den Umweltschutz zeigt nur eine Minderheit der Verbraucher. Lediglich 14 Prozent der Deutschen unterstützen regelmäßig Naturschutzorganisationen, 15 Prozent beteiligen sich aktiv an Umweltschutzprojekten in der eigenen Region.
GfK Global Green Index
Innerhalb der Themenbereiche wurden die Einzelergebnisse jeweils zu Indexwerten verdichtet. Betrachtet man die aktuellen Indikatoren so zeigt sich, dass das Umweltbewusstsein deutscher Verbraucher in den verschiedenen Bereichen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist.
Während bei der Energieversorgung sowie bei Abfallversorgung/Recycling ein überdurchschnittlich hohes Umweltbewusstsein zu verzeichnen ist, weisen die Dimensionen Konsum und Produktion, Energie im Haushalt, Engagement für Umweltschutz und Tourismus noch ein unterdurchschnittliches Umweltbewusstsein auf. Der Indexwert für den Bereich Mobilität zeigt ein durchschnittliches Umweltbewusstsein, bei dem sich Zustimmung und Ablehnung für einzelne Kriterien die Waage halten.
Für die Bildung des GfK Global Green Index wurden die Einzelindizes zu einem Gesamtwert zusammengefasst. Da die Einzelindikatoren unterschiedlich ausgeprägt sind, zeigt sich, dass es trotz positiver Einzelbewertungen in der Summe noch deutliche Steigerungspotenziale gibt.
Zur Studie
Die vorliegenden Ergebnisse sind ein Auszug aus einer aktuellen Studie, die die GfK gemeinsam mit dem GfK Verein durchgeführt hat. Sie basieren auf rund 2.000 persönlichen Interviews im August und Oktober 2011, die jeweils mit Privathaushalten geführt wurden.
Der Klimawandel lässt Tiere schrumpfen. Unter der Überschrift „Steinbuttchen und Passionsfrüchtchen“ heißt es dazu in einer Meldung des Magazins GEO vom 17.11.2011:
Der Klimawandel lässt die meisten Tiere und Pflanzen kleiner werden. Wie die Dezember-Ausgabe des Magazins GEO berichtet, schrumpft pro Grad Erderwärmung die durchschnittliche Körpergröße eines Steinbutts um bis zu 22 Prozent.
Beim Samenkäfer etwa sind es bis zu drei Prozent, beim Tigersalamander 14 Prozent. Bei Säugetieren, Vögeln und Bäumen seien ähnliche Veränderungen feststellbar, sagt David Bickford von der National University in Singapur.
Die Ursachen sind komplex: Zum einen kommt ein kleinerer Organismus mit der Hitze besser zurecht als ein großer; außerdem reduziert sich in Dürregebieten das Nahrungsangebot. Andererseits nehmen wärmere Meere mehr Kohlendioxid auf - und die Versäuerung hemmt das Wachstum der Gehäuse von Krebsen.
Doch es gibt Ausnahmen: Etliche Tiere aus höheren Breiten wachsen - wohl aufgrund längerer, wärmerer Sommer. Und auch bei Menschen ist der Trend zur Größe meist ungebrochen - vermutlich, weil die Ernährung besser geworden ist.
Das Bundesamt für Naturschutz hat am 17.11.2011 anlässlich der Verleihung des Deutschen Naturschutzpreises eine Pressemitteilung veröffentlicht in der es heißt:
Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat heute bei der festlichen Verleihung des ersten Deutschen Naturschutzpreises den Forstdirektor a. D. Dr. Georg Sperber mit dem Ehrenpreis für sein langjähriges herausragendes persönliches Engagement für den Waldnaturschutz ausgezeichnet.
Die „Förderpreise“ für besonders originelle und vorbildliche Projektkonzepte gingen an das Projekt „Gründung der Waldgenossenschaft Propsteierwald“ in Eschweiler, das Bildungsprojekt des Bundesverbandes kath. Einrichtungen (BVkE) „wildewaldwelt.de – Jugendhilfe erlebt, begreift und packt an“ in Freiburg und an das Projekt „Tatort Wald – Perspektivenwechsel durch Planspiele“ des Wissenschaftsladens in Bonn.
Norbert Röttgen hob die Bedeutung des neuen Preises für den Naturschutz in Deutschland hervor. „Da sich der Wettbewerb an alle gesellschaftlichen Gruppen richtet und ausdrücklich Multiplikator- und Vernetzungsaspekte fördert, ist er von besonderer Bedeutung für die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung zum Naturschutz und zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für die Natur,“ sagte der Bundesumweltminister. Nach Ansicht des Ministers trägt der Preis zur Erreichung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bei.
Die Entscheidung über die Vergabe der Preise traf eine prominente elfköpfige Jury unter Leitung der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel. Zuvor hatte das BfN die Konzepte aller Finalisten einer fachlichen Prüfung unterzogen.
Der Preis geht auf eine gemeinsame Initiative des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und des Outdoor-Herstellers Jack Wolfskin zurück und will insbesondere Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz fördern. Er wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Schwerpunktthema 2011, dem Internationalen Jahr der Wälder, war der Wald. Mit dem Preis sind Preisgelder in einer Gesamthöhe von rund 250.000 Euro verbunden, die der Outdoor-Hersteller Jack Wolfskin stiftet.
Die Initiatoren zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Wettbewerbs. „Wir haben auf Anhieb ein überzeugendes Ergebnis erzielt, nicht nur was die Beteiligung angeht, sondern vor allem auch was die Vielfalt und Qualität der Beiträge betrifft. Hier sind wirklich viele originelle neue Projektideen für den Naturschutz entstanden, Ideen mit hoher Vorbildfunktion und Nachahmungspotenzial. Und das gilt nicht nur für die Preisträgerprojekte.
Alle Projekte der Finalrunde hatten das Potenzial, den Preis zu gewinnen. Und auch unter den Projektideen der ersten Wettbewerbsstufe waren viele interessante Ansätze. Wir wünschen uns sehr, dass auch diese Ideen weiterverfolgt und realisiert werden“, sagte Christian Brandt von Jack Wolfskin, der selbst auch Mitglied der Jury war, nach der Preisverleihung.
„Naturschutz ist nicht nur eine Angelegenheit des organisierten Naturschutzes“, unterstrich die BfN-Präsidentin Beate Jessel. „Der Schutz unserer natürlichen Umwelt geht uns alle an. Um mehr Menschen hierfür zu sensibilisieren und für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt zu gewinnen, sind Unterstützer und Partner aus allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich. Dem Deutschen Naturschutzpreis ist es gelungen, zusätzliche Anreize zu schaffen und neue Projektideen, Initiativen und Kooperationen anzustoßen. Dass unter den Preisträgern zwei Projekte sind, die sich um die Vermittlung von Naturerfahrung und -kenntnissen an Jugendliche bemühen, freut mich dabei besonders“, so die Präsidentin weiter.
Insgesamt hatten sich 175 Initiativen und Einzelpersonen aus ganz Deutschland an dem zwei-stufigen Ideenwettbewerb beteiligt. 23 Projektideen gelangten in die Finalrunde. Für den Ehrenpreis lagen der Jury insgesamt acht Nominierungen vor. Nominierungsberechtigt waren die auf Bundesebene anerkannten Naturschutzvereinigungen sowie die Jurymitglieder des Deutschen Naturschutzpreises 2011 selbst. Die ausgezeichneten Projekte sollen innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden. Das Preisgeld deckt dabei alle/die Kosten ab.
Für 2012 kündigten die Initiatoren des Deutschen Naturschutzpreises einen „Bürgerpreis“ als weitere Preiskategorie an. Mit dem Bürgerpreis sollen insbesondere kleinere Projekte mit einem Finanzierungsbedarf von bis zu 4.000 Euro gefördert werden.
„Wir haben festgestellt, dass es sehr viele ehrenamtlich getragene Projektideen und Initiativen gibt, bei denen sich mit einem vergleichsweise kleinen Förderbetrag viel für den Naturschutz bewegen lässt. Diese wollen wir mit dem neuen Bürgerpreis unterstützen. Dafür stellen wir insgesamt bis zu 40.000 Euro aus der Gesamtsumme des Preises zur Verfügung“, erläuterte Christian Brandt die Beweggründe zur Einrichtung der neuen Wettbewerbskategorie. Genauere Details der Ausgestaltung seien noch in der Abstimmung und würden im Januar im Rahmen der offiziellen Ausschreibung des Preises bekanntgegeben.
Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch das neue Jahresthema für 2012 bekanntgeben. Es lautet: „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“. Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte, dass der Deutsche Naturschutzpreis auch einen wichtigen Beitrag für die UN-Dekade Biologische Vielfalt, die die Vereinten Nationen von 2011 bis 2020 ausgerufen haben, darstelle.
Das gewählte Motto passe hervorragend zum für 2012 gewählten Schwerpunktthema der Dekade „Vielfalt genießen – Natur-Zeit ist Freizeit“. Gesucht werden Projektideen, die sich mit Natur in der Stadt und im Siedlungsbereich befassen. Die offizielle Ausschreibung soll im Januar 2012 erfolgen. Dann werden auch weitere Details zum Jahresthema bekanntgegeben. Mit der frühen Veröffentlichung des neuen Jahresthemas wolle man potenziellen Initiativen bereits frühzeitig die Möglichkeit eröffnen, entsprechende Projektideen zu entwickeln, so die Veranstalter.
Die Preisträger
Förderpreise erhalten
- das Projekt „Gründung der Waldgenossenschaft Propsteierwald“ zur gemeinschaftlichen nachhaltigen Nutzung und Sicherung eines einzigartigen Naturraums in einem bisher militärisch genutzten Waldgebiet in Eschweiler bei Aachen. Fördersumme: 35.000 Euro
- das Projekt „www.wildewaldwelt.de – Jugendhilfe erlebt, begreift und packt an“, ein erlebnispädagogisches Naturschutz- und Bildungsprojekt des Bundesverbands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe e.V. (BVkE) im mittleren Schwarzwald für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Jugendhilfeeinrichtungen in ganz Deutschland. Fördersumme: 90.000 Euro
- das Projekt „Tatort Wald – Perspektivenwechsel durch Planspiele“ des Wissenschaftsladens Bonn e.V., das Jugendlichen den Lebensraum Wald und die Konflikte, die durch die vielfältigen Nutzungsinteressen entstehen, näher bringt und im Rahmen eines Planspiels zu einer kritischen Auseinandersetzung anregt. Fördersumme: 119.000 Euro
Ehrenpreisträger ist Dr. Georg Sperber. Der Forstdirektor a. D. und Mitbegründer des Nationalparks Bayerischer Wald erhält den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis in Würdigung seines langjährigen herausragenden und beispielhaften persönlichen Engagements für den Waldnaturschutz in Deutschland.
Ausführliche Beschreibungen zu den Projekten und dem Ehrenpreisträger finden Sie unter http://www.deutscher-naturschutzpreis.de
Der Deutsche Naturschutzpreis
Der Deutsche Naturschutzpreis wird als Förderpreis einmal jährlich im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs vergeben. Herausgeber sind das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Der Preis fördert Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz. Ausgezeichnet werden originelle, zukunftsweisende und vorbildliche Projektideen zum Naturschutz, zur Naturbildung und zum Naturerleben.
Bewerben können sich ehrenamtlich engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen. Das von Jack Wolfskin gestiftete Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro dient der Umsetzung der Projekte und wird auf die Preisträger aufgeteilt. 2011 stand der Preis unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“. Neben dem Förderpreis für originelle Projektideen wird ein Ehrenpreis für herausragendes persönliches Engagement im Naturschutz verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert, die ebenfalls aus der Stiftungssumme stammen. Die Entscheidung über die Vergabe trifft die Jury des Deutschen Naturschutzpreises.
Die Trinkwasserverordnung ist reformiert worden. Unter der Überschrift „Mehr Sicherheit für die Trinkwasserqualität in Gebäuden“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 28.10.2011:
Mehrere Neuerungen in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) stärken die Qualitätsstandards für Trinkwasser. Im Fokus stehen die Trinkwasser-Installationen in Gebäuden. Diese dürfen die Qualität des Trinkwassers nicht beeinträchtigen. So müssen ab November die Trinkwasser-Installationssysteme auch in gewerblich genutzten Gebäuden wie Mietshäusern auf Legionellen untersucht werden.
Bisher bestand diese Pflicht nur für öffentliche Gebäude. „Diese wesentliche Verbesserung des Verbraucherschutzes wird dazu beitragen, Legionellenkontaminationen im Trinkwasser zu verhindern.“, sagte Thomas Holzmann, der Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). Verbindlich sind nun auch technische Regeln für den Bau und Betrieb von neuen Trinkwasserversorgungs-anlagen. Dadurch soll vermieden werden, dass für Trinkwasser-Installationen ungeeignete Materialien verwendet werden, aus denen sich Stoffe in das Trinkwasser lösen könnten. Als erstes Land in der Europäischen Union (EU) führt Deutschland zudem einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser ein.
Trinkwasser-Installationen in gewerblich genutzten Gebäuden, also entsprechend Trinkwasserverordnung auch in Mietshäusern, müssen ab November 2011 auf Legionellen untersucht werden. Das legt die 1. Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung vom 3. Mai 2011 fest. Bisher galt diese Regelung nur für Gebäude, in denen Wasser an die Öffentlichkeit abgegeben wird. Die Verordnung führt zudem für Legionellen erstmals einen so genannten „technischen Maßnahmenwert“ ein. Er liegt bei 100 „koloniebildenden Einheiten“ in 100 Milliliter Wasser. Wird dieser Wert erreicht oder überschritten, kann das Gesundheitsamt den Anlagenbetreiber dazu verpflichten, die Ursache der Belastung zu ermitteln und zu beheben.
Legionellen können schwere, teils tödliche Lungenentzündungen sowie das grippeähnliche Pontiac-Fieber hervorrufen. Sie sind nicht von Mensch zu Mensch ansteckend, sondern gelangen durch das Einatmen von Aerosolen in den Körper. Gefährliche Legionellenmengen können im warmen Wasser entstehen, wenn zum Beispiel durch Baufehler in den Anlagen die erforderlichen Temperaturen (Kaltwasser < 25 und Warmwasser > 55 °C) nicht eingehalten werden. So können auch stillgelegte und regelwidrig nicht abgetrennte Stränge in der Trinkwasserleitung das Legionellenwachstum fördern, weil hier das Wasser stagniert.
Um die Qualität des Trinkwassers in Deutschland noch besser vor Verunreinigungen zu schützen, regelt die Trinkwasserverordnung nun den Einsatz von Installationsbauteilen strenger: Installationsbetreiber werden auf die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik verpflichtet. Sie dürfen ab sofort nur Leitungen und Armaturen einsetzen, die allenfalls ein Minimum an Stoffen abgeben und nachweislich entsprechend geprüft wurden. Ein solcher Nachweis geht aus Prüfzeichen hervor.
Wer nicht geprüfte Installationsbauteile neu einbaut, begeht ab jetzt eine Ordnungswidrigkeit. Der Hintergrund für die Neuregelung: Aus fehlerhaft ausgewählten Installationsmaterialien können sich Chemikalien lösen und ins Trinkwasser gelangen. Das kann seine Qualität beeinträchtigen und auch das Wachstum von Bakterien nach sich ziehen, etwa Legionellen. Hinzu kommt ferner ein besserer Schutz vor Verunreinigung mit Wasser, das keine Trinkwasserqualität hat, wie Regenwasser oder Wasser aus der Heizungsanlage. Betreiber müssen durch Einbau einer so genannten „Sicherungseinrichtung“ nun dafür sorgen, dass kein Wasser minderer Qualität durch Rückfließen in das Trinkwassernetz gelangen kann.
Eine weitere Änderung der TrinkwV betrifft das Schwermetall Uran. Ab dem 1. November führt Deutschland als einziges Land in der EU einen Uran-Grenzwert für Trinkwasser ein. Er legt eine Obergrenze von 10 Mikrogramm pro Liter Wasser fest. Relevant ist diese Änderung aber nur für wenige, meist kleine Trinkwassergewinnungsgebiete, in denen Uran lokal in höheren Konzentrationen vorkommen kann.
Das Metall ist relativ giftig und unterliegt jetzt in Deutschland einem Trinkwasser-Grenzwert, der im weltweiten Vergleich sehr niedrig ist. Dieser schützt auch empfindliche Personen zuverlässig vor dem nierentoxischen Potenzial des Urans. Dagegen ist die Strahlungsaktivität von Uran erst ab einer etwa zehnmal höheren Konzentration gesundheitlich relevant.
Weitere Informationen und Links:
Die geänderte Trinkwasserverordnung:
http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html
UBA-Broschüre „Rund ums Trinkwasser“:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4083.html
UBA-Hintergrundpapier „Legionellen im Trinkwasser“:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/3983.html
Die Weltbevölkerung hat Ende Oktober 2011 die 7-Milliarden-Marke erreicht. Unter der Überschrift „Zwei klare Strategien für eine nachhaltige Zukunft“ heißt es dazu in einem Statement des Worldwatch-Instituts vom 26.10.2011:
Laut Experten des Worldwatch-Instituts werden die Herausforderungen, die mit der Erreichung der 7-Milliarden-Marke der immer weiter wachsenden Weltbevölkerung gegen Ende Oktober dieses Jahres einhergehen, nur mit einer zweigleisigen Maßnahme bewerkstelligt werden können.
Einerseits durch die Bestärkung der Frauen darin, selbst über die Mutterschaft entscheiden zu können, andrerseits durch eine signifikante Reduzierung des weltweiten Energie- und Ressourcenverbrauchs. Dies würde die Menschheit zu einer der Umwelt gegenüber nachhaltigen und die menschlichen Bedürfnisse deckenden Gesellschaft führen, anstatt sie mehr und mehr davon wegzubringen.
Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge kamen in den letzten 60 Jahren etwa 4,5 Millionen Menschen dazu, was das globale Ökosystem und die Ressourcen der Erde mehr und mehr belastet. Da wir Menschen viel stärker als alle anderen Spezies mit unserer Umgebung interagieren und somit auch enorme Mengen an Kohle, Stickstoff, Wasser und anderen Ressourcen verbrauchen, bewegen wir uns nicht nur in Richtung globale Klimaveränderung sowie Erschöpfung der wichtigsten Energiequellen und anderen Ressourcen, sondern bewirken zudem, dass in den kommenden Jahrzehnten Tausende Pflanzen- und Tierarten aussterben werden.
Diese Folgen sind bis zu einem gewissen Grade unvermeidbar, und wir werden uns ihnen anpassen müssen. Doch um der Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe entgegenzuwirken, müssen wir gleichzeitig daran arbeiten, den zukünftigen Weg der Bevölkerung zu beeinflussen und uns der Folgen, die ein fortwährendes Bevölkerungswachstum auf die Umwelt und die Gesellschaft haben wird, annehmen.
"Genau deshalb, weil eben die menschliche Bevölkerung so groß ist und so schnell wächst, müssen wir uns dessen bewusst werden, dass wir als Individuen - und als Nationen - immer weniger im Einklang mit der Umwelt agieren, und etwas dagegen tun ", so Robert Engelman, Leiter des Worldwatch-Institutes und Experte in Sachen Weltbevölkerung.
"Die Herausforderung wird von Generation zu Generation größer, doch zum Glück gibt es Wege, praktisch und menschlich sowohl das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen als auch die mit dem Wachstum einhergehenden Auswirkungen zu reduzieren."
Der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hat diesbezüglich heuer die Kampagne "7 Billion Actions" gestartet. Sie soll positive Aktivitäten, an denen sich Einzelpersonen sowie Organisationen beteiligen, hervorheben und dazu anregen, sich den Herausforderungen der globalen Entwicklung zu stellen. In einem offen zugänglichen Forum sollen diese Aktivitäten der Öffentlichkeit präsentiert und, angesichts der wachsenden Bevölkerung und der damit steigenden gegenseitigen Abhängigkeit, die Kommunikation und Zusammenarbeit gefördert werden.
"Sich der globalen Bevölkerung anzunehmen bedeutet nicht gleich `Bevölkerungskontrolle`" sagt Engelman. "Der direkteste und unmittelbarste Weg zur Senkung der Geburtenrate ist ein möglichst hoher Anteil an gewollten Schwangerschaften, indem man Frauen entscheiden lässt, ob und wann sie ein Kind bekommen möchten. Gleichzeitig müssen wir schnellstmöglich unseren Energie-, Wasser- und Materialienverbrauch umwandeln, und zwar indem wir verstärkt Grüne Technologien benutzen und eine bessere Konservierung und Effizienz vorantreiben."
Worldwatch empfiehlt zwei Hauptansatzpunkte zur Abschwächung der Auswirkungen einer schnell zunehmenden Weltbevölkerung:
Freie Entscheidung der Frauen über eine Mutterschaft.
Mehr als zwei von fünf Schwangerschaften weltweit sind von Seiten der Frau ungewollt, und die Hälfte oder mehr davon führen zu Geburten, die wiederum das kontinuierliche Bevölkerungswachstum anregen. Nach der Berechnung von Engelman würde die durchschnittliche weltweite Geburtenrate sofort unter die sog. replacement fertility rate" (die zur Selbsterhaltung einer Bevölkerung erforderlichen Zahl an Kindern pro Frau) von knapp mehr als zwei Kindern pro Frau fallen, könnten alle Frauen für sich selbst entscheiden, wann sie schwanger werden wollen.
Die Bevölkerungskurve würde somit nach einem Hoch schrittweise abfallen, und zwar möglicherweise vor 2050. Frauen müssen das Recht haben, ohne Angst vor Nötigung oder Druck von Seiten des Partners, der Familie oder der Gesellschaft eigenständig über eine Mutterschaft entscheiden zu können. Zudem muss ihnen ein problemloser Zugang zu einer Auswahl an sicheren, effektiven und erschwinglichen Verhütungsmethoden sowie zu damit verbundenen Gebrauchsinformationen und Beratungen gewährleistet werden.
Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Lebensmittelverschwendung.
Wir Menschen machen uns zwischen 24 und knapp 40 Prozent der bei der Photosynthese des Planeten entstehenden Stoffe für Nahrung und andere Zwecke, sowie mehr als die Hälfte der zugänglichen Abflussmenge an erneuerbarem Süßwasser zu Eigen. Wir überbeanspruchen nicht nur unsere begrenzten Ressourcen, sondern vergeuden auch noch große Mengen an Lebensmitteln pro Jahr. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden in den Industrieländern jährlich 222 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt.
Würden wir weniger Ressourcen und Lebensmittel verschwenden, könnten weltweit mehr Menschen ernährt und somit weniger Ressourcen verbraucht werden. Dies würde auch bedeuten, dass die weltweit fast eine Milliarde hungernden Menschen mit bereits abgebauten anstatt neuen Ressourcen genährt werden könnten.
Das Umweltbundesamt hat sein digitales Umweltlexikon komplett aktualisiert. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes vom 26.10.2011:
Das beliebte Rechercheportal „Daten zur Umwelt“ ist vollständig aktualisiert worden. Interessierte finden hier Antworten auf alle wichtigen Umweltfragen: Wie sauber ist unserer Atemluft? Wie verschmutzt sind Deutschlands Flüsse und Seen? Belastet der Verkehr die Umwelt immer noch so stark wie vor 10 Jahren?
Auf einen Klick erhält man Hintergrundinformationen zu relevanten Gesetzen und umweltpolitischen Zielen. Zahlreiche Diagramme und Tabellen verdeutlichen den Rückgang der Treibhausgase in Deutschland oder die negativen Effekte des Verkehrslärms auf den Menschen. „Die ‚Daten zur Umwelt‘ sind ein zentraler Einstieg in das Thema Umwelt“, so Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth. „Bürgerinnen und Bürger erhalten hier fundierte Informationen über den Umweltschutz in Deutschland.“ Abgerundet wird das Angebot durch Lektüretipps und Links zu weiterführenden Informationsquellen.
Das Internetangebot Daten zur Umwelt verweist nun auf alle Neuerungen beim Umweltrecht, insbesondere im Bereich des Klimaschutzes. Außerdem beschreibt es die umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung. Für viele Stichworte gibt es relevante Literaturhinweise und weiterführende Links.
Mit dem digitalen Umweltlexikon „Daten zur Umwelt“ lässt sich der aktuelle Zustand der Umwelt in Deutschland schnell herleiten. Eine positive Entwicklung zeigt sich etwa bei der Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Hier liegt Deutschland im europäischen Vergleich vorn.
Bis 2010 ging der Ausstoß der klimaschädlichen Gase gegenüber 1990 um rund 289 Millionen Tonnen zurück, das entspricht einem Rückgang von 23,1 Prozent. Damit unterschritt Deutschland zum vierten Mal in Folge die Zielgröße des Kyoto-Protokolls. Einen wesentlichen Teil dazu trug der Ausbau der erneuerbaren Energien bei. Ganze 119 Millionen Tonnen Treibhausgase konnten dadurch allein im Jahr 2010 eingespart werden.
Dagegen verdeutlichen die Daten zur Lärmbelastung, dass hier starker Handlungsbedarf besteht. Modellrechnungen des Umweltbundesamtes zeigen, dass derzeit etwa 13 Millionen Deutsche ein erhöhtes Herzkrankheitsrisiko aufgrund von Verkehrslärm besitzen. Und noch eine Zahl lässt aufhorchen: momentan erreichen nur 8 Prozent der deutschen Fließgewässer den „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand, der von der Europäischen Union (EU) gefordert wird.
Die häufigsten Ursachen hierfür sind Verbauung, Begradigung und fehlende Durchgängigkeit sowie die größtenteils aus der Landwirtschaft stammenden Nährstoffbelastungen. Positiv ist zu vermerken, dass fast alle deutschen Badegewässer (Seen und Küstengewässer) den Qualitätsanforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie entsprechen.
Das Internetangebot „Daten zur Umwelt“ findet man unter:
http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de
Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wollte wissen, was die deutsche Bevölkerung mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ verbindet. Unter der Überschrift „Ein Drittel der Deutschen verbindet Nachhaltigkeit mit Umweltschutz“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 18.10.2011:
Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger hat schon einmal von dem Begriff Nachhaltigkeit gehört. Jeder Dritte verbindet damit Aspekte des Natur- oder Umweltschutzes. Dies ergab eine aktuelle Studie des GfK Vereins.
Rund 80 Prozent der Bundesbürger haben den Begriff Nachhaltigkeit schon einmal irgendwo gehört, gesehen oder gelesen. Nur etwa jeder Dritte (36 Prozent) ist sich da allerdings "ganz sicher". 43 Prozent kommt das Wort zumindest bekannt vor. 21 Prozent der Deutschen kennen den Ausdruck dagegen gar nicht. Dies sind Ergebnisse einer Studie, für die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK Vereins im September knapp 1.000 Deutsche ab 14 Jahren befragt hat.
Mit Blick auf die verschiedenen Altersgruppen zeigt sich: Am meisten können 35- bis 64-Jährige mit dem Thema Nachhaltigkeit anfangen. Rund 40 Prozent kennen den Begriff sicher, etwa ebenso vielen kommt er zumindest bekannt vor. Etwa jeder Fünfte kann hingegen mit dem Begriff Nachhaltigkeit nichts anfangen. Der Informationsgrad nimmt mit höherem Alter etwas ab. Jeder Vierte über 65 Jahre hat noch nie von Nachhaltigkeit gehört. Ebenso geht es der jungen Generation zwischen 14 und 34 Jahren: Auch hier weiß ein Viertel der Befragten nicht, was sich hinter Nachhaltigkeit verbirgt.
Mehr noch als das Alter hat das Bildungsniveau Einfluss darauf, ob Menschen mit dem Thema vertraut sind oder nicht. So kennen 91 Prozent der Akademiker, aber nur 69 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss den Begriff.
Auch wer den Begriff Nachhaltigkeit schon einmal gehört hat, weiß nicht unbedingt, was darunter zu verstehen ist. Auf die offene Frage nach den inhaltlichen Assoziationen antworteten 18 Prozent derjenigen, denen der Begriff bekannt vorkommt oder sicher bekannt ist, keine Vorstellung zu haben, was sich dahinter verbirgt. Für die anderen steht er vor allem für Natur- und Umweltschutz. 22 Prozent nennen umweltbewusstes Handeln/Wirtschaften ganz allgemein und 17 Prozent denken dabei explizit an die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.
Weitere Nennungen entfallen zum Beispiel auf das "Sparen von Ressourcen" (6 Prozent), "Wiederverwertbarkeit/Recycling", oder "Energiesparen/Verwendung Regenerativer Energien" (je 4 Prozent). Insgesamt verbinden 45 Prozent der Kenner des Begriffs mindestens eine Assoziation aus dem Bereich Umwelt-/Naturschutz mit dem Wort Nachhaltigkeit.
An Dauerhaftigkeit und lange Lebensdauer wird von 29 Prozent in diesem Zusammenhang gedacht. Nachhaltigkeit als Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen erwähnen demgegenüber nur 4 Prozent der Kenner als Begriffsdeutung. Soziale oder humanitäre Aspekte fehlen auf der Liste der spontanen Assoziationen. Das Wort steht also für die meisten Menschen in erster Linie stellvertretend für Themen des Natur- und Umweltschutzes.
"Dass die Menschen in erster Linie an die Umwelt denken, ist nicht verwunderlich. Denn der Begriff Nachhaltigkeit wurde Ende der 80er und in den 90er Jahren mit Umweltthemen bekannt zu einer Zeit in der beispielsweise das Waldsterben und die Einführung der Mülltrennung in aller Munde waren", kommentiert Prof. Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, das Ergebnis.
Die Ergebnisse stammen aus einer Studie, für die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK Vereins im September 962 Personen ab 14 Jahren (repräsentativ für die bundesdeutsche Bevölkerung) befragt hat.
„Reiche wollen mehr grün und sozial investieren Commerzbank-Umfrage: Großes Interesse an Nachhaltigkeit“ – lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Commerzbank vom 14.10.2011 in der es heißt:
Bei sehr vermögenden Menschen in Deutschland besteht laut einer aktuellen Umfrage ein großes Interesse daran, künftig stärker soziale, ethische und ökologische Aspekte bei der Geldanlage zu berücksichtigen.
Wie die Befragung des Commerzbank Wealth Management ergab, können sich 78 Prozent der Menschen mit großem Vermögen vorstellen, in nachhaltige Anlageformen zu investieren. Ein Drittel tut dies nach eigenen Angaben bereits.
Damit rangieren nachhaltige Geldanlagen bisher aber noch deutlich hinter anderen verantwortungsvollen Konsumformen: Bei Strom und Heizung achten der Umfrage zufolge schon 75 Prozent der Vermögenden auf Nachhaltigkeit, 72 Prozent kaufen nach eigenen Angaben Biolebensmittel.
Ein Grund für die Zurückhaltung bei Investments könnte die Angst vor einer schlechteren Wertentwicklung sein: Die Mehrzahl der Befragten wollen nur dann nachhaltig investieren, wenn die Rendite gleich hoch wie bei normalen Investments ist. 38 Prozent würden jedoch auch eine geringere Gewinnmarge akzeptieren.
„Dabei schließen sich nachhaltige Investments und attraktive Renditen keinesfalls aus“, erklärt Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand Wealth Management der Commerzbank. So hat etwa der staatliche norwegische Pensionsfonds, der strikt nachhaltig investiert, in den letzten Jahren bis auf eine Ausnahme genauso gut oder besser abgeschnitten als ein herkömmlicher Vergleichsindex. Und doch hinkt Deutschland im internationalen Vergleich noch stark hinterher: In Frankreich stecken Gelder im Volumen von fast zwei Billionen US-Dollar in ökologisch, ethisch und sozial einwandfreien Anlageformen. Großbritannien kommt etwa auf die Hälfte dieses Volumens, Deutschland jedoch nur auf weniger als 100 Milliarden US-Dollar.
Die Commerzbank erwartet daher in den nächsten Jahren einen starken Aufholprozess in Deutschland. Anleger haben aber bereits heute interessante Möglichkeiten, in „grüne“ Themen wie Klimaschutz, Solar- und Windenergie zu investieren oder in „saubere“ Branchen, die sich weder mit Tabak, Alkohol oder Waffen befassen. Ausgesuchte Aktien bieten sich dabei ebenso an wie Anleihen sowie Aktien- und Rentenfonds, mit denen Anleger ihr Investitionsvorhaben mit den persönlichen Wertvorstellungen in Einklang bringen können.
Oft haben solche Produkte Zusätze wie SRI (socially responsible investment) oder ESG (environmental - social - governance). Auch Immobilienfonds, die sich auf ökologische und energiesparende Gebäude („green buildings“) spezialisiert haben, fallen in die Kategorie der nachhaltigen Investments.
„Unterschätzte Gefahr: Reinigungsmittel sind nicht harmlos“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 13.10.2011 in der es heißt:
Ätzende und reizende Reinigungsmittel verursachen in Deutschland nach wie vor eine große Anzahl an gesundheitlichen Schäden. Allein im Jahr 2009 wurden 665 Vergiftungen durch Reinigungsmittel gemeldet. Vor allem Kinder verletzten oder vergiften sich mit Reinigungsmitteln. Zudem belasten die Reiniger die Umwelt mit Chemikalien.
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA): „Das UBA rät dazu, auf ätzende Reinigungsmittel mit der orangenen Gefahrenstoffkennzeichnung zu verzichten. Für den Hausgebrauch sind solche Mittel völlig übertrieben.“ Der neue UBA-Flyer „Umweltbewusst reinigen – nachhaltig und hygienisch“ gibt Tipps zum sparsamen Umgang mit Wasch- und Reinigungsmitteln und zu umweltfreundlichen Produkten.
Grundsätzlich sind alle Reinigungsmittel potenziell gefährlich. Sie enthalten Tenside, welche beim Verschlucken z.B. Vergiftungen verursachen können. Seit dem Inkrafttreten der Meldepflicht für Vergiftungen am 01.08.1990 wurden fast 10.000 Fälle gemeldet, die von Reinigungsmitteln ausgingen.
Vor etwa einem Jahr musste das UBA gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den Handel und Verkauf eines Reinigungsmittels untersagen. Aufgrund seines hohen Anteils an Salpetersäure stellte es eine erhebliche Gefahr für die Verbraucher dar.
Besonders problematisch sind Produkte, die das Gefahrenstoffsymbol „ätzend“ tragen. Dazu zählen häufig Rohrreiniger, Backofenreiniger, Sanitärreiniger oder Fettlöser. Bei unsachgemäßem Gebrauch können diese Mittel zu Hautreizungen, Verätzungen sowie Schädigungen der Atemwege und der Lunge führen. „Im Haushalt lassen sich solche Produkte ohne Weiteres vermeiden. Häufig sind weniger gefährliche Alternativen im Angebot.“, sagt Jochen Flasbarth.
Weitere Tipps gibt der neue UBA-Flyer „Umweltbewusst reinigen – nachhaltig und hygienisch“. Darin rät das UBA, beim Einkauf auf die Euroblume, das europäische Umweltzeichen zu achten. Produkte, die mit diesem Symbol gekennzeichnet sind, erfüllen strenge Auflagen zur Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit. Zusätzlich müssen die Hersteller bei diesen Produkten einen Nachweis über die Reinigungsleistung abgeben, sodass ein sauberes Ergebnis garantiert ist. Der Flyer zum umweltbewussten Reinigen ist auch in türkischer Sprache erhältlich.
Weitere Informationen und Links:
UBA-Flyer „Umweltbewusst reinigen – nachhaltig und hygienisch“:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4162.html
Zur gleichen Problematik heißt es in einer Presseerklärung der Welthungerhilfe vom 11.10.2011:
Die starken Schwankungen sowie die derzeitigen Rekordhöhen bei den Nahrungsmittelpreisen verschärfen den Hunger und die Armut weltweit. Die Menschen in den Entwicklungsländern, die rund 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, müssen mit gefährlichen Anpassungsstrategien diese Preissteigerungen ausgleichen.
Darauf hat Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2011 hingewiesen. "Nicht nur die Familien in den Städten sondern auch die Menschen, die auf dem Land leben und Nahrungsmittel produzieren, leiden stark unter den hohen Preisen. Die Familien schicken die Kinder nicht mehr in die Schule, sparen an den Gesundheitskosten und reduzieren ihre Mahlzeiten so weit, dass die Mangelernährung bei Kindern wieder steigt", beklagt Dieckmann.
Zum Vergleich: In Deutschland geben die Haushalte nur etwa zwölf Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel aus. Um die Preissteigerungen in gleichem Maße wie die Menschen in den Entwicklungsländern zu spüren, müsste ein Brot somit fast 30 Euro und der Beutel Kartoffeln 50 Euro kosten.
Der Welthunger-Index untersucht in diesem Jahr die Ursachen und Folgen der hohen Preisentwicklung der letzten Jahre. Wichtigste Aussage: Die steigende Verwendung von Agrarprodukten zur Herstellung von Treibstoff, die Auswirkungen des Klimawandels in Form von extremen Wetterverhältnissen sowie ein Anstieg der Preisspekulation an den Agrarmärkten sind die wichtigsten Gründe dafür, dass die Preise in den letzten Jahren immer wieder neue Rekordhöhen erreichen und starken Schwankungen ausgesetzt sind.
Dieckmann fordert zu einem Umdenken bei Agrartreibstoffen und Börsenspekulationen auf. "Wir müssen die Subventionen und Beimischungsquoten überdenken, um nicht zwischen Teller oder Tank entscheiden zu müssen. Gleichzeitig müssen die Aktivitäten auf den Nahrungsmittelmärkten transparenter werden und neue Grenzen für exzessive Spekulationen gezogen werden", betont Dieckmann.
Der Welthunger-Index wird zum sechsten Mal zusammen mit dem International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington zeitgleich in Washington, London, Nairobi und Dushanbe veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse zur Hungersituation:
In 26 Ländern ist die Hungersituation sehr ernst oder sogar gravierend. Der WHI-Wert ist zwar weltweit seit 1990 gesunken, aber insgesamt bleibt das Niveau ernst. Die größten Fortschritte gab es in Südostasien sowie Lateinamerika. Die Länder mit den schlechtesten Werten liegen überwiegend in Afrika: Burundi, Kongo, Eritrea und der Tschad. Insgesamt leiden immer noch 925 Millionen Menschen weltweit unter Hunger.
Der Bericht fordert den Aufbau einer Nahrungsmittelreserve sowie von aktuellen Datenbanken zu den weltweiten Nahrungsmittelmärkten. "Die Preistrends der letzten Jahre wurden auch durch einen Mangel an verlässlichen und aktuellen Informationen über Angebot und Nachfrage hervorgerufen", erklärt Klaus von Grebmer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von IFPRI, die wichtigsten Ergebnisse.
Der Deutsche Bauernverband hat sich zu einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geäußert, nach welchem die Zahl der Hungernden im vergangenen Jahr drastisch gestiegen ist. In einer Pressemitteilung des Verbandes vom 12.10.2011 heißt es:
Am 10. Oktober 2011 hat die FAO in Rom den Welthungerbericht 2011 veröffentlicht. Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbands (DBV) sind Ergebnisse des Berichts schockierend. Nach einer leichten Entspannung in den vergangenen Jahren ist die Zahl der hungernden und unterernährten Menschen auf etwa 925 Millionen gestiegen. In den Jahren 2006 bis 2008 lag die Zahl der Betroffenen nach FAO-Einschätzung bei 850 Millionen Menschen.
Der DBV weist darauf hin, dass fast zwei Drittel der Betroffenen Bäuerinnen und Bauern sind. Als Ursache für diese menschliche Tragödie würden in diesem Zusammenhang immer wieder gestiegene Lebensmittelpreise und die Preisschwankungen benannt. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, mahnt der DBV.
Der Bauernverband fordert vielmehr, den Bericht richtig zu interpretieren. Über mehr als vier Dekaden seien die Bäuerinnen und Bauern weltweit mit einem anhaltenden Druck auf die Preise für Agrarprodukte konfrontiert gewesen. Das habe sich auch entlastend auf die Lebensmittelpreise ausgewirkt. Dennoch sei es nicht gelungen, die Zahl der hungernden und unterernährten Menschen spürbar zu reduzieren.
Der DBV sieht für das Hungerproblem nicht in erster Linie die Preisentwicklung verantwortlich, sondern vielmehr eine mangelhafte Rentabilität in der Landwirtschaft und einen mangelnden politischen Stellenwert der Landwirtschaft. Landwirtschaftliche Produktion habe sich einfach nicht gelohnt, es gab keine wirtschaftlichen und politischen Anreize.
Gerade in den am stärksten von Hunger betroffenen Ländern werde die Landwirtschaft sträflich vernachlässigt. Auch in der internationalen Entwicklungspolitik vermisst der DBV eine angemessene Förderung der Landwirtschaft. Der Bauernverband sieht in einer Förderung der Landwirtschaft den Schlüssel für wirtschaftliche Entwicklung über die reine Produktion von Nahrungsmittel hinaus, besonders in den Entwicklungsländern.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ein Projekt, um Tropenholzfasern in Papier und Zellstoff sicher identifizieren zu können. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung vom 12.10.2011:
„Das Abholzen der Tropenwälder schreitet mit rasantem Tempo voran. Zwar gibt es erste Legalitätsnachweise für importiertes Holz und Holzprodukte. Doch noch immer fehlt eine Methode zum Aufspüren illegaler Papier- und Zellstoffquellen aus den Tropen. Weltweit werden jährlich etwa 400 Millionen Tonnen Papier produziert, ein Herkunftsnachweis wird dringend benötigt. Wir wollen das Entwickeln eines geeigneten Verfahrens jetzt vorantreiben“, erklärte heute Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Mit rund 284.000 Euro unterstützt die Stiftung ein Forschungsvorhaben der Technischen Universität Darmstadt, in dem Methoden zur schnellen und eindeutigen Bestimmung von Baumarten in Papier- und Zellstoffprodukten entwickelt werden sollen. Koopera tionspartner sind das Zentrum Holzwirtschaft - Chemische Holztechnologie der Universität Hamburg und die ISEGA Forschungs- und Untersuchungsgesellschaft in Aschaffenburg.
Illegale Rodungen sind massive Eingriffe in Klima und Stoffkreisläufe
„Tropische Wälder stabilisieren das ökologische Gleichgewicht unserer Erde. Das Abholzen schafft in mehrfacher Hinsicht große Probleme: Zum einen wird damit Lebensraum vernichtet und das Aussterben von Arten beschleunigt, zum anderen stellt das Roden einen massiven Eingriff in das Klima und die Stoffkreisläufe dar. Für den Erhalt tropischer Urwälder ist das Projekt also von sehr großer Bedeutung“, begründete Brickwedde die DBU-Förderung.
Holzfaserproben sollen Papier aus illegalen Quellen entlarven
„Anhand einzelner Holzfaserproben aus den Produkten wollen wir schnell, wirtschaftlich und eindeutig ermitteln können, ob die für das Papier oder den Zellstoff verwendeten Hölzer aus tropischen Regenwäldern oder von geschützten Arten stammen“, brachte Projektleiter Dr. Heinz-Joachim Schaffrath vom Fachgebiet Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik an der Uni Darmstadt die Projektziele auf den Punkt.
Verschiedene Prüfverfahren werden getestet
„Im ersten Schritt soll ein Faseratlas für mindestens 20 bis 30 relevante Tropenhölzer entstehen. Dieser wird die Faserformen und -strukturen bildlich darstellen und eine Identifizierung der Fasern durch Lichtmikroskopie erleichtern“, erläuterte Dr. Jürgen Odermatt vom Zentrum Holzwirtschaft - Chemische Holztechnologie der Uni Hamburg. Im zweiten Schritt stehe dann das Entwickeln eines passenden Mikroskopieverfahrens im Fokus. „Geprüft werden als potenzielle Möglichkeiten auch die Rasterelektronenmikroskopie und die Chemotaxonomie, also die Analyse der biochemischen Zusammensetzung“, so Odermatt. In einem dritten Schritt werde dann die Lichtmikroskopie so weit wie möglich automatisiert, um Zeitaufwand und Kosten bei der Papierüberprüfung zu verringern.
Sichere Entscheidungskriterien für Legalitätsprüfungen
„Große Teile der weltweit produzierten Papier- und Zellstoffprodukte kommen mittlerweile aus China. Dafür importiert das Land auch große Mengen Tropenholz, zum Beispiel aus Indonesien. Durch diese langen Transport-, Handels- und Produktionsketten ist es aber schwierig, die Legalität des geschlagenen Holzes lückenlos nachzuweisen. Unser zweijähriges Projekt soll da sichere Entscheidungskriterien schaffen“, erklärte Schaffrath.
Prüfverfahren nutzen auch Importeuren und der Wirtschaft
„Von einem praxistauglichen und gerichtsfesten Prüfverfahren werden auch die betroffenen Importeure und Unternehmen profitieren. Sie können einen einfachen und schnellen Nachweis für die Legalität ihrer Ware erbringen. Konkurrenten, die mit illegalen Produkten handeln, werden so vom Markt abgewehrt, und der Wettbewerb wird deutlich weniger verzerrt“, erläuterte ISEGA-Geschäftsführer Dr. Ralph Derra abschließend.
Deutschland führt deutlich mehr Abfälle ein als es exportiert. Unter der Überschrift „Abfall kennt keine Grenzen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 10.10.2011:
Deutschland führt deutlich mehr Abfälle ein als es exportiert. Laut den aktuellen Berechnungen für das Jahr 2010 wurde eine Gesamtmenge von 6,8 Mio. Tonnen (t) Abfälle nach Deutschland importiert. Davon wird ein Großteil recycelt und verwertet, zum Beispiel als Baustoff.
Der Export belief sich lediglich auf eine Menge von 1,5 Mio. t. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Einen deutlichen Zuwachs hingegen weist der Transitverkehr mit Abfällen auf – dieser stieg im Vergleich zu 2009 um 31 %. Illegale Abfalltransporte werden von den Behörden geahndet.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Import genehmigungspflichtiger Abfälle leicht gesunken. Mit 6,8 Mio. t verzeichnet Deutschland aber nach wie vor einen hohen Importüberschuss. Bei den eingeführten Abfällen handelt es sich hauptsächlich um behandeltes Holz, Filterstäube und andere Rückstände aus Abgasreinigungsanlagen.
Das meiste davon wird recycelt oder in geeigneter Form verwertet, was unsere natürlichen Rohstoffvorkommen schont. Etwa ein Zehntel wird unter behördlicher Überwachung auf Deponien abgelagert. Mit 2,6 Mio. t und 1,3 Mio. t stammt die Mehrzahl der importierten Menge aus den Niederlanden und Italien. Der Export von Abfällen im Jahr 2010 stieg im Vergleich zu 2009 wieder an – möglicherweise eine Folge der wirtschaftlichen Erholung. Ausgeführt wurden vor allem Rückstände aus der Abfallsortierung. Die wichtigsten Abnehmerländer sind die Niederlande mit 0,3 Mio. t sowie Polen und die Schweiz mit jeweils 0,2 Mio. t.
Als Transitstrecke für Abfälle wurden deutsche Straßen 2010 deutlich häufiger genutzt als im Jahr 2009. 0,4 Mio. t Abfall haben das Land durchquert – das entspricht einem Zuwachs von 31 %. Die Zunahme ist vor allem auf Altholztransporte aus west- und südeuropäischen Staaten nach Schweden zurückzuführen.
Da die ordnungsgemäße Abfallentsorgung Kosten verursacht, kommt es immer wieder zu illegalen Handlungen. Nach der Strafverfolgungsstatistik wurden im Jahr 2009 wegen illegaler Abfallbeseitigung in 8 Fällen Geldstrafen zu maximal 180 Tagessätzen verhängt. Haftstrafen gab es dagegen keine. Nach Angaben der Bundesländer und des Bundesamts für Güterverkehr wurden im gleichen Zeitraum 83 Rückführungen illegaler Transporte angeordnet und Bußgeldbescheide in Höhe von insgesamt 13.000 € ausgestellt. Ähnliche Zahlen wurden dazu auch schon für die Jahre zuvor ermittelt.
Weitere Informationen und Links:
Zahlen für den Handel mit nicht zustimmungspflichtigen Abfällen liefert die Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes – dies betrifft vor allem Metallschrott, Glas- und Papierabfälle. Dabei wurden im Jahr 2009 19,3 Mio. t ausgeführt und 12,2 Mio. t eingeführt. Gegenüber 2008 ist das eine Abnahme von 8 % beim Export und 18 % beim Import.
Detaillierte Statistik und weitere Informationen sind im Internet unter der Adresse
http://www.umweltbundesamt.de/abfallwirtschaft/abfallstatistik/basel.htm veröffentlicht.
Das Umweltbundesamt will Chemikalien sicherer machen. Unter der Überschrift „Nicht Risiken, sondern nachhaltige Lösungen exportieren“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Amtes vom 6.10.2011:
Das Umweltbundesamt (UBA) will Chemikalien international sicherer machen und schlägt eine globale Chemikalien-Strategie vor: „Produktion und Nutzung von Chemikalien sind in einer globalisierten Welt schon lange keine nationale Angelegenheit mehr. Belastungen von Mensch und Umwelt machen ebenfalls keinen Halt vor Staatsgrenzen.
Daher müssen wir das internationale Chemikalienmanagement ausbauen und hochwertige Standards für den nachhaltigen Umgang mit Chemikalien für alle Staaten etablieren“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth am 6. Oktober 2011 auf der internationalen Konferenz „Sustainable Chemistry“ in Berlin.
Der UBA-Präsident lobte dort den von der internationalen Staatengemeinschaft ins Leben gerufenen „Strategic Approach to International Chemicals Management“ (SAICM). Ziel der Strategie müsse sein, immer mehr chemische Prozesse und Produkte so zu gestalten, dass viel weniger Energie, Roh- und Hilfsstoffe zum Einsatz kommen. Ebenso müssten Luft, Boden und Wasser möglichst gering belastet und der Chemieabfall minimiert werden.
Das UBA rät auch dazu, besonders problematische Chemikalien für bestimmte Anwendungen ganz zu verbieten. Flasbarth verwies auf aktuelle internationale Verhandlungen mit dem Ziel, das giftige Schwermetall Quecksilber weiter zu minimieren. Stoffregulierungen hätten in der Vergangenheit positive Innovationen hervorgebracht: „Das europaweite Anwendungsverbot der kurzkettigen Chlorparaffine - ein Kühlmittelzusatz in der Metallverarbeitung - hat in Europa dafür gesorgt, dass viele Prozesse in der Metallverarbeitung heute komplett ohne Kühlschmierstoffe auskommen. Intelligente staatliche Regulierung hilft also, innovative Verfahren marktreif zu machen.“
Ähnlich positiv bewertete der UBA-Präsident das Verbot langlebiger, organischer Schadstoffe. Im Stockholmer-Abkommen sei es in kurzer Zeit gelungen, ein weltweites Verbot hochgiftiger Pestizide wie Chlordan oder DDT und anderer langlebiger, organischer Substanzen durchzusetzen.
„Nachhaltige Lösungen ergeben sich aber nicht nur durch internationale Regulierung, gerade Unternehmen können kooperativ zusammen arbeiten“, so Flasbarth. Paradebeispiel ist das so genannte Chemikalienleasing. Hier verdient ein Chemikalienlieferant nicht am Verkauf möglichst vieler Chemikalien, sondern vermietet diese – etwa ein Lösemittel zur Platinenherstellung. Dieses nimmt er dann zurück, um es aufzubereiten und gegebenenfalls erneut anzubieten.
Ein Chemikaliennutzer kauft also lediglich die Funktion der Chemikalie nebst fach- und umweltgerechter Entsorgung. Beim Chemikalien-Leasing verdient der Anbieter an seinem Know-how. Das entlastet die Umwelt, da großer Anreiz besteht, weniger Stoffe einzusetzen und der Chemieabfall und Emissionen deutlich verringern. Ein anderes Beispiel ist die Krankenhaushygiene: wo spezialisierte Anbieter Desinfektionsmittel wesentlich effizienter einsetzen.
Die Industriestaaten mit ihrer großen Innovationskraft ermutigte Flasbarth, schon heute die Schwellen- und Entwicklungsländern beim nachhaltigen Umgang mit Chemikalien zu unterstützen: „Allein die Massenproduktion unseres Bedarfs an Kleidung und Schuhen in den Schwellen- und Entwicklungsländern verursacht erhebliche Probleme für die globale Umwelt und vor Ort. Wir reiche Länder sollten stärker dafür sorgen, dass wir mit unseren Chemieprodukten und -prozessen auf dem Weltmarkt keine Risiken exportieren, sondern nachhaltige Lösungen.“
Mehr Informationen zu Konferenz „Sustainble Chemistry – Herausforderungen und Chancen für ein internationales Chemikalienmanagement“ veranstaltet von Umweltbundesamt (UBA), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) am 6. und 7. Oktober 2011 in Berlin: http://www.sustainablechemistry2011.com/
Weitere Informationen zum Thema Nachhaltige Chemie unter:
http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/nachhaltige_chemie/index.htm
UBA-Leitfaden „Nachhaltige Chemie – eine Entscheidungshilfe für Stoffhersteller, Formulierer und Endanwender von Chemikalien“:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4168.html
UBA-Leitfaden „Umweltstandards in der Textil- und Schuhbranche“:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4128.html
Das internationale Jahr der Chemie 2011:
http://www.unesco.de/chemiejahr_2011.html
Nach Untersuchungen des NABU bedroht der Klimawandel 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten in Deutschland. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Umweltschützer vom 22.9.2011:
„Wenn sich die Erderwärmung ungebremst fortsetzt, werden allein in Deutschland bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten den Klimawandel wohl nicht überstehen", erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei einem Besuch im Nationalpark Berchtesgaden. „Die Alpen gehören zu den am meisten gefährdeten Gebieten. Hier müssen wir mit einem Temperaturanstieg rechnen, der weit über dem globalen Durchschnitt liegt." Deshalb müssten die Maßnahmen für den Klimaschutz dringend intensiviert werden.
Mit steigender Temperatur verschieben sich die Klimazonen und mit ihnen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Während sich wärmeliebende Tierarten wie der Bienenfresser und die Gottesanbeterin nach Norden ausbreiten, flüchten kälteliebende Tiere wie das seltene Schneehuhn in kühlere Regionen, zumeist in größere Höhen.
„Spätestens am Gipfel landen diese Arten in der Sackgasse", erklärt der NABU-Präsident. Zugleich sind aber auch die häufigsten Arten betroffen: Die Fichte als wichtigste Baumart der Alpen steht unter dem Druck sowohl des Temperaturanstiegs als auch der zunehmenden Trockenheit und der Ausbreitung von Schädlingen. Bis in Mittelgebirgslagen hinein wird der Fichtenbestand deutlich zurückgehen.
Der NABU fordert deshalb einen besseren Schutz natürlicher und naturnaher Gebirgswälder. „Tatsache ist: Naturschutz ist Klimaschutz", betont Tschimpke. „Denn nur vitale Ökosysteme können sich auf die Bedingungen des Klimawandels einstellen und leisten einen Beitrag zum Stopp des Artensterbens wie auch zum Klimaschutz."
Um den Arten ein Ausweichen vor ungünstigen Klimafolgen zu ermöglichen, ist es wichtig, Schutzgebiete zu erweitern und Lebensräume zu vernetzen. So muss die Landschaft durch eine naturverträgliche Landbewirtschaftung durchlässiger gemacht werden und die Belastung der Natur durch Flächenverluste und Eutrophierung reduziert werden. „Je intakter die Natur ist, desto flexibler kann sie auf Änderungen durch den Klimawandel reagieren", unterstreicht der NABU-Präsident.
Der Verein „Solarenergie macht Schule e.V." sucht die aktivste Solarschule Deutschlands. Unter der Überschrift „Mehr Sonne in deutschen Schulen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 23.9.2011:
„Solarenergie wird immer wichtiger. Darum sollen sich junge Leute schon früh damit vertraut machen“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), der die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb übernimmt. Gerade in Hinblick auf eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung sei Sonnenenergie ein wichtiger Baustein.
Die Solarwirtschaft erweist sich zudem als bedeutender Wirtschaftssektor und wichtiges Arbeitsfeld. 2010 waren über 120.000 Beschäftigte in dieser Branche tätig. Im Jahre 2050 könnte der Anteil der Solarenergie am deutschen Strommix bei 19 % liegen.
Beim Wettbewerb „Solarenergie macht Schule“ können Schulen ihr Engagement in Sachen Solarenergie unter Beweis stellen. Bewerben können sich Lehrer und Schüler mit ihren Unterrichtsaktionen und –ideen, zum Beispiel mit selbst gebauten Kollektoren oder kleinen Studien zu Aspekten der Photovoltaik.
Die Aktionen sollen unterschiedliche Aspekte der Solarenergie in den Mittelpunkt stellen. Teilnehmen können deutschlandweit alle Sekundarschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2011. Das Gewinnerteam erhält seinen Preis auf der weltgrößten Solarmesse Intersolar in München im Juni 2012.
„Um die gute Wettbewerbssituation Deutschlands zu sichern und weiter auszubauen, ist es wichtig, einen zukünftigen Fachkräftemangel rechtzeitig vorzubeugen. Dazu kann der Wettbewerb beitragen“, so Flasbarth.
2010 betrug der Anteil des Solarstroms am Gesamtbruttostromverbrauch in Deutschland knapp 2%. Bis 2050 ließe sich die deutsche Stromversorgung vollständig auf Erneuerbare Energien umstellen. Laut der UBA-Studie „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ ließen sich 2050 rund 19 % des bundesweiten Strombedarfs aus Solarenergie decken.
Weitere Informationen gibt es unter www.solarenergie-macht-schule.de
„Aus Müll mehr Metall und Kunststoff wiedergewinnen -Planspiel zur Einführung einer Wertstofftonne abgeschlossen“ heißt es in einer Presseerklärung des Umweltbundesamtes vom 20.9.2011 in der wir weiter lesen:
Zukünftig sollen in Deutschland mehr Haushaltsabfälle recycelt werden. Zu diesem Zweck will die Bundesregierung die getrennte Wertstofferfassung stärken und die „Gelbe Tonne“ zu einer “Wertstofftonne“ weiterentwickeln. Metalle und Kunststoffe könnten dadurch in größerem Maße als bisher für eine hochwertige Verwertung gewonnen werden.
„Es geht um die Erfassung von rund 7 Kilogramm teilweise hochwertigen Wertstoffen pro Einwohner und Jahr, die derzeit noch im Restmüll landen. Diese Rohstoffverschwendung können wir uns nicht länger leisten.“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA). Knappe Ressourcen würden künftig mehr und mehr zum Engpass für unsere wirtschaftliche Entwicklung.
Der heute vorgelegte Abschlussbericht zum „Planspiel zur Fortentwicklung der Verpackungsverordnung“ erläutert die Rahmenbedingungen einer einheitlichen Wertstofferfassung in einem rein privatwirtschaftlichen Modell und in einem Modell mit öffentlich-rechtlicher Erfassung. Das UBA spricht sich für die Einführung einer Wertstofftonne aus. Darin soll aber kein Elektroschrott gesammelt werden.
Mit der Einführung einer neuen einheitlichen Wertstofferfassung sollen zukünftig neben Verpackungen auch Alltagsgegenstände aus Kunststoff und Metall in einer gemeinsamen Tonne entsorgt werden können – am besten direkt in jedem Haushalt. Im Vorfeld der Einführung wird derzeit geklärt, wer für die Entsorgung dieser Abfälle verantwortlich sein soll.
In diesem Zusammenhang wurden zwei Organisations- und Finanzierungsmodelle entwickelt. Im Modell A liegt die Gesamtverantwortung in privater Hand: Die Finanzierung übernehmen die Hersteller und die Vertreiber von Leichtverpackungen und sogenannten „stoffgleichen Nichtverpackungen“. Dazu zählen insbesondere Alltagsgegenstände aus Kunststoffen und Metallen, die in einen Sammelbehälter passen, wie zum Beispiel Spielzeug, Besteck, Kochtöpfe oder Kunststoffeimer. Die Erfassung der Abfälle erfolgt über die dualen Systeme.
Im Modell B liegt die Organisationsverantwortung für die Sammlung bei den Kommunen. Es gibt eine geteilte Finanzierung durch die kommunale Hand, die Hersteller und die Vertreiber. Das bedeutet, die Entsorgung der Leichtverpackungen würde weiterhin durch die Hersteller und Vertreiber finanziert, die der Nichtverpackungen über Gebühren. Jochen Flasbarth: „An beide Modelle müssen letztlich ambitionierte ökologische Maßstäbe angelegt werden, das ist entscheidend.“
Beide Modelle wurden in dem „Planspiel zur Fortentwicklung der Verpackungsverordnung“ einem Praxistest unterzogen. Daran nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Landesbehörden, der Entsorgungswirtschaft, von Herstellern, des Handels sowie von Umwelt- und Verbraucherverbänden teil. Sie diskutierten unter anderem, wie die beiden Organisations- und Finanzierungskonzepte jeweils praktikabel umgesetzt werden können.
Die Ergebnisse des Planspiels werden der Fachöffentlichkeit am 23.09.2011 im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau vorgestellt und dort diskutiert. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Planspiel und den weiteren Forschungsvorhaben zur Fortentwicklung der haushaltsnahen Wertstofferfassung bilden die Grundlage für den anstehenden Rechtsetzungsprozess. Die konkreten Regelungen sollen in einer Rechtsverordnung oder in einem Gesetz verabschiedet werden.
Das Umweltbundesamt spricht sich für die Einführung einer Wertstofftonne aus. Laut einer UBA-Studie können damit im Jahr pro Einwohner circa 7 kg mehr Wertstoffe erfasst werden. Elektroschrott – wie alte Handys oder kaputte Haushaltsgeräte - gehören nach Meinung des UBA nicht in eine zukünftige Wertstofftonne, sondern soll weiterhin getrennt erfasst werden. Einerseits können die Elektronikgeräte die anderen Wertstoffe mit Schwermetallen und Flammschutzmitteln belasten. Andererseits würden sich die Altgeräte selbst nicht mehr hochwertig recyceln lassen.
„Radfahren ist in, Autofahren out“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Rose-Versandes vom 20.9.2011 in der es heißt:
Das Auto verliert bei den Deutschen immer mehr an Bedeutung. In den Jahren 2007 bis 2011 machten laut Kraftfahrt-Bundesamt zehn Prozent weniger Deutsche bis 24 Jahre einen Führerschein. Dagegen wird Fahrradfahren immer beliebter und ersetzt gerade in Städten häufig das Auto. 22 Prozent der Deutschen, die in Großstädten wohnen, nutzen ihr Rad mehrmals pro Woche, 13 Prozent fahren sogar täglich mit dem Rad, hauptsächlich um zur Schule, Uni oder Arbeit zu fahren (43 Prozent) oder einzukaufen (61 Prozent).
Geradelt wird aber auch als Sport (29 Prozent) und zur Entspannung (59 Prozent). Dies ergab die bevölkerungsrepräsentative Studie "Fahrradfahren in Deutschland 2011" der Rose Versand GmbH unter 1009 Deutschen zwischen 16 und 65 Jahren, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Research Now.
40 Prozent der Großstädter geben sogar an, dass sie mit dem Rad erfahrungsgemäß am schnellsten ans Ziel kommen - gefolgt von öffentlichen Nahverkehr und Auto. 57 Prozent sagen, sie nehmen das Rad, weil sie dann keinen Parkplatz suchen müssen und 24 Prozent sind mit dem Rad entspannter unterwegs als mit dem Auto. Allerdings moniert jeder fünfte Städter, dass es zu wenig sichere Radwege gibt.
Die wichtigsten Beweggründe, zum Rad zu greifen, sind für die Deutschen, dass es gesund ist (87 Prozent), nichts kostet (57 Prozent) und umweltfreundlich (64 Prozent) ist. Das gilt sowohl auf dem Land als auch in der Stadt.
"Die Deutschen haben ihr Mobilitätsverhalten in den letzten Jahren verändert und überlegen sich genau, wie sie sich fortbewegen. Dabei spielt ein gesteigertes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein eine zentrale Rolle. Das Fahrrad erfüllt diese beiden Aspekte und macht sogar noch Spaß", kommentiert Thorsten Heckrath-Rose, Geschäftsführer der Rose Versand GmbH.
Die GLS-Bank hat ihr Engagement zur Deckung des Strombedarfs durch erneuerbare Energien verstärkt. Unter der Überschrift „Von 20% auf 100% – der Vision vom grünen Strom ein Stück näher“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Geldinstituts vom 20.8.2011:
Die Partnerschaft zwischen der GLS Bank und juwi renewable IPP geht in die nächste Runde: Nach dem Erfolg aus dem letzten Jahr geben die beiden Pioniere erneut gemeinsam Genussscheine aus und arbeiten weiterhin nachdrücklich an der Energiewende.
20% des Strombedarfs in Deutschland werden inzwischen durch erneuerbare Energien gedeckt – Tendenz stark steigend. Um diese Entwicklung fortwährend intensiv zu fördern, führen die GLS Bank und juwi renewable IPP ihre Kooperation fort. Die gesamte Emission beträgt 20 Mio. Euro. Bei einer festen Verzinsung von 7% ist die Laufzeit bis zum 31. Dezember 2021 befristet. Mit der Zeichnung erhalten Bürger die Chance, am Voranschreiten der Energiewende zu partizipieren und sie aktiv mitzugestalten.
Durch die Ausgabe der Genussscheine akquiriert juwi renewable IPP Kapital und schafft so die Voraussetzung für die Finanzierung weiterer ökologischer Kraftwerke. In Zusammenarbeit mit regional tätigen Energieversorgern baut sie die flächendeckende Stromerzeugung aus regenerativen Energien weiter aus.
Die GLS Bank verfügt über umfangreiche Erfahrung: Seit den 80er Jahren investiert sie in erneuerbare Energien, 1991 folgte der erste Windkraftfonds. Inzwischen vergibt die GLS Bank etwa 23% ihrer Kredite für Projekte in diesem Bereich.
Die im vergangenen Jahr ausgegebenen Genussscheine ermöglichten den Bau von 23 Windkraftwerken und 6 Photovoltaikprojekten. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 kWh im Jahr können mit ihrer Energieproduktion 30.000 Haushalte versorgt werden. Die Vision von einer 100% Versorgung durch grünen Strom nimmt Gestalt an.
Messe Düsseldorf kooperiert mit der Welternährungsorganisation (FAO) und setzt auf ihren Veranstaltungen nachhaltige Impulse. Unter der Überschrift: „Gegen den Hunger auf der Welt“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Messe vom 19.9.2011:
Etwas Wichtiges bewegen wollte Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, als er 2010 aktiv wurde: Gemeinsam mit der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rief er die Initiative "Save Food" ins Leben. Im Mai 2011 wurden im Rahmen der Weltleitmesse der Verpackungsbranche interpack die Lebensmittelvernichtung und die Möglichkeiten der Verhinderung thematisiert. Unter Mitwirkung der Verpackungsindustrie wurde ein internationaler Kongress mit begleitender Ausstellung veranstaltet.
Die Einbindung in weitere Messen ist geplant, die Industrie soll eine feste Aufgabe bei der Lösung dieses dringenden Problems der Menschheit übernehmen. Zwei Jahre nach dem Startschuss zur Initiative "Save Food" ist deutlich geworden, wie die Messe Düsseldorf Nachhaltigkeit versteht und umsetzt.
Die Vernichtung von Lebensmitteln hat ein erschreckendes Ausmaß. Einwandfreie, teils um den halben Erdball transportierte Lebensmittel wandern unangerührt in den Abfall. Oft landen sie auf Müllkippen, wo Bakterien sie in den Klimakiller Methan umwandeln. Allein in Deutschland werden im Jahr 6,6 Mio. Tonnen Lebensmittel im Wert von 25 Mrd. Euro weggeworfen. Weit mehr als die Hälfte davon wäre vermeidbar. International sind die Zahlen noch dramatischer: Rund ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion - 1,3 Milliarden Tonnen jährlich - wird vernichtet. Das meiste verdirbt bereits auf dem Weg von der Anbaufläche zum Konsumenten.
Der Kongress Save Food, der erstmals im Rahmen der Messe interpack in Düsseldorf im Mai diesen Jahres stattfand, thematisierte das Problem und rüttelte auf. So betonte der zuständige FAO-Generaldirektor Modibo Traoré, dass das Recht auf Nahrung ein grundlegendes Menschenrecht sei: "Wir müssen das Bewusstsein von Produzenten und Verbrauchern schärfen.
Wir müssen das Thema auf die politische Agenda setzen. Wir müssen effiziente Standards sichern. Wir müssen Lieferketten verstehen lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen." Bei der Messe Düsseldorf ist man der Ansicht, dass die Integration des Themas in weitere Weltleitmessen des Veranstalters Pflicht ist. Denn diese sind Treffpunkte der internationalen Industrie, die zusammen mehr als 650.000 Besucher, davon bis zu 70 Prozent aus dem Ausland, auf das Messegelände am Rhein führen.
Die Innovationskraft der globalen Industrie, da ist sich Werner M. Dornscheidt sicher, kann helfen, die Lebensmittelvernichtung zu stoppen. Neue Konzepte für Verpackungsmaschinen und smarte Verpackungsideen schweben ihm vor: "Zum Beispiel könnte eine Messung der Haltbarkeit des Inhalts durch die Verpackung selbst in Zukunft dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden, die noch zum Verzehr geeignet sind.
Auch der Lebensmitteltransport von der Anbaufläche zum Lager und die Weiterverarbeitung ist mit innovativen mobilen Verpackungstechnologien deutlich optimierbar." Das Ziel der Messe ist, ein noch stärkeres Engagement, auch der Industrie, einzufordern. Auf den Weltleitmessen der Messe Düsseldorf soll Save Food in Zukunft präsent sein. Dornscheidt: "Wir wollen die Industrie und die Herausforderungen, die ein nachhaltiges Handeln stellt in der Praxis zusammenbringen, wir wollen eine echte Win-Win-Situation generieren und gemeinsam etwas bewegen."
Die GLS-Bank hat ein Online-Spendenportal gestartet. Unter der Überschrift „GLS Spendenportal geht an den Start“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 13.9.2011:
Die GLS Bank erweitert ihre menschlichen und zukunftsweisenden Finanzdienstleitungen um ein weiteres Angebot: Auf dem GLS Spendenportal werden potenzielle Spenderinnen und Spender sowie gemeinnützige Organisationen und Projekte mit Spendenbedarf zusammengebracht. Die Plattform bietet einen Überblick über zahlreiche gemeinnützige Projekte, die sich dort registrieren und vorstellen können, und ermöglicht Menschen, die sich finanziell für wohltätige Zwecke engagieren möchten, eine transparente Auswahl und direkte Spendenmöglichkeit.
In neun verschiedenen Kategorien von Gesundheit über Kinder und Jugend bis hin zu Umwelt- und Naturschutz können die Spenderinnen und Spender recherchieren und sich über die unterschiedlichen Spendenzwecke informieren. Jedes Projekt ist bebildert und ausführlich beschrieben. Eine virtuelle Landkarte verortet die Spendenprojekte.
Voraussetzungen für die Registrierung von Spendenprojekten sind der Status der Gemeinnützigkeit, eine GLS Mitgliedschaft und ein Spendenkonto bei der GLS Bank. Die registrierten Nutzer des Spendenportals können auf Wunsch einen besonderen Service der GLS Treuhand nutzen. Diese übernimmt gegen eine Gebühr die vollständige Verwaltung der Spenden.
Mehr Informationen unter: www.gls-spendenportal.de
Der Verlag W. Kohlhammer hat ein Schwerpunktheft zum Meeresnaturschutz veröffentlicht. Dazu heißt es unter der Überschrift „Wissenschaftler untersuchen Lärmauswirkungen auf Wale und Robben - Überfischung hat negative Auswirkungen auf Lebensraumtypen und Arten“ in einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz vom 9.9.2011:
Die Vielfalt naturschutzbezogener Themen und Aufgaben im marinen Bereich macht das neue Schwerpunktheft der Fachzeitschrift „Natur und Landschaft“ deutlich. Wissenschaftler beschreiben darin etwa die neuesten Erkenntnisse über den Einfluss von Rammgeräuschen auf das Gehör von Schweinswalen und Robben. Der Lärm entsteht bei der Gründung von Offshore-Windenergieanlagen.
In den Untersuchungen wurden grundlegende Erkenntnisse zum Hörvermögen dieser Meeressäugetiere gewonnen. Erstmalig konnte ein akustischer Belastungswert für Schweinswale ermittelt und in die Genehmigungsverfahren aufgenommen werden. In der Fachveröffentlichung werden neben diesen Ergebnissen auch Schlussfolgerungen zur Vermeidung und Minimierung akustischer Belastungen dargestellt.
Die zwölf Einzelbeiträge des Schwerpunktheftes geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen des Meeresnaturschutzes, stellen wichtige aktuelle Forschungsergebnisse vor und verdeutlichen, wie diese in die Naturschutzpraxis Eingang finden können. „Unsere Meere, und gerade auch die deutsche AWZ, die Ausschließliche Wirtschaftszone, unterliegen einer zunehmenden Nutzung: Neben der Fischerei insbesondere der Ausbau der Offshore-Windenergie, aber auch Rohstoffabbau, Kabelverlegungen und vieles mehr.
Angesichts der zunehmenden anthropogenen Belastung unserer Meere haben Ansätze zu deren Vermeidung und Verringerung einen besonderen Stellenwert, wie dies auch die weiteren Beiträgen des Themenheftes deutlich machen“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Die deutschen Meeresgebiete von Nord- und Ostsee unterliegen einem starken Fischereidruck. Die Konsequenzen sind neben der Überfischung zahlreicher kommerziell genutzter Fischbestände erhebliche negative Auswirkungen auf die Lebensraumtypen und Arten, die gemäß FFH- und Vogelschutzrichtlinie einen besonderen Schutz genießen, so einer der Autoren.
In marinen Schutzgebieten, wie den Natura 2000–Gebieten, bestehen aber nun gute Möglichkeiten, räumliche oder zeitliche Schutzmaßnahmen umzusetzen. Auch erscheinen ein grundlegendes Umdenken und eine Reform der Europäischen Fischereipolitik zur Etablierung eines langfristig nachhaltigen ökosystembasierten Konzepts für die europäische Fischerei unerlässlich. Neue rechtliche Grundlagen wie die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie sollten und können hierbei genutzt werden, um langfristig eine nachhaltigere Zukunft für Natur und Fischerei zu sichern.
Meeresschutzgebiete bieten Rückzugs- und Regenerationsräume für die marine Lebensvielfalt. Sie sind ein wichtiges Instrument, um internationale Verpflichtungen und Anforderungen des Biodiversitätsschutzes zu erfüllen. Erstmalig wurde jetzt in einem der Beiträge über Meeresschutzgebietsnetzwerke eine zusammenfassende Übersicht über die Natura 2000-Gebietskulisse in deutschen Meeresgewässern vorgelegt.
Neben Daten zu Flächengrößen und Schutzgebietsstatus werden die wesentlichen Schutzgüter der Gebiete angegeben. Diese umfangreiche Liste beinhaltet 32 Natura 2000-Gebiete in den Küstengewässern und der AWZ der Nordsee und 72 Gebiete in den Küstengewässern und der AWZ der Ostsee. Die Gesamtfläche, die Deutschland zum Schutz der marinen Biodiversität ausgewiesen hat, wurden für die deutsche Nordsee mit 17.967 km² (rund 43 % der deutschen Meeresfläche) und 7.940 km² für die deutsche Ostsee (etwa 51 % der deutschen Meeresfläche) berechnet. Damit leistet Deutschland einen großen Beitrag für die marinen Schutzgebietsnetzwerke Natura 2000, des OSPAR-HELCOM-Meeresbereiches und zur Erfüllung des 2012-Zieles zum weltweiten Schutzgebietsnetz.
Das Themenheft Meeresnaturschutz richtet sich an ein breites Publikum aus Wissenschaft, Forschung und Lehre, behördlichen Naturschutz und Politik ebenso wie an meeresinteressierte Naturschützerinnen und Naturschützer.
Bezug:
Einzelexemplare können telefonisch unter der Rufnummer 0711/78 63 – 7280 oder per Fax unter der Nummer 0711/78 63 - 84 30 bestellt werden.
Eine Bestellung ist auch auf folgender Internetseite möglich: http://www.natur-und-landschaft.de. Das Einzelheft kostet 7,45 € zzgl. Versandkosten. Gegen Zahlung einer Gebühr von 2,95 € können auch einzelne Artikel bestellt werden.
Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS-Bank erhält den Deutschen Fairness Preis 2011.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des ethisch-ökologischen Geldinstituts vom 1.9.2011:
Für seine faire Unternehmensführung, die Kunden, Mitglieder und Mitarbeiter der GLS Bank sowie die Umwelt und Gesellschaft in den Mittelpunkt rückt, soll GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg mit dem Deutschen Fairness Preis 2011 geehrt werden. Das gab die Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main bekannt.
„Die sozial-ökologische Ausrichtung, ihre Zukunftsorientierung und der große Erfolg der GLS Bank ist beispielgebend für die ganze Branche“, kommentierte Norbert Copray, Direktor der Fairness-Stiftung, die Entscheidung. Gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen am Finanzmarkt sei die Preisvergabe auch ein politisches Signal, so Copray weiter.
Thomas Jorberg engagiert sich seit vielen Jahren für eine zukunftsweisende Gesellschaftsentwicklung, u.a. als Aufsichtsrat oder Kuratoriumsmitglied in nachhaltigen Unternehmen und Stiftungen. Zudem ist Jorberg Gründungsmitglied und gehört zum Steering Committee der 2009 ins Leben gerufenen Global Alliance for Banking on Values, einem internationalen Bündnis sozial-ökologisch orientierter Banken.
Der Deutsche Fairness Preis wird jährlich von der Fairness-Stiftung vergeben und würdigt besonders den Einsatz für Fairness in Wirtschaft und Gesellschaft. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Götz Werner, Gründer des dm-Drogeriemarkts, und Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell. Auf der feierlichen Preisverleihung am 29.10. in Frankfurt wird Gabriele Fischer, Verlegerin und Chefredakteurin der Zeitschrift brand eins, die Laudatio halten.
Die GLS Bank
Die GLS Bank ist die erste sozial-ökologische Universalbank der Welt. Mit ihrem zukunftsgerichteten Konzept ist sie Referenz und Wegbereiter für eine neue Art der Bankarbeit: Bereits im zweiten Jahr in Folge wählten die Kunden sie 2011 zur „Bank des Jahres“. Durch zielgerichtete sozial-ökologische Investitionen und eine umfassende Transparenz bietet die GLS Bank Bankdienstleistungen mit einem dreifachen Gewinn: menschlich, zukunftsweisend, ökonomisch.
Zum Thema Energiesparlampen hat sich auch das Bundesumweltamt geäußert. In einer Pressemitteilung des Amtes vom 25.8.2011 heißt es:
Neue Messungen des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen: Wer nach dem Zerbrechen einer Energiesparlampe sofort und gründlich lüftet, muss keine Gesundheitsrisiken durch Quecksilber befürchten. Diesen Sicherheitshinweis sollten die Hersteller allen Verpackungen beifügen, empfiehlt das UBA, dessen Präsident Jochen Flasbarth auch Nachholbedarf bei der Bruchsicherheit von Energiesparlampen sieht: „Splittergeschützte Modelle mit Plastik- oder Silikonmantel bieten schon heute Vorteile, da sie das sichere Aufräumen zerbrochener Lampen vereinfachen.
Benötigt werden aber noch Lampen, aus denen das Quecksilber im Falle eines Bruches gar nicht erst austritt.“. Durch die neuen Messungen fand das UBA auch Hinweise, dass aus Energiesparlampen mit Amalgamtechnik deutlich weniger Quecksilber austritt, als aus solchen mit flüssigem Quecksilber. Den von der Europäischen Union (EU) beschlossenen Ausstieg aus der Glühbirnentechnik hält das UBA weiter für richtig, so Flasbarth: „Die bisherigen Glühlampen sind zu große Energieverschwender.“ Ab dem 1. September 2011 dürfen unter anderem Standardglühbirnen über 40 Watt, also auch die weit verbreitete 60-Watt-Birne, nicht mehr in den Handel gebracht werden.
Das UBA hat bei vier neuwertigen Lampentypen die gesundheitlichen Risiken des Quecksilberdampfes nach Zerbrechen der Energiesparlampe untersucht. Versuche in einem Büroraum bestätigten eindeutig, dass schnelles und gründliches Lüften von 15 Minuten im Falle eines Bruches ausreichenden Schutz bietet. Danach können die Bruchreste bei weiter geöffnetem Fenster sachgerecht entsorgt werden. Ohne Lüften jedoch können gesundheitlich relevante Konzentrationen im Innenraum über mehrere Stunden auftreten und im ungünstigsten Falle bis zu zwei Tage andauern.
Die untersuchten Produkte enthielten Quecksilber mit jeweils unterschiedlichen Anteilen von 1,5 bis 2 Milligramm (mg), dosiert als Flüssigquecksilber, Quecksilber-Eisen-Pille oder als Amalgam gebunden. Neuwertige Energiesparlampen mit Amalgam dampften bei den Versuchen des UBA deutlich weniger Quecksilber aus als Lampentypen mit anderer Quecksilbertechnik. Eine Studie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bestätigt das.
Das UBA untersuchte die Energiesparlampen auch auf ihre Bruchsicherheit. Das Ergebnis: Bisher ist keine Lampe vollständig bruchsicher; die handelsüblichen Schutzhüllen verhindern nicht, dass Quecksilber austreten kann. Energiesparlampen mit Splitterschutz, die etwa einen Silikonüberzug besitzen, brechen allerdings nicht so schnell. Außerdem sind sie besser gegen Zerbersten geschützt, so dass sich der Scherbenbruch bei diesen Lampen einfacher beseitigen lässt.
Allerdings ist das Angebot splittergeschützter Lampen noch sehr begrenzt. Flasbarth appelliert deshalb an die Industrie, das Angebot an bruchsicheren Lampen weiter zu erhöhen: „Zerbrechen die Lampen, darf grundsätzlich kein Quecksilber austreten. Mit bruchsicheren Hüllen und Splitterschutz lässt sich das zum Beispiel erreichen.“ Auf längere Sicht empfiehlt das UBA, Lampen zu entwickeln, die ganz ohne Quecksilber auskommen; etwa die bereits im Handel erhältliche LED-Technik.
Energiesparlampen sind ein Ersatz für Glühlampen. Diese können die neuen EU-Effizienzvorschriften (EG 244/2009) vielfach nicht erfüllen und werden deshalb nach und nach vom Markt genommen. Ab dem 1. September 2011 dürfen Standardglühlampen mit mehr als 40 Watt nicht mehr auf den Markt gelangen. Ab dem Herbst 2012 gilt dies auch für Lampen mit mehr als 10 Watt; Lampen mit weniger Watt, wie bei Weihnachtsbeleuchtung, sind weiter erlaubt.
Die Verordnung soll helfen, den erheblichen Stromverbrauch durch Haushaltslampen von rund 112 Milliarden Kilowattstunden in der EU im Jahre 2007 zu senken. Im günstigsten Falle kann der Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 um 39 Milliarden Kilowattstunden gesenkt werden – das entspricht der Jahresleistung von rund 10 Großkraftwerken (mit je 800 Megawatt Leistung).
Das Hintergrundpapier „Energiesparlampen in der Diskussion“ kann unter http://www.uba.de/uba-info-medien/3964.html heruntergeladen werden.
Ausführliche Informationen und Sicherheitshinweise bei Lampenbruch unter http://www.umweltbundesamt.de/energie/licht/hgf.htm
Die nächstgelegene Sammelstelle für Energiesparlampen unter http://www.lichtzeichen.de/
Die Deutsche Umwelthilfe hat sich in einer Pressemitteilung vom 28.8.2011 zum Aus für die 60 Watt-Glühbirne geäußert. Darin heißt es:
Ab Donnerstag dieser Woche (1. September) verschwinden auch die 60-Watt-Lampen aus den Regalen der EU-Mitgliedstaaten. Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) begrüßt die Umsetzung der dritten Stufe des EU-weiten Glühlampenausstiegs. Zu den traditionellen Stromfressern gebe es inzwischen eine wachsende Zahl ökologisch verträglicher Alternativen: Energiesparlampen in vielfältigen Formen und Farben sowie LED-Lampen.
"Der Wegfall der 60 Watt-Glühlampen ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Klimaschutz im Haushalt. Die nun verbannten Glühbirnen sind mit ihrem Wirkungsgrad von gerade einmal drei Prozent reif für die Ausmusterung. Ihr Verschwinden hat einen Innovationsschub in der Beleuchtungstechnik ausgelöst", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch und forderte angesichts der gewaltigen Herausforderungen beim Klimaschutz mehr Gelassenheit in der Glühlampendebatte.
Von den angebotenen Alternativen bieten Energiesparlampen derzeit noch das beste Preis-Leistungsverhältnis. Sie sind in der Anschaffung - verglichen mit Glühlampen - zwar teurer, doch die Stromeinsparung von rund 80 Prozent gleicht die höheren Anschaffungskosten mehr als aus. In den letzten Jahren wurden die Energiesparlampen für viele spezifische Anwendungen weiterentwickelt. "Mit den langröhrigen Ungetümen der neunziger Jahre haben sie nichts mehr gemein", sagt Resch.
Welche Energiesparlampe am besten geeignet ist, hängt vor allem vom geplanten Einsatzbereich ab - ob sie im Innen- oder Außenbereich genutzt werden soll, ob sie häufig oder selten an- und ausgeschaltet wird, ob sie dimmbar sein soll oder ob ein warmes oder eher nüchternes Licht bevorzugt wird. Anhaltspunkte für Energiesparlampen hoher Qualität sind eine lange Lebensdauer (mindestens 10.000 Stunden) und ein niedriger Quecksilbergehalt. Für die meisten Verbraucher ist auch wichtig, dass die Lampen schnell ihre volle Leuchtkraft erreichen, also eine kurze Anlaufzeit haben. Diese Informationen müssen bereits seit 1. September 2010 auf den Lampenverpackungen sichtbar sein.
"Eines muss allerdings beachtet werden: Energiesparlampen enthalten als Voraussetzung für ihre Funktionstüchtigkeit systembedingt geringe Mengen des giftigen Metalls Quecksilber. Erlaubt sind bisher maximal 5 Milligramm. Ausgediente Energiesparlampen müssen deshalb getrennt von sonstigem Müll sorgfältig gesammelt und unbedingt zurückgegeben werden", so Resch. Leider zähle Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa was die ordnungsgemäße Entsorgung angeht. Ein Grund hierfür sei die Weigerung des Handels, ausgediente Energiesparlampen zurückzunehmen.
Die DUH geht davon aus, dass derzeit weniger als 10 Prozent der ausgedienten Energiesparlampen aus Privathaushalten ordnungsgemäß über die wenigen kommunalen Sammelstellen entsorgt wird. Der DUH-Geschäftsführer wiederholte seine Forderung nach einer umfassenden Rücknahmepflicht für Energiesparlampen bei allen Verkaufsstellen. Den Handel forderte Resch eindringlich auf, bis zum Inkrafttreten einer verbindlichen Rücknahmepflicht seinen Kundinnen und Kunden eine freiwillige Rücknahme ausgedienter Energiesparlampen anzubieten, wie es einige Vorreiterunternehmen schon heute tun. So lasse sich die derzeit beschämendniedrige Sammelquote am schnellsten erhöhen.
Als weitere Alternative zur Glühlampe gewinnen LED-Lampen (Leuchtdioden) langsam Marktanteile. Ihnen gehört nach Einschätzung der DUH die Zukunft. LEDs verfügen über eine extrem hohe Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Sie sind jedoch bisher noch so teuer, dass sie sich als Alltagsbeleuchtung bisher nicht durchsetzen. Halogenglühlampen sind nach Ansicht der DUH weniger empfehlenswert da sie gegenüber herkömmlichen Glühbirnen nur etwa 30 Prozent Strom einsparen. Folgerichtig werde der Verkauf dieser Halogenkleinheizungen in wenigen Jahren ebenfalls EU-weit verboten.
Hintergrund
Am 1. September 2011 greift die dritte Stufe des EU-weiten Glühlampenausstiegs. Die EG-Verordnung 244/2009 schreibt neue Ökodesign-Anforderungen für Lampen vor. Seit 1. September 2009 durften klare Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt sowie alle matten Glühlampen nicht mehr verkauft werden. Mit der zweiten Stufe 2010 betraf das auch klare Glühlampen mit mehr als 60 Watt. Ab diesem Jahr fallen nun alle 60 Watt-Glühlampen weg.
In insgesamt vier Stufen bis 2012 werden alle ineffizienten Standardglühbirnen und Halogenglühlampen niedriger Effizienz aus den Verkaufsregalen verbannt. Die Verordnung soll zur Einhaltung der europäischen Energieeffizienz- und Klimaschutzziele beitragen. Die unter den EU-Staaten und mit dem Europaparlament abgestimmte Regelung dient der Verbesserung der Marktdurchdringung von energieeffizienten Beleuchtungstechniken. Jährlich ließen sich allein in Deutschland bei der Beleuchtung rund 22 Milliarden Kilowattstunden einsparen, davon über ein Drittel in privaten Haushalten. Allein der Austausch von 60 Prozent der Lampen in Haushalten gegen energieeffizientere Beleuchtung würde den klimaschädlichen Kohlendioxid -Ausstoß jährlich um 4,5 Millionen Tonnen reduzieren, was etwa den Treibhausgasemissionen von zwei mittelgroßen Steinkohleblöcken entspricht.
Mehr Hintergrundinformationen unter: http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/Hintergrundpapier_Energiesparlampen.pdf
„BfN-TUI-Projekt „Artenschutz im Urlaub“ wird ausgezeichnet“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz vom 23.8.2011 in der es heißt:
Die TUI AG wird heute mit dem BfN-Kooperationsprojekt zum Artenschutz im Urlaub als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ geehrt. Damit ist die TUI AG einer von 365 Preisträgern, die jedes Jahr von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten als bundesweit besonders innovativ und vorbildlich prämiert werden.
Aus 2.600 eingereichten Bewerbungen überzeugte das Projekt „Artenschutz im Urlaub“ die unabhängige Jury. „Das TUI-Projekt zeigt, dass Ideenreichtum in Deutschland viele Facetten haben kann. Dank der Aufklärungsarbeit erhalten Touristen nicht nur umfangreiche Informationen, sondern TUI und das Bundesamt für Naturschutz übernehmen mit ihrem Projekt auch Verantwortung – für unser aller Zukunft“, so Sven Sievers von der Deutschen Bank. „Für den Naturschutz sind derartige Kooperationen sehr wichtig, um seine Anliegen zu transportieren. Die TUI ist hier ein idealer Multiplikator, da sich gerade beim Thema Tourismus und Fernreisen viele Aspekte des Artenschutzes verbinden,“ ergänzte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Für die groß angelegte Aufklärungskampagne in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz wurden die Themen auf vielfältige Art und Weise aufbereitet, z.B. mit dem „Kleinen TUI Artenschützer“ – ein Souvenirratgeber im Pocketformat, Artenschutz-Spots an Bord von TUIfly Flugzeugen sowie mit Umwelttagen, einem Malwettbewerb und dem Naturschutz-Magazin Kinatschu in den Kinderclubs der TUI Hotels. Mit den Aktionen rund um die Urlaubsreise sollen große und kleine Gäste für den Artenschutz begeistert und über illegalen Souvenirhandel aufgeklärt werden.
Die Auszeichnung des Projekts erfolgt im Rahmen der Mitarbeiterinformationstage „Green Days“, die in diesem Jahr im Zeichen des Internationalen Jahres der Wälder stehen.
Hinweis:
Kinatschu Urlaub erhalten Sie unter:
http://www.bfn.de/0508_informationsmaterial.html
Die Artenschutz-Spots sehen Sie unter.
http://www.bfn.de/0508_videos_cites.html
Downloadmöglichkeit des kleinen Artenschützers auf der TUI-Website
http://www.tui-group.com/de/nachhaltigkeit/umweltmanagement/biodiversitaet
Kassenbons sollen Giftstoffe enthalten. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung Greenpeace Magazins vom 16.8.2011:
Viele Einkaufsquittungen enthalten die gesundheitsgefährdenden Chemikalien Bisphenol A oder S. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag des Greenpeace Magazins.
Das Berliner PiCA-Institut fand die Giftstoffe in sieben von acht Kassenzetteln. In den Bons von Edeka, Galeria Kaufhof und der Deutschen Post wies das Labor die umstrittene Chemikalie Bisphenol A (BPA) nach. Die untersuchten Quittungen von Aldi Nord, Kaisers, Rewe sowie Automaten-Fahrkarten der Deutschen Bahn enthielten das verwandte Bisphenol S (BPS). Lediglich in den Kassenzetteln von Lidl ließ sich keiner der Stoffe nachweisen. "Beide Substanzen sollten in verbrauchernahen Produkten schnellstmöglich ersetzt werden", fordert der Chemiker Manfred Krautter vom Beratungsunternehmen EcoAid.
BPA steht seit Jahren in der Kritik, bisher vor allem im Zusammenhang mit Kunststoffen. Seit Juni ist es in Babyflaschen EU-weit verboten. In den aus Thermodruckpapier bestehenden Kassenbons ist die Chemikalie nicht nur viel höher konzentriert als in Plastik, sondern auch weniger fest gebunden. Sie wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und beeinflusst Fortpflanzung und Gehirnentwicklung.
Forscher fanden Indizien dafür, dass sie die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern irreversibel schädigen kann. Neuere Studien bringen BPA unter anderem mit Herzerkrankungen, Brust- und Prostatakrebs und Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung.
BPS unterscheidet sich chemisch nur geringfügig von BPA, ist aber noch wesentlich schlechter erforscht. Es wird oft als Ersatz für BPA verwendet. Das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut für Risikobewertung halten das für falsch. Einige neuere, bislang noch unbestätigte Untersuchungen ergaben, dass BPS sogar eine stärkere östrogene Wirkung entfalten kann als BPA und vom Körper schlechter abgebaut wird.
BPA und BPS sitzen auf der Oberfläche der Kassenbons und können über einfachen Hautkontakt in den Organismus gelangen. Neuesten Studien zufolge können schon kleinste Dosen Gesundheitsschäden verursachen. Alternativen gibt es bisher kaum. Testsieger Lidl wollte auf Anfrage nicht verraten, wie er seine Kassenzettel herstellen lässt.
„Kaum Recyclingpapier im Schulranzen Blauer Engel im Handel nicht selbstverständlich“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg vom 10.8.2011 in der es heißt:
Zu Beginn eines neuen Schuljahres wird über die Hälfte aller Schulmaterialien des Jahres gekauft. Doch nur eins von zehn Schulheften, die derzeit im Schulranzen landen, ist aus Recyclingpapier. Die Verbraucherzentrale Hamburg machte einen Marktcheck und fand heraus, dass auch jetzt zum Schulstart umweltfreundliche Papierprodukte mit dem Gütesiegel „Blauer Engel“ in Schreibwarenläden leider oft Mangelware sind – ebenso in Kaufhäusern, Supermärkten und Drogeriegeschäften.
Dennoch rät die Hamburger Verbraucherzentrale zum Kauf von Schulmaterialien aus Recyclingpapier, die den „Blauen Engel“ tragen. Das vom Umweltbundesamt vergebene Gütesiegel garantiert den Einsatz von 100 Prozent Altpapier, eine umweltschonende Herstellung und hohe Qualität.
Welche Märkte in Hamburg umweltfreundliche Produkte im Sortiment führen und welche nicht, lässt sich im Internet unter www.vzhh.de nachschlagen.
Papier für die Schule sollte verschiedenen Ansprüchen gerecht werden. Es muss sich vor allem gut mit Bleistift, Füller, Kugelschreiber oder Buntstift beschreiben lassen. Diese Anforderung wird von allen Recyclingpapieren mit dem „Blauen Engel“ mühelos und gut erfüllt. Recyceltes Papier ist längst von so guter Qualität wie Papier aus frischen Holzfasern. Es ist hell sowie tinten- und radierfest.
„Vorurteile, Recyclingpapiere seien grau und von minderer Qualität, gehören längst der Vergangenheit an. Umso unverständlicher ist, dass sich Verbraucher im Handel auf die Suche nach Produkten aus Recyclingpapier begeben müssen“, betont Dirk Petersen, Umweltexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.
Dabei ist der Mehrwert für die Umwelt offensichtlich: Wird Papier aus Altpapier statt aus Frischfasern hergestellt, spart dies nicht nur Holz. Bei der Produktion wird in der Regel nur halb soviel Energie und ein Drittel weniger Frischwasser verbraucht. „Der Kauf von Recyclingpapier ist deshalb ein aktiver Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz“, so Petersen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bemühungen der EU-Kommission, den Verbrauch von Plastiktüten zurückzudrängen begrüßt. In einer Pressemitteilung der Umweltschützer vom 9.8.2011 heißt es:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bemühungen der EU-Kommission, den Verbrauch von Plastiktüten zurückzudrängen, in dem heute in Brüssel abgeschlossenen öffentlichen Konsultationsverfahren begrüßt.
Mit dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 500 Plastiktüten pro Jahr trage jeder Europäer zu einer inakzeptablen Ressourcenverschwendung und zur Umweltverschmutzung bei. Plastiktüten landeten nicht selten in der Natur. Sie gefährdeten und töteten viele Landtiere und Meereslebewesen, die sich oft darin verhedderten oder sie zusammen mit anderen Plastikteilchen für Nahrung hielten.
So sei in einigen Meeresregionen die Menge kleinerer und sehr kleiner Plastikteilchen im Wasser bereits größer als die Menge des natürlichen Planktons. Fische, andere Meereslebewesen und Vögel verwechselten diese Teilchen oftmals mit Futter. Über den Verzehr der Meerestiere gelangten die winzigen Plastikteilchen und darin enthaltene giftige Chemikalien wie Weichmacher wiederum in die menschliche Nahrungskette.
Der BUND fordert ein Verbot der kostenlosen Abgabe von Plastiktüten. Ein generelles Verbot der Einweg-Plastiktüten hält der BUND derzeit nicht für sinnvoll. Geprüft werden müsse zunächst, ob nicht Mindestabgabepreise ein effektives und sinnvolles Instrument seien, den Verbrauch von Plastiktüten entscheidend zu vermindern. In Erwägung zu ziehen sei auch eine Rohstoff-Steuer für die Ausgangsmaterialien zur Herstellung der Plastiktüten.
"Das wichtigste Ziel muss es sein, von der allgegenwärtigen Wegwerfmentalität weg zu kommen", sagte Heribert Wefers, Umweltschutz-Experte des BUND. „Plastiktüten sind nur die Spitze des Eisbergs kurzlebiger Wegwerfprodukte. Wenn hier angefangen wird, die Ex- und Hopp-Mentalität zu bekämpfen, kommen wir auch in anderen Bereichen weiter", sagte Wefers.
Als Alternative zu Plastiktüten empfiehlt der BUND unter anderem die Verwendung von Stoffbeuteln. Plastiktüten aus Kunststoffen, die biologisch abbaubar sind, lehnt der Umweltverband hingegen ab. Deren Ausgangsmaterialien hätten kaum ökologische Vorteile. In der Praxis würden sogenannte Bio-Plastiktüten faktisch nicht kompostiert und nicht recycelt, sondern landeten überwiegend im Restmüll.
Wefers: „Bio-Plastiktüten sind eine klare Kundentäuschung. Dem Verbraucher wird suggeriert, er brauche nur auf biologisch abbaubare Kunststoffe umzusteigen, dann sei alles in Ordnung. Abfallvermeidung und Umweltschutz beginnen mit der Vermeidung unnötiger Produkte und Verpackungen. Das Vermeiden von Plastiktüten ist nötig und möglich.“
„Erneuerbare Energien für Ihr Zuhause“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg vom 3.8.2011, in der es um die staatliche Förderung erneuerbarer Energien geht. In der Meldung heißt es:
Ob die staatliche Förderung erneuerbarer Energien auch künftig im bisherigen Umfang bestehen bleibt, ist unsicher. Verbraucher sollten daher geplante Vorhaben bald umsetzen. Das rät die Verbraucherzentrale Hamburg.
Doch Vorsicht: Nur eine technisch optimal geplante und fachmännisch installierte Anlage arbeitet effektiv und lohnt sich wirtschaftlich. Denn auch regenerative Anlagen können sich bei schlechter Planung als teure Fehlinvestition erweisen.
Die neue Photovoltaikanlage im Schatten des Nachbarhauses oder die Wärmepumpe im ungedämmten Altbau – Energieberater Michael Hell von der Verbraucherzentrale kennt diese Fälle nur zu gut. „Dabei können sich Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien für private Verbraucher durchaus lohnen“, betont der Energieexperte. Entscheidend sei aber, dass in der Planungsphase unabhängig von Anbieterinteressen beurteilt wird, ob das Vorhaben geeignet und wirtschaftlich ist.
Wärmepumpen beispielsweise seien für Neubauten mit guter Dämmung und Flächenheizung eine ökologisch und wirtschaftlich interessante Alternative zu herkömmlichen Heizungsanlagen. Ob sich die höheren Investitionskosten tatsächlich rechnen, müsse aber im Einzelfall sorgfältig geprüft werden.
Ähnliches gilt für solarthermische Anlagen zur Heizungsunterstützung: ein bewährter Klassiker, der in einem gut gedämmten Einfamilienhaus bis zu 30 Prozent der Heizungskosten sparen kann. Für eine fundierte Entscheidung müssen aber auch hier die Gegebenheiten vor Ort, etwa mögliche Verschattungen oder Standorte für den Speicher, berücksichtigt werden.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin haben das Nominierungsverfahren für den Ehrenpreis des Deutschen Naturschutzes 2011 eröffnet. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des BfN vom 3.8.2011:
Das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin haben das Nominierungsverfahren für den Ehrenpreis des Deutschen Naturschutzes 2011 eröffnet. Der Preis wird künftig einmal jährlich als Sonderpreis im Rahmen des Deutschen Naturschutzpreises vergeben.
Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich in herausragender und beispielgebender Weise für den Naturschutz in Deutschland einsetzen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Nominierungsberechtigt sind alle auf Bundesebene anerkannten Naturschutzvereinigungen sowie die Jurymitglieder des Deutschen Naturschutzpreises. Nominierungsschluss ist der 30. September 2011.
Nominiert werden können sowohl haupt- als auch ehrenamtlich im Naturschutz tätige Personen. Ausschlaggebend sind das bisher geleistete persönliche Engagement und die tatsächlich erreichten Effekte für den Naturschutz in Deutschland. Ein Bezug zum aktuellen Jahresthema „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“ ist wünschenswert, aber keine Bedingung. Weitere Auswahlkriterien sind die Vorbild- und Multiplikatorwirkung des möglichen Preisträgers oder der Preisträgerin.
Über die Vergabe entscheidet eine vom Bundesamt für Naturschutz als Träger und von Jack Wolfskin als Stifter des Deutschen Naturschutzpreises benannte, interdisziplinär besetzte Jury.
Die feierliche Preisverleihung findet am 17. November 2011 unter Beteiligung von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen in Bonn statt.
Der Deutsche Naturschutzpreis
Der Deutsche Naturschutzpreis wird einmal jährlich im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs vergeben. Herausgeber sind das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin.
Der Preis fördert Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz. Ausgezeichnet werden originelle, zukunftsweisende und vorbildliche Projektideen zum Naturschutz, zur Naturbildung und zum Naturerlebnis. Bewerben können sich ehrenamtlich engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen.
Das von Jack Wolfskin gestiftete Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro dient der Umsetzung der Projekte und wird auf die Preisträger aufgeteilt. 2011 steht der Preis unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“. Die Entscheidung über die Vergabe trifft die Jury des Deutschen Naturschutzpreises. Weitere Informationen zum Deutschen Naturschutzpreis: http://www.deutscher-naturschutzpreis.de.
Nach Meinung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist die Energiewende nicht nur zum Vorteil für Verbraucher. Die Verbraucherschützer fordern daher in einer Pressemitteilung vom 27.7.2011 erhebliche Nachbesserungen. In der Meldung heißt es:
Mit ihren aktuellen Beschlüssen und den notwendigen Gesetzen zur Energiewende in Deutschland hat die Bundesregierung auf die Ereignisse in Japan reagiert und damit dem Mehrheitswillen der Bevölkerung Rechnung getragen. Das Ziel, aus der Atomenergie auszusteigen und den Erneuerbaren Energien den Weg zu bereiten, ist aus Sicht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz völlig richtig – aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Auf vier Problemfelder weist die Verbraucherzentrale daher hin:
- Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (DENA) unter den Bundesländern findet eine völlig unabgestimmte Planung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien statt. Dies erschwert erheblich den effizienten Netzausbau. Da die privaten Verbraucher einen großen Teil dieser Ausbaukosten über ihre Stromrechnung werden bezahlen müssen, ist eine abgestimmte Planung und Koordinierung dringend erforderlich. Hier muss die Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern die Federführung übernehmen, um Wildwuchs auf Kosten der Verbraucher zu verhindern. Außerdem müssen die Netzbetreiber zu einer größeren Transparenz im Hinblick auf die Netzauslastung und die weitere Ausbauplanung verpflichtet werden.
- Das Thema Stromsparen kommt in den aktuellen Gesetzen und Verordnungen so gut wie nicht vor. Dabei entscheidet der Stromverbrauch mit darüber, wie schnell und mit welchem Aufwand ein Umstieg auf Erneuerbare Energien möglich ist. Steigt der derzeitige jährliche Stromverbrauch der Privathaushalte in Deutschland von 160 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr um ein Prozent, liegt der Verbrauch in 20 Jahren bereits bei 195 Milliarden Kilowattstunden. Sinkt er dagegen jährlich um ein Prozent, so landet man in 2030 bei 130 Milliarden Kilowattstunden. Die Konsequenz: Nur in Verbindung mit konsequentem Energiesparen ist ein schneller und kostengünstiger Umstieg auf Ökostrom möglich. Von 2000 bis 2009 stieg der Stromverbrauch der Privathaushalte um 4,5 %, also im Schnitt um 0,5 % pro Jahr. Allein der Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten und von Heizungspumpen macht bei Ein- und Zweifamilienhäusern zusammen einen Anteil von fast 30 Prozent aus. „Daher brauchen wir eine Abwrackprämie für alte Kühl- und Gefriergeräte und für ineffiziente Heizungspumpen“, fordert Hans Weinreuter , Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
- Im Gebäudebestand in Deutschland schlummert ein erhebliches Energieeinsparpotential. Um dieses in absehbarer Zeit zu heben, ist es dringend erforderlich, die Modernisierungsrate auf zwei oder besser drei Prozent jährlich anzuheben. Wenn man die Hausbesitzer zur Sanierung nicht zwingen will, muss man entsprechende finanzielle Anreize schaffen. Die steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen in die energetische Gebäudemodernisierung wäre ein probates Mittel. Hier könnte man das Thema Steuerentlastung mit sinnvollen Effekten wie Energieeinsparung, Klimaschutz und Schaffung von Arbeitsplätzen verbinden. Doch die gute Idee der Bundesregierung wurde von den Bundesländern wieder kassiert, da diese aufgrund der angespannten Haushalte dies nicht mittragen wollen. Dabei wird völlig ausgeblendet, dass aufgrund der angeregten Investitionen und des damit verbundenen erhöhten Umsatzsteueraufkommens wieder Geld in öffentliche Kassen zurück fließt. Allein die Verdopplung der Modernisierungsrate bei Ein- und Zweifamilienhäusern würde schon bei einer Investitionssumme von 30.000 Euro pro Gebäude ein zusätzliches Umsatzsteuervolumen von über 800 Millionen Euro einbringen.
- Parallel zur Energiewende wurde auch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) novelliert . Darin sind unter anderem die Wettbewerbsregeln auf dem deutschen Energiemarkt festgelegt. Die EU forderte in ihrer Binnenmarktrichtlinie beispielsweise, dass die Frist für den Wechsel des Energieversorgers auf drei Wochen beschränkt werden muss. Die Umsetzung ist bereits seit März überfällig. Das novellierte EnWG sieht nun vor, dass diese 3-Wochen-Frist erst ab dem Zeitpunkt beginnt, zu dem der neue Versorger den Kunden beim Netzbetreiber angemeldet hat. Das führt dazu, dass der komplette Wechsel dann doch fünf bis sechs Wochen dauert, nachdem der Kunde den Auftrag erteilt hat. So schafft man keine wesentliche Verbesserung für die Verbraucher.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert die Bundesregierung und die Länder auf, bei der Energiewende die Verbraucher stärker im Blick zu behalten und weitere Korrekturen im Gesamtprozess vorzunehmen. Denn die Verbraucherinnen und Verbraucher werden einen Großteil der Kosten zu schultern haben.
Die Concordia Versicherung sowie die oeco capital Lebensversicherung haben die Tester der Zeitschrift Finanztest mit ihren guten Kundeninformationen über ihre Riester-Produkte überzeugt in einer gemeinsamen Presserklärung der Unternehmen vom 25.7.2011 heißt es:
Alljährlich erhalten Riester-Sparer Post von ihren Vertragspartnern. Die Jahresmitteilung informiert alle Kunden über den aktuellen Stand ihrer ergänzenden Altersvorsorge. Vor drei Jahren hatte die Stiftung Warentest viele Mitteilungen bemängelt. In der aktuellen August-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ kamen die Autoren bei einer erneuten Überprüfung zu einem besseren Ergebnis, machten aber immer noch viele Schwächen in den Mitteilungen aus.
Kritisch geprüft wurden die Standmitteilungen von 37 Riester-Renten-Anbietern zu fünf Vertragsarten. Bei den Angeboten der Versicherer platzierte sich die Förder-Rente der hannoverschen Concordia Lebensversicherungs-AG mit dem Gesamtergebnis gut (Note 2,5) auf einem hervorragenden zweiten Platz.
Die Concordia überzeugte mit einer übersichtlichen, verständlichen und vollständigen Jahresmitteilung. Auf Rang 3 platzierte sich Deutschlands einziger ökologischer Lebensversicherer, die Concordia Tochter oeco capital Lebensversicherung AG. Die Förder-Rente des Unternehmens erhielt das beste befriedigende Gesamtergebnis mit der Qualitätsnote 2,8.
Als erfreuliches Ergebnis für die vielen Riester-Sparer bewertet Concordia Vorstandsvorsitzender Dr. Heiner Feldhaus das gute Abschneiden der beiden Lebensversicherer der Gruppe: „Unsere konsequente Qualitätsausrichtung bei Produkten und Dienstleistungen trägt mehr und mehr Früchte für alle Kunden und Partner “.
Die länderübergreifende Zusammenarbeit beim Naturschutz lässt Europa zusammenrücken. Dazu heißt es unter der Überschrift „Naturschutz ohne Grenzen“ in einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz vom 21.7.2011:
Gemeinsame Schutzmaßnahmen mehrerer Länder kommen der Natur in besonderem Maße zugute und unterstützen darüber hinaus oft die Lösung sozialer und politischer Konflikte. Das zeigt die neue Publikation der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature).
Das Buch „Crossing Borders for Nature: European examples of transboundary conservation” stellt den grenzüberschreitenden Naturschutz in Europa vor, beleuchtet seine Herausforderungen und seinen Nutzen. Die Veröffentlichung ist Teil eines Beratungshilfeprojekts der IUCN und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Es hat sich zum Ziel gesetzt, die grenzüberschreitende Naturschutzzusammenarbeit im Grenzgebirge zwischen Albanien, Mazedonien und dem Kosovo zu verbessern.
„Aufgrund der Isolation dieser Region in der Vergangenheit und ihrer bisherigen politischen Instabilität war die Grenze zwischen diesen Ländern für Jahrzehnte unzugänglich“, so Tomasz Pezold, Projektleiter der IUCN und Herausgeber der Publikation. „Dadurch zählt sie mittlerweile zu den letzten intakten Naturgebieten Europas mit den teilweise größten Populationen von Bär, Wolf und Luchs. Grenzüberschreitender Naturschutz in dieser Region ermöglicht die Bewahrung dieses einzigartigen Naturerbes in seiner Integrität und bringt Länder zusammen, die jahrelang voneinander isoliert waren.“
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz hat eine hohe ökologische Bedeutung, denn mit dem Schutz ausgedehnter Naturgebiete wird die Wanderung von Tierarten ermöglicht und der Verlust der biologischen Vielfalt eingedämmt. Diese Art der Kooperation bietet auch ehemals verfeindeten Parteien die Chance, den Dialog wieder aufzugreifen, schafft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten und hilft politische Konflikte zu lösen.
„Viele Beispiele verdeutlichen die Vorteile, die die internationale Zusammenarbeit für den Erhalt des Natur- und Kulturerbes, die Verbesserung der Lebensbedingungen von Anrainergemeinden, den Abbau von Spannungen und die Wiederherstellung freundschaftlicher nachbarschaftlicher Beziehungen hat“, so BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel. „Dass ein effektiver grenzüberschreitender Naturschutz hilft, politische, ökonomische und soziale Unterschiede über Grenzen hinweg zu überwinden, lässt staatliche Akteure und Schutzgebietsmanager zunehmend sein Potential erkennen.“
So ist es im Gebiet der Prespaseen, einer Grenzregion zwischen Albanien, Mazedonien und Griechenland mit besonderer Artenvielfalt und einzigartigen geologischen Strukturen, durch trilaterale Zusammenarbeit im Naturschutz gelungen, das politische Konfliktpotenzial zwischen diesen drei Ländern zu entschärfen.
Im Biosphärenreservat Ostkarpaten, das sich im Drei-Länder-Eck von Polen, Slowakei und Ukraine befindet, hat die länderübergreifende Zusammenarbeit zum Schutz der Natur dazu geführt, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Nationen wieder aufzubauen, nachdem dort im Zweiten Weltkrieg Zehntausende ihr Leben gelassen und viele jahrelang unter der Isolation durch das kommunistische Regime gelitten hatten.
Seit der Einrichtung der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava (im tschechischen Teil des Böhmerwalds) hat sich dort der Tourismus zu einem wesentlichen Faktor der regionalen Wirtschaft entwickelt, der zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommen schafft.
„Natur macht nicht an menschengemachten Grenzen halt. Unsere Bemühungen, sie zu bewahren, sollten dies auch nicht tun“, so Maja Vasilijević, Vorsitzende der Transboundary Conservation Specialist Group der Weltschutzgebietskommission der IUCN und Mitherausgeberin der Publikation. „Grenzüberschreitender Naturschutz gewinnt zunehmend an Bedeutung beim Schutz und Erhalt großer Ökosysteme und bei der Verbesserung der sozioökonomischen Entwicklung in diesen Gebieten.“
Die Publikation wurde mit Finanzierung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA) mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens ermöglicht.
Das erste Sparkonto für Mikrokredite geht an den Start. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der GLS-Bank vom 12.7.2011:
Die Genossenschaften GLS Bank und Oikocredit legen gemeinsam ein innovatives Angebot vor: Mit dem Oikocredit Sparkonto werden Spargelder zu Darlehen für Menschen in Entwicklungsländern.
Ziel der Kooperation ist es, mit dem Oikocredit Sparkonto bei der GLS Bank eine sichere und sinnstiftende Anlage zu bieten, die benachteiligten Menschen den Zugang zu Kapital ermöglicht. Das einzigartige Konzept ist auf die gesellschaftliche Wirkung der Gelder ausgerichtet: Anleger eröffnen bei der GLS Bank ein Oikocredit Sparkonto.
Die GLS Bank vergibt ein Darlehen in Höhe der angelegten Gelder an Oikocredit, die damit wiederum Partnerorganisationen in Entwicklungsländern finanziert. Ein Großteil des Kapitals geht an Mikrofinanzorganisationen, die vor Ort Kleinkredite an wirtschaftlich aktive Menschen vergeben. Ein kleinerer Teil kommt Genossenschaften, Fairhandelsorganisationen und kleinen Unternehmen zugute.
„In der GLS Bank stellen wir bei allen Angeboten den Menschen in den Mittelpunkt“, so GLS Vorstand Andreas Neukirch. „Das neue Sparkonto richtet sich speziell an Anleger, die sich gezielt für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen in Entwicklungsländern einsetzen möchten und gleichzeitig eine hohe Sicherheit sowie marktübliche Verzinsung erwarten.“
„Mit dem Sparkonto können wir sozial verantwortlichen Anlegern nun ein weiteres Produkt anbieten“, so Florian Grohs, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland. „Wir hoffen damit neben unseren bestehenden Mitgliedern noch mehr Menschen von einer sicheren und nachhaltigen Geldanlage begeistern zu können.“
Oikocredit setzt sich ebenso wie die GLS Bank für eine nachhaltige Finanzwirtschaft ein. Die Kooperationspartner investieren das Geld ihrer Anleger seit über 35 Jahren in soziale, ökologische und ökonomische Projekte und Unternehmen.
Weitere Informationen unter www.gls.de/oikocredit und www.oikocredit.de/sparkonto
Über Oikocredit
Die internationale Genossenschaft Oikocredit vergibt Kredite und Kapitalbeteiligungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Oikocredit bietet ihren Anlegern einen doppelten – finanziellen und sozialen – Gewinn: Sie erhalten nicht nur einen moderaten finanziellen Ertrag, sondern können auch sicher sein, dass ihr Geld verwendet wird, um die Armut zu bekämpfen, den Fairen Handel zu unterstützen und die natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu bewahren. Oikocredit existiert seit 1975 und ist einer der führenden privaten Entwicklungsfinanziers.
Das Internetportal Ecostamp macht sich für eine Neudefinition des Begriffs „Nachhaltigkeit“ bei Geldanlagen stark. In einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 11.7.2011 heißt es:
Der Modebegriff Nachhaltigkeit ist für nachhaltige Geldanlagen Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite ist die mediale Aufmerksamkeit für diese Assetklasse auch aufgrund des gut klingenden Namens Nachhaltigkeit besonders groß. Auf der anderen Seite macht es die vielfältige Verwendung des Begriffes allen Marktteilnehmern nicht leicht, zu erkennen und zu verstehen, was sich denn wirklich hinter dem guten Namen verbirgt.
Ein gemeinsames Projekt vom Alsterspree Verlag und Ecostamp bringt nun echte Transparenz für den Privatanleger: Wann darf sich eine Geldanlage wirklich nachhaltig nennen? Ecostamp startet eine große Umfrage unter deutschen Anlegern und Konsumenten sowie weitere Interessierten.
Auf www.ecostamp.dekönnen Anleger nun selbst bestimmen, welche Investitionskriterien nachhaltige Aktienfonds haben sollten. Bislang ist der Markt der nachhaltigen Geldanlagen geprägt von dem Nachhaltigkeitsverständnis einzelner Akteure – und nicht nach dem Verständnis derjenigen, die die Produkte kaufen sollen, nämlich die Anleger.
„Dem Markt fehlt es an Transparenz und Standards. Bis dato definieren die Produktgeber bzw. ihre Berater die Investitionskriterien für ihre Nachhaltigkeitsfonds. Der Begriff nachhaltig ist in und wird somit gerne von den Marketingabteilungen den Produkten übergestreift", urteilt Robert Krüger-Kassissa, Projektleiter und Gründer von Ecostamp. "Doch: In welche Branchen und Unternehmen ein nachhaltiger Aktienfonds investieren sollte, sollte nicht den allein den Produktgebern überlassen werden." So landeten in der Vergangenheit aufgrund bestimmter Ausschlusskriterien auch Unternehmen wie der Mineralölkonzern BP in den Portfolios einiger Nachhaltigkeitsfonds.
Ein Unternehmen, welches im vergangenen Jahr die größte von Menschenhand gemachte Umweltkatastrophe außerhalb eines Krieges verursacht hat. Selbst die Aktie des japanischen Atomkraftwerksbetreiber Tepco war in einigen Nachhaltigkeitsfonds.
Nachhaltig orientierte Anleger und Konsumenten haben eine klare Vorstellung davon, was nachhaltig ist und was nicht. Auf www.ecostamp.de können erstmalig im deutschsprachigen Raum alle Interessierten über die Nachhaltigkeitskriterien von Aktienfonds abstimmen.
"Das neue Nachhaltigkeitsportal Ecostamp gibt diesen Anlegern und Konsumenten eine Stimme. Ihre Meinung zählt", erklärt Projektleiter Robert Krüger-Kassissa. Ecostamp bietet zudem hochaktuelle Medienberichte. Ein Glossar mit allen relevanten und verständlich erklärten Begriffen lässt auch "Nicht-Insider" an der Diskussion um Nachhaltigkeitskriterien teilhaben.
Die neue Plattform ist klar auf Dialog ausgerichtet. So soll insbesondere der Dialog zwischen Unternehmen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit und nachhaltig orientierten Konsumenten gefördert werden. Nur so können künftig Finanzprodukte entstehen, die beiden schmecken, nämlich Anbietern und Kunden.
„Weniger Einkommen, mehr Lärm und Abgase – Sozial Benachteiligte sind oft stärker belastet“ lautet die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 29.6.2011 in der es heißt:
Menschen mit niedriger Bildung oder niedrigem Einkommen leiden häufiger unter Verkehrslärm und schlechter Luft als andere Teile der Bevölkerung. Vor allem in städtischen Gebieten mit einem starken Verkehrsaufkommen sind die gesundheitlichen Belastungen durch Feinstaub und Lärm besonders hoch. Die Folgen des Klimawandels sowie die zunehmende soziale Polarisierung in städtischen Regionen erhöhen die Notwendigkeit für die Politik hier einzugreifen.
„Auch Menschen in sozial benachteiligten Vierteln brauchen ein gesundheitsförderndes Wohnumfeld. Das zu garantieren ist Aufgabe der Umweltpolitik und ihrer Kooperationspartner“, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen „UMID: Umwelt und Mensch Informationsdienstes“ zum Thema Umweltgerechtigkeit.
Umweltbelastungen sind in Deutschland sozial ungleich verteilt. Besonders auffällig ist die Lage bei Familien mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstand. Sie sind besonders häufig von Lärm und Luftverschmutzungen betroffen. In Wohngebieten mit unteren Einkommensschichten mangelt es zudem an Grünanlagen. Das zeigen Befragungen und Studien in München, Berlin und dem Ruhrgebiet. Auswertungen der Schulanfängerstudie Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 2010 bestätigen diesen Trend.
Demnach leben Magdeburger Kinder aus Familien mit hohem Sozialstatus häufiger in Wohnungen mit geringerer Exposition gegenüber Verkehrsimmissionen, zum Beispiel Stickstoffdioxid und Feinstaub, als Familien mit niedrigem Sozialstatus. Gestützt werden die Erkenntnisse durch die Ergebnisse des Kinder-Umwelt-Surveys (KUS) des Umweltbundesamtes (UBA) und des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Instituts (RKI).
Die Vielfalt an Daten zeigt: Das Interesse am Thema Umweltgerechtigkeit wächst. Zahlreiche Fachdisziplinen und Forschungsbereiche beschäftigen sich in jüngster Zeit damit, die Ursachen, Zusammenhänge und Effekte der sozialen Verteilung von Umweltbelastungen und -ressourcen zu ermitteln. Gleichzeitig erproben verschiedene Regionen Deutschlands unterschiedliche Ansätze aus Politik und Praxis, um die Umwelt- und Lebensbedingungen in besonders belasteten Wohnquartieren zu verbessern.
Das zweite UMID-Themenheft greift die neuesten Forschungsergebnisse und Erfahrungsberichte zur Umweltgerechtigkeit in Deutschland auf. Ein Schwerpunkt ist das Modellvorhaben „Umweltgerechtigkeit im Land Berlin“. Die Projektbeteiligten stellen in einem ersten Werkstattbericht die Analysen zur sozialräumlichen Verteilung von gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen und -ressourcen in Berlin vor.
Die weiteren Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit folgenden Themen:
• Zusammenhang zwischen Umweltstress, Sozialstatus und Verhaltensauffälligkeiten: Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Instituts (RKI)
• Unterstützung junger Eltern aus sozial benachteiligten Stadtquartieren bei der umwelt- und gesundheitsverträglichen Gestaltung der Wohnung („Umweltgerechtigkeit von Geburt an“)
• Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden im Alter: ein Projekt der Hochschule Fulda und des Gesundheitsamt Region Kassel
Die aktuelle Ausgabe von UMID widmet sich als Themenheft auf über 130 Seiten dem Thema Umweltgerechtigkeit. Es ist bereits das zweite UMID-Themenheft zu „Umweltgerechtigkeit“. Das erste erschien im August 2008 (Ausgabe 2/2008).
Informationen zu UMID:
Der UMID erscheint drei- bis viermal pro Jahr und informiert kostenlos zu Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Die am Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG) – neben dem Bundesumweltministerium, dem Bundesgesundheitsministerium und dem Bundesverbraucherschutzministerium – beteiligten Einrichtungen Umweltbundesamt, Bundesamt für Strahlenschutz, Bundesinstitut für Risikobewertung und Robert Koch-Institut geben den UMID gemeinsam heraus.
Die aktuelle UMID-Ausgabe „Umweltgerechtigkeit“ 2/2011 steht unter http://www.umweltbundesamt.de/umid als PDF-Datei zum kostenlosen Download bereit.
Weitere Informationen zum Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG) unter http://www.apug.de.
Das Umweltbundesamt hat ein Moratorium für Geo-Engineering-Maßnahmen empfohlen. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes vom 22.6.2011
Gegenwärtig setzt sich der Weltklimarat mit großtechnischen Klimaschutzmaßnahmen, bekannt als Geo-Engineering, kritisch auseinander. Aus Gründen der Vorsorge für die Umwelt betrachtet das Umweltbundesamt (UBA) derartige Vorschläge mit Vorbehalt. „Im Moment gibt es keine Technologie, die es uns erlaubt, die globale Erwärmung nachträglich zu begrenzen.“, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Grundsätzlich berge Geo-Engineering viele Risiken und könne die notwendige Reduktion von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen keinesfalls ersetzen.
„Wer die Klimaschutzziele wirklich erreichen will, muss die Emissionen weiter mindern.“, so Flasbarth. Zweifel sind auch angebracht, ob sich die Folgen derartiger großtechnischer Eingriffe in das komplexe Klimasystem überhaupt einschätzen lassen. Zudem ist die Wirksamkeit der Maßnahmen bisher nicht bewiesen. „Vor dem Hintergrund des noch sehr unzureichenden Wissens, das über die Wirkungen von Geo-Engineering vorliegt, empfiehlt das Umweltbundesamt ein Moratorium für die Anwendung solcher Technologien.“, erklärt UBA-Präsident Flasbarth.
Mit dem vorliegenden Hintergrundpapier „Geo-Engineering – wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?“ gibt das Umweltbundesamt einen Überblick über die wichtigsten Ideen zum Geo-Engineering und legt Kriterien zu deren Bewertung vor.
In Vorbereitung auf seinen nächsten Sachstandsbericht zu Klimaänderung im Jahr 2014 führt der Weltklimarat derzeit ein Expertentreffen zum Thema Geo-Engineering durch. Die im Fachjargon als Geo-Engineering bezeichneten großtechnologischen Vorschläge und Maßnahmen sollen die globale Erwärmung verringern. Die Vorschläge reichen von der Ausbringung von Schwefelaerosolen in die Atmosphäre über die Installation von Sonnensegeln im All und bis hin zur Düngung der Meere. Auch die dauerhafte unterirdische Speicherung von Kohlendioxid fällt unter den Begriff des Geo-Engineering.
Das Umweltbundesamt hat die diskutierten Vorschläge geprüft und mögliche erhebliche Risiken und Nebenwirkungen sowie viele offene Fragen festgestellt. Welche Nebenwirkungen die Düngung der Meere auf die Umwelt hat, ist zurzeit genauso wenig abzusehen wie die Effekte, die zusätzliche Schwefelaerosole in der Luft auf die regionalen Klimasituationen und die stratosphärische Ozonschicht auslösen. Folglich lassen sich zahlreiche Sekundärwirkungen der Geoengineering-Maßnahmen zurzeit nicht in Gänze klären, geschweige denn vorhersehen. Sie können zusätzlich sogar irreversibel sein. Daher plädiert das Umweltbundesamt für restriktive Kriterien bei der Erforschung solcher Technologien. Von einem tatsächlichen Einsatz der Geoengineering-Maßnahmen solle im Rahmen eines Moratoriums gegenwärtig abgesehen werden.
Laut den Verfechtern des Geo-Engineering stellen technische Lösung der Klimaproblematik einen Vorteil dar, weil die Menschen ihr Verhalten nicht oder nur in geringer Weise verändern müssten. Außerdem wären dann auch keine langwierigen internationalen Verhandlungen über Emissionsminderungen erforderlich.
Das sind aber nur scheinbare Vorteile. Denn die Idee des Geo-Engineering – die globale Erwärmung mit großtechnischen Lösungen zu bremsen – setzt nicht bei den Ursachen des anthropogenen Treibhauseffektes an: den Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen. Vielmehr soll das bereits erwärmte Klima im Nachhinein reguliert werden. Die meisten Geo-Engineering-Maßnahmen sind bisher aber nur in Laboren und in kleinskaligen Maßstäben ausprobiert worden. Für eine fundierte seriöse Bewertung fehlen detaillierte wissenschaftliche Untersuchungen. Die Wirksamkeit vieler Maßnahmen ist also in keiner Weise bewiesen.
Die Vorschläge, großtechnische Eingriffe in das Klimasystem vorzunehmen, werden seit einiger Zeit von den Befürwortern als Alternative im Klimaschutz definiert. Mit der Cancun-Vereinbarung im Dezember 2010 erkennt die internationale Staatengemeinschaft erstmals offiziell das 2-Grad-Ziel zur Begrenzung der globalen Erwärmung in einer UN-Entscheidung an. Wie das Ziel erreicht werden kann, ist unter den einzelnen Ländern umstritten.
Mit seinem aktuellen Hintergrundpapier ordnet das Umweltbundesamt Geo-Engineering in die aktuelle Klimapolitik ein und erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen. Bewertet werden die Maßnahmen, soweit wissenschaftlich möglich, hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit, Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit. Schließlich formuliert das Umweltbundesamt Kriterien für die Bewertung durch politische Entscheidungsträger und gibt erste Empfehlungen zum Umgang mit dem Thema.
Das Hintergrundpapier „Geo-Engineering - wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?“ zum herunterladen unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4125.html.
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat am 22.6.2011 den Klimaschutz-StiftungsReport 2011/12 vorgestellt. Unter der Überschrift „Beim Klimaschutz nicht auf die Politik warten“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stiftung vom 22.6.2011:
Fast drei Viertel der Deutschen sind der Meinung, dass beim Klimaschutz nicht länger auf die Politik gewartet werden kann, zeigt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage für den StiftungsReport 2011/12. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat das Buch mit dem Schwerpunkt „Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen das Klima schützen“ am Mittwoch auf der Berliner Stiftungswoche vorgestellt. Nur 31 Prozent der Bundesbürger beobachten sich demzufolge häufiger dabei, den Klimawandel zu verdrängen.
Ein Drittel der Deutschen beklagt zu wenige Informationen zum Klimawandel; ein knappes Drittel kann das Thema nicht mehr hören. Fast drei Viertel meinen, dass die Bürger nur bereit sind, etwas gegen den Klimawandel zu tun, wenn es sich nicht auf das eigene Portemonnaie auswirkt.
„Der StiftungsReport 2011/12 ergänzt die Klima-Debatte um eine häufig übersehene Dimension: den Beitrag der Zivilgesellschaft“, sagt Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. „Klimaschutz ist ein Querschnittsthema und eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung. Stiftungen sind durch ihre Verwurzelung in allen gesellschaftlichen Bereichen und als nachhaltigster Teil der Zivilgesellschaft für dieses Thema prädestiniert“, so der Generalsekretär der größten Klimaschutzstiftung der Welt.
Das Engagement der Stiftungen wird offenbar anerkannt: Fast 70 Prozent der Deutschen sehen Stiftungen als Impulsgeber für Klima- und Umweltschutz. Über 60 Prozent sind der Ansicht, dass Stiftungen das Bewusstsein für den Klima- und Umweltschutz schärfen. Die Kernkompetenzen der Stiftungen liegen nach Meinung der Bevölkerung im praktischen Naturschutz (80 Prozent), der Umweltbildung (76 Prozent) sowie der Förderung neuer Umwelttechnologien und Kampagnen, die das Thema in die Politik und eine breitere Öffentlichkeit tragen (je 70 Prozent). Jedoch kritisieren fast drei Viertel der Befragten, dass Stiftungen in der Klimaschutz-Debatte zu wenig sichtbar sind.
„Deutsche Umweltstiftungen sehen sich selbst als Förderer, Impulsgeber und Bewahrer von Natur und Umwelt. Mit ihrer Wissenschaftsförderung, als Denkfabrik und mit ihren Projekten zu best practise leisten sie maßgebliche Beiträge zum Klimaschutz. Doch Erkenntnisse alleine reichen nicht“, so Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung und Leiter des Arbeitskreises Umwelt, Natur, Gesundheit im Bundesverband Deutscher Stiftungen. „Das Thema Klimaschutz ist in der Stiftungsszene angekommen. Doch die Popularisierung der Erkenntnisse und Konzepte ist noch ausbaufähig. Denkbar wäre eine gemeinsame Klimaschutz-Kampagne der deutschen Umweltstiftungen“, regt Spandau an.
Wie Stiftungen der Bevölkerung komplexe Themen vermitteln, zeigt etwa die Baden-Württemberg Stiftung mit ihrer mobilen Informations- und Bildungsinitiative „Expedition N“. „Mit unserer bundesweit einmaligen Kampagne erreichen wir an 100 Standorten rund 100.000 Besucher pro Jahr. Ziel von der ‚Expedition N‘ ist es, den Nachhaltigkeitsgedanken im Alltag zu verankern und einen Dialog direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort anzuregen“, so Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. Anlässlich der Buchvorstellung machte das zweistöckige Fahrzeug erstmals in Berlin Station.
Wie eine Befragung von 100 Umweltstiftungen für den StiftungsReport 2011/12 zeigt, verstehen sich operative Stiftungen in erster Linie als praktische Naturschützer und Impulsgeber (je 71 Prozent). Über 40 Prozent aller befragten Umweltstiftungen wollen auf gesellschaftliche Veränderungen hinwirken. Nur ein Viertel versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Die Umwelt-Förderstiftungen betrachten sich als Ergänzung öffentlicher oder sonstiger Förderung (rund 70 Prozent).
Als Aufgabengebiete nennen die Stiftungen Umweltkommunikation und -bildung (53 Prozent), Klimaschutz (51 Prozent) und die biologische Vielfalt (41 Prozent). Konkrete Aktivitäten sind einerseits der praktische Naturschutz (67 Prozent), Tagungen /Vernetzungstreffen (knapp 50 Prozent) und Studien/Gutachten (40 Prozent). Aber auch Kampagnen/Themenanwaltschaft/Politikberatung (27 Prozent), Landerwerb (fast 25 Prozent) und die Entwicklung neuer Technologien (20 Prozent) zählen dazu.
Der StiftungsReport 2011/12 gliedert das Engagement deutscher Stiftungen in drei Schwerpunktkapitel zu ihrer Rolle als Themenanwälte, als Förderer von Wissenschaft und Technologie sowie praktische Beispiele für ökologisch nachhaltige Ansätze.
Förderungen: 64 Prozent der deutschen Umweltstiftungen vergeben Fördermittel für Stipendien und Projekte. Wichtigste Destinatäre sind Nichtregierungsorganisationen mit 57 Prozent und mit je 43 Prozent Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Schulen/außeruniversitäre Bildungseinrichtungen. Die öffentliche Hand sowie Einzelpersonen gehören mit je über 30 Prozent auch zu den Begünstigten. Im Vergleich zum Krisenjahr 2008 hat ein Viertel der befragten Stiftungen die Ausgaben für den Klima- und Umweltschutz erhöht.
Stiftungen sollten ihre Arbeit noch enger miteinander und mit Dritten verzahnen: Immerhin 42 Prozent der Umweltstiftungen haben nach eigenen Angaben gemeinsam mit anderen Organisationen Aktivitäten zum Klima- und Umweltschutz entwickelt. Partner sind Nichtregierungsorganisationen (60 Prozent), Stiftungen (52 Prozent), Unternehmen (50 Prozent), Universitäten (43 Prozent) und die Regierung (26 Prozent). Diese Kooperationen dienen in erster Linie dazu, die Wirkung zu vergrößern (81 Prozent), die Finanzierung zu verbessern (knapp 60 Prozent) und die Expertise/Infrastruktur zu bündeln (57 Prozent).
Während etwa ein Zehntel aller Förderstiftungen in Deutschland Auslandsaktivitäten verzeichnet, verteilen über ein Drittel der befragten Umweltstiftungen ihre Ausgaben für Klima- und Umweltschutz europaweit oder international. Dennoch: Mehrheitlich wirken Umweltstiftungen regional (73 Prozent).
Wird nach Umweltstiftungen gefragt, kennen die Bundesbürger vor allem die Umweltstiftung WWF Deutschland (60 Prozent), die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (41 Prozent) und die Deutsche Klimastiftung (35 Prozent). Während die für Lehrmaterialien zum Klimawandel bekannte Allianz Umweltstiftung einem Viertel der Bevölkerung ein Begriff ist, ist sie unter Schülern sogar zu 60 Prozent bekannt.
Stiftungen in Deutschland
Traditionell verfolgen Stiftungen in Deutschland zu knapp 31 Prozent soziale Zwecke. Umweltschutz hat unter allen Satzungszwecken einen Anteil von etwa 6 Prozent (ungewichtet). Bei den Neuerrichtungen weist der Trend nach oben: Umweltschutz hat sich seit den 1980er-Jahren einen festen Platz in der Stiftungswelt gesichert. Aktivitäten zum Klimaschutz finden sich in verschiedenen Stiftungszwecken. So verfolgen laut Bundesverband Deutscher Stiftungen 3.271 Stiftungen den Zweck „Wissenschaft und Forschung“ und 1.467 „Umweltschutz“. Bundesweit gibt es über 18.100 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. Mehr als 70 Prozent sind nach der Wende errichtet worden. Allein im Jahr 2010 kamen 824 neue Stiftungen hinzu. Rund 96 Prozent aller Stiftungen sind gemeinnützig. Für satzungsgemäße Zwecke geben sie jährlich 17 Milliarden Euro aus.
Größter und ältester Stiftungsverband in Europa
Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen. Der europaweit größte Stiftungsverband hat über 3.600 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 6.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro. Umweltstiftungen sind seit 1997 in einem Arbeitskreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen organisiert.
Der Trend zu Einwegflaschen aus Kunststoff ist ungebrochen. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamts vom 22.6.2011:
Einwegflaschen aus Kunststoff verdrängen zunehmend Mehrwegflaschen und Getränkekartons vom Markt. Der Anteil an Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Einweg-Getränkeverpackungen (MövE) geht weiter zurück. Dieser ist 2009 abermals leicht gesunken. Er betrugt nur noch 51,8 Prozent. Damit lag er deutlich unter der Zielmarke von 80 Prozent, den die novellierte Verpackungsverordnung für Massengetränke vorgibt.
Zwar ist der Prozentsatz von Getränken in Einweg-Glasflaschen und Dosen sehr stark zurückgegangen, aber der Anteil an Einwegflaschen aus Kunststoff ist gleichzeitig stark gestiegen – und das vor allem auf Kosten der Mehrweg-Glasflasche und des Getränkekartons. Dies zeigt eine Studie, die die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) durchführte.
„Getränke in Mehrwegflaschen aus Glas und Kunststoff sind nach wie vor am umweltfreundlichsten. Die beste Ökobilanz weisen Mehrwegflaschen von regionalen Anbietern auf“, sagte der Präsident des UBA, Jochen Flasbarth. Mehrweg trüge nachweislich dazu bei, die Abfallmengen zu reduzieren und Transporte zu vermeiden.
„Das Umweltbundesamt unterstützt die Initiative der Bundesregierung, die Kennzeichnungspflicht für Einweggetränkeverpackungen einzuführen. Das würde den Verbrauchern die richtige Wahl erleichtern“, fügte Flasbarth hinzu. Die Kennzeichnungspflicht soll eine einfache Unterscheidung zwischen Einweg- und Mehrwegverpackungen ermöglichen.
Insgesamt wurden im Jahr 2009 31,8 Milliarden Liter Getränke verbraucht. Davon sind etwa ein Drittel (34, 2 Prozent) Mehrweg-Glasflaschen. 15,0 Prozent der Getränke wurden in Mehrwegflaschen aus Kunststoff verkauft und 2,6 Prozent in ökologisch vorteilhaften Einweg-Getränkeverpackungen. Dazu zählen der Getränkekarton und der Standbodenbeutel (siehe Grafik). Dies führt zu einem MövE-Anteil von 51,8 Prozent.
Die zweite Hälfte der Getränke wurde in Einwegflaschen aus Kunststoff, Einweg-Glasflaschen und Dosen abgefüllt. Sie haben gemeinsam einen Anteil von 48,2 Prozent, wobei die Einwegflaschen aus Kunststoff dominieren. Sie machen mit 46,3 Prozent fast die Hälfte aller Getränkeverpackungen aus. In den einzelnen Getränkesegmenten zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild: Während bei Bier die Mehrweg-Glasflasche mit 88,5 Prozent das sehr gute Ergebnis des Vorjahres sogar noch verbessern konnte, ist der MövE-Anteil sowohl bei Wasser (43,8 Prozent) als auch bei Erfrischungsgetränken (37,4 Prozent) weiter zurückgegangen.
Mit der 3. Änderung der Verpackungsverordnung im Jahr 2005 wurde ein Anteil von 80 Prozent für Mehrweg- und ökologisch vorteilhafte Einweg-Getränkeverpackungen als Richtwert formuliert. Doch seit 2004 ist der MöVE-Anteil kontinuierlich gesunken. Mit einem Anteil von 71,7 Prozent der Getränkeproduktion dominierten Mehrweg- und ökologisch vorteilhafte Getränkeverpackungen 2004 noch den Markt. 2009 lag ihr Anteil bei 51,8 Prozent (siehe Grafik).
Weitere Informationen und Links:
Grafiken „Packmittelstrukur des Getränkeverbrauchs 2009“ und „Anteile der Packmittel am Getränkeverbrauch“ zum Download:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2011/pdf/verpackung_2009.pdf
Die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) hat auf die Bedeutung von Schafen für den Küstenschutz hingewiesen. Unter der Überschrift „Schafe schützen rund 4.700 Quadratkilometer Land in Schleswig-Holstein und Niedersachsen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 21.6.2011:
Die Bewirtschaftung mit Schafen stärkt Deiche, die ihrerseits über 4.700 Quadratkilometer Land in Schleswig-Holstein und Niedersachsen bewahren. Dies entspricht rund 23-mal der Fläche der Stadt Hannover oder 40-mal der Fläche der Stadt Kiel. Das gibt heute die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) in der aktuellen Ausgabe ihrer Publikationsreihe Greenfacts bekannt.
Kerstin Krohn, Leiterin der Initiative Innovation & Naturhaushalt unter dem Dach der FNL, erklärt die Rolle einer aktiven landwirtschaftlichen Nutzung der Deiche: „Deichschafe sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturhaushalt Hand in Hand gehen. Kurz gesagt: Die Umwelt schützen heißt sie landwirtschaftlich nützen."
Die besondere Bedeutung von Deichschafen kommt daher, dass ihr Biss für eine gute Entwicklung der Grasnarbe sorgt und ihr Tritt den Deich verfestigt sowie kleinere Löcher wieder stopft. Die Ausscheidungen der Schafe versorgen die Grasnarbe außerdem mit wertvollem Dünger. Weitere Informationen finden Sie im neuen Greenfact der FNL unter: http://fnl.de/daten-fakten/greenfacts.html
Die Securvita hat sich mit den Perspektiven für mehr Klimaschutz befasst. In einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 20.6.2011 heißt es:
Jeder Privatanleger, der klimafreundlich investiert, kann entscheidend zum Klimaschutz beitragen , betont Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Außerdem, so fügte er bei einer Veranstaltung des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hinzu, hat die Nachfrage nach klimafreundlichen Investitionsmöglichkeiten einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik von Unternehmen was die Perspektiven für mehr Klimaschutz weiter verbessert.
Saubere Geldanlagen gelten als Trend der Zukunft. Allerdings gilt dafür die Voraussetzung, dass sie nicht nur den eigenen (nicht immer verbindlichen) ökologischen Kriterien entsprechen, sondern auch transparent, glaubwürdig und erfolgreich sein müssen. Welche Firmen hat ein Fonds im Depot? Wie werden Unternehmen bewertet und ausgewählt? Welches Umweltengagement wird gefördert, welche Umweltverstöße eventuell geduldet? Bei welchen Fonds kann der Anleger tatsächlich ein gutes Gewissen haben?
In den vergangenen Wochen hat die Branche der grünen Geldanlagen harte Kritik einstecken müssen. „Ökofonds verdienen an Atom-Aktien“, titelte das Handelsblatt. „Achtung Falle!“ warnte die Welt, „wer nicht aufpasst, kauft mit Umwelt-Fonds auch Aktien von AKW-Betreibern“. Zuvor hatte das Magazin Ökotest aufgedeckt, dass einige angebliche Ökofonds in ihren Portfolios auch Aktien von Rüstungsfirmen und Umweltsündern hatten.
Die Kritik an der Branche und ihren schwarzen Schafen ist berechtigt. Unter dem Deckmantel von Nachhaltigkeit und Sustainability werden auch durchaus zweifelhafte Finanzprodukte verkauft - ausgerechnet an umweltbewusste Sparer, die ihr Geld ökologisch sauber anlegen wollen.
Eine wirklich gute Wahl ist nach dem Urteil von Ökotest und Stiftung Warentest der grüne Aktienfonds GreenEffects (WKN 580265, www.greeneffects.de), der in die ausgewählten Unternehmen des Natur-Aktien-Index (NAI) investiert. „Er hat die strengsten Ausschlusskriterien für umweltschädliche und unethische Branchen und gleichzeitig die beste Finanztest-Bewertung für Wertentwicklung und Stabilität“, stellte die Stiftung Warentest fest (Finanztest 5/2010). Und auch Ökotest (4/2011) verlieh GreenEffects das Gütesiegel „sehr gut, Rang 1“.
Bei der Kühlung von Gebäuden könnte erheblich Strom gespart werden. Unter der Überschrift „Kühl durch den Sommer – auch ohne Klimaanlage“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 20.6.2011:
In Zukunft könnten Gebäude mit deutlich weniger Strom gekühlt werden. Bis zum Jahr 2030 ist eine Einsparung um 38 Prozent möglich. Das ist das Ergebnis einer vom Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegebenen Studie. „Es gibt schon heute zahlreiche bewährte Maßnahmen, die verhindern, dass sich ein Gebäude aufheizt. Und in vielen Fällen ist gar keine aktive Kühlung mit einer Klimaanlage nötig.“ sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Zu diesem Ziel führen Kombinationen aus unterschiedlichen Maßnahmen, die den Kühlbedarf senken, erneuerbare Energien einbinden und den verbleibenden Strombedarf möglichst effizient decken. Jede damit eingesparte Kilowattstunde Strom verringert die CO2-Emissionen, schont das Klima und den Geldbeutel.
Der Stromverbrauch für die Kühlung von Gebäuden beträgt derzeit etwa 21 Terawattstunden (TWh). Das sind rund vier Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 könnte der Verbrauch entweder bis auf 29 TWh steigen oder aber auf 13 TWh sinken, wenn stromsparende Maßnahmen konsequent umgesetzt würden. Selbst bei einem unwahrscheinlich heißen Klima wäre es möglich, den Stromverbrauch für Gebäudekühlung leicht zu verringern.
Um das zu erreichen, sollte der Einbau einer Kühlung nicht gleich an erster Stelle stehen. Zunächst muss der Bedarf an Kühlung verringert werden: durch den Verzicht auf großflächige Verglasung, außenliegenden Sonnenschutz oder eine intensive Nachtlüftung zur Nachtauskühlung und eine gute Wärmespeicherfähigkeit der Wände und Decken.
Hinzu kommen solare Kühlung oder Erdkälte für die Kühlung der Luft, der Böden oder der Decken. Erst wenn das nicht ausreicht, sollten effiziente Kältemaschinen in Kombination mit Flächenkühlung genutzt werden. Das könnte beispielsweise mit sogenannten Kühlsegeln passieren – abgehängte Teilbereiche der Decken, die mit Wasser kühlen.
In der Regel sind individuelle Konzepte, die Maßnahmenbündel für Lüftung, Heizung und Kühlung umfassen, unabdingbar. Einfluss auf den Stromverbrauch hat auch das Verbraucherverhalten: Wenn etwas höhere Raumtemperaturen ohne Kühlung akzeptiert werden, kann dies deutlich zur Senkung des Strombedarfs beitragen.
Die Untersuchungen erstreckten sich nicht nur darauf, den Stromverbrauch zu verringern, sondern auch auf die entstehenden Kosten: Sonnenschutz nachzurüsten ist bei Bürogebäuden mit großen Fensterflächen meist wirtschaftlich.
Die Kühlung mit Erdsonden von Wärmepumpen, die im Winter der Wärmeerzeugung dienen, hat sich in den untersuchten Fällen als rentabel erwiesen. Solare Kühlung ist dagegen teuer. Wirtschaftlich vertretbar ist der Einbau einer Lüftungsanlage für die Nachtauskühlung, die gleichzeitig die Raumluftqualität verbessert und im Winter Heizenergie einspart.
Die Studie „Klimaschutz durch Reduzierung des Energiebedarfs für Gebäudekühlung“ können Sie unter http://www.uba.de/uba-info-medien/3979.html herunterladen.
Der Nabu fordert ein Verbot des Unkrautkillers "Roundup" in Haus- und Kleingärten. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Umweltschützer vom 17.6.2011:
Glyphosat ist das weltweit von der industriellen Agrarwirtschaft am meisten eingesetzte Herbizid, es ist so beliebt wie umstritten. Unter dem Handelsnamen "Roundup" wird es nun auch den deutschen Kleingärtnern angepriesen, als Wundermittel für blitzsaubere Rosenbeete und unkrautfreie Gartenwege.
Die Werbung suggeriert, dass "Roundup" völlig unproblematisch sei. Dabei darf das aggressive Pflanzengift laut zuständigem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) maximal einmal pro Jahr für Zierpflanzen, Rasen und Obstbau angewandt werden, es darf auf gar keinen Fall in die Hände von Kindern gelangen und es ist auch für Goldfische und Lurche im Gartenteich schädlich.
„Aber kaum einer liest das Kleingedruckte und ein gefahrloser Einsatz kann nicht sichergestellt werden", erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Deshalb fordert der NABU, als Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband, ein völliges Verbot von Roundup in Haus- und Kleingärten.
„Unkrautkiller, vor allem Totalherbizide wie Roundup, haben im Kleingarten nichts verloren", erklärt Tschimpke. "Die chemische Unkrautbekämpfung ist mit dem naturgemäßen Gärtnern, dem sich immer mehr deutsche Kleingärtner verpflichtet fühlen, nicht vereinbar. In Gärten ohne Gift fühlen sich Mensch und Tier am wohlsten."
In der kürzlich veröffentlichten Studie "Glyphosat und Agrogentechnik" warnt der NABU-Bundesverband vor den Gefahren des Unkrautkillers für die Natur und den Menschen. Die Risiken sind auch dem Bundesamt bekannt: In einer Verordnung verbot das BVL im vergangenen Jahr die Verfütterung und Einstreu von Getreide, das mit Glyphosat und dem Hilfsstoff Tallowamin behandelt wurde, aus Sorge um mögliche gesundheitliche Schäden für Nutztiere.
„Es ist absurd, dass Familien im Garten weniger geschützt werden als Rinder und Pferde, die nicht mehr mit tallowaminbehandeltem Getreide in Kontakt kommen dürfen, deshalb müssen tallowaminhaltige Pestizide für den Garten sofort verboten werden" fordert Olaf Tschimpke. Aber auch Roundup, das kein Tallowamin enthält, widerspricht völlig einem ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit unserer artenreichen Natur.
„Das angebliche Unkraut, das Roundup radikal vernichtet, dient vielen Lebewesen als Nahrung und Lebensraum. Und die Artenvielfalt unserer Natur und Gärten ist auch die Existenzgrundlage des Menschen", betont der NABU-Präsident.
Der Risikoforscher Peter Höppe prognostiziert mehr Naturkatastrophen durch die Klimaerwärmung und höhere Versicherungsprämien für Kernkraftwerke. Unter der Überschrift „Dramatischer Anstieg der Schäden und Häufigkeit" heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Verlages Gruner und Jahr vom 16.6.2011:
Einen deutlichen Anstieg der Schäden durch Naturkatastrophen befürchtet der Georisiko-Forscher Peter Höppe von der Rückversicherung Munich Re. "Bei wetterbedingten Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Stürmen oder Dürren registrieren wir einen dramatischen Anstieg in den Schäden aber auch in der Anzahl der Ereignisse", bilanziert der Meteorologe im Interview mit dem Wissensmagazin P.M. MAGAZIN (Ausgabe 7/11). Peter Höppe, Leiter des Munich Re Climate Centre, erforscht auch die Ursache dieser fatalen Entwicklung: "Wir vermuten hier einen Klimaeffekt."
Die Erderwärmung führte bereits zu mehr Extremwetterereignissen, die große Schäden verursachen. Höppe: "Wir sehen Anstiege in der Häufigkeit um 200 oder gar 250 Prozent in den letzten drei Jahrzehnten." Auch die Zukunftsprognose ist nach Ansicht des Risikoforschers sehr bedenklich: "Bis zum Ende des Jahrhunderts, so zeigen neueste Modellberechnungen amerikanischer Forscher, wird sich zum Beispiel die Anzahl der jährlichen zerstörerischen Hurrikane verdoppeln."
Das Japan-Beben vom 11. März 2011 belastet den Versicherungskonzern voraussichtlich mit 1,5 Milliarden Euro. Die Auswirkungen der schweren Unfälle in den japanischen Atomkraftwerken sind hingegen über japanische Betreiberpools abgesichert, weiß Höppe. "Einen großen Teil der Schäden trägt der japanische Staat."
Der Fukushima-Gau führt in der Versicherungswirtschaft womöglich aber zur einer Neubewertung der Risiken von Kernkraftwerken, meint Höppe: "Wenn wir die übliche Risikoberechnung, aus Schadenssumme mal Eintrittswahrscheinlichkeit aufgrund neuer Erkenntnisse anpassen müssen, kann es sein, dass wir zu höheren Versicherungsbeiträgen kommen".
Die EU-Grenzwerte zur Luftreinhaltung müssen ab dem 11. Juni 2011 endgültig eingehalten werden. Dazu heißt es unter der Überschrift „Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub: Ende der Schonzeit“ in einer Pressemitteilung führende deutscher Umweltverbände vom 9.6.2011:
EU-Grenzwerte zur Luftreinhaltung müssen ab Samstag (11. Juni) nach EU-Recht endgültig eingehalten werden - Deutschland und andere Mitgliedstaaten überschreiten die Grenzwerte regelmäßig und gefährden die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger - Verbändeallianz aus BUND, DUH, NABU und VCD fordert Eindämmung von Dieselemissionen für Klimaschutz und Luftreinhaltung - Deutsche Umwelthilfe bereitet neue Klagen gegen Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen und ohne Umweltzone vor - Wiesbaden macht voraussichtlich den Anfang.
Im Grundsatz besteht seit Jahren Einigkeit: Die Belastung unserer Ballungsräume mit Feinstaub (PM 10) und Stickstoffdioxid (NO2) ist das mit Abstand schwerwiegendste Luftreinhalteproblem in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten. Nun macht die EU-Kommission ernst. An diesem Freitag endet für PM 10 die Schonzeit, in der Brüssel trotz regelmäßiger Grenzwertüberschreitungen auf Sanktionen verzichtete, sofern die Mitgliedstaaten - bzw. die betroffenen Kommunen - bestimmte Anstrengungen zur Absenkung der überhöhten Schadstoffbelastungen vorweisen konnten.
Wegen der Verfehlung der Luftqualitätsanforderungen auch in vielen deutschen Ballungszentren und der nun aus Richtung EU drohenden empfindlichen Strafzahlungen fordern der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Naturschutzbund NABU, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) entschlossenes Handeln der Verantwortlichen auf allen politischen Ebenen.
"Mehr als sechs Jahre nach Einführung der EU-Luftreinhalterichtlinie wird diese zum 11. Juni endlich 'scharfgestellt'. Noch für dieses Jahr ist mit den ersten Strafzahlungen zu rechnen. Wenn nicht kurzfristig die von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Umweltzonen diese auf "grün" scharfstellen werden wir dies vor Gericht in Parallelverfahren durchsetzen", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Deutsche Umwelthilfe werde systematisch juristisch gegen Städte und Bundesländer vorgehen, die ihren Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf saubere Luft vorenthalten.
Die Verbände sehen in konsequent ausgestalteten Umweltzonen das derzeit wirksamste Instrument zur Eindämmung der Grenzwertüberschreitungen. Deren Einhaltung müsse endlich auch vor Ort durchgesetzt werden. Städte oder Ballungsräume, in denen keine wirksamen Mittel gegen die gefährlichen Luftschadstoffe ergriffen worden seien, obwohl regelmäßig überhöhte Schadstoffbelastungen gemessen werden, müssten endlich reagieren, Umweltzonen einrichten oder verschärfen und die Einhaltung von Fahrverboten konsequent kontrollieren.
Resch forderte, noch in diesem Jahr alle Umweltzonen einheitlich auf "grün" scharfzustellen. Nur so könne das Potenzial der Umweltzonen zur Verbesserung der Luft in den Städten ausgeschöpft werden.
Insbesondere in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sehen die Verbände noch substanzielle Verbesserungsmöglichkeiten bei der Luftbelastung und hoffen auf neuen Schwung durch die im vergangenen und diesem Jahr neu ins Amt gekommenen Landesregierungen. "Drei der Fünf Messstellen mit den höchsten Feinstaubwerten liegen in Baden-Württemberg, Spitzenreiter ist dabei Stuttgart.
Interessant ist auch Duisburg auf Platz fünf. Hier hoffen wir sehr, dass Bewegung in die Diskussion um eine Umweltzone Ruhrgebiet kommt", erklärte Dr. Werner Reh, der Leiter Verkehrspolitik beim BUND. Es könne nicht sein, dass sich das Ruhrgebiet im vergangenen Jahr als "Kulturhauptstadt Europas" habe feiern lassen und Hamburg aktuell sogar als "Europäische Umwelthauptstadt" auftrete, und gleichzeitig beide Regionen wegen schlechter Luft empfindlichen Strafen von der EU entgegensähen.
Reh: "In den Städten und Regionen gibt es immer noch zu wenig Aktivität und Zusammenarbeit für eine konsequente Reduktion der Luftbelastungen - zum Beispiel durch städteübergreifende regionale Umweltzonen." Auch im europäischen Vergleich seien die deutschen Städte insgesamt keine Vorreiter. Nur Berlin könne mit seinen Maßnahmen zur Rußminderung einen Spitzenplatz im Konzert europäischer Städte beanspruchen.
Städte und Kommunen haben ein ganzes Bündel an Handlungsmöglichkeiten, um die Werte von Dieselruß und Stickstoffdioxid zu senken und damit die Luft für ihre Bürgerinnen und Bürger sauberer und gesünder zu machen, erklärte Heiko Balsmeyer vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland VCD. "Im Verkehrsbereich heißt das vor allem, den Umweltverbund zu fördern, den Öffentlichen Personennahverkehr auszubauen und attraktiv zu gestalten und den nichtmotorisierten Verkehr, das Rad fahren und zu Fuß gehen, zu fördern."
Die EU-Kommission müsse ihren Ankündigungen zur Durchsetzung der Grenzwerte nun auch Taten folgen lassen, sagte Dietmar Oeliger, der Verkehrsexperte des NABU. Das sei umso wichtiger als von Dieselruß neben der Gesundheitsbelastung vor Ort auch eine Bedrohung für das globale Klima ausgehe. Oeliger: "Dieselruß aus ungefilterten Lkw, Baumaschinen oder Schiffen gefährdet die Gesundheit und führt zu erhöhtem Krebsrisiko."
Dies sei lange bekannt und schon alleine Grund genug für Sanktionen seitens der EU. "Die schwarzen Rußpartikel tragen jedoch darüber hinaus auch massiv zum Klimawandel bei, insbesondere in sensiblen Regionen wie der Arktis." Bis zu 50 Prozent der Erwärmung über den Eisflächen werde von Wissenschaftlern auf die dunklen Partikel zurückgeführt, die unter anderem in Europa emittiert und mit den Winden bis zum Nordpol transportiert würden, erläuterte Oeliger.
Sollte sich die Belastungssituation in den Städten nicht spürbar verringern, stehe Deutschland vor einer neuen Klagewelle zur gerichtlichen Durchsetzung des Anspruchs auf saubere Luft, erklärte Rechtsanwalt Dr. Remo Klinger, der mit der DUH das "Recht auf saubere Luft" für Privat- und juristische Personen bereits 2008 vor dem Europäischen Gerichtshof erstritten hatte.
Den Auftakt mache Wiesbaden, wo Klinger am gestrigen Mittwoch namens einer Tagesmutter, die in der hessischen Landeshauptstadt an einer hoch belasteten Straßenkreuzung lebt und arbeitet, wirksame Maßnahmen zur Belastungsminderung einforderte. Die DUH beantragt nun verschärfte Luftreinhaltemaßnahmen, insbesondere die Einrichtung einer Umweltzone.
Sollte das zuständige hessische Umweltministerium dem Antrag nicht folgen, werde man nach Ablauf eines Monats zu Gericht gehen. Klinger: "Es ist erschreckend, dass in vielen deutschen Städten die Mindestanforderungen an saubere Luft nicht eingehalten werden. Wir werden dieses Bürgerrecht nun Fall für Fall und Stadt für Stadt einklagen. Wir beginnen in Wiesbaden, wo das schwarz-gelbe Umweltministerium seit Jahren versagt."
Als Mittel zum Gesundheitsschutz trat zum 1. Januar 2005 EU-weit der Tagesgrenzwert für Feinstaub (PM10) in Kraft. Er beträgt seither 50 µg/m3. Dieser Wert darf nach den EU-Regelungen nicht öfter als 35-mal pro Jahr überschritten werden.
Die Artikel 22 und 23 der Richtlinie 2008/50/EG hatten den Mitgliedstaaten zwar die Möglichkeit eingeräumt, die für die Einhaltung der Luftqualitätsgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM 10) und Benzol festgesetzten Fristen zu verlängern, jedoch nur, sofern die Mitgliedstaaten strenge Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte nachweisen können. Von dieser Möglichkeit hatten auch zahlreiche Städte in Deutschland Gebrauch gemacht.
Allerdings wurden nicht alle Anträge akzeptiert. Entsprechend hatte die Kommission bereits Anfang 2009 Vertragsverletzungsverfahren gegen zehn Mitgliedstaaten verschickt, die keine Fristverlängerung für sich in Anspruch nehmen konnten und die Werte dennoch überschritten. Unter diesen war auch Deutschland. Für PM 10 läuft die Frist am 10. Juni 2011 aus.
Dennoch zählen auch die Städte, für die eine Fristverlängerung bewilligt wurde, zu den Spitzenreitern bei der Überschreitung der Grenzwerte, aktuell zum Beispiel Reutlingen mit 51 Tagen (bis 26.04.2011) und Tübingen mit 48 Tagen (bis 26.04.2011).
Die Erfolgsgeschichte der GLS-Bank geht weiter. Unter der Überschrift „GLS Bank erreicht die 100.000 Kunden-Marke und ist erneut Bank des Jahres“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des sozial-ökologischen Geldinstituts vom 8.6.2011:
Der Kundenzulauf der GLS Bank ist ungebremst. Die erste sozial-ökologische Universalbank der Welt begrüßt im Juni ihren 100.000sten Kunden. Die Bilanzsumme überschreitet erstmals die 2 Milliarden-Grenze. Zudem wählen die Kunden die GLS Bank zum zweiten Mal in Folge zur „Bank des Jahres“.
Die Kunden der GLS Bank sind von ihrem sinnstiftenden, transparenten und sicheren Bankangebot überzeugt. Das zeigen der wachsende Kundenzuspruch und das aktuelle Umfrageergebnis. „In den ersten fünf Monaten seit Jahresbeginn durften wir 9.000 Neukunden begrüßen“, resümiert GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine weitere Steigerung. Auch die Bilanzsumme der Universalbank wuchs seit Beginn des Jahres von 1,86 Mrd. Euro auf nun über 2 Mrd. Euro.
Das große Vertrauen der Kunden spiegelt sich auch in den Spitzenbewertungen einer bundesweiten Umfrage von Börse-Online und n-tv wieder. Mit der Bestnote von 1,1 und deutlichem Abstand wählten die Kunden die GLS Bank zur „Bank des Jahres 2011“. Bereits 2010 hatte die Genossenschaftsbank den begehrten Kundenpreis erhalten. Insgesamt bewerteten rund 35.000 Kunden ihre Banken – rund 100 Privat-, Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Beurteilt wurde u.a. die Qualität des Angebots und der Beratung sowie die Transparenz und Sicherheit der Institute.
Bereits im Mai bestätigten die GLS Kunden die Qualität ihrer Bank und wählten die GLS Bank in einer Umfrage des Magazins €uro zur Bank mit der besten Baufinanzierung und telefonischen Erreichbarkeit.
Für den chemischen Wirkstoff Endosulfan wird ein weltweites Herstellungs- und Anwendungsverbot in Pflanzenschutzmitteln eingeführt. Unter der Überschrift „Endosulfan wird „dreckige Nummer 22“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 4.5.2011:
Die GLS Bank engagiert sich für die Biodiversität und spendet im Rahmen einer Mitgliederaktion ab sofort zugunsten eines Wald- und eines Bienenprojekts. Unter der Überschrift „GLS Bank startet Aktion Summender Wald“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Geldinstituts vom 5.5.2011:
„Mecklenburg-Vorpommern ist deutscher Meister bei der CO2-Einsparung durch Rapsanbau“ – so lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft vom 13.5.2011 in der es heißt:
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat sich zum Thema Elektromobilität geäußert. In einer Pressemitteilung vom 16.5.2011 des Verbandes heißt es unter der Überschrift „Elektromobilität muss Verbrauchern dienen“:
Auch die Infrastruktur für das Aufladen von Elektroautos muss aus Sicht des vzbv ohne Subventionen auskommen. Ein Marktpotential für elektrisch betriebene PKW ist vor allem im Innenstadtbereich vorhanden. Will man dieses durch privat genutzte Autos erschließen, wäre eine breite Infrastruktur erforderlich, deren Kosten sich nicht alleine durch Erlöse aus dem Stromverkauf finanzieren ließen. Die Folge wären auch hier staatliche Zuschüsse auf Kosten der Steuerzahler. Gerade in der Anfangsphase sollten daher solche Nutzungen im Vordergrund stehen, bei denen Lademöglichkeiten schon vorhanden sind oder ohne großen Aufwand geschaffen werden können. Dies ist bei Taxen und Car-Sharing-Modellen der Fall, da Anbieter die Kosten für die neue Infrastruktur in ihre Dienstleistung einpreisen können.
Nicht zuletzt muss eine sinnvolle Strategie zur Markteinführung von Elektroautos in ein Gesamtkonzept nachhaltiger Mobilität eingebettet sein. "Wir brauchen eine Verkehrsplanung aus einem Guss, bei der klar ist, wohin die Reise geht und welche Schritte dafür nötig sind", so Billen. Dazu sei es erforderlich, industriepolitische und verbraucherorientierte Ansätze zusammenzuführen. Für die Nationale Plattform Elektromobilität bedeutet das, Organisationen der Zivilgesellschaft stärker zu beteiligen, insbesondere im Lenkungskreis, der über die Vorschläge zur Markteinführungsstrategie entscheidet. Die personellen Kapazitäten der Verbraucherorganisationen sind hierfür zu stärken. Bislang war der vzbv an der Plattform nur über die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe beteiligt.
Weitere Informationen gibt es in einem Thesenpapier, das unter der Adresse http://www.vzbv.de/start/download.php?file=elektromobilitaet_thesenpapier_2011_05_16.pdf&ordner=mediapics zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.
Unter der Überschrift „Designerkraftstoff aus Stroh“ hat das Karlsruher Institut für Technologie über die Fortschritte ihrer Bemühungen informiert. In einer Pressemitteilung des Instituts vom 18.3.2011 he8ßt es:
Das Magazin Geo berichtet in seiner Juni-Ausgabe über ein Problem, dass durch den vermehrten Anbau von Raps zur Herstellung von Biodiesel entsteht. Unter der Überschrift „Raps lenkt Bienen ab“ heißt es dazu in einer Vorabinformation der Zeitschrift vom 20.5.2011:
Die Feuerlibelle ist Libelle des Jahres 2011. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des BUND vom 23.5.2011:
Die Deutsche Wildtier Stiftung BfN und das Bundesamt für Naturschutz starten ein Rettungsprojekt für den Schreiadler Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des BfN vom 14.4.2011:
Der Fördertitel des Bundesumweltministeriums (BMU) „Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E-Vorhaben) im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege“ wurde 1987 eingerichtet. Er eröffnet die Möglichkeit, die konzeptionellen Vorstellungen des Bundes zur Naturschutzpolitik beispielhaft zu demonstrieren, in der Praxis weiterzuentwickeln und so die Entscheidungsgrundlagen für die künftige Arbeit zu verbessern. Der Fördertitel wird fachlich und administrativ vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreut.
Das Umweltbundesamt hat sich zum Thema Energiewende und Energieeffizienz geäußert. Unter der Überschrift „Allein beim Strom lassen sich 25 bis 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid zusätzlich sparen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Amtes vom 14.4.2011:
Das Umweltbundesamt hat seine Jahrespublikation „Schwerpunkte 2011“ veröffentlicht. Unter der Überschrift „Umweltschutz als globale Aufgabe begreifen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 15.4.2011:
Das Umweltbundesamt hat eine Broschüre zum Thema Trinkwasser veröffentlicht. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 19.4.2011:
Der Öko-Anbauverband Bioland hat sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 19.4.2011:
„Die Umsetzung der neuen 2020-Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland benötigt konsequenten Vogelschutz und Vogelmonitoring“ – so das Bundesamt für Naturschutz in der Überschrift zu einer Pressemitteilung vom 20.4.2011 in der es heißt:
In Deutschland brüten regelmäßig 260 Vogelarten, weitere 65 Arten ziehen auf ihren Wanderungen zwischen den Brut- und Überwinterungsgebieten regelmäßig durch Deutschland oder verbleiben hier als Wintergäste. Insgesamt wurden in den letzten 200 Jahren über 500 natürlich vorkommende Vogelarten in Deutschland nachgewiesen.
Das Umweltbundesamt mit sich mit dem Thema Lärmschutz befasst. Unter der Überschrift „Aktiver Lärmschutz spart Geld und Ärger - Verkehrslärm bleibt schwerwiegendes Umweltproblem“ heißt es in einer Pressemitteilung vom 26.4.2011:
Informationen zu Möglichkeiten der Lärmbekämpfung befinden sich unter: http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do;jsessionid=904C4E69ADCCB108D1FAB03BDC2788D4?nodeIdent=3173
Die Aktion „Brot für die Welt“ hat sich in der Diskussion zum E10-Kraftstoff zu Wort gemeldet. Unter der Überschrift „Agrokraftstoffe gefährden die Ernährung“ heißt es in einer Pressemitteilung vom 9.3.2011:
Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" warnt angesichts der Debatte um den Kraftstoff E10 davor, dass die hohen deutschen und europäischen Agrokraftstoffquoten den Welthandel mit Biomasse anheizen. Flächenkonkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln gefährdet die Ernährungsgrundlagen in armen Ländern. "Die Bruchlandung bei der Einführung des E10-Treibstoffs muss genutzt werden, die Gesamtquote für die Beimischung zu hinterfragen", betont Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik und Kampagnen von "Brot für die Welt".
Schon die aktuelle Quote von 6,25 Prozent könne nur mit Importen aus Entwicklungsländern erreicht werden, die mit erheblichen sozialen und ökologischen Risiken behaftet sind, erläutert Seitz.
Die hohen europäischen Agrokraftstoffquoten heizen laut "Brot für die Welt" den Welthandel mit Biomasse an. Wie ein Flächenbrand dehnen sich Monokulturen in Afrika, Asien und Lateinamerika aus und verhindern notwendige Agrarreformen, vertreiben bäuerliche Familien und rauben Indigenen die Lebensgrundlage.
Dies gilt für Zuckerrohr für die Ethanolherstellung und für Sojabohnen und Ölpalmen für Biodiesel. Die Flächenkonkurrenz führt zu Landgrabbing durch Konzerne und gefährdet die Ernährungssicherheit, kritisiert das Hilfswerk.
Seit Herbst 2010 werden in evangelischen Kirchengemeinden Postkarten an die Bundesregierung unterschrieben. "Niemand will Hunger tanken", lautet die Forderung der Aktion von "Brot für die Welt". "Statt weiter über Maßnahmen zur Erfüllung politisch festgesetzter Beimischungsquoten zu diskutieren, sollte darüber nachgedacht werden, wie der immense und wachsende Energiehunger im Norden reduziert werden kann", fordert Seitz.
Umsteuern sei dringend notwendig, sonst würde die Menge an fossilen Treibstoffen nicht absolut gesenkt. Bei diesem "Business as usual"- Ansatz dienten Agrotreibstoffe nur dazu, wachsenden Verbrauch abzufedern. Damit sei weder dem Klima genutzt, noch würde man drängenden Problemen unserer Zeit, wie der Welternährung, der Beseitigung der Energiearmut in Entwicklungsländern, Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt gerecht.
Das Magazin Öko-Test warnt vor schmutziger Energie im grünen Mantel. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 16. März 2011:
Wer Öko-Strom kauft, möchte eigentlich dazu beitragen, dass mehr Energie aus regenerativen Quellen ins Netz kommt. Doch wer sich nicht informiert, bewirkt oftmals genau das Gegenteil: Der Umstieg deutscher Haushalte auf Öko-Strom sorgt direkt für den Bau zusätzlicher Kohle- und Atomkraftwerke. Das prangert das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST an.
Einige Energieversorger haben Strategien entwickelt, um ihrem konventionellen Strom ein grünes Deckmäntelchen zu geben. Denn die Strategie einiger Energieversorger ist es zum Beispiel, im Inland Öko-Strom zu vermarkten, der meist von alten Wasserkraftwerken im Ausland eingekauft wird. Der ausländische Stromproduzent schließt die auftretende Angebotslücke, indem er in neue Kohle- oder Atomkraftwerke investiert.
Es gibt noch eine andere Art der Schönfärberei: Manche Stromkonzerne, die alle Arten von Energieerzeugung und maßgeschneiderte Tarife im Portfolio haben, bieten zwar der wachsenden Zahl von grünen Verbrauchern Öko-Strom an. Doch das geht auf Kosten des restlichen Energiemix, der dann einfach weniger Öko-Strom beinhaltet.
Wer auf grünen Strom umsteigen möchte, sollte sich daher genau informieren, woher der Strom kommt. ÖKO-TEST empfiehlt den Verbrauchern, keinesfalls blumige Beschreibungen zur Stromherkunft zu akzeptieren. Denn hinter dem Begriff „regenerative Stromquellen“ kann sich vieles verbergen, wie 100 Prozent Wasser.
Ob das Wasser aus alten abgeschriebenen Anlagen oder aus neuen Wasserwehren kommt, hier sind die Aussagen der Hersteller oftmals wenig detailliert. Dennoch gibt es auch Stromtarife, die durchaus empfehlenswert sind. Öko-Stromanbieter wie Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace, Genial Grün, Naturenergie und Naturwatt heben sich als reine Ökostrom-Anbieter durch einen breit ausgelegten Öko-Energiemix mit neuer Technologie von der Masse ab.
Das Aufkommen an Haushaltsabfällen steigt weiter an. Unter der Überschrift „455 Kilogramm Haushaltsabfälle pro Einwohner im Jahr 2009“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 8.2.2011:
Das Aufkommen an Haushaltsabfällen in Deutschland ist im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden 2009 insgesamt 37,2 Millionen Tonnen Abfälle bei den Haushalten eingesammelt. Das entspricht einem Durchschnitt von 455 Kilogramm je Einwohner. 2008 waren es noch 36,7 Millionen Tonnen Abfälle insgesamt beziehungsweise 448 Kilogramm pro Einwohner gewesen.
Das Abfallaufkommen von 455 Kilogramm pro Einwohner im Jahr 2009 setzte sich vor allem aus rund 199 Kilogramm Haus- und Sperrmüll, 143 Kilogramm Wertstoffen und knapp 111 Kilogramm Bioabfällen zusammen.
Mehr als die Hälfte aller Abfälle, 20,8 Millionen Tonnen, sammelten die Haushalte im Jahr 2009 getrennt (56%). Davon waren 9,1 Millionen Tonnen organische Abfälle und 11,7 Millionen Tonnen getrennt erfasste Wertstoffe, insbesondere Papier, gemischte Verpackungen inklusive Leichtverpackungen und Glas.
Das Aufkommen an organischen Abfällen (Biotonne, Garten- und Parkabfälle) stieg im Vergleich zum Vorjahr (2008: 8,7 Millionen Tonnen) um 0,4 Millionen Tonnen an. Die Menge der getrennt gesammelten Wertstoffe stagnierte hingegen auf Vorjahresniveau.
Den höchsten Anteil am Wertstoffaufkommen hatte das Altpapier mit 5,9 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sein Umfang um 0,1 Millionen Tonnen ab. Danach folgten mit 2,5 Millionen Tonnen die über gelbe Tonnen/Säcke oder auch über Wertstoffhöfe eingesammelten gemischten Verpackungen (Leichtverpackungen, Verbunde) sowie Glas mit 1,9 Millionen Tonnen. Bei den beiden letztgenannten Abfallfraktionen ist die Aufkommenshöhe im Vergleich zu 2008 unverändert.
Mit 16,2 Millionen Tonnen (44% aller Abfälle) stieg die Menge an Haus- und Sperrmüll im Vergleich zu 2008 um 0,1 Millionen Tonnen erstmals wieder leicht an.
Die Welthungerhilfe sieht in dem Dioxin-Skandal eine Chancen für Entwicklungsländer. In einer Presseerklärung vom 20.1.2011 heißt es:
Die Welthungerhilfe sieht in den Folgen des Dioxin-Skandals auch eine Chance für Entwicklungsländer. "Es ist gut, dass in Deutschland und besonders im Rahmen der Grünen Woche in Berlin jetzt wieder verstärkt über Ernährungsverhalten diskutiert wird", sagt Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe. "Wir dürfen nicht vergessen: Der Drang nach billigen Lebensmitteln und der vermehrte Fleischkonsum aus Massenproduktion richten auch in den Entwicklungsländern enormen Schaden an."
Nach einer Graphik aus dem neu erschienenen "Handbuch Welternährung", das morgen in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wird, ist der Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in 25 Jahren (1980 bis 2005) enorm gestiegen. Weltweit hat sich der Verzehr von 30 Kilogramm auf über 40 Kilogramm erhöht. An der Spitze stehen die Industrieländer und Brasilien mit einem durchschnittlichen Verbrauch von über 80 Kilogramm. In China hat sich der Konsum von unter 20 auf mehr als 60 Kilogramm mehr als verdreifacht.
Etwa ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird für die Fütterung von Nutztieren verbraucht. Dabei produzieren Länder des Südens zunehmend für den Konsum in Europa - die EU nutzt in anderen Ländern 35 Millionen Hektar, um ihren Bedarf an Nahrung, Naturfasern, Bioenergie oder anderen Agrarprodukten zu decken. "Wird der Fleischkonsum gesenkt oder auf lokale Produkte begrenzt, könnten große Anbauflächen und Getreidemengen zur Linderung des Welthungers genutzt werden statt für die Viehmast", so Jamann.
Die industrielle Rinderzucht gehört auch zu den größten Gefahren für das Klima. Für die Zukunft sagen Wissenschaftler für die Südhalbkugel bis zu 50 Prozent Ernterückgänge durch den Klimawandel voraus. Nach einer Studie der FAO entstehen mindestens zehn Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase bei der Nutztierhaltung. "Es ist höchste Zeit, dass wir uns in Deutschland auch der globalen Folgen unseres Ernährungsverhaltens bewusst werden", fordert Jamann.
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungshilfe mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 6.200 Projekte in 70 Ländern mit 2 Milliarden Euro gefördert - für eine Welt ohne Hunger und Armut.
Das Umweltbundesamt hat eine Broschüre zum Thema Stickstoff veröffentlicht. Unter der Überschrift „Stickstoff – lebensnotwendiger Nährstoff und gefährlicher Schadstoff“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 26.1.2011:
Stickstoff hat zwei Gesichter: Er ist zum einen – als Grundbaustein der Natur – ein lebensnotwendiger Nährstoff, zum anderen ein gefährlicher Schadstoff für Menschen und Ökosysteme. Hauptverursacher so genannter reaktiver Stickstoffemissionen in alle Umweltmedien ist die Landwirtschaft mit mehr als 50 Prozent. Doch auch Emissionen aus dem Verkehr, aus Industrie und Energiegewinnung sowie aus Abwässern tragen jeweils mit annähernd 15 Prozent bei.
In der neuen Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ stellt das Umweltbundesamt (UBA) die verschiedenen Wirkungen des Stickstoffs vor, benennt die wichtigsten Quellen und zeigt Möglichkeiten auf, schädliche Stickstofffreisetzungen zu reduzieren.
Stickstoff ist für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung – seine Verfügbarkeit bestimmt die Erträge auf den Feldern. Die Verwendung stickstoffhaltiger Düngemittel ist daher in der Landwirtschaft gängige Praxis. So nützlich reaktiver Stickstoff auf den Feldern ist, so schädlich kann er sich in anderen Bereichen auswirken.
Reaktive Stickstoffverbindungen gefährden die menschliche Gesundheit (Stickstoffoxide), vermindern die Qualität unseres Grundwassers (Nitrat) und verschärfen den Klimawandel (Lachgas); sie führen zur Versauerung und Überdüngung naturnaher Ökosysteme und damit zu einem Verlust an biologischer Vielfalt (Ammoniak). Zudem fördern sie auch die Zerstörung von Bauwerken.
UBA-Präsident Jochen Flasbarth sagt dazu: „Die Reduktion der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft kommt zu langsam voran. Wir brauchen deshalb weitergehende Maßnahmen, um die damit verbundenen Umwelt- und Gesundheitsgefahren zu vermindern. Längerfristig muss es das Ziel sein, regionale Stoffkreisläufe zu schließen.“
Das Umweltbundesamt stellt die neue Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ in Berlin auf der Grünen Woche, der Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, vor.
Die-UBA-Broschüre: „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ steht auch unter http://www.uba.de/uba-info-medien/4058.html zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Die Deutschen fordern trotz Finanzkrise mehr Umweltschutz. Dazu heißt es unter der Überschrift „85 Prozent erwarten konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien“ in einer Pressemitteilung des Bundesumweltamtes vom 16.12.2010:
Wie eine im Frühjahr 2010 für das Umweltbundesamt (UBA) mit 2008 Personen durchgeführte Repräsentativumfrage zeigt, sind fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) der Ansicht, dass der Staat mehr für den Umweltschutz tun solle. 61 Prozent sprechen sich für eine Vorreiterrolle Deutschlands in der internationalen Klimaschutzpolitik aus. Und 85 Prozent der Befragten stimmen dem Statement zu: „Wir brauchen einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien“.
Ähnliche hohe Akzeptanzwerte erreicht das umweltpolitische Ziel „Erhöhung der Energieeffizienz“. Große Beiträge des Staates – mittels strengerer Gesetze sowie Streichung umweltschädlicher Subventionen – erwarten rund drei Viertel. “Die Umfrage widerlegt Befürchtungen, dass die Finanzkrise den Umweltschutz in den Augen der Menschen in Deutschland weniger wichtig machen würde.“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Hohe umweltpolitische Erwartungen richten die Befragten neben dem Staat vorrangig an die Wirtschaft: Große Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz können nach rund 90 Prozent der Befragten die Industrie und die Energieversorger leisten, in dem sie umweltfreundlicher produzieren. Dass die Automobilindustrie durch die Entwicklung umweltfreundlicher Autos viel tun kann, sehen rund 85 Prozent.
Eine Mehrheit der Befragten sieht auch Möglichkeiten selbst etwas für den Umweltschutz zu tun: Hier sehen im Bevölkerungsdurchschnitt zwischen 58 und 68 Prozent der Befragten die Chance durch umweltfreundliches Konsumverhalten oder weniger Autonutzung sowie weniger Flugreisen einen Beitrag zu leisten.
Viele Bürgerinnen und Bürger sind in ihrem Verbraucherverhalten umweltbewusst: Zwei Drittel der Befragten kaufen nach eigener Aussage gezielt Produkte, welche die Umwelt möglichst wenig belasten. Über die Hälfte boykottiert Produkte von Firmen, welche sich nachweislich umweltschädlich verhalten. Das bekundete Umweltbewusstsein schlägt sich aber noch nicht durchgängig in einem entsprechenden Umweltverhalten nieder. So haben nur acht Prozent der Deutschen bislang auf Ökostrom gewechselt.
In der Umweltbewusstseinsstudie 2010 wird erneut das Milieumodell des Sinus-Instituts verwendet. Dabei zeigen sich teilweise erhebliche milieuspezifische Unterschiede im Umweltbewusstsein und -verhalten. Vor allem das Sozialökologische Milieu ist besonders und relativ konsistent umweltinteressiert.
Die sozial benachteiligten, gelegentlich aber auch die eher konservativ eingestellten Milieus sehen zwar ebenfalls die Notwendigkeit und die Chancen von Umwelt- und Klimaschutz im allgemeinen recht deutlich, sind aber oft zurückhaltender im Hinblick auf umweltpolitische Forderungen und Handlungsbereitschaften. Generell sind unter Menschen mit niedrigeren Einkommen die Anteile der Befragten geringer, welche große Umweltschutz-Potenziale der Akteure sehen.
Auch beim Potenzial für kulturelle Innovationen in der Gesellschaft sind milieuspezifische Unterschiede festzustellen: Beispielsweise findet jeder vierte Autofahrer Car-Sharing attraktiv, darunter sind vor allem jüngere und gut gebildete Personen, Frauen und Westdeutsche. Auch würde die Hälfte der Bevölkerung die Möglichkeit begrüßen, Gegenstände des täglichen Bedarfs wie elektrische Haushaltsgeräte, Gartengeräte oder Renovierungsutensilien gegen Gebühr im unmittelbaren Wohnumfeld auszuleihen. Gut Gebildete und Personen mit höherem Einkommen sind hierbei deutlich stärker vertreten.
Ähnliche soziale Unterschiede zeigen sich auch beim Anteil an Engagierten im Umwelt- oder Naturschutz, der sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat: von vier Prozent in 2008 auf neun Prozent in der aktuellen Umfrage. Dabei sind Mitglieder von Umwelt- und Naturschutzverbänden häufig gut gebildet und verfügen über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen.
Die aktuelle Studie steht unter http://www.uba.de/uba-info-medien/4045.html zum Download bereit.
Das Umweltbundesamt (UBA) hat eine Studie zu Verpackungsabfällen in Deutschland veröffentlicht. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 9.12.2010:
Im Jahr 2008 hat der Verpackungsverbrauch gegenüber dem Jahr 2007 um 0,4 Prozent abgenommen. Insgesamt 16,04 Millionen (Mio.) Tonnen Verpackungen wurden durch Getrenntsammlung der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie aus anderen Quellen erfasst. „Die getrennte Erfassung und die Verwertung von Verpackungsabfällen erfolgen in Deutschland auf sehr hohem Niveau“, erklärte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Die erzielten Verwertungsquoten für die einzelnen Verpackungswerkstoffe liegen deutlich über den gesetzlichen Vorgaben und insgesamt über den Quoten des Vorjahres. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland; Berichtsjahr 2008" der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung, Mainz. Sie wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) durchgeführt.
2008 wurden insgesamt 13,10 Mio. Tonnen Verpackungsabfälle stofflich oder energetisch verwertet. In Abfallverbrennungsanlagen mit Energierückgewinnung wurden 2,10 Mio. Tonnen Verpackungsabfälle verbrannt. Bei einer Gesamtverwertungsquote von 81,6 Prozent betrug die Rate der stofflichen Verwertung 70,5 Prozent.
Wie in den Vorjahren, lagen auch im Jahr 2008 die stofflichen Verwertungsquoten für die einzelnen Verpackungswerkstoffe jeweils deutlich über den gesetzlichen Vorgaben.
Die Europäische Verpackungsrichtlinie (94/62/EG) und die deutsche Verpackungsverordnung geben Verwertungsquoten für Verpackungsabfälle vor. Diese unterstützen die Zielsetzung, Stoffe im Kreislauf zu verwerten und dadurch natürliche Ressourcen zu schonen, Energie zu sparen sowie CO2-Emissionen zu vermindern.
Das UBA prüft, wie Deutschland die gesetzten Quotenvorgaben erfüllt. Die notwendigen Erhebungen führt die GVM im Auftrag des UBA durch. Die Untersuchung enthält detaillierte Angaben zu den Verpackungsmaterialien Glas, Kunststoff, Papier/Pappe/Karton, Aluminium, Weißblech, Stahl und Holz.
Die Studie "Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland; Berichtsjahr 2008" steht unter: http://www.uba.de/uba-info-medien/3967.html zum kostenlosen Herunterladen bereit.
„Mit Mehrweg aktiv Abfälle vermeiden“ – so die Überschrift einer Meldung der Deutschen Umwelthilfe vom 26.11.2010 in der es heißt:
Mehrweggetränkeflaschen tragen aktiv zu Abfallvermeidung und Klimaschutz bei - Informationskampagne "Mehrweg ist Klimaschutz" fördert erfolgreich umweltbewussten Getränkeeinkauf - Über 5.000 teilnehmende Getränkehändler - Allianz aus Umweltverbänden, Brauereien und Getränkefachhandel fordert von Bundesregierung konsequenteren Mehrwegschutz - Kennzeichnungsverordnung ist seit Monaten überfällig
Mehrwegflaschen schonen natürliche Ressourcen, vermeiden Verpackungsmüll und tragen wesentlich zum Klimaschutz bei. Mehrwegflaschen aus Glas werden bis zu 60 Mal wiederbefüllt, bevor sie recycelt werden. Jede Wiederbefüllung einer Mehrwegflasche ersetzt die Produktion einer neuen Flasche. "Mit der Entscheidung für Mehrweggetränke, vor allem von regionalen Abfüllern, trifft der Kunde an der Ladenkasse eine klare Entscheidung für Klimaschutz, Abfallvermeidung und unvermüllte Landschaften. Doch gleichzeitig wird es immer schwerer, Einweg- von Mehrwegflaschen zu unterscheiden.
Wir brauchen endlich einen funktionsfähigen Umweltminister, der die im Koalitionsbeschluss enthaltene Kennzeichnungsverordnung auch umsetzt" sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). So ersetzt ein einziger Mineralwasserkasten mit zwölf Mehrwegglasflaschen (0,75 l), die durchschnittlich 53 Mal wiederbefüllt werden, ganze 480 PET-Einwegflaschen (1,0 l).
Um Verbrauchern die Möglichkeit einer selbstbestimmten Kaufentscheidung für umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu ermöglichen, führte die Mehrwegallianz, bestehend aus der DUH, der Stiftung Initiative Mehrweg und Verbänden der Getränkewirtschaft, im Mai 2010 die Verbraucherinformationskampagne "Mehrweg ist Klimaschutz" fort. Die Kampagne ist die in Deutschlands bislang größte und erfolgreichste Informationskampagne im Getränkefachhandel. Mit Informationsbroschüren und Plakaten werden Verbraucherinnen und Verbraucher über die umwelt- und klimaschonenden Eigenschaften von Mehrwegflaschen informiert.
Insgesamt nahmen über 5.000 Partner an der Informationskampagne teil und verteilten mehr als eine halbe Million Flyer. "Die Umsetzungen der Kampagne 'Mehrweg ist Klimaschutz' in Anzeigen, Kundenmagazinen, Verkaufsaktionen und sogar auf Fahnen, Transparenten und als Lackierung auf Fahrzeugen zeigen das große Engagement und die Identifikation des Getränkehandels mit dem Klimaschutz" sagte Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels.
"Mehrweg in regionalen Wirtschaftkreisläufen verursacht weniger Transporte und damit weniger CO2-Emissionen - der Griff zur Mehrwegflasche macht deswegen Sinn. Die Kampagne 'Mehrweg ist Klimaschutz' hilft dem Verbraucher in seiner klimafreundlichen Kaufentscheidung" erklärte Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels. Mehrwegprodukte werden überwiegend in regionalen Kreisläufen mit geringen Transportentfernungen vertrieben und dort getrunken wo sie verkauft werden.
Mineralwasser in Mehrwegflaschen legt deshalb mit rund 260 km bis zum Endkunden nur die Hälfte der Transportstrecke von Einwegflaschen zurück. Pro Liter Mineralwasser in Mehrwegflaschen aus Glas werden 55 Gramm weniger CO2 verursacht als für die gleiche Menge Mineralwasser in Plastik-Einwegflaschen. Dies entspricht so viel CO2 wie der Stromverbrauch für das Brühen von sechs Tassen Kaffee verursacht.
Mit realitätsfremden und tendenziösen Annahmen zu Umlaufzahlen und Distributionsentfernungen für Mehrwegflaschen versuchte die Einwegindustrie in selbst beauftragten Ökobilanzen PET-Einwegflaschen und Getränkedosen gegenüber Mehrwegflaschen schön rechnen zu lassen. Bei der Verwendung realistischer und marktorientierter Daten wurde schnell offensichtlich, dass Einwegverpackungen aus ökologischer Sicht deutlich hinter umweltfreundlichen Mehrwegflaschen zurück liegen.
"Der Europäische Dosenherstellerverband BCME ließ auf ausdrücklichen Wunsch in seiner eigenen Ökobilanz Szenarien mit zehn, fünf oder einem Umlauf für Glasmehrwegflaschen durchrechnen. Die so zustande gekommen Ergebnisse dienten einzig dem Zweck, Verbraucher zu verunsichern, die sich längst aus guten Gründen von Bierdosen abgewandt haben. Eine Umfrage unter Brauereien ergab, dass Glasmehrwegflaschen im Biersegment durchschnittlich 50 Mal wiederbefüllt werden", erklärte Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland e.V.
Wie viel Aussagekraft die Ergebnisse der Ökobilanz der Dosenhersteller wirklich hatten, zeigte die Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung durch die Dosenlobby, in welcher diese sich verpflichtete nicht mehr öffentlich zu behaupten, dass die Getränkedose ökologisch auf Augenhöhe mit Mehrweg sei. "Die Dosenlobby bestätigt damit, dass sie über Monate versucht hat, die Verbraucher mit einer dreist irreführenden Kampagne zu täuschen.
Der Versuch einer "ökologischen Heiligsprechung" der Getränkedose blieb im Vorfeld der Scheinheiligkeit stecken. Die Getränkedose bleibt das, was sie ist: eine ökologisch unattraktive Verpackung und ein Symbol der Wegwerfgesellschaft" sagte der frühere Umweltstaatssekretär und heutige Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) Clemens Stroetmann. Vor dem Hintergrund der in dieser Woche vom 20. bis zum 28. November 2010 stattfindenden Europäischen Woche zur Abfallvermeidung wird aus ökologischen Gesichtpunkten ganz besonders die Nutzung von Mehrweggetränkeverpackungen empfohlen.
Das Umweltbundesamt hat seinen kostenlosen Ratgeber „Heizen mit Holz“ aktualisiert. Unter der Überschrift „Weniger Schadstoffe aus Kamin- und Kachelöfen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Amtes vom 11.10.2010:
Winterabende am Kamin werden immer beliebter. Doch Kamine können auch gesundheitsschädliche Luftschadstoffe ausstoßen. Wer die wichtigsten Grundregeln beachtet und geprüfte Anlagen verwendet, kann Gesundheitsrisiken minimieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Seit März 2010 gelten neue gesetzliche Regelungen, die dazu beitragen, beim Betreiben von Kamin- und Kachelöfen, Schadstoffe zu vermindern.
In der umfassend überarbeiteten Broschüre des Umweltbundesamtes (UBA) „Heizen mit Holz – ein Ratgeber zum richtigen und sauberen Heizen“ sind Informationen über die neuen Regeln, aber auch zu einem schadstoffarmen Betrieb von Holzöfen oder kleinen Holzheizkesseln beschrieben.
Mehrere Faktoren sind entscheidend für die Auswahl der Feuerungsanlage und deren richtigen Betrieb:
Zum einen ist es die Brennstoffauswahl und deren Lagerung. Es darf nur trockenes, naturbelassenes Holz eingesetzt werden. Behandeltes sowie beschichtetes Holz gehört ebenso wenig in den Ofen wie etwa selbst hergestellte Papierbriketts. Die neu gefasste Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – kurz: 1.BImSchV – enthält eine Liste der Brennstoffe, die in kleinen Anlagen zulässig sind und legt nun auch einen Grenzwert für den Feuchtegehalt des Holzes fest. Denn: die Verwendung feuchten Holzes senkt nicht nur den Wirkungsgrad der Anlage, auch die Schadstoffemissionen steigen.
Zum anderen hat auch der Ofen oder der Heizkessel selbst einen entscheidenden Einfluss auf die Emissionen. Für Öfen, die nur einen Raum beheizen, gelten neue Grenzwerte für die Typprüfung. Diese, vom Hersteller zu veranlassende Prüfung findet statt, bevor die Anlagen auf den Markt kommen. Bei diesen Anlagen sind keine weiteren Messungen nach der Installation und Inbetriebnahme erforderlich.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darauf achten, dass sie beim Kauf eine Bescheinigung über die Einhaltung der Anforderungen erhalten, die der Schornsteinfegerin oder dem Schornsteinfeger vorzulegen sind.
Für Heizkessel, die ganze Wohnungen oder Häuser mit Wärme versorgen, gelten dagegen neue Grenzwerte, die Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger wiederkehrend überwachen.
Qualmt der Schornstein, liegt dies nicht immer an der Anlage. Vor allem bei einfachen Geräten haben Betreiberinnen und Betreiber entscheidenden Einfluss auf die Schadstoffemissionen. Neben dem Brennstoff sind auch der Anheizvorgang, die Brennstoffmenge und die richtige Einstellung der Luftzufuhr entscheidend für einen schadstoffarmen Betrieb. Auch dazu gibt die Broschüre des UBA nützliche Hinweise.
Der Ratgeber „Heizen mit Holz“ kann kostenfrei bestellt werden per Telefon (zum Ortstarif): 01888/305-3355, per Fax (zum Ortstarif): 01888/305-3356, per E-Mail: uba@broschuerenversand.de oder per Internet als Download: www.uba.de/uba-info-medien/3151.html.
Greenpeace hat seinen Einkaufsratgeber zum Thema Essen ohne Gentechnik aktualisiert. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Umweltschutzorganisation vom 2.9.2010:
Greenpeace bietet ab heute den aktualisierten Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" an. Er zeigt, welche Lebensmittelhersteller und Handelsketten derzeit Gentechnik vermeiden. Nun macht auch die größte deutsche Handelskette erste Schritte: Edeka-Nord stellt heute in Pinneberg bei Hamburg seine neue Eigenmarke "Unserer Heimat" mit Milchprodukten vor, die das Siegel "ohne Gentechnik" tragen. Für diese verarbeitet Edeka-Nord nur Milch von Kühen, die kein Futter aus Gen-Pflanzen erhalten Damit ist "Unsere Heimat" nach der Eigenmarke von Tegut die zweite regionale Handelsmarke, die eine gentechnikfreie Fütterung garantiert.
"Verbraucher lehnen Gentechnik auf dem Acker und im Essen ab. Es ist gut, dass nun auch die größte Handelskette diesen Wunsch der Verbraucher erfüllt. Danach sollten sich alle Hersteller richten", sagt Barbara Kamradt, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Milchkühe fressen neben Gras und Heu auch Kraftfutter, das oft Sojaschrot enthält. Doch weltweit sind etwa 70 Prozent der Soja gentechnisch manipuliert. Der größte Teil der weltweit hergestellten Gen-Pflanzen landet im Futtertrog und damit indirekt und vom Verbraucher unbemerkt in Lebensmitteln. "Wer den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen bremsen will, sollte Produkte kaufen, die gentechnikfrei produziert wurden."
Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die gentechnisch veränderte Pflanzen gefressen haben, müssen im Gegensatz zu direkten Inhaltsstoffe nicht gekennzeichnet werden. Hier hilft der Greenpeace-Einkaufsratgeber. Er zeigt, welche Unternehmen bereits Gen-Pflanzen vermeiden und welche dies planen. Aber er nennt auch jene, die keine Gentechnikfreiheit garantieren wollenwie beispielsweise "Du darfst" von Unilever.
"Unser Ratgeber ist mit einer Auflage von inzwischen 3,2 Millionen Exemplaren ein großer Erfolg, der auch die Unternehmen nicht kalt lässt", sagt Kamradt. Immer mehr Milchprodukte werden durch die Aufklärungsarbeit von Greenpeace ohne Gen-Pflanzen in der Fütterung hergestellt. Der größte ´Teil der Geflügelindustrie setzt auf gentechnikfreie Futterpflanzen.
Aber viele Unternehmen weigern sich weiterhin, den Kunden gentechnikfreie Lebensmittel anzubieten. Weihenstephan von Müllermilch, Bärenmarke und Danone wollen keine gentechnikfreie Fütterung zusichern. Viele Lebensmittelhersteller behaupten, die Umstellung auf gentechnikfreies Futter sei nicht möglich. Doch es gibt ausreichend Ware. Zudem können Hersteller mit Ihrer Nachfrage auf dem Futtermittelmarkt dafür sorgen, dass das Angebot noch größer wird.
Die Freisetzung genmanipulierter Pflanzen auf Feldern gefährdet vor allem die Umwelt und die langfristige Sicherung der Ernährung. Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit riskanten Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Pestizide können das Trinkwasser verunreinigen und bedrohen die Pflanzenvielfalt.
Der Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" ist kostenlos erhältlich unter www.greenpeace.de/stoppt-gentechnik
„Das Märchen vom "grauen Entlein“ - Verbraucherzentrale räumt mit Vorurteilen über Recyclingpapier auf und bietet kostenlose Schulhefte zum Ausprobieren“ – so die Überschrift eine Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vom 4.8.2010 in der es heißt:
Recyclingpapier ist schmutzig-grau und beim Schreiben mit Füller verläuft die Tinte. Das ist ein gängiges Vorurteil, mit dem Papierprodukte aus 100 % Altpapier immer noch behaftet sind. Rechtzeitig vor Schulbeginn will das Klimateam der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dieses Vorurteil aus dem Weg räumen. Zum Testen können in den Beratungsstellen Kaiserslautern, Ludwigshafen, Mainz und Pirmasens Schulhefte aus Recyclingpapier im A5-Fromat kostenlos abgeholt werden.
„Entgegen alter Voreingenommenheiten lässt sich Recyclingpapier einwandfrei mit Tintenfüllern und Bleistiften beschreiben. Auch der Einsatz von Radiergummi und Tintenkiller ist problemlos möglich“, info rmiert Britta Münnekhoff, Referentin der Verbraucherallianz „fürs klima“. „Und wer auf Recyclingpapier schreibt, leistet einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.“ Bei der Herstellung von Recyclingpapier wird deutlich weniger Energie verbraucht als für Papier aus Frischfasern.
Und es muss kein Baum für die Herstellung des Papiers gefällt werden. Jährlich könnten fast 150.000 Tonnen CO2 eingespart werden, würden nur noch Büro- und Kopierpapiere aus Recyclingfasern eingesetzt, so die Berechnungen des Heidelberger ifeu-Instituts. Das Vorurteil, dass Recyclingpapier nicht für Drucker und Kopierer geeignet sei, entspricht ebenfalls nicht der Wahrheit. „Achten Sie beim Einkauf auf das Umweltzeichen ‚Blauer Engel’ “, so der Rat der Verbraucherzentrale.
Es garantiert die ressourcenschonende Produktion aus 100 % Altpapier. Andere Bezeichnungen wie „holzfrei“ sind irreführend, denn holzfreies Papier ist aus Zellstoff hergestellt, der jedoch aus Holz gewonnen wird.
Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können unter 06131 / 28 48 38 bzw. 06131 / 28 48 47 oder verbraucherfuersklima@vz-rlp.de kostenlos einen Klassensatz anfordern – solange der Vorrat reicht.
Die Aktion ist Teil der Verbraucherallianz „für mich. für dich. fürs klima. Und wird aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Weitere Informationen gibt es unter http://www.verbraucherfuersklima.de.
„Spielzeug aus Kunststoff fällt negativ auf“ – so die Überschrift einer Meldung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vom 16.7.2010 in der es weiter heißt:
China ist erneut Spitzenreiter in der "Hitliste" gefährlicher Produkte. Das ergab die statistische Auswertung des Schnellwarnsystems RAPEX, die jährlich von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) als zentrale Meldestelle in Deutschland herausgegeben wird. 41,4 Prozent aller vom europäischen Schnellwarnsystem erfassten mangelhaften Produkte stammten aus der Volksrepublik.
Insgesamt speiste die BAuA 232 Meldungen ins europäische System. Über statische Auswertungen der Meldungen hinaus beleuchtet der gerade erschienene Informationsdienst "Gefährliche Produkte 2010" das Unfallgeschehen mit Geräten und Maschinen.
Bei den RAPEX-Meldungen verstieß mehr als ein Drittel der gemeldeten Produkte gegen das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Die größte Produktgruppe bildeten dabei die Spielzeuge. Vor allem Kunststoffspielzeuge fielen negativ auf. Die zweitgrößte Produktgruppe mit Verstößen gegen das LFGB stellten Bekleidung und Bedarfsgegenstände für Heim und Freizeit. Gemeldet wurden zum Beispiel Schmuck und Kosmetik, aber auch Deko-Eier, Teelichte, Deko-Steine und Zuglufttiere.
Der zweithäufigste Grund für Meldungen waren Verstöße gegen die dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) unterliegende Spielzeugverordnung, die die europäische Spielzeugrichtlinie in deutsches Recht umsetzt. 18,5 Prozent der gefährlichen Produkte verstießen gegen diese Rechtsvorschrift. Bei den auch hierunter gemeldeten Spielzeugen konnten Kinder zum Beispiel leicht Kleinteile verschlucken oder die Produkte wiesen unzulässige chemische Inhaltsstoffe auf. Lacke waren oft mit zu hohen Blei- und Chromwerten belastet.
Auch bei Schreib- und Bastelbedarf wurden oft Kunststoffhüllen mitgeliefert, die für Kinder Verschluckungsgefahr bargen. Mit rund 17 Prozent den dritthäufigsten Grund für Meldungen bildeten Verstöße gegen die allgemeinen Regeln zur Produktsicherheit, die vom GPSG, beziehungsweise von der europäischen Produktsicherheitsrichtlinie geregelt werden. Auch hier wiesen vor allem Produkte für Kinder Mängel auf: Beispielsweise sonderten einige Kinderjacken lange Wollfasern ab, durch die Erstickungsgefahr entstand.
Der detaillierte Bericht steht als kostenlose PDF-Datei auf den BAuA-Internetseiten zur Verfügung.
„Gesunde Ernährung: Jeder Dritte bevorzugt Bio-Produkte“ – lautet die Überschrift einer Meldung der Apotheken Umschau in der es weiter heißt:
Richtige Ernährung kann die Gesundheit verbessern und das Leben verlängern. Die Deutschen wissen das und akzeptieren zunehmend auch höhere Preise für bessere Qualität. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau".
Mehr als acht von zehn Bundesbürgern (83,7%) sind überzeugt, dass sie mit der richtigen Ernährung vielen Krankheiten vorbeugen können. Zwar ist für zwei Drittel der Befragten (66,8%) beim Lebensmitteleinkauf immer noch der günstigste Preis das Hauptkriterium.
Jedoch wäre auch mehr als jeder Zweite (54,7%) bereit, für bessere Qualität auch höhere Preise zu bezahlen. Jeder Dritte (33,2%) bevorzugt ohnehin schon Biolebensmittel, weil er sie für gesünder hält. Ebenso viele (35,9%) würden gerne häufiger Bio-Produkte und Lebensmittel guter Qualität kaufen, leiden aber darunter, dass sie sich dies finanziell nicht erlauben können.
Das Umweltbundesamt hat eine Studie zur Pfandpflicht veröffentlicht. Dazu heißt es unter der Überschrift „Pfand macht’s möglich: weniger Umweltverschmutzung, mehr Recycling“ in einer Pressemitteilung des Amtes vom 3.5.2010:
Wer seine Getränkeflaschen zurückgibt, tut etwas für die Umwelt. Das gilt vor allem für Mehrweg - aber auch für Einwegflaschen und -dosen. Das zeigt eine Studie der bifa Umweltinstitut GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes. Demnach führt die Pfandpflicht auf Einwegverpackungen zu weniger Müll auf Straßen und Plätzen. Außerdem lassen sich die Einwegbehälter aus Plastik oder Aluminium besser verwerten, da jetzt mehr und sortenrein gesammelt werden.
Trotz dieser positiven Effekte gilt aber auch weiterhin: Mehrwegflaschen aus PET sind umweltfreundlicher als Einwegflaschen und -dosen. UBA-Präsident Jochen Flasbarth: „Nach wie vor ist Mehrweg die richtige Entscheidung für die Umwelt. Mit der Pfandpflicht für Einwegbehältnisse konnten zudem auch Umweltverbesserungen erreicht werden.“
Die Studie macht mehrere Vorschläge, um das jetzige Pfandsystem zu verbessern. So soll die Pfandpflicht möglichst für alle Getränkesegmente gelten und alle Verpackungen sollen einen klaren Hinweis mit „EINWEG“ bzw. „MEHRWEG“ erhalten. Dadurch könnte jeder Verbraucher unmittelbar erkennen, in welcher Form er seine Getränke kauft.
Um auch Mehrwegsysteme weiter zu verbessern, empfiehlt das bifa Umweltinstitut, noch häufiger PET-Mehrwegflaschen einzusetzen. Für PET-Mehrwegflaschen wird bei der Produktion und beim Transport noch weniger Energie benötigt als bei Mehrwegglasflaschen, wodurch sie vor allem bei weiten Transportdistanzen besser abschneiden.
Der Abschlussbericht mit dem Titel „Evaluierung der Pfandpflicht“ kann von den Webseiten des Umweltbundesamtes heruntergeladen werden unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3931.pdf
Die Publikation "Verbrauch von Getränken in Einweg- und Mehrweg-Verpackungen, Berichtsjahr 2008" steht unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3935 zur Verfügung.
Das Umweltbundesamt hat eines umfassende Datensammlung zu wichtigen Umweltdaten ins Internet gestellt. Unter der Überschrift „Umweltprobenbank: Auf Spurensuche im Umweltarchiv Deutschlands“ heißt es dazu in einer Mitteilung des Amtes vom 19.4.2010:
Hat sich seit dem Verbot von Bleibenzin die Belastung von Mensch und Umwelt mit Blei verringert? Weshalb ist in Fischen aus dem Unterlauf des Rheins keine nachhaltige Abnahme der PCB-Gehalte zu beobachten? Und wie verhält es sich mit den Quecksilberkonzentrationen in Fichtentrieben, Möweneiern und Brassen? Die Umweltprobenbank des Bundes (UPB), ein Archiv der Umweltqualität Deutschlands, gibt der Öffentlichkeit umfassend Auskunft.
Seit 1981 werden Umwelt- und Humanproben gesammelt, auf umweltrelevante Stoffe analysiert und dauerhaft eingelagert. Inzwischen sichert das Archiv rund 200.000 Human-Einzelproben und etwa 350.000 Teilproben aus dem Umweltbereich. Mit der neuen Webanwendung unter www.umweltprobenbank.de erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger, die wissenschaftliche Fachwelt sowie Politik und Verwaltung einen benutzerfreundlichen und übersichtlichen Zugang zu den Themen und erhobenen Daten der UPB:
- klar strukturierte und untereinander vernetzte Informationen in einheitlichem Steckbrief-Format liefern einen Überblick zu den untersuchten Probenarten, den Probenahmegebieten und den analysierten Stoffen;
- kommentierte, ausgewählte Analysenbeispiele erläutern die Untersuchungsergebnisse und führen weiter zur frei wählbaren Datenrecherche;
- größere Flexibilität der Datenrecherche mit zeitnah aktualisierten Daten;
- verbesserte Diagrammdarstellung mit zahlreichen Optionen;
- Export der recherchierten Daten zur Weiterverarbeitung in Tabellenkalkulation und statistischen Werkzeugen;
- alle angebotenen Inhalte und jede ausgewählte Rechercheoption bieten individuelle, dauerhafte Webadressen für Lesezeichen;
- zeitgemäßes Webdesign mit barrierefreier Ausführung.
Die Umweltprobenbank wird seit mehr als 30 Jahren vom Umweltbundesamt (UBA) im Auftrag des Bundesumweltministeriums betrieben und bildet ein zentrales Element der Umweltbeobachtung in Deutschland. Hierfür werden in sechs verschiedenen Ökosystemtypen 13 typische Gebiete – von Küstenregionen über Ballungsräume bis hin zur Gebirgsregionen – regelmäßig beprobt.
Bei den Umweltproben wird darauf geachtet, Vertreter unterschiedlicher Stufen der Nahrungskette auszuwählen – zum Beispiel Alge – Muschel – Fisch – Möwe. Hinzu kommen Boden- und Schwebstoffproben. Studierende der Universitätsstädten Münster, Halle, Greifswald und Ulm spenden der UPB jedes Jahr Blut- und Urinproben.
Die Proben von gestern mit den Methoden von morgen analysieren. Die repräsentativen Umwelt- und Humanproben werden zum Teil seit 1981 veränderungsfrei bei Temperaturen um -150 ºC respektive -85 ºC aufbewahrt. Sie erlauben retrospektive Trendanalysen auch für Stoffe, die bei der Probennahme noch gar nicht bekannt waren, für die es kein Nachweisverfahren gab oder fälschlicherweise als ungefährlich galten.
Damit liefert dieses Archiv der ökologischen und toxikologischen Beweissicherung dem Bundesumweltministerium eine wissenschaftliche Grundlage, um Maßnahmen im Umwelt- und Naturschutz ergreifen und ihren Erfolg kontrollieren zu können.
Die Ergebnisse der Umweltprobenbank basieren auf der langjährigen Zusammenarbeit des UBA mit seinen Partnern Universitätsklinikum Münster, Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie, Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin, Fachbereich VI Biogeographie der Universität Trier und Eurofins GfA GmbH, Hamburg.
Eine öffentliche Webanwendung der UPB gibt es bereits seit 2000. Der neue Auftritt setzt diese Tradition in erweiterter Form und zeitgemäßer Umsetzung fort.
Weitere Informationen: http://www.umweltprobenbank.de
Der DIW hat sich mit der Frage „grüner Jobs“ befasst. Dazu heißt es unter der Überschrift „Immer mehr "grüne" Arbeitsplätze: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer für den Umweltschutz tätig“ in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 10.3.2010:
"Grüne Jobs": Sie zeigen, dass sich Wirtschaftswachstum und Klima- und Umweltschutz nicht ausschließen. Das DIW Berlin hat jetzt nachgerechnet – und die Untersuchung zum "grünen" Arbeitsmarkt zeigt: Der Umwelt- und Klimaschutz hat tatsächlich ein hohes Beschäftigungspotential in Deutschland.
Laut einer aktuellen Studie des DIW Berlin waren im Jahr 2006 bereits 1,8 Millionen Beschäftigte direkt und indirekt für den Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 4,5 Prozent aller Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit auch in der aktuellen Wirtschaftskrise ein bedeutender und stabilisierender Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt. Ein erheblicher Teil des Beschäftigungswachstums ist dabei auf die dynamische Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen.
Trend zu Dienstleistungen
Die DIW-Experten Dietmar Edler und Jürgen Blazejczak untersuchen regelmäßig die Bedeutung des Umweltschutzes als Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Dabei haben die Ökonomen auch "neue" umweltorientierte Dienstleistungen in ihrer Analyse berücksichtigt. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Dienstleistungen im Energie- und Gebäudemanagement, umweltorientierte Finanzdienstleistungen, Dienstleistungen im Ökotourismus und umweltfreundlichere Mobilitätsdienstleistungen
Auf umweltorientierten Dienstleistungen entfallen mittlerweile mehr als eine Million Arbeitsplätze in Deutschland, das entspricht rund zwei Drittel aller Beschäftigten im Umweltschutz. "Inzwischen sind die Umweltschutzdienstleistungen von größerer Bedeutung als die Warenproduktion", sagte Dietmar Edler.
Klassische Umweltschutzgüter bleiben gefragt
Daneben bleibt die Nachfrage nach klassischen Umweltschutzgütern hoch. Mehr als die Hälfte der Inlandsnachfrage nach klassischen Umweltschutzgütern entfällt auf laufende Sachausgaben wie etwas für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zum Betrieb von Umweltschutzanlagen. Dies erklärt sich aus dem großen Bestand an Umweltschutzanlagen in Deutschland. Den Sachausgaben folgen Investitionen in den Umweltschutz.
Deutschland ist Exportweltmeister im Umweltschutz
Besonders dynamisch gewachsen ist die Beschäftigung im Sektor der erneuerbaren Energien mit rund 70 Prozent innerhalb von nur vier Jahren. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen und umfasst alle Sparten mit Ausnahme der Wasserkraft. Bei den erneuerbaren Energien nimmt Deutschland weltweit – insgesamt führend beim Export von Umweltschutzgütern – eine Vorreiterrolle ein.
Das Resumé der Experten: "Umweltschutz ist als Daueraufgabe von Unternehmen und Staat anerkannt und wird weiter wachsen. Deutschland kann seine starke Wettbewerbsposition ausbauen, wenn es sich dem Strukturwandel hin zum integrierten Umweltschutz anpasst."
Der Klimawandel wird sich deutlich auf die weltweite Pflanzenvielfalt auswirken – so das Ergebnis einer Studie der Universität Bonn. In einer Pressemitteilung der Uni vom 24.3.2010 heißt es:
Durch den Klimawandel verändern sich in den kommenden Jahrzehnten weltweit die Lebensbedingungen von Pflanzen. Regional sind dabei jedoch große Unterschiede zu erwarten. So könnten heute kühle und feuchte Gebiete in Zukunft zusätzlichen Arten Lebensraum bieten. In trockenen und warmen Regionen verschlechtern sich dagegen die klimatischen Voraussetzungen für eine hohe Artenvielfalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Bonn, Göttingen und Yale.
Die Forscher haben untersucht, wie viele Pflanzenarten unter den heutigen Klimabedingungen in unterschiedlichen Regionen der Erde vorkommen. Den gefundenen Zusammenhang haben sie auf 18 verschiedene Klimawandelszenarien für das Jahr 2100 übertragen. Vorhersagen darüber, wie stark sich die Artenvielfalt einer Region zukünftig tatsächlich den neuen Bedingungen anpassen wird, lässt die Studie allerdings nicht zu. Allerdings lieferten die vorgestellten Ergebnisse ein wichtiges Indiz, in welchen Gebieten eine Zuwanderung oder ein Verlust von Arten zu erwarten ist.
Am negativsten könnte sich die Erwärmung demnach auf die Artenzahlen der Pflanzen in den tropischen Amazonas-Regenwäldern Südamerikas auswirken. Für Deutschland erwarten die Wissenschaftler hingegen in Zukunft Klimabedingungen, die mehr Arten Lebensraum bieten. Einzigartige, an besondere Standortbedingungen angepasste Arten würden dabei allerdings mehr und mehr verdrängt werden. Somit fände auch im Pflanzenreich eine Globalisierung statt.
Besonders weisen die Forscher in ihrer Studie auf die klare Zweiteilung unseres Planeten hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels hin. Zusätzlicher Lebensraum für Pflanzen könnte demnach überall dort entstehen, wo heute kühle und feuchte Klimabedingungen vorherrschen. Auf der anderen Seite werden in den bereits heute warmen Gebieten der Subtropen und Tropen zukünftig die Voraussetzungen für Artenvielfalt ungünstiger sein.
Diese Zweiteilung hat auch eine politische Dimension: Begünstigte Gebiete decken sich weitgehend mit den Industrienationen. Durch ihren Ausstoß an Klimagasen sind diese Länder zwar Hauptverursacher des Klimawandels, leiden aber deutlich weniger unter seinen Folgen.
Deutschland hat im Jahr 2008 seine Klimaschutzverpflichtung nach dem Kyoto-Protokoll erfüllt. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) vom 1.2.2010:
Deutschland hat 2008 sein Klimaschutzziel gemäß Kyoto-Protokoll erfüllt und bleibt international Vorreiter im Klimaschutz. Die Treibhausgasemissionen sind 2008 gegenüber dem Jahr 1990 um 22,2 Prozent zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von nahezu 280 Millionen Tonnen Treibhausgasen.
Diese detaillierten Daten für das Jahr 2008 gehen aus dem vom Umweltbundesamt (UBA) erstellten Nationalen Inventarbericht 2010 hervor, den das Bundesumweltministerium und das UBA jetzt veröffentlicht haben.
Nach dem Kyoto-Protokoll hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 21 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Gegenüber dem Vorjahr 2007 veränderten sich die Emissionen nur geringfügig: Einen leichten Zuwachs von 0,5 Millionen Tonnen gab es im Wesentlichen im Landwirtschaftsbereich.
Bundesumweltminister Röttgen: „Die wiederholte Erreichung der Kyoto-Verpflichtung ist ein gutes Signal. Dennoch dürfen wir uns nicht zu früh freuen, denn unsere mittelfristigen Klimaschutzziele haben wir noch längst nicht erreicht. Wir wollen eine Reduzierung der Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 unter 1990. Uns fehlt noch knapp die Hälfte des Weges, den wir in den nächsten zehn Jahren schaffen müssen. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass unsere bisherige Minderungsstrategie – die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren Energien – zum Erfolg führen wird.“
Die größten Erfolge in der Minderung der Treibhausgasemissionen gibt es in der Energiewirtschaft. Hier hat der Ausbau der erneuerbaren Energien positive Spuren hinterlassen. Zur Energiegewinnung wurden 2008 im Vergleich zum Vorjahr knapp 20 Millionen Tonnen weniger CO2 in die Atmosphäre geleitet. Im Vergleich zum Jahr 1990 waren dies sogar 66 Millionen Tonnen CO2 weniger.
Der in der Emissionsbilanz verzeichnete Anstieg der Emissionen im Bereich der privaten Haushalte ist ein statistischer Effekt und auf den niedrigeren Heizöl-Absatz nach Einführung der erhöhten Mehrwertsteuer 2007 zurückzuführen (Vorzieheffekte nach 2006). Die anderen Sektoren blieben auf einem sehr ähnlichen Niveau wie 2007.
Die im Jahr 2008 beginnende Wirtschaftskrise hat die Emissionen nur sehr begrenzt beeinflusst – wird sich jedoch deutlich in der Bilanz für 2009 auswirken. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth sagte: „Auch in der Überwindung der wirtschaftlichen Krise müssen wir langfristigen Klimaschutz weiter voranbringen. Die Daten zeigen, dass Deutschland auf einem guten Weg ist, der konsequent weiter entwickelt werden muss. Der nach 2008 im Jahr 2009 zu erwartende weitere Rückgang der Klimagasemissionen wird vor allem konjunkturbedingt sein. Das ist kein Grund, beim Klimaschutz nachzulassen. Im Gegenteil: Das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu vermindern erfordert weitere Maßnahmen.“ Laut Flasbarth gehen die Emissions-Trends vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Verkehr noch nicht in die richtige Richtung: „Um beim Klimaschutz dauerhaft Erfolg zu haben, müssen aber alle Sektoren ihren Beitrag leisten.“
Den kompletten Bericht (668 Seiten) gibt es unter: http://cdr.eionet.europa.eu/de/eu/ghgmm/envs08l9q/DE_NIR_2010_EU_Submission_de.pdf
Ähnlich wie in den Vorjahren waren die Feinstaubwerte in Deutschland auch im Jahr 2009 erhöht. Unter der Überschrift „Wie sauber ist die Luft in Deutschland?“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 20.1.2010:
Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Luftqualität des Jahres 2009 beurteilt. Die Auswertung beruht auf den vorläufigen Daten und ergibt folgendes Bild: An 55 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen lagen im Jahr 2009 die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) über dem ab dem 1.1.2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (µg/m3).
„Die Stickstoffdioxidbelastung im Jahr 2009 war ähnlich hoch wie in den beiden vergangenen Jahren. Es ist daher zu befürchten, dass der neue Grenzwert auch im Jahr 2010 an vielen Orten nicht eingehalten werden wird.“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA.
Grenzwert-Überschreitungen treten vor allem in Städten und Ballungsräumen auf, also dort, wo auch ein Großteil der Bevölkerung lebt. Stickstoffoxide entstammen vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten.
Auch die Feinstaub-Konzentrationen (PM10) überschritten im Jahr 2009 erneut die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte - trotz Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen. An 23 der insgesamt 408 Messstationen traten an mehr als 35 Tagen PM10-Konzentrationen über 50 µg/m3 auf. An der Messstation Stuttgart Neckartor wurde zudem der auf das Jahresmittel bezogene PM10-Grenzwert von 40 µg/m3 nicht eingehalten. Insgesamt war die Feinstaubbelastung im Jahr 2009 etwas höher als 2008, dem Jahr, mit der seit 2000 geringsten Luftbelastung durch Feinstaub
„Die ergriffenen Maßnahmen zur innerstädtischen Luftreinhaltung, wie die Einrichtung von Umweltzonen sowie die Verschärfung der Anforderungen an Kaminöfen und andere Kleinfeuerungsanlagen, waren richtig und hoch an der Zeit“, meinte Flasbarth.
Die vorläufige Auswertung der Luftqualitätswerte des Jahres 2009, auch im Vergleich zu den Vorjahren, steht im Internet unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3895; aktuelle Daten zur Luftqualität unter: http://www.umweltbundesamt.de/luft/immissionssituation/index.htm
„Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken“ – so die Überschrift einer Pressemitteilung der fairkehr GmbH vom 30.12.2009 in der es weiter heißt:
Insgesamt 55 Städte bewarben sich beim Bundesumweltministerium um den Zuschlag der Kampagne in 2010, bei der die Menschen dazu motiviert werden sollen, auf Kurzstrecken das Auto stehen zu lassen und stattdessen mit dem Rad zu fahren oder zu Fuß zu gehen. 50 Prozent aller Autofahrten liegen unter sechs Kilometern und gelten wegen des überproportional hohen CO2-Ausstoßes als besonders klimafeindlich.
"Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Es wurden viele gute Konzepte eingereicht. Dafür bedanken wir uns auch im Namen des Bundesumweltministeriums bei allen 55 Städten", so Michael Adler, Geschäftsführer der fairkehr GmbH, einer der führenden Projektagenturen. Bis in die letzte Runde schafften es neben den Gewinnerstädten auch Bremen, Coesfeld, Göttingen, Kiel, Kirchheim unter Teck, Ludwigsburg, Münster, Norderstedt, Potsdam und Unna.
Ab Frühjahr 2010 wirbt das Bundesumweltministerium etwa ein halbes Jahr mit dem Slogan "Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken." auf unkonventionelle Weise für den Klimaschutz per Fuß und Rad. Es werden Großflächenplakate, Anzeigen, Kino- und Hörfunkspots sowie regelmäßige Motivationsaktionen auf die Kampagne aufmerksam machen. Broschüren und die Website www.kopf-an.de informieren über lokale Hintergründe und geben Tipps zur Überwindung des "inneren Schweinehundes".
Dieses Jahr wurde die Kampagne bereits in den vier Modellstädten Bamberg, Dortmund, Halle (Saale) und Karlsruhe mit Erfolg umgesetzt. Umfragen zufolge nahmen fast alle Befragten die Klimaschutzinitiative äußerst positiv auf. Ein Großteil gab an, die Kampagne sei richtig und leiste einen wertvollen Beitrag für die Umwelt. Viele wurden demnach auch zum "Umsteigen" angeregt und haben vor, künftig weniger mit dem Auto zu fahren.
Eine neue Studie belegt, dass Kunststoffrecycling das Klima schont. In einer Pressemitteilung des Dualen Systems vom 5.11.2009 heißt es:
Jeder Verbraucher, der Kunststoffverpackungen in die Gelbe Tonne gibt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu), Heidelberg, die heute im Rahmen einer Veranstaltung des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und der Duales System Deutschland GmbH (DSD) in Berlin vorgestellt wurde.
Jede Tonne Kunststoffverpackungen, die getrennt gesammelt wird, statt mit dem Restmüll in Müllverbrennungsanlagen (MVA) verbrannt zu werden, spart demnach 1,26 Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen. "Die Verbrennung von Kunststoff in durchschnittlichen MVA dagegen erzeugt mehr Kohlendioxid, als sie einspart", erklärt Stefan Schreiter, Vorsitzender der DSD-Geschäftsführung.
Das Forschungsinstitut hat verschiedene Szenarien zur Behandlung von Kunststoffabfall miteinander verglichen. "Die hochwertige Verwertung von Kunststoff zu Regranulaten und neuen Kunststoffprodukten wie Autoteilen, Eimern oder auch neuen Verpackungen trägt signifikant zur Entlastung des Klimas bei", resümiert Dr.-Ing. Michael Heyde, Leiter Technik und Systementwicklung bei DSD.
Wo eine werkstoffliche Verwertung des Kunststoffs nicht möglich oder unwirtschaftlich ist, stellt eine hochwertige energetische Verwertung als Ersatzbrennstoff für Kraft- oder Zementwerke eine Alternative dar. "Die energetische Verwertung in MVA ist nicht lohnend, weil deren Wirkungsgrad zu gering ist", so Heyde.
Der Vorteil der werkstofflichen Verwertung werde in der Zukunft sogar noch zunehmen, ist Heyde überzeugt: "Es gibt noch Potenzial, das Kunststoffrecycling weiter zu verbessern. Der technische Fortschritt ist noch nicht ausgereizt." Überdies rechne sich das werkstoffliche Recycling zumindest von Folien und sortenreinen Kunststoffen auch wirtschaftlich. "Wird der Kunststoff in der MVA verbrannt, geht er als Kohlendioxid in die Atmosphäre. Das ist weder wirtschaftlich noch für die Umwelt interessant", hob Heyde hervor.
Das Umweltbundesamt hat einen Bericht zu vermiedenen Emissionen durch den Einsatz erneuerbarer Energien im Jahr 2007 veröffentlicht. Unter der Überschrift „106 Millionen Tonnen weniger CO2“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Amtes vom 6.10.2009:
In einem Bericht zur „Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger“, kommt das Umweltbundesamt (UBA) zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2007 durch den Einsatz erneuerbarer Energien rund 106 Millionen Tonnen klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids (CO2) vermieden wurden. Der Bericht stellt die Emissionsbilanz der erneuerbaren Energieträger sowohl methodisch als auch inhaltlich auf eine aktuelle Grundlage.
Der Ausbau erneuerbarer Energien verlief in den letzten zehn Jahren sehr erfolgreich. Im Jahr 2007 deckten diese knapp zehn Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs ab, was einer Verdreifachung des Anteils im Vergleich zum Jahr 1997 entspricht.
Eine Versorgung aus erneuerbaren Energien vermeidet klima- und umweltrelevante atmosphärische Emissionen. Zur Bestimmung der vermiedenen Emissionen in den Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr hat das Umweltbundesamt die Emissionsbilanzen erneuerbarer Energieträger inhaltlich und methodisch aktualisiert.
Die Netto-Emissionsbilanz setzt sich dabei zum einen aus der eingesparten Menge an Emissionen und zum anderen aus neu entstandenen Emissionen – aus vorgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel der Transport und die Herstellung von Windkraftanlagen – zusammen. Auf einem Experten-Workshop im Umweltbundesamt, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), am 12. und 13. März 2009 wurden die verwendeten Datenquellen und Methoden zur Emissionsbilanzierung diskutiert und abgestimmt.
Im Ergebnis führt die Neuberechnung der Netto-Emissionsbilanz erneuerbarer Energien zu einer Emissionsvermeidung von etwa 67 Millionen Tonnen CO2 im Stromsektor, 28 Millionen Tonnen CO2 im Wärmesektor und 11 Millionen Tonnen CO2 im Verkehrssektor. Insgesamt ergibt sich damit eine CO2-Vermeidung von rund 106 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2007.
Bei einer erweiterten Betrachtung um die Treibhausgase Methan und Lachgas weist die Netto-Emissionsbilanz der erneuerbaren Energien – unter Berücksichtigung vorgelagerter Prozessschritte – eine Emissionsvermeidung in Höhe von rund 107 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2007 auf. Allein im Stromsektor ist das eine Emissionsvermeidung von etwa 71 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Im Wärme- und Verkehrssektor kommen weitere 29 Millionen Tonnen beziehungsweise 7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente hinzu.
Direkte und indirekte Landnutzungsänderungen sind aufgrund lückenhafter Datenlage sowie noch laufender methodischer Diskussionen in den Berechnungen nicht berücksichtigt.
Der Bericht „Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger“ steht als kostenloser Download zur Verfügung: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3761
„Verbraucher wollen mehr sparsame, klimaverträgliche Autos und eine klare Verbrauchskennzeichnung“ – so die Überschrift einer Pressemitteilung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vom 16.9.2009 in der es heißt:
Die Verbraucher wollen mehr günstige und klimaverträgliche Autos sowie eine klare und verständliche Kennzeichnung der Pkw-Verbrauchswerte. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Prognos AG für die Verbraucherkampagne "für mich. für dich. fürs klima.", die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Mittwoch mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Verbraucherzentrale Hessen auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vorstellte. "Die Autobauer müssen endlich die Erwartungen der Verbraucher ernst nehmen und bei den Innovationen mehr Tempo machen", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen.
Der Umfrage zufolge finden 70 Prozent der Befragten, die Automobilindustrie biete noch immer zu wenig sparsame und klimaverträgliche Modelle an. Knapp 60 Prozent empfinden die erhältlichen Sparautos als zu teuer. Etwa 28 Prozent fahren bereits ein Auto mit geringem Spritverbrauch, 20 Prozent bewältigen vor allem kurze Strecken mit dem Fahrrad und über zehn Prozent fahren nie oder nur in Ausnahmen mit dem Wagen. 40 Prozent gaben an, sie planten, ein Auto mit geringem Verbrauch zu kaufen, 35 Prozent wollen öfter Radfahren, 30 Prozent das Auto häufiger stehen lassen.
Hersteller müssen die Bedürfnisse der Verbraucher ernster nehmen
"Immer mehr Verbraucher achten beim Autokauf auf die Klimabelastung. Aber sie wollen auch Geld sparen und erwarten deshalb mehr sparsame und klimaverträgliche Autos. Darauf muss die Branche endlich reagieren", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen.
"Künftig werden jene Modelle gewinnen, die den Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen", sagte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Das sind Autos, die beim Kaufpreis und den Fahrkosten günstig sind und ein gutes Umweltimage haben. Die VCD Auto-Umweltliste zeigt, dass es zunehmend solche Pkws gibt. Unter den Top Ten sind allerdings nur drei Wagen aus deutscher Produktion. Hier haben die deutschen Hersteller Nachholbedarf", sagte Lottsiepen.
Verbraucher fühlen sich beim Verbrauch nicht ausreichend informiert
Unzufrieden sind die Verbraucher auch mit den Informationen der Hersteller. Ihnen fehlen noch immer klare Aussagen und transparente Angaben zu Spritverbrauch und CO2-Emission. "Die Verbraucher wollen beim Autokauf ernst genommen und ehrlich informiert werden", sagte Gerd Billen. Der vzbv fordert deshalb eine verständliche Verbrauchskennzeichnung bei Autos nach dem Vorbild der Energiekennzeichnung etwa bei Waschmaschinen.
Die Umfrage erfolgte unter 3.284 Bürgern im Zeitraum März bis August 2009. Die Studie ist im Internet unter www.verbraucherfuersklima.de abrufbar.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband kümmert sich ab sofort auch um das Thema Klimafreundlichkeit. Dazu hat er ein spezielles Internetportal entwickelt. In einer Pressemitteilung des Verbandes vom 14.8.2009 heißt es:
Unabhängig und verbrauchernah: Das neue Beratungsportal verbraucherfuersklima.de ist seit Freitag online. Das Internet-Angebot der Kampagne "für mich. für dich. fürs klima." des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) bietet Tipps zum Klimaschutz daheim und unterwegs. Parallel startet die kostenlose telefonische Mobilitätsberatung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Unter der Rufnummer 0800 - 20 30 900 erhalten Verbraucher Antworten auf Fragen rund um den klimabewussten Autokauf, den Öffentlichen Nahverkehr, das Radfahren oder auch zu klimaverträglichen Urlaubsreisen.
"In Zeiten einer zunehmenden Informationsflut unterstützen wir Verbraucher mit unseren neuen Beratungsangeboten, sich über ihre persönlichen Chancen und Vorteile beim Klimaschutz zu informieren - und das rund um die Uhr", sagt der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen. "Mündige Verbraucher benötigen Informationen zum Klimaschutz. Nur dann können sie von Politik und Wirtschaft mehr Engagement zur Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen einfordern."
Schwerpunkte der Kampagne "für mich. für dich. fürs klima." sind die Themen Mobilität und nachhaltiger Konsum. Das Internetportal gibt den Verbrauchern viele Tipps für den Alltag, etwa zum Bahnfahren, zum Autokauf, zur Ernährung, zu Lebensmittelverpackungen und zu nachhaltigem Konsum. In einem interaktiven Video können die Nutzer einen Tag in der Küche einer vierköpfigen Familie verfolgen und gleichzeitig ihr Wissen testen: Welche Rolle spielt die Ernährung für die Erderwärmung? Wie kann man klimaverträglich einkaufen und kochen?
Ein CO2-Rechner bietet die Möglichkeit, die eigene Klimabilanz zu ermitteln. Das besondere Angebot: Über eine Onlineberatung zur klimaverträglichen Mobilität können die User Fragen an Experten richten.
Antworten auf die Anfragen im Internet und am Telefon geben die Experten des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).
Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 - 20 30 900 sind die Mobilitätsfachleute montags, mittwochs und freitags von 09.00 bis 15.00 Uhr und dienstags und donnerstags zwischen 13.00 und 18.00 Uhr zu erreichen.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: "Mobilität ist äußerst wichtig für das soziale und berufliche Leben. Es gibt gute Alternativen zum Autofahren, die Zeit und Geld sparen und die Lebensqualität erhöhen, aber oft nicht hinreichend bekannt und erprobt sind. Besser auf dem Fahrrad 30 Minuten radeln als eine halbe Stunde mit dem Auto im Stau stehen. Auch über Autos sind umweltrelevante Informationen knapp. Da setzt die Beratung des VCD an."
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu senken.
Nach Berechnungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) verbraucht jeder Bundesbürger pro Jahr und Kopf knapp 11 Tonnen CO2. Damit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch weit über dem weltweiten Durchschnitt (knapp vier Tonnen pro Kopf und Jahr) und dem EU-Durchschnitt mit rund neun Tonnen. Klimaexperten fordern ein weltweites Pro-Kopf-Maximum von durchschnittlich zwei Tonnen CO2. Ansonsten sei ein sich selbst verstärkender Klimawandel nicht mehr zu stoppen.
"für mich. für dich. fürs klima." ist eine Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. (www.verbraucherfuersklima.de).
Das Umweltbundesamt hält Hamsterkäufe von Glühlampen für unsinnig. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 29.7.2009:
Die Energieexperten sind sich einig: Kosten- und Umweltbetrachtungen zeigen gute Gründe, von der Glühlampe Abschied zu nehmen. Einige sehen das anders und hamstern Glühlampen. Der Grund dafür dürfte auch in alten Vorurteilen gegen Energiesparlampen liegen.
Stromsparexperten des Verbraucherzentrale Bundesverbandes und des Umweltbundesamtes räumen mit diesen Vorurteilen auf. Klar ist: Klassische Glühbirnen sind wahrlich keine Leuchten: Sie wandeln nur etwa fünf Prozent ihrer aufgenommenen Energie in Licht um. Besser sind moderne Energiesparlampen: Sie sparen Energie, halten länger und entlasten so die Haushaltskasse.
Häufigste Kritik an den als „Energiesparlampen“ bekannten Kompaktleuchtstofflampen: Sie bräuchten lange, bis sie hell werden, gäben kaltes Licht und gingen schnell kaputt. Tatsächlich wurde bei Qualitäts-Kompaktleuchtstofflampen die Aufhellzeit verkürzt. Bei der Lichtfarbe gibt es verschiedene Ausführungen: Warmweiß kommt dem Glühlampenlicht nahe. Und gute Kompaktleuchtstofflampen lassen sich 30.000 Mal an- und ausschalten, bevor sie kaputt gehen, so die Energieexperten.
Auch die manchmal diskutierten Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder sind nicht belegt. Bei Kompaktleuchtstofflampen ist zwar die Herstellung aufwändiger als bei Glühlampen. Eine Studie im Auftrag der EG-Kommission zeigte aber: Berücksichtigt man den gesamten Lebensweg, schneiden die Kompaktleuchtstofflampen in der Bilanz für alle betrachteten Umweltwirkungen erheblich besser ab.
Wichtig für die Verbraucherinnen und Verbraucher ist, nicht die billigste Lampe zu kaufen, sondern auf Qualität zu achten. Markenprodukte sind oft besser als Billig- oder „No Name“-Lampen. Gutes kostet etwas mehr, hält aber dafür länger und ist auf Dauer günstiger. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich bei unabhängigen Stellen informieren. Das Heft 03/2008 der Stiftung Warentest etwa gibt Auskunft über Qualitätslampen.
Mehr Informationen zu Fragen der Lichttechnik gibt es unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/ und unter www.uba.de/energie/licht sowie im Flyer „Bye bye Glühbirne: Warum Energiesparlampen besser sind“ des Umweltbundesamtes unter www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3754.pdf sowie in einem Papier des Verbraucherzentralen Bundesverband www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web/fileadmin/presse/pms/Hintergrundpapier_Energiesparlampen.pdf.
Mit der neuen EG-Verordnung zu Haushaltslampen sollen bis zum Jahr 2020 EG-weit etwa 39 Terawattstunden Energie im Verhältnis zum Trend gespart werden, so viel wie 11 Millionen Haushalte in einem Jahr verbrauchen. Durch die Umstellung auf Energiesparlampen können in der EU bis 2020 mehr als 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
Die Verordnung sorgt dafür, dass die ineffizienten herkömmlichen Glühlampen bis 2012 schrittweise aus den Regalen des Handels verschwinden. Sie stellt auch bei anderen Haushaltslampen Anforderungen an die Effizienz sowie an weitere Gebrauchseigenschaften wie die Lebensdauer. Die Anforderungen erfüllt neben einem Teil der Kompaktleuchtstofflampen auch ein Teil der Halogenglühlampen und der LED-Lampen. Minderwertige Lampen sollen so vom Markt verschwinden und die Qualität des Angebotes für die Verbraucherinnen und Verbraucher steigen. Glühlampen zu hamstern, ist also gar nicht nötig. Es belastet nur Umwelt und Haushaltskasse.
Nicht überall reagieren die Verbraucherinnen und Verbraucher gleich. Während in Deutschland der Absatz von Glühlampen im ersten Quartal 2009 um 17 Prozent stieg, sank er nach Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Frankreich um 8,6 Prozent, in Großbritannien um 22,5 Prozent und in den Niederlanden sogar um 34,5 Prozent.
Ein neues Register gibt Bürgerinnen und Bürgern schnelle Auskunft bei Schadstoffen in der Nachbarschaft. Dazu heißt es in einer gemeinsamen Presseinformation des Umweltbundesamtes und des Bundesumweltministeriums vom 3.6.2009:
Der Beauftrage der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Dr. Hans-Bernhard Beus, lobte das elektronische PRTR als eines der erfolgreichsten E-Government 2.0 Projekte im Handlungsfeld Prozessketten: „Die frühe Einbeziehung der Wirtschaft und die konsequente Umsetzung von Anforderungen an die Datensicherheit sind nur zwei Aspekte, die das elektronische PRTR umsetzt. Das PRTR gehört seit 2008 zu den Leuchtturm-Projekten der neuen IT-Strategie der Bundesregierung und wird durch das BMI bzw. die Bundesregierung auch finanziell gefördert.“
Für das neue Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister PRTR berichten über 4.000 Unternehmen ab sofort jährlich ihre Daten zu Schadstoffemissionen in Luft, Wasser und Boden sowie über den Verbleib des Abfalls und des Abwassers. Verpflichtet dazu sind große Industriebetriebe und andere Organisationen, etwa aus der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, aber auch die Intensivtierhaltungen und große Kläranlagen. Die berichtspflichtigen Unternehmen übermitteln jährlich ihre Daten online in der neuen Erfassungssoftware BUBE-Online (Betriebliche Umweltdatenberichterstattung) an die zuständigen Behörden. Die Länder prüfen diese Daten, leiten sie an das UBA weiter, das die Informationen aufbereitet und in der neuen Internetplattform www.prtr.bund.de aktualisiert
Der Aufbau und Betrieb des Schadstoffregisters basiert auf einem internationalen Abkommen der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE), das Deutschland und 35 weiteren Staaten unterzeichnet haben, sowie der EU-Verordnung über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters (E-PRTR-Verordnung) vom 18. Januar 2006. Deutschland hat diese Verordnung mit dem Gesetz zur Ausführung des Protokolls über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister vom 21. Mai 2003 sowie zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 (SchadRegProtAG) am 6. Juni 2007 in nationales Recht umgesetzt.
Das Informationszentrum Mobilfunk e.V. berichtet in einer Pressemitteilung vom 4.6.2009 wie sich Mobiltelefone umweltgerecht entsorgen lassen. In der Meldung heißt es:
Was nicht alle wissen: Seit Inkrafttreten des Elektro- und Elektronikgesetzes(ElektroG) im März 2006 ist es verboten, Mobiltelefone im Hausmüll zu entsorgen. Stattdessen sind Verbraucherinnen und Verbraucher verpflichtet, alte Elektrogeräte an zentralen Sammelstellen abzugeben. Von dort gehen die Geräte an die Hersteller zurück, die den Elektroschrott kostenlos und umweltgerecht entsorgen.
Unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben nehmen die deutschen Mobilfunknetzbetreiber schon seit 2002 Handys und Zubehör zurück. Zur Rückgabe können Verbraucher Versandumschläge bei den Netzbetreibern anfordern, mit denen sie das Mobiltelefon portofrei einsenden können. Wer sein Gerät in den Filialen abgibt oder per Post an den Mobilfunkanbieter schickt, kann gleichzeitig etwas Gutes tun. Denn die Netzbetreiber unterstützen verschiedene Umweltorganisationen, Kinderhilfsprojekte und andere soziale Einrichtungen mit einer Spende für jedes abgegebene Handy.
Außerdem bestehen selbst defekte Mobiltelefone aus wertvollen Rohstoffen. Ungefähr 80 Prozent der verwendeten Materialien im Handy können wieder aufbereitet werden. So werden Edelmetalle, Kupfer und Kunststoffe aus den Geräteelementen zurück gewonnen. Bei einem Drittel der Mobilfunktelefone funktionieren sogar noch die Chipteile.
Das Umweltbundesamt wollte wissen, wie es um den Umweltschutz in Deutschland steht. Die von dem Amt in einer Pressemitteilung vom 29.5.2009 veröffentlichten Daten sehen nicht nur schlecht aus.
Wie entwickelt sich der Umweltschutz in Deutschland? Das gerade aktualisierte Umwelt-Kernindikatorensystem (KIS) des Umweltbundesamtes (UBA) gibt Antwort darauf. Mehr als 50 Indikatoren beschreiben den Zustand der Umwelt und zeigen, wo die Umweltpolitik erfolgreich und wo noch mehr zu tun ist.
Gute Noten erhält Deutschland für das Jahr 2008 beim Klimaschutz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zudem ist die Energie- und Ressourcenproduktivität gestiegen. „Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen“, sagt UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann. So muss Deutschland - trotz der verbesserten Energie- und Rohstoffproduktivität - den absoluten Energie- und Rohstoffverbrauch weiter senken, der Verkehrssektor muss nachhaltiger werden und auch bei der Luftreinhaltung sind die Erfolge für das Erreichen eines hohen Niveaus zum Schutz der Gesundheit und zum Erhalt der biologischen Vielfalt noch mit weiteren großen Anstrengungen verbunden.
Auch bei der Verringerung der Flächeninanspruchnahme und dem Ausbau des ökologischen Landbaus hat Deutschland seine Ziele noch nicht erreicht.
Hier einige konkrete Ergebnisse für eine erfreuliche Entwicklung des Umweltschutzes:
- Die Treibhausgasemissionen gingen von 1990 bis 2008 um 23,3 Prozent zurück. Das Minderungsziel für Deutschland bis zum Jahr 2012 von 21 Prozent, bezogen auf das Jahr 1990, ist somit bereits vorfristig erreicht.
- Der Beitrag der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zur gesamten Strombereitstellung betrug 2008 rund 14,8 Prozent. Das Ziel für 2010 von 12,5 Prozent ist somit übertroffen.
- Die Energieproduktivität erhöhte sich von 1990 bis 2008 um 40,7 Prozent. Hier sind weitere Anstrengungen notwendig, um das Ziel der Verdoppelung im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu erreichen.
- Die Rohstoffproduktivität stieg zwischen 1994 und 2007 um 35,4 Prozent - bei einem rückläufigen Materialeinsatz um minus 9,7 Prozent und einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 22,3 Prozent. Die Entwicklung des Indikators ist positiv, aber das Tempo reicht für das gesetzte Ziel der Verdopplung gegenüber 1994 noch nicht aus.
- Gegenüber 1990 sank der Luftschadstoffindex der Emissionen bis 2007 um 56 Prozent auf 44 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung liegt bei 30 Prozent bis zum Jahr 2010. Auch hier sind noch weitere Maßnahmen erforderlich, um das avisierte Ziel zu erreichen.
Besondere Anstrengungen sind weiterhin in diesen Bereichen erforderlich:
- Von 1999 bis 2006 sank die Transportintensität des Personenverkehrs auf 95,6 Prozent. Die Transportintensität des Güterverkehrs stieg dagegen auf 114 Prozent. Das Tempo der Entkoppelung von Personentransportintensität und Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) ist noch zu gering. Bei der Gütertransportintensität findet sogar – im Hinblick auf das Ziel - eine gegenläufige Entwicklung statt.
- 2007 werden in Deutschland 5,1 Prozent der Anbaufläche nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das 20-Prozent-Ziel der Bundesregierung ist noch in weiter Ferne.
- Seit 1991 gingen die Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen um insgesamt 20 Prozent zurück. Angesichts eines Überschusses von immer noch über 100 Kilogramm pro Hektar reicht die bisherige Stickstoffeffizienz nicht aus, um das Ziel von 80 Kilogramm pro Hektar bis 2010 zu erreichen.
- Die tägliche Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ist im Zeitraum von 1992 bis 2007 von 120 Hektar pro Tag auf knapp unter 100 Hektar pro Tag zurückgegangen. Bis 2020 soll der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 Hektar pro Tag sinken. Von diesem Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind wir noch weit entfernt.
- Die Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert und beträgt immer noch 70 Prozent des Ziels der Bundesregierung für 2015. Das Ziel ist ohne erhebliche zusätzliche Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen in möglichst allen Politikfeldern nicht erreichbar.
Umweltindikatoren sind ein wichtiges Instrument für eine Erfolgskontrolle der Umweltpolitik. Bei der Sammlung der Daten arbeitet das UBA eng mit anderen Bundesbehörden zusammen - etwa dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bundesamt für Strahlenschutz sowie dem Statistischen Bundesamt.
Mit der Aktualisierung des Indikatorensystems gestaltete das UBA gleichzeitig auch den Internetauftritt der „Daten zur Umwelt – Umweltzustand in Deutschland“ übersichtlicher und nutzerfreundlicher. Neue Funktionen ermöglichen den Nutzerinnen und Nutzern, Querverweise zu Hintergrundinformationen, zu verwandten Umweltthemen sowie zu weiterführenden Links und Literaturhinweisen zu erhalten.
Das Umwelt-Kernindikatorensystem des UBA finden Sie unter http://www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt/umwelt-kernindikatoren.
Die „Daten zur Umwelt“ stehen unter www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt zur Verfügung.
„Mit Zitronen gehandelt: Nicht jeder Naturstoff in Reinigern ist gesund und umweltfreundlich“ – so die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 8.5.2009 in der es weiter heißt:
Etwa 450.000 Tonnen Reinigungsmittel wandern jährlich über die deutschen Ladentheken – davon etwa 250.000 Tonnen Geschirrspülmittel und etwa 200.000 Tonnen Haushaltsreinigungsmittel. Bei einigen Produkten werben die Hersteller mit der Verwendung natürlicher Rohstoffe – wie Orangenöl oder Zitrusöl. Auch manche Naturstoffe können jedoch Kontaktallergien auslösen oder schädlich für die Umwelt sein.
„Was wir als natürlich ansehen, muss für die Gesundheit und die Umwelt nicht gleich besonders gut sein. Auf Nummer sicher geht man deshalb, wenn man Reinigungsmittel verwendet, die auf ihre Gesundheits- und Umweltwirkung geprüft sind“, sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA).
Viele Naturstoffe aus Pflanzen – besonders ätherische Öle – dienen in der Natur dazu, Fressfeinde oder Mikroorganismen abzuwehren. Derartige Stoffe sind in vielen Fällen gesundheitsschädlich und nicht umweltverträglich.
Ein typisches Beispiel für diese Problematik stellt das häufig in Reinigungsmitteln verwendete Zitrusöl dar, welches auch die Stoffe Limonen und Citral enthält. Limonen ist ein Gefahrstoff, der als sensibilisierend und als umweltgefährlich eingestuft ist. Es kann somit Allergien auslösen und ist sehr giftig für Wasserorganismen. Citral ist als Stoff sensibilisierend und kann somit ebenfalls Allergien auslösen.
Wer nicht nur Wert auf große Sauberkeit legt, sondern auch an seine Gesundheit und die Umwelt denkt, sollte daher folgendes beachten: Für ein gutes Putzergebnis und um Umweltbelastungen zu mindern, sollte man beim Einkauf zu Produkten greifen, die strengen Anforderungen hinsichtlich der Umwelt und Gesundheitsverträglichkeit bei den eingesetzten Rohstoffen unterliegen.
Das europäische Umweltzeichen etwa zeichnet solche Produkte aus. Ein im Umweltzeichen geforderter Nachweis der Reinigungsleistung garantiert zusätzlich ein sauberes Ergebnis. Das EU-Umweltzeichen gibt es derzeit für Allzweck- und Sanitärreiniger, Hand- und Maschinengeschirrspülmittel sowie für Waschmittel.
Noch ein paar Tipps zum Reinigen im Haushalt:
- Allzweckreiniger sind für fast alle Reinigungsarbeiten und alle wischbeständigen Oberflächen geeignet. Sie beseitigen besonders gut Fettschmutz.
- Im Sanitärbereich reicht regelmäßiges Reinigen mit Sanitärreinigern auf Basis der Zitronensäure völlig aus, um Kalk und Schmutz zu beseitigen. Desinfizierende Mittel sind hier in der Regel überflüssig.
- In der Küche greifen Umweltbewusste zu Spülmittel, Scheuermilch oder Allzweckreiniger.
- Herd oder Backofen werden am besten sauber, wenn man den Schmutz sofort von der noch warmen Oberfläche entfernt.
- Beim Fensterputzen hilft statt eines speziellen Glasreinigers auch Wasser mit einem Schuss Spülmittel. Ein Fensterabzieher oder ein Fensterleder sorgen für streifenfreien Glanz.
25 Tipps zum umweltschonenden Waschen und Reinigen finden Sie unter http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/waschmittel/tipps.htm.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat seinen Ratgeber zur Wärmedämmung aktualisiert. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 23.4.2009:
Welche Baustoffe und Bauteile helfen, den Energieverbrauch zu drosseln? Für welche Teile des Hauses sind sie geeignet und was kosten sie? Der aktualisierte Ratgeber „Wärmedämmung“ der Verbraucherzentralen liefert alle wichtigen Informationen rund um die wichtigsten Dämmstoffe. Auf 192 Seiten erfährt der Leser alles, was er wissen muss. Erklärt werden Begriffe wie zum Beispiel Wärmeleitfähigkeit oder Feuchteverhalten.
Wenn die Lage des neuen Hauses feststeht, Fassade und Fenster ausgewählt sind und wenn klar ist, welche energiesparenden Baustoffe und Bauteile verwendet werden, dann stellt sich die Frage nach dem richtigen Dämmstoff.
Wer beim Hausbau Energie sparen und die Umwelt schonen will, kommt um eine gute Wärmedämmung nicht herum. Die Dämmstoff-Steckbriefe bieten alle wichtigen Daten zu Herstellung, Gebrauch, Beseitigung, Druckfestigkeit, Temperaturzahl, Wärmespeicherzahl und Kosten zu den unterschiedlichen Dämmstoffen - seien es pflanzliche, mineralische, synthetische oder tierische Stoffe wie Wolle.
In einem Extra-Kapitel geht es um den richtigen Wärme-, Feuchte- und Brandschutz. Und es wird die Luftdichtigkeit bei einzelnen Bauteilen erklärt – von der Bodenplatte bis zum Dach. Auch hier werden Beispiele gegeben und technische Daten und Preise genannt. Ein ausführliches Glossar im Anhang erläutert alle Fachbegriffe - von der BAT-Liste bis zur Wärmespeicherzahl.
Der Ratgeber "Wärmedämmung" kann zum Preis von 12,40 Euro inklusive Versand- und Portokosten gegen Rechnung bestellt werden beim Versandservice des vzbv, Heinrich-Sommer-Str. 13, 59939 Olsberg, Tel: 0 29 62 – 90 86 47, Fax: 0 29 62 – 90 86 49; eMail: versandservice@vzbv.de
Die deutsche Energieagentur dena hat einen Ratgeber für energieeffizientes Bauen veröffentlicht. Dazu heißt es unter der Überschrift „Wegweiser von der Planung über das Bauen bis hin zum modernen Effizienzhaus“ in einer Pressemitteilung vom 15.4.2009:
Wer heute ein Haus baut, sollte auf einen möglichst geringen Energiebedarf achten. Schließlich sollen die Heizkosten auch noch in 20 Jahren bezahlbar sein. Der neue Ratgeber "Bauen für die Zukunft" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) zeigt privaten Bauherren, worauf es beim Bau eines zukunftssicheren effizienten Hauses ankommt.
Anhand von konkreten Beispielen werden unterschiedliche Energiestandards beschrieben und ihre technischen Details nachvollziehbar erläutert. Zudem beantwortet der Ratgeber die wichtigsten Fragen, die man sich schon vor dem ersten Spatenstich stellen sollte: Wie sollte das Grundstück bestenfalls ausgerichtet sein, welche Gebäudeform sorgt später für geringere Heizkosten?
Auf was ist bei der Wärmedämmung zu achten und welche Heizungsanlagen ist die energetisch beste für das neue Eigenheim? Fragen, auf die der Ratgeber "Bauen für die Zukunft" mit anschaulichen Bildern und leicht verständlichen Texten Antworten gibt.
Der Ratgeber "Bauen für die Zukunft" kann auf der dena-Internetseite www.zukunft-haus.info/publikationen bestellt werden.
Unter dem Titel „Grüne Informationstechnik: ökologisch und ökonomisch überlegen“ hat das Umweltbundesamt eine neue Broschüre mit Verbraucher-Tipps veröffentlicht. In einer Pressemitteilung vom 2.3.2009 heißt es dazu:
Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ist das Rückgrat einer modernen Volkswirtschaft. Aber: Die Digitalisierung der Haushalte und Büros sowie das Internet verursachen einen erheblichen Strom- und Materialverbrauch. Allein in Deutschland sind rund zehn Kraftwerke nötig, um den Strombedarf der ITK in unseren modernen Haushalten zu decken.
Ob Digitalkamera, Notebook, Spielkonsole, Handy oder Plasma-Fernseher, die ITK verursachte im Jahr 2007 rund 33 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid (CO2) und damit mehr als der gesamte deutsche Luftverkehr.
„Die Informations- und Kommunikationstechnik ist ein Wachstumsmarkt – und zwar auch beim Ausstoß klimaschädlicher Gase. Deshalb ist Klimaschutz hier besonders wichtig“, sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA).
Zum Start der Computermesse CeBIT in Hannover informierte das UBA in einer kostenlosen Verbraucher-Broschüre über Tipps und Kniffe beim Kauf energiesparender Computer, dem grünen Surfen und der umweltgerechten Aufrüstung alter Geräte.
Computer mit gleicher Rechenleistung und Ausstattung verbrauchen leider oft unterschiedlich viel Energie. Wie bei Autos gibt es sowohl große Schlucker als auch Energiesparer. „Nicht nur Gigabyte und Pixel-Zahl sind beim Computerkauf entscheidend – auch auf den Energieverbrauch kommt es an.
Jede Neuanschaffung legt den Energieverbrauch oft über Jahre fest. Wer beim Kauf genau hinschaut, wird belohnt“, erklärt Holzmann. Ein sehr effizienter Computer spart gegenüber einem ineffizienten Gerät zwischen 50 und 70 Prozent Strom. Dabei müssen sparsame Geräte nicht teurer sein als ineffiziente.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten auch darauf achten, dass die neuen Geräte ihren individuellen Anforderungen entsprechen. Größer, schneller, stärker – kaum jemand will technisch zurückbleiben, wenn die neuen Geräte auf den Markt kommen. Aber: Was für die tatsächliche Nutzung überdimensioniert ist, braucht mehr Strom als nötig und ist meist teurer in der Anschaffung. „Und wer einen Rechner nur für Textverarbeitung und das Surfen nutzt, brauchen sicher keinen Videoschnittplatz“, so der UBA-Vizepräsident.
„Grüne“ Informationstechnik hört übrigens nicht beim Energiesparen auf. Auch der Aufwand zur Herstellung der Geräte ist enorm: Für die Produktion eines einzigen PC samt Monitor sind rund 1.500 Liter Wasser und 23 Kilo verschiedener Chemikalien nötig.
In den elektronischen Bauteilen stecken zudem seltene Metalle wie Gold, Silber, Tantal oder Platin, deren Förderung die Umwelt und die natürlichen Ressourcen belastet. PCs, Handys oder Laptops enthalten zudem Blei, Quecksilber und Cadmium und andere Stoffe, die die Gesundheit schädigen können.
Alte Elektrogeräte gehören daher nicht in den Hausmüll, sondern sind getrennt zu sammeln und zu verwerten. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher ist das völlig kostenlos: Sie können die Geräte bei den Sammelstellen der Städte und Gemeinden zurückgeben.
Die neue Broschüre „Computer, Internet und Co. – Geld sparen und Klima schützen“ steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3725
Eine gedruckte Fassung gibt es kostenlos beim Umweltbundesamt c/o GVP, Postfach 30 0361, 53183 Bonn oder telefonisch zum Ortstarif unter (01888) 305 3355 sowie per E-Mail bei uba@broschuerenversand.de.
Umfrage: Viele Eltern in Deutschland legen großen Wert auf eine natur- und umweltbewusste Erziehung ihrer Kinder. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Wort und Bild-Verlages vom 2.3.2009:
In Deutschlands Familien wird Umweltbewusstsein mehr und mehr groß geschrieben. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von "BABY und Familie" gaben zwei Drittel (68,2 %) der Mütter und Väter minderjähriger Kinder an, sie achteten viel stärker auf umweltbewusstes Verhalten, seit der Nachwuchs auf der Welt sei.
Ein Großteil (75,4 %) spricht mit seinen Sprösslingen regelmäßig über die Natur und wie wichtig es ist, sie zu schützen. Jeder Zweite (49,6 %) macht mit seinem Nachwuchs bei Umweltaktionen mit, sammelt gemeinsam Müll oder Altpapier.
Bei vielen ist Umwelt- und Naturbewusstsein auch fester Bestandteil im Alltagsleben. Über ein Drittel der Mütter und Väter wählt beim Einkaufen bevorzugt regional hergestellte Produkte (37,2 %), verzichtet auf das Auto, wenn Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können (35,4 %) und schränkt den Verbrauch an Warmwasser zugunsten kalten Wassers ein (34,3 %).
Besonderer Wert wird bei vielen Familien aufs Energiesparen gelegt: Die meisten verwenden Energiesparlampen (76,8 %), achten beim Kauf von Elektro-Geräten speziell auf Strom sparende Modelle (74,6 %), versichern sich, dass elektronische Geräte stets vollständig ausgeschaltet und nicht im Standby-Betrieb sind (66,0 %) und lüften ihre Wohnung gezielt energiesparend (70,2 %).
Das Magazin "BABY und Familie" befasst sich in der Ausgabe März 2009 im Titelthema "Die neue grüne Familie - Ökologisch leben und dabei sparen" mit dem Umweltbewusstsein in Familien.
Das Apothekenmagazin "BABY und Familie" 3/2009 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.
„Spritsparen per Mausklick - Viele Autofahrer unterschätzen ihr Spritsparpotenzial - ein Online-Tool bietet Hilfe“ – so die Überschrift einer Meldung der deutschen Energieagentur vom 17.2.2009 in der es weiter heißt:
Wie viel Sprit der eigene Wagen verbraucht, ist fast jedem Autofahrer bekannt. Wie viel davon aber eingespart werden kann, wird oft falsch eingeschätzt. Die Initiative „ich & mein auto“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) bietet daher Pkw-Nutzern mit einem interaktiven Spritsparcheck ab sofort die Möglichkeit, mit wenigen Klicks unter http://www.ichundmeinauto.info ihr individuelles Spritsparpotenzial zu ermitteln.
Neben den Einsparungen gibt das Online-Tool auch konkrete Tipps zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Erst kürzlich hatte eine repräsentative Umfrage der Initiative ergeben, dass nur jeder fünfte Autofahrer das Einsparpotenzial von bis zu 300 Euro jährlich richtig einschätzt.
Die Spritsparpotenziale werden individuell für das eigene Fahrzeug berechnet. Zugrunde gelegt werden entweder die Verbrauchsangaben des Herstellers - ein komfortables Menü erlaubt die exakte Bestimmung des eigenen Modells - oder die eigenen Erfahrungswerte.
Auch das individuelle Nutzungs- und Fahrprofil wird detailliert abgefragt. So erhält jeder Autofahrer schnell und einfach seine ganz persönliche Auswertung, die anschaulich zeigt, mit welchen Mitteln er Spritverbrauch, -kosten und CO2-Emissionen wie stark senken kann. Beispielsweise durch die Nutzung von Leichtlaufreifen und -ölen, die den Verbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren.
Wer effektiv sparen will, sollte auch sein eigenes Fahrverhalten kritisch prüfen. Denn zu spätes Hochschalten und ein hektischer Fahrstil führen schnell zu einem Mehrverbrauch von rund zehn Prozent. Zeigt der Spritsparcheck hier Verbesserungspotenzial, empfiehlt sich der Besuch eines Spritspartrainings.
Das Training mit einem speziell geschulten Fahrlehrer geht ganz individuell auf den Fahrstil des Teilnehmers ein und bringt ihm insbesondere die wichtigsten Regeln des Sprit sparenden und vorausschauenden Fahrens bei. Die Initiative „ich & mein auto“ der dena hilft mit einer Datenbank im Internet bei der Suche nach einem geeigneten Fahrtrainer.
Weitere Informationen und Tipps zum Spritsparen und eine Datenbank mit qualifizierten Spritspartrainern bietet die Initiative unter der Internetadresse http://www.ichundmeinauto.info oder über die kostenlose Energie-Hotline: 08000 736 734.
„ich & mein auto“ ist eine Aktionsplattform für die effiziente Pkw-Nutzung. Sie wird von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und Partnern aus der Wirtschaft getragen sowie durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
„Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Chemikalien“ heißt es in einer Meldung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vom 9.1.2009 zur Entwicklung einer neuen Ökotinte, welche von der DBU mit rund 78.000 Euro gefördert wird. Unter der Überschrift „Schont Umwelt und Gesundheit: Öko-Tinte für die Industrie“ lesen wir:
Das Kleingedruckte hat es oft in sich. Die Haltbarkeitsdaten und Chargennummern auf Lebensmittelverpackungen werden mit Industrietinte gedruckt. Diese chemischen Mixturen können giftige und reizende Stoffe enthalten, die bei der Produktion Umwelt und Gesundheit belasten.
Das Druckfarben-Unternehmen prometho aus Bonefeld zeigt jetzt, dass industrielle Tinte in keinem Fall ökologisch und gesundheitlich bedenklich sein muss. Seine neu entwickelte Industrietinte soll nahezu vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Ein deutschlandweit einmaliges Projekt. "Für die Lebensmittelbranche könnte hier eine Lücke geschlossen werden", stellt der Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Franz-Georg Elpers, fest. Die DBU fördert die Entwicklung mit rund 78.000 Euro.
"Lösemitteldämpfe steigen durch Wärme und Luftzirkulation in den Produktionsstätten auf. Die Gesundheit der Arbeiter, die diese Dämpfe einatmen, kann dabei gefährdet sein", so Elpers. Statt problembelasteter Chemikalien sind nun natürliche Harze, Zellulose oder Zitronensäure die Zutaten der neuen Ökotinte. "Bedenkliche synthetische Bestandteile kommen uns nicht in die Tüte, beziehungsweise in den Drucker", bekräftigt prometho-Geschäftsführer Jens-Christoph Hoffmann.
Vor allem die Lebensmittelindustrie stelle in Sachen Druck besondere Anforderungen: die Tinte müsse nicht nur störungsfrei in den verschiedenen Druckern betrieben werden können oder auf besonders glatten und belastbaren Oberflächen haften, sondern auch schnell trocknen. "Ohne Berührung und in Sekundenschnelle werden nämlich die Informationen auf unterschiedliche Verpackungen gebracht", so Hoffmann. Die neue Druckflüssigkeit aus nachwachsenden Rostoffen solle diese extremen Ansprüche erfüllen.
Hoffmann: "Die umweltfreundliche Öko-Tinte ist sehr vielfältig." Überall dort, wo Chargennummern gedruckt werden, könne sie künftig zum Einsatz kommen. Und das nicht nur beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen: Glas, Kunststoff, Kabel, elektrische Bauteile, Autoteile - "Wir machen vor keiner Anwendung Halt", sagt der Tinten-Experte.
"Mit der Entwicklung dieser Industrietinte sollen die Umwelt und die Gesundheit während der Produktion weitestgehend verträglich und nachhaltig entlastet werden", sagt Elpers. Zudem entspreche die unbedenkliche Tinte den extremen Anforderungen synthetischer Industrietinte. "Eine ökologische und neue Alternative für viele Sektoren soll hier gefunden werden."
Das Umweltbundesamt hat zusammen mit dem Bundesumweltministerium am 16.1.2009 eine Presseerklärung zum ersten Umweltwirtschaftsbericht vorgelegt. Unter der Überschrift „Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger“ heißt es:
Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt haben heute den ersten Umweltwirtschaftsbericht veröffentlicht. Die gemeinsame Publikation zeigt die enge Verknüpfung zwischen Ökologie und Ökonomie und die neue Rolle der Umweltpolitik. „Der Umweltwirtschaftsbericht hilft, die Diskussionen um das Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft zu versachlichen. Angesichts der doppelten Herausforderung durch Wirtschafts- und Klimakrise brauchen wir gerade jetzt solide und klare Entscheidungsgrundlagen für eine ökologische Industriepolitik“, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger. Mehr als 5 Prozent der Industriegüterproduktion in Deutschland entfielen 2007 auf Umweltschutzgüter. Deutschland ist beim Handel mit Umweltschutzgütern Weltspitze. Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder: Die Umweltjobs boomen: Fast 1,8 Millionen Menschen finden in Deutschland hier Brot und Arbeit, mit weiter steigender Tendenz.
Der Bericht belegt, dass sich Umweltschutz auszahlt – gerade auch angesichts langfristig steigender Energie- und Rohstoffpreise sowie der großen Bedeutung der Energie- und Materialkosten im verarbeitenden Gewerbe.
Umweltschutzanforderungen machen Unternehmen innovativer und damit fit für die Zukunft. Und Umweltschutz ist volkswirtschaftlich eine lohnende Investition. Denn er verringert Umweltschäden, deren Kosten die Gesellschaft ansonsten zu tragen hätte.
So erreichen beispielsweise die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz vermiedenen Umweltschäden bereits heute die gleiche Größenordnung wie die zusätzlichen Kosten für die Volkswirtschaft. In rund zehn Jahren wird der Nutzen doppelt so groß sein wie die Zusatzkosten.
In den Märkten der Zukunft eröffnen sich für innovative Unternehmen gewaltige Chancen. Damit deutsche Unternehmen weltweit und dauerhaft erfolgreich sein können, müssen sie in ihren Unternehmensstrategien berücksichtigen, dass die Ökologie zur Ökonomie des 21. Jahrhunderts wird. Umweltpolitik ist heute auch Innovationspolitik, Investitionspolitik, Beschäftigungspolitik und vorausschauende Standortpolitik.
„Umwelt und Wirtschaft sind kein Gegensatz – wer auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich sein will, muss sich frühzeitig auf neue Herausforderungen wie den Klimaschutz und knapper werdende natürliche Ressourcen einstellen. Die Umweltpolitik muss diesen Prozess beschleunigen, indem sie Umweltinnovationen fördert und Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten umweltfreundlicher Produkte und Techniken beseitigt“, so der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge.
Der „Umweltwirtschaftsbericht 2009“ ist im Internet unter http://www.bmu.de oder auch http://www.uba.de zu finden.
„Ausgeglüht: Glühlampen-Verbot gibt Signal zum Stromsparen. Dena empfiehlt, sofort auf Energiesparlampen umzusteigen“ – so die Überschrift einer Erklärung der Deutschen Energieagentur vom 9.12.2008 in der es weiter heißt:
Die gestrige Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten, Glühlampen bis 2012 schrittweise vom Markt zu nehmen, gibt laut Deutscher Energie-Agentur GmbH (dena) ein wichtiges Signal zum Stromsparen. Denn Glühlampen verbrauchen unnötig viel Strom und können heute einfach durch effizientere Produkte wie Energiesparlampen oder so genannte LED (Licht emittierende Dioden) ersetzt werden.
Energiesparlampen senken den Stromverbrauch um bis zu 80 Prozent und werden für alle gängigen Lampenformen und Lichtfarben angeboten. Wer beispielsweise von einer 60-Watt-Glühlampe auf eine ebenso helle 11-Watt-Energiesparlampe umsteigt, spart über die Lebenszeit der Energiesparlampe schon fast 100 Euro* Stromkosten.
"Wer Geld und Energie sparen will, sollte nicht warten bis das Verbot in Kraft tritt, sondern sofort mit dem Austausch der Lampen beginnen", sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler.
Die Internetseite www.stromeffizienz.de der Initiative EnergieEffizienz hilft Verbrauchern, für jede Glühlampenform und -leistung einen passenden Ersatz zu finden. Ein interaktiver Kosten-Check rechnet aus, wie viel Geld der Austausch der Glühlampen gegen Energiesparlampen spart. Weitere Informationen rund um das Thema Stromeffizienz im Haushalt bietet auch die kostenlose Energie-Hotline unter 08000 736 734.
Die von der EU-Kommission vorgelegte und den EU-Mitgliedsstaaten beschlossene Verordnung sieht vor, bereits ab September 2009 alle Glühlampen mit matten Glaskolben sowie 100-Watt-Glühlampen mit klaren Glaskolben aus den Regalen zu verbannen.
Schrittweise sollen dann - abhängig vom Stromverbrauch - weitere Glühlampenmodelle vom Markt genommen werden, bis sie im Jahr 2012 bis auf wenige Spezialanwendungen vollständig verboten werden. Bevor die Mitgliedsstaaten das Glühlampenverbot umsetzen können, müssen das EU-Parlament und der EU-Rat noch zustimmen.
Die Verordnung gehört zu einer Reihe von Gesetzesinitiativen, mit denen die EU den Energieverbrauch und damit auch den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase in Europa reduzieren möchte.
Die Initiative EnergieEffizienz wird von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und den Unternehmen der Energiewirtschaft - EnBW AG, E.ON AG, RWE AG und Vattenfall Europe AG - getragen und gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
Der „Blaue Engel“ setzt künftig stärker auf den Klimaschutz. Dazu heißt es in einer gemeinsamen Presseinformation der Jury Umweltzeichen und des Bundesumweltministeriums vom 19.11.2008:
Der Blaue Engel setzt künftig stärker auf den Klimaschutz: Ab Beginn des kommenden Jahres wird das älteste und bekannteste Umweltzeichen der Welt auch besonders energiesparende und klimafreundliche Waren und Dienstleistungen kennzeichnen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern damit eine bessere Orientierung beim Kauf liefern.
Zunächst soll es das neue Zeichen für zehn besonders verbrauchernahe Produktgruppen mit hoher Klimarelevanz geben, wie Kühlschränke und Waschmaschinen sowie Fernsehgeräte und Espressomaschinen. Die Vergabekriterien werden derzeit erarbeitet.
Im Laufe der kommenden drei Jahre sollen bis zu 90 weitere wichtige Produktgruppen hinzukommen. Damit die Verbraucherinnen und Verbraucher die besten Produkte hinsichtlich des Klimaschutzes noch leichter erkennen können, wird dies auch im Logo des Blauen Engel kenntlich gemacht.
„Es ist nur konsequent und richtig, dass wir auf ein bewährtes Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem, nämlich den Blauen Engel, zurückgreifen. Über 80 Prozent der Deutschen kennen das Umweltzeichen, knapp 900 Unternehmen nutzen es. Besser können die Ausgangsbedingungen für ein Klimazeichen nicht sein“, sagte Prof. Dr. Edda Müller, die den Blauen Engel vor 30 Jahren mitkonzipierte und heute stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen ist.
Jutta Penning, Leiterin des Fachbereichs „Umweltverträgliche Technik“ im Umweltbundesamt betonte: „In den letzten drei Jahrzehnten prägte der Blaue Engel die produktbezogene Umweltpolitik in Deutschland maßgeblich. Weil nur die aus Umweltschutzsicht besten Produkte das begehrte Zeichen bekommen können, löste dies in der Wirtschaft immer wieder einen Wettbewerb um Innovationen aus. Dieser Top-Runner-Ansatz macht den Blauen Engel auch für die Zukunft so bedeutend.“
Top-Runner – also besonders effiziente Spitzengeräte – sind in vielen Produktgruppen bereits heute auf dem Markt verfügbar. Hersteller und Händler bewerben sie jedoch oft nicht angemessen, und Verbraucherinnen und Verbraucher fragen diese Produkte nur unzureichend nach. Mit einer stärkeren Marktdurchdringung effizienter Geräte kann Energie eingespart und damit die Freisetzung klimaschädlicher Gase vermindert werden. Das neue Klimaschutzzeichen zeigt den Verbraucherinnen und Verbrauchern, welche Produkte besonders energiesparend und klimafreundlich sind.
Mehr Informationen rund um das neue Klimaschutzzeichen liefert das Informationspapier „Umweltzeichen und Klimaschutz ? Perspektiven für den Blauen Engel“, das im Internet unter http://www.bmu.deund http://www.uba.dein einer Kurz- und einer Langfassung zum Download bereit steht.
Weitere Informationen zum Blauen Engel gibt es unter der Internetadresse www.blauer-engel.de.
Nicht jeder Brennstoff darf in Kamin oder Kachelofen warnt das Umweltbundesamt in einer Meldung vom 14.11.2008 in der es unter der Überschrift „Verbraucher-Tipps zum klimafreundlichen Heizen weiter heißt:
Wer mit Holz heizt, schont das Klima, denn bei der Verbrennung von Holz entsteht nur soviel Kohlendioxid, wie die Bäume vorher beim Wachstum gebunden haben. Aber: Besonders bei nicht optimaler, unvollständiger Verbrennung und beim Einsatz falscher Brennstoffe stoßen Holzheizungen große Mengen gefährlicher Luftschadstoffe aus – zum Beispiel gesundheitsschädlichen Feinstaub oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.
Mit qualitativ hochwertigem Holz, einer technisch einwandfreien Heizung und einer sparsamen Nutzung lassen sich die Emissionen der Holzöfen und -kessel entscheidend senken. Alles Wissenswerte rund um Kamin- oder Kachelofen erläutert der kostenlose Ratgeber „Heizen mit Holz“ des Umweltbundesamtes (UBA).
Welche Brennstoffe in Kaminöfen, Kachelöfen und ähnlichen Anlagen erlaubt sind, legt die „Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen“ (1. BImSchV) fest. Erlaubt sind bei Anlagen mit festen Brennstoffen naturbelassenes Scheitholz, Holzbriketts/-pellets sowie Braun- und Steinkohle.
Vielfach bietet der Brennstoffhandel daneben sogenannte Paraffin-Brennscheite an. Diese quaderförmigen Blöcke bestehen in der Regel aus einer Mischung aus Sägespänen und einer erheblichen Menge Paraffin. In Kamin- und Kachelöfen und ähnlichen Anlagen die unter die 1. BImSchV fallen, sind diese nicht erlaubt.
Wer dennoch Brennscheite mit hohen Paraffinanteilen in seinem Ofen verbrennt, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern kann sich weitere Probleme einhandeln - zum Beispiel mit den Nachbarn: Der Staubausstoß eines Kaminofens, der mit Paraffinbrennscheiten betrieben wird, kann bis zu acht Mal so hoch sein, wie bei der Verbrennung trockenen Scheitholzes. Auch Sicherheitsprobleme sind nicht auszuschließen.
Wer das Klima schonen möchte, sollte – neben der Wahl des richtigen Brennstoffs – die folgenden Tipps beachten:
• Alte Feuerungsanlagen raus: auf moderne, emissionsarme Anlagentechnik setzen – zum Beispiel auf Pellet-Heizungen, die das Umweltzeichen „Blauer Engel“ tragen.
• Die Anlage richtig bedienen: zügig anheizen und sich bei Menge und Art des Brennstoffes nach den Ratschlägen der Hersteller richten.
• Die Anlage regelmäßig warten: Zumindest vor Beginn jeder Heizperiode sollte ein Fachbetrieb die Anlage gründlich inspizieren.
Der Ratgeber „Heizen mit Holz“ steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3151.pdf.
Mit Erdgas betriebene Motorräder schonen die Umwelt und den Geldbeutel. Unter der Überschrift „Erdgas-Bike fährt 100 km für nur drei Euro“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Universität Bayreuth vom 22.10.2008:
Ein an der Universität Bayreuth entwickeltes Erdgas-Motorrad erhielt nun die Zulassung des TÜV. "Es ist schadstoffärmer als das Ausgangs-Motorrad, auf dessen Basis es gebaut wurde", berichtet Susanne Knye vom Initiativkreis Erdgas als Kraftstoff in Bayern (IEK Bayern).
Das zweirädrige Erdgasfahrzeug aus Oberfranken ist das erste Motorrad der oberen Leistungsklasse, das Erdgas tanken kann. Wenn er an der Tankstelle die Erdgaszapfsäule anfahre, ernte er oftmals ungläubige Blicke, erzählt Andreas Dörnhöfer, einer der "Väter" des rassigen Bikes. Noch größer werde das Staunen beim Bezahlen, "denn die Befüllung der Erdgastanks kostet nur rund zwei Euro".
Mit dieser Summe lassen sich etwa 60 bis 80 Kilometer zurücklegen. "100 Kilometer kosten also rund drei Euro", so Dörnhöfer, der am Lehrstuhl für Konstruktionslehre und CAD von Professor Frank Rieg forscht. Da der Benzintank vollständig erhalten wurde, beträgt die Gesamtreichweite über 400 Kilometer.
Zu zeigen, was mit Erdgas alles möglich ist, war für die Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs- GmbH Motivation für die Unterstützung des ehrgeizigen Vorhabens. Der lokale Energieversorger setzt stark auf den Kraftstoff Erdgas, dessen vielfältige Potenziale er noch bekannter machen will.
Fahren mit Erdgas ist extrem sparsam, schont die Umwelt und trägt zum Klimaschutz bei. Das Erdgas-Motorrad der Premiumklasse aus Bayreuth stößt laut Abgasgutachten im Erdgasbetrieb beispielsweise 78 Prozent weniger Kohlenmonoxid und 28 Prozent weniger Kohlendioxid aus als im Benzinbetrieb. Konstruiert wurde die Maschine als Umbau eines Modells mit einer Leistung von 130 PS (96 kW) und einem Hubraum von 1.171 Kubikzentimetern.
Die Projektingenieure der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften an der Uni Bayreuth hatten die Maschine vor der Präsentation beim TÜV ausgiebig getestet. Dafür wurde eigens ein Prüfstand konstruiert, an dem unter anderem Bergfahrten und der Dauerstress einer langen Autobahnfahrt simuliert werden konnten. Inzwischen hat sich das Erdgas-Bike auch bei zahlreichen Testfahrten auf der Straße bewährt.
Die Zeitschrift natur+kosmos berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über neue Verfahren, mit denen durch Recycling viel Geld verdient werden kann. Unter der Überschrift „Grünes Wirtschaftswunder: Wenn Produkte nicht zu Abfall werden“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 21.10.2008:
Neue Stoffe, Produkte und Verfahren sorgen dafür, dass mit nachhaltigen Ideen viel Geld verdient werden kann, berichtet das Magazin natur+kosmos in seiner Novemberausgabe. Und eine Käuferschicht, die sich zur Lust am grünen Konsum bekennt, sorgt für einen milliardenschweren Markt: bei Kleidung, Lebensmitteln und sogar beim Auto.
So sind die ersten Textilien entwickelt worden, die sich in einen endlosen Kreislauf einfügen - ganz nach dem Vorbild der Natur. Ein BH von Triumph oder ein T-Shirt von Trigema sind vollkommen kompostierbar und Beispiel für ein neues Design-Konzept: "Cradle to Cradle" - von der Wiege bis zur Wiege - heißt das Prinzip, bei dem Materialien ewig in Kreisläufen zirkulieren und Produkte keinen Abfall hinterlassen.
Der Chemiker Michael Braungart, der dieses Prinzip entwickelt hat, prophezeit mit solchen Produkten bereits die nächste industrielle Revolution und eine florierende Wirtschaft ganz ohne Müll. Eine Welt, in der Umweltschützer keinen Verzicht mehr predigen, sondern Verschwendung - weil Produkte nicht zu Abfall werden, sondern zur Nahrung für andere Lebewesen oder zu Komponenten neuer Produkte.
Internationale Konzerne wie Ford, Nike oder Unilever lassen sich inzwischen von dem Chemieprofessor beraten und sehen, dass Nachhaltigkeit Teil des zukünftigen Geschäftserfolgs ist.
Vor wenigen Wochen erst kündigte Unilever an, das gesamte Palmöl, das das Unternehmen für Suppen, Saucen und Eiscremes verwendet, zertifizieren zu lassen, um nicht mit denjenigen in einen Topf geworfen zu werden, die wegen ihrer Gier nach Biosprit den Regenwald vernichten.
Der Atomkraftbetreiber Eon meldete, Windräder im Wert von einer Milliarde Euro bauen zu lassen, um von der weltweiten Nachfrage nach Windenergie zu profitieren. Auftragnehmer ist Siemens. Der Münchener Konzern will in den nächsten Jahren zu einem der weltweit größten Windradbauer werden. Die Unternehmen haben erkannt: Grünes Wirtschaften ist ein Erfolgsrezept.
Wer die Umwelt und seine Geldbörse schonen will, sollten beim Autofahren den Empfehlungen der Deutschen Energie-Agentur folgen. In einer Pressemitteilung der Agentur vom 18.9.2009 heißt es unter der Überschrift „Gang hoch, Kosten runter: Wer richtig fährt, spart über 160 Euro pro Jahr“:
Wer richtig schaltet, vorausschauend fährt und andere einfache Regeln beachtet, kann seinen Spritverbrauch leicht um 10 Prozent pro Jahr senken. Das entspricht bei einem regelmäßig genutzten Mittelklasse-Pkw rund 160 Euro* jährlich. Die Initiative "ich & mein auto" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) fasst die wichtigsten Tipps für spritsparendes Fahren zusammen.
Niedrigtourig fahren: Möglichst früh in den höheren Gang schalten. Das reduziert die Motordrehzahl und damit auch den Spritverbrauch. Hier gilt die Faustregel: Spätestens bei 2000 Umdrehungen in den nächst höheren Gang wechseln. Bei modernen Pkws kann auch im Stadtverkehr schon ab 50 km/h im fünften Gang gefahren werden.
Vorausschauend fahren: Unnötiges Bremsen oder Gas geben verschwendet Energie. Effizient fährt, wer sich dem fließenden Verkehr anpasst. Dazu ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Auto einhalten. Wer auf eine rote Ampel zufährt, sollte den Fuß vom Gas nehmen und je nach Entfernung entweder mit eingelegtem Gang oder im Leerlauf an das Hindernis heran rollen.
Motor aus: Beträgt die Standzeit vor einem Hindernis oder einer Ampel mehr als 20 Sekunden, den Motor abschalten, um unnötigen Spritverbrauch im Leerlauf zu vermeiden. Auch auf das Warmlaufen des Motors kann verzichtet werden. Was früher in der kalten Jahreszeit notwendig war, ist heute dank moderner Technik überflüssig.
Ballast vermeiden: Je schwerer der Wagen, umso mehr Energie muss zur Fortbewegung verwendet werden. Daher: Nur das transportieren, was auch benötigt wird. Gerade nach dem Urlaub sollte außerdem der Dachgepäckträger entfernt werden. Dieser erhöht den Luftwiderstand und auch den Spritverbrauch, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten.
Weitere Informationen und Tipps zum Spritsparen und zur Initiative unter www.ichundmeinauto.info oder bei der kostenlosen Energie-Hotline: 08000 736 734. "ich & mein auto" ist eine Aktionsplattform für die effiziente Pkw-Nutzung. Sie wird von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und Partnern aus der Wirtschaft getragen sowie durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
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Berechnungsgrundlage: Spritpreis von 1,42 Euro pro Liter, Mittelklasse-Pkw mit 15.000 km Jahresfahrleistung.
Umweltschutz und Bio sichern Arbeitsplätze, so eine Meldung des PresseForums BioBranche vom 29.9.2008 in der es weiter heißt:
Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltministeriums beziffert die Zahl der Beschäftigten im Umweltschutz in Deutschland auf 1,8 Millionen Menschen. Zirka 170.000 von ihnen, so Schätzungen des PresseForums BioBranche, arbeiten in den Bereichen der Bio-Branche als Erzeuger, Hersteller, Händler, Dienstleister oder in Verbänden (Stand 31.12.07).
Allein 26.820 zertifizierte Betriebe (Erzeuger, Hersteller und Verarbeiter) von Bio-Lebensmitteln gibt es laut Erhebung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Deutschland. Hinzu kommen die Betriebe und Beschäftigten in den Bereichen Groß- und Einzelhandel, Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung, bei Verbänden und Dienstleistern. Bio-Lebensmittel erreichten 2007 nach Angaben der ZMP einen Inlandsumsatz von 5,45 Milliarden Euro, das entspricht einem Marktanteil von zirka drei Prozent.
Ebenfalls in die Schätzung einbezogen hat das PresseForum BioBranche den Bereich Non-Food. Dazu zählen beispielsweise Anbieter von Naturtextilien und Naturkosmetik, die ebenfalls Bio-Rohstoffe verarbeiten und handeln.
Mit einem Umsatzvolumen von über 600 Millionen Euro hat Naturkosmetik mittlerweile einen Anteil von fast fünf Prozent am Gesamtmarkt für Kosmetik und Körperpflege. Die Bio-Branche gehört gerade in ländlichen Räumen zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die dem Arbeitsmarkt positive Impulse geben können.
„Bio bietet immer mehr Menschen eine Zukunftsperspektive und schafft auf den Ebenen der Erzeugung, der Verarbeitung und des Handels zusätzliche Arbeitsplätze, gerade auch außerhalb der Ballungsräume. Damit tragen die Unternehmen aktiv zur Entwicklung ihrer Region bei und übernehmen eine soziale Verantwortung" sagt Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel e.V.).
Doch die Arbeitsplatzpotenziale werden nicht ausgeschöpft, da trotz guter Entwicklung am Bio-Markt der Bio-Landbau in Deutschland nicht in gleichem Maße wächst. „Seit fünf Jahren geht die Schere zwischen Bio-Marktwachstum und Flächenwachstum immer weiter auf. Damit exportieren wir nicht nur die positiven Umweltleistungen, sondern auch die Arbeitsplätze ins Ausland" kritisiert Thomas Dosch, Präsident von Bioland.
Der WWF hat ein weltweites Wassermanagement gefordert. Unter der Überschrift „185 Liter Wasser in einer Tüte Chips“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 17.8.2008:
Vom 17. bis 23. August 2008 treffen sich Experten, Politiker und Wirtschaftsvertreter in Stockholm zur Weltwasserwoche 2008. "Wassermangel ist eines der drängenden Probleme unserer Zeit und nicht nur eine Frage des reinen Vorhandenseins der Ressource, sondern auch des Zugangs und der Nutzung. Wir brauchen ein weltweites, international koordiniertes Wassermanagement", erklärt WWF-Experte Martin Geiger. "Generell gilt: Wasserverbrauch ist nichts schlechtes, sondern ein ganz natürlicher Vorgang. Wenn jedoch während einer Dürre noch Wasser abgezweigt und verschwendet wird und dann die Fischer stromabwärts ihre Lebensgrundlage verlieren, ist das nicht in Ordnung. Es kommt also drauf an, wann, wo und wie viel Wasser aus der Natur entnommen wird."
Virtuelles Wasser erhöht Pro-Kopf-Verbrauch Doch das ist gar nicht so einfach festzustellen. Der Wasser-Fußabdruck eines jeden Menschen setzt sich nämlich nicht nur aus der Dusche am Morgen, Wäsche waschen und dem Toilettengang zusammen.
Hinter jedem Produkt des alltäglichen Lebens verstecken sich wahre Fluten - und die kommen nicht aus der Wohnortnahen Quelle, sondern je nach Herkunft gar aus Regionen, die unter Wasserknappheit und Dürre leiden.
Unter dem Begriff "Virtuelles Wasser" fassen Experten daher die Menge an sauberem Wasser zusammen, die zur Herstellung eines Produkts verbraucht, verdunstet oder verschmutzt wird. "Die Deutschen haben beim direkten Pro-Kopf-Verbrauch einen sehr guten Durchschnittswert. Zählt man jedoch das Virtuelle Wasser hinzu, schnellt der Fußabdruck eines jeden Bürgers dramatisch nach oben", führt Martin Geiger aus. "Wir haben die Verantwortung, bei dem Import von Produkten auf deren Wasserverbrauch bei der Herstellung zu achten."
Und das ist oft mehr, als zunächst vermutet: Wer hätte gedacht, dass hinter einem normalen Frühstücksei 135 Liter Wasser stecken? Das entspricht in etwa dem Fassungsvermögen einer Badewanne. Wer sein Ei mit einer Scheibe Brot genießen will, muss noch einmal 40 Liter hinzu addieren.
Die Tasse Kaffee schlägt mit 140 Litern zu Buche, für die 10g-Scheibe Käse werden noch einmal 50 Liter berechnet. Und so stecken in einem kleinen Frühstück schon 365 Liter virtuelles Wasser. Das ist jedoch noch wenig im Vergleich zu den 2400 Litern, die für einen Hamburger aus Rindfleisch benötigt werden.
Auch in der Tüte Kartoffelchips (200g) stecken beachtliche 185 Liter Wasser. Ein Computerchip von 2g Gewicht verbraucht im Laufe seiner Herstellung 32 Liter, das Baumwoll-T-Shirt benötigt 4100 Liter und ein Neuwagen verschlingt - durch hohen Rohstoff- und Materialaufwand - 450.000 Liter Wasser.
Verantwortungsvoller Umgang angemahnt Einige Unternehmen haben die mahnenden Zeichen der Zeit erkannt, effektive Wasser-Recyclingsysteme eingeführt und streben ein ambitionierte Wassermanagement an. Doch es besteht weiterhin in vielen Bereichen erheblicher Optimierungsbedarf.
"Es liegt an den Unternehmen bei der Herstellung von Produkten auf einen nachhaltigen und umweltschonenden Wasserverbrauch zu achten", sagt WWF-Wasserexperte Martin Geiger abschließend und fordert zugleich von der Politik: "Regierungen sollen mit gutem Beispiel vorangehen und einen Politikrahmen für verantwortungsvollen Umgang mit Wasser setzen."
Das Umweltbundesamt setzt für einen auch unter Umweltschutzgesichtspunkten gesunden Start ins Leben ein. Unter der Überschrift „Wie die Umwelt auf Säuglinge, ungeborene Kinder und die Fruchtbarkeit wirkt – neue Broschüre für Eltern“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Amtes vom 22.8.2008:
Ungeborene Kinder und Säuglinge reagieren oft anders, in vielen Fällen wesentlich empfindlicher als Erwachsene oder ältere Kinder auf Giftstoffe, Strahlung oder andere Umwelteinflüsse. Manchmal sind sie schädlichen Einflüssen wie Passivrauchen oder schlechter Raumluft besonders stark ausgesetzt.
Was aber können werdende Mütter und junge Eltern zum Schutz des Säuglings oder ungeborenen Kindes konkret tun? Welche Risiken lassen sich leicht vermeiden und wo gibt es weiterführende Hilfe?
Übersichtliche Hinweise etwa zu Schadstoffbelastungen im Haushalt, der großen Bedeutung des Stillens, der Qualität von Babynahrung oder zu sicherem Spielzeug gibt die kostenlose Broschüre „Start ins Leben - Einflüsse aus der Umwelt auf Säuglinge, ungeborene Kinder und die Fruchtbarkeit“.
Sie wird herausgegeben vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), dem Robert Koch-Institut (RKI), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Umweltbundesamt (UBA).
Berichte über Schadstoffe in Kinderspielzeug oder Lebensmitteln, über verschmutzte Luft, strahlende Mobiltelefone oder neue Krankheitserreger infolge des Klimawandels lassen viele Eltern befürchten, dass die Umwelt und das Lebensumfeld ihren ungeborenen oder kleinen Kindern besonders schaden. Erste Ansprechpartner für mögliche Gesundheitsgefährdungen durch die Umwelt sind oft Gynäkologen oder Kinderärzte; auch wenn bei vielen denkbaren Gefährdungen kompetente Antworten nicht immer einfach sind.
Die neue Broschüre bietet weitere Orientierung für viele, typische Fragen zur Kindergesundheit. Mütter und Väter bekommen Tipps, wie sie mit möglichen Risiken für ihr Kind richtig umgehen und erhalten Informationen für weiterführenden professionellen Rat. Nicht nur Eltern sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern sowie Erzieherinnen und Erzieher finden in der Broschüre hilfreiche Ratschläge.
Die Broschüre entstand im Rahmen des „Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit“ (APUG), in dem alle herausgebenden Einrichtungen mit den Bundesministerien für Umwelt, für Gesundheit und für Verbraucherschutz zusammenarbeiten.
Die Broschüre „Start ins Leben - Einflüsse aus der Umwelt auf Säuglinge, ungeborene Kinder und die Fruchtbarkeit“ ist kostenlos erhältlich bei GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn, In den Wiesen 1-3, 53227 Bonn, Telefon: 01888 3053355 und E-Mail: uba@broschuerenversand.de.
Im Internet ist die Broschüre unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3518.pdf und http://www.apug.de abrufbar.
Glaubt man einer aktuellen Studie, so sagen Deutschlands Autofahrer ja zum Umweltschutz aber nein zur Eigenverantwortung. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der LeasePlan Deutschland GmbH vom 16.7.2008:
Wenn es um den Schutz der Umwelt geht, zeigt eine aktuelle Studie der LeasePlan Deutschland GmbH die Ambivalenz deutscher Autofahrer auf. Umweltschonende Maßnahmen wie die Nutzung alternativer Verkehrsmittel finden sie zwar theoretisch sinnvoll, auf das eigene Auto will dennoch kaum jemand verzichten. Stattdessen sieht ein Großteil der befragten Autofahrer die Automobilhersteller in der Hauptverantwortung, durch eine technische Optimierung der Fahrzeuge die Umweltbelastung maßgeblich zu reduzieren.
Immerhin leisten 95,3% der Befragten zumindest indirekt einen eigenen Beitrag für die Umwelt: Vor dem Hintergrund der explodierenden Spritpreise achten sie beim Autokauf an erster Stelle auf einen besonders niedrigen Verbrauch - was letztlich auch der Umwelt zu Gute kommt.
Sieben von zehn Pkw-Besitzern nutzen ihr Auto fast täglich - bei 41 Mio. angemeldeten Pkw in Deutschland ein signifikanter Beitrag zur Umweltbelastung. Denn laut einer Studie des Bundesumweltamtes werden knapp 19% der C02-Emissionen in Deutschland durch den starken Verkehr erzeugt.
Trotzdem sieht sich, so die LeasePlan-Studie, nur jeder vierte in der Verantwortung, durch eine bewusstere Fahrzeugwahl, -nutzung und Fahrweise selbst etwas zur Reduzierung der Umweltbelastung beizutragen. Anstatt durch eigenes Handeln (25,5% Zustimmung) der Umweltverschmutzung entgegen zu wirken, sehen 67,3% der Pkw-Besitzer die Automobilhersteller in der größten Pflicht, etwas zur Reduzierung der Umweltbelastung zu tun. Von politischen Maßnahmen wie der City-Maut versprechen sich dagegen nur 7,3% einen Erfolg.
Auf die Frage, welche Beiträge die deutschen Autofahrer tatsächlich für den Umweltschutz leisten, geben die meisten an, das Auto für kurze Strecken auch mal stehen zu lassen und Fußwege einzulegen. Ganz auf ihre Mobilität verzichten wollen die Deutschen aber nicht. Als Kompromiss entscheiden sich immerhin 36,1% bewusst für ein kleineres und damit zumeist emissionsärmeres Auto. Im Allgemeinen scheint das Interesse, sich mit der Umweltverträglichkeit des eigenen Fahrzeuges auseinander zu setzen, aber in Grenzen zu halten: Nur etwa die Hälfte der Befragten (56,1%) weiß darüber gut bis sehr gut Bescheid.
„Könnte sich das Klima drastisch und abrupt ändern?“ fragt das Umweltbundesamt in einer Pressemitteilung vom 29.7.2008 in der es weiter heißt:
Die zunehmende Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre erwärmt das Klima. Die Lufttemperaturen der bodennahen, atmosphärischen Schichten steigen dadurch an. Werden bestimmte Temperaturschwellen erreicht, könnte das Klimasystem mit abrupten und starken Änderungen reagieren: Grönlands Eismassen schmelzen, der Meeresspiegel steigt an, das arktische Meereis schmilzt, die Arktis selbst erwärmt sich und der Regenwald am Amazonas trocknet zunehmend aus.
Ein neues Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes (UBA) fasst den Kenntnisstand zu möglichen Gefahren drastischer Klimaänderungen zusammen. „Schon in diesem Jahrhundert drohen uns bei weiter steigenden Temperaturen drastische Klimaänderungen – auch in Deutschland“, sagte Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). „Wir alle sind Teil eines globalen Experiments mit der Lufthülle unseres Planeten, von dem wir nicht genau wissen, wie es ausgehen wird. Wir müssen den Ausstoß der Klimagase rasch und deutlich senken und uns an den Klimawandel anpassen.“, so Holzmann weiter.
Die meisten Menschen denken bei dem Wort „Klimaerwärmung“ an einen langsam fortschreitenden Prozess: Schon bei relativ geringen Temperaturanstiegen kann das Klimasystem bereits sogenannte „Kipp-Punkte“ erreichen, bei denen es zu abrupten und drastischen Änderungen kommt.
Steigende Temperaturen in der Arktis haben zum Beispiel in den letzten 100 Jahren zu einem Rückgang des Meereises geführt. Bei einem weiteren Anstieg der Temperaturen könnte die Arktis im Sommer bald eisfrei sein.
Der Kipp-Punkt für eine sommerliche eisfreie Arktis könnte sehr nah oder möglicherweise bereits überschritten sein. Für die in der Arktis lebenden Menschen hätte das schwerwiegende Folgen: Gejagte Tierarten verschwinden, Häuser und Wege werden durch tauende Böden instabil und beschädigt. Eine weitere Erwärmung könnte auch für den Amazonas-Regenwald drastische Folgen haben. Verstärkt durch Waldrodungen und die Tatsache, dass sich Straßen, Ackerland und Weideflächen immer weiter ausbreiten, kann das Ökosystem Regenwald austrocknen und schließlich vollständig zusammenbrechen.
Wann genau solche Kipp-Punkte erreicht werden, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch nur schwer bestimmen, da viele natürliche Prozesse noch nicht ausreichend erforscht sind. Jedoch ist sicher: Sind die Veränderungen im Klimasystem zu stark und nicht mehr umkehrbar, könnte eine Anpassung für den Menschen zu spät oder nur unter hohem Aufwand und extrem hohen Kosten möglich sein.
Entschlossenes Handeln ist daher zwingend erforderlich: Dazu gehört erstens, den Ausstoß der Treibhausgase in die Atmosphäre deutlich zu reduzieren. Zweitens müssen wir uns an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels anpassen – zum Beispiel durch die effiziente Nutzung der Wasserressourcen oder die Entwicklung trockenheitstoleranter Kulturpflanzen. Nur so lassen sich die Folgen eines sich ändernden Klimas in Grenzen halten und bewältigen.
Das Hintergrundpapier „Kipp-Punkte im Klimasystem – welche Gefahren drohen?“ steht unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/kipp-punkte.pdf zum Download bereit.
Nach dem Ergebnis einer Studie der Strategieagentur diffferent wollen künftig
93 % aller Bürger Bio kaufen. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 2.6.2008:
Die Strategieagentur diffferent hat in einer repräsentativen Studie unter der Gesamtbevölkerung (1.011 Befragte) den Markt der biologischen Lebensmittel untersucht. Wichtigstes Ergebnis: 93 % aller Bundesbürger wollen künftig Bio-Produkte kaufen. Die Bio-Produkte haben damit die ökologische Nische endgültig verlassen und sind bei der großen Masse der Konsumenten angekommen.
Die Kaufmotive sind dabei eher von einer klaren Mehrwerterwartung an die eigene Gesundheit geprägt, als von der planvollen Rücksicht auf die Umwelt: 43% der Befragten kaufen Bio-Lebensmittel, weil sie diese als gesünder empfinden als konventionelle. 39% der Befragten kaufen Bio-Lebensmittel weil sie diese als qualitativ hochwertiger empfinden. 37% der Befragten kaufen Bio-Lebensmittel um die Umwelt und vorhandene Ressourcen zu schonen.
Zwar spielt bei der Kaufentscheidung das Bio-Siegel eine große Rolle, doch im Mittelpunkt steht der Preis. Die hohe Qualität der Zutaten wird bei Bio-Produkten vorausgesetzt, der Großteil der Bio-Käufer gibt sich aber mit dem Bio-Etikett zufrieden und hinterfragt nicht weiter das Produkt. Auch die Marke und das Verpackungsdesign spielen bisher im Vergleich zum Preis eine eher untergeordnete Rolle. Die Differenzierung zwischen den Bio-Produkten findet noch weitestgehend über den Preis statt. Deshalb wird weiterhin - vor allem durch den Markteintritt der Lebensmittel-Discounter - zunächst der fortgesetzte Preiskampf den Biomarkt bestimmen.
Auf Basis von Einkommen und Kaufintensität hat die diffferent-Studie vier Bio-Käufertypen identifiziert:
Green Indulgence: Die Gruppe der grünen Genießer verfügt über ein hohes Einkommen und zählt zu den Personen, die künftig in mindestens einer Produktkategorie mehr als 50% Bio kaufen. Dieser Käufertypus repräsentiert ein Kaufpotential von ca. 530 Mio. Euro pro Jahr.
Organic Qualityseeker: Die Gruppe der biologisch orientierten Qualitätskäufer verfügt ebenfalls über ein hohes Einkommen und kauft künftig weniger als 50% in allen Produktkategorien selektiv Bio-Produkte. Dieses Kaufpotential beläuft sich auf ca. 360 Mio. Euro.
Green Attitude: Die Gruppe der überzeugt grünen Käufer verfügt über ein durchschnittliches Einkommen und zählt zu den Personen, die künftig in mindestens einer Produktkategorie mehr als 50% Bio kaufen. Dieser Käufertypus repräsentiert ein Kaufpotential von ca. 2,44 Mrd. Euro pro Jahr.
Organic Mainstream: Die Gruppe des biologisch orientierten Mainstreams verfügt ebenfalls über ein durchschnittliches Einkommen und kauft künftig weniger als 50% in allen Produktkategorien selektiv Bio-Produkte. Dieses Kaufpotential beläuft sich auf ca. 2,15 Mrd. Euro.
Im Rahmen der Studie wurden die entscheidenden Kauf-Faktoren im Bio-Segment untersucht. Im Ergebnis ist zwar für alle vier Käufer-Typen der Preis das nach wie vor wichtigste Kriterium der Kaufentscheidung, jedoch sind drei der Kundentypen nicht ausschließlich preisgetrieben und somit anderen Bio-Kauf-Kriterien aufgeschlossen. Diese drei Gruppen stellen insgesamt ca. 60 % der Bio-Käuferschaft und somit ein geschätztes Potential von derzeit 3,3 Mrd. Euro der kumulierten Bio-Kaufkraft dar.
Greenpeace macht sich für Tropenfische stark. Unter der Überschrift „Finger weg von Tropenfischen!“ heißt es in einer Pressemitteilung des Greenpeace-Magazins vom 25.6.2008:
Im "Internationalen Jahr des Riffes 2008" rufen Umweltschützer und Sporttaucher zum Verzicht auf tropische Fischspezialitäten auf. Die Organisation Reef Check e.V., der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und das Greenpeace Magazin appellieren an Handel und Gastronomie, Fischarten aus dem Sortiment zu nehmen, die in Korallenriffen leben. Verbraucher und Restaurantbesucher sollten von entsprechenden Angeboten die Finger lassen.
Exotische Fische wie Red Snapper, Papageifische und Zackenbarsche (zu denen auch der Juwelenbarsch oder Erdbeerfisch zählt) sind in Deutschland zunehmend gefragt. Sie werden in Supermärkten, Fischläden und zahlreichen Restaurants angeboten. Spezialisierte Händler lassen die Ware meist als Frischfisch einfliegen. Der Kauf wird über Zwischenhändler vor allem in Südasien und am Persischen Golf abgewickelt. Eine Kontrolle der Fangmethoden ist in der Regel unmöglich.
Viele tropische Fischbestände sind durch eine übermäßige Nutzung bedroht. So berichtet die Organisation Reef Check von einem fortschreitenden Rückgang großer Zackenbarsche in Atlantik und Indopazifik. Zudem gefährden destruktive Fangmethoden die Korallenriffe. Vor allem in Südostasien töten Fischer ihre Beute mit Dynamit oder betäuben sie für den Lebendfischhandel mit Zyanid, wodurch ganze Riffe verwüstet werden.
Wissenschaftler warnen, dass die Überfischung das ökologische Gleichgewicht der Korallenriffe gefährdet. Viele der begehrten Arten stehen am oberen Ende der Nahrungskette und können nicht durch andere ersetzt werden. Die farbenfrohen Papageifische wiederum erfüllen eine wichtige Funktion, indem sie Algen von den Korallen abweiden. Werden ihre Bestände dezimiert, drohen die durch Meereserwärmung und Überdüngung ohnehin geschwächten Riffe zuzuwuchern.
Nachdem in Europas Meeren 80 Prozent der Bestände am Rande des Zusammenbruchs stehen, darf das Überfischungsproblem nicht auch noch durch immer mehr Importe exotischer Fische in andere Teile der Welt verlagert werden.
PS: Mehr Informationen zur Überfischung der Weltmeere finden Sie in einem Themenschwerpunkt in der neuen Ausgabe des "Greenpeace Magazins" GPM 4.08.
„Sicher verpacken und Umwelt schonen: Neue Webseite www.tolle-kiste.de zeigt, wie es geht“ – so die Überschrift einer Pressemitteilung des Verbandes der Wellpappen-Industrie vom 26.05.2008 in der es heißt:
Ob es darum geht, die online versteigerte Vase zu versenden oder mit den Siebensachen umzuziehen: Stets kommt es auf die richtige Verpackung an, damit nichts zu Bruch geht. In Wellpappenverpackungen sind die unterschiedlichsten Dinge gut aufgehoben. Wieso das so ist und weshalb sogar die Umwelt davon profitiert, erfährt der private Nutzer ab sofort auf der Webseite www.tolle-kiste.de. Sie wurde vom Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) initiiert und umgesetzt.
Die Verwender aus Industrie und Handel schätzen die Vorzüge schon lange: Mittlerweile werden zwei Drittel aller in Deutschland hergestellten Waren sicher in der Transportverpackung aus Wellpappe auf die Reise geschickt. Aber auch der private Versender profitiert von ihrer Schutzfunktion. Die auf der Webseite aufgeführten zehn Tipps geben ihm eine zuverlässige Anleitung zum sicheren Verpacken. Um Sicherheit geht es auch beim Umzug. Dabei finden unterschiedlichste Gegenstände wie Gläser und Textilien in der maßgeschneiderten Wellpappenverpackung ein optimales Transportmittel. Welche Verpackungen wofür in Betracht kommen und woher man sie beziehen kann, erfährt der Besucher der "tollen Kiste" ebenfalls.
Dass sich die Wellpappe für verschiedenste Gegenstände eignet, liegt in ihrer Flexibilität begründet: Der Packstoff lässt sich individuell auf Bedürfnisse der Verwender anpassen. Ein Vorteil, den auch Künstler, Möbelbauer und Seifenkistenfahrer nutzen. Der Klick auf den Menüpunkt "Multitalent" zeigt, was sie aus Wellpappe gemacht haben. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich auf Bastelseiten, die als Links aufgeführt sind, Anregungen holen und selbst tätig werden.
Von Verpackungen wird heute mehr verlangt als sicherer Transportschutz oder vielfältige Konstruktionsmöglichkeiten: Die Schonung der Umwelt ist wichtiger denn je. Hier punktet die Wellpappe, wie die Rubrik "Naturprodukt Wellpappe" verdeutlicht. Denn zur Herstellung des Materials kommt Rohpapier zum Einsatz, das zu durchschnittlich 20 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und zu 80 Prozent aus Altpapier besteht. Gebrauchte Wellpappe ist ein gefragter Rohstoff und wird in Deutschland fast vollständig recycelt. Wer also sicher sein will, dass seine Versandgüter gut ankommen und umweltverträglich verpackt sind, der greift am besten zur "tollen Kiste".
„Umweltbewusstes Verbraucherverhalten: Deutsche liegen weltweit nur im Mittelfeld Neue Studie der National Geographic Society weist "Greendex" von 50.2 aus“ – lesen wir in einer Presseerklärung des Magazins vom 7.5.2008 in der es weiter heißt:
In Deutschland trennt man seit vielen Jahren Müll und benutzt schon lange Energiesparlampen. Doch dies reicht nicht aus, um den Deutschen das Prädikat "sehr gut" in punkto Umweltverhalten einzubringen. Eine neue Studie der National Geographic Society misst und vergleicht individuelle Konsumentenentscheidungen in 14 Ländern. Der so ermittelte "Greendex" gibt an, wie nachhaltig Menschen - bezogen auf die vier Bereiche Haushalt, Transport, Essen und Konsum allgemein - leben und entscheiden. Deutschland rangiert in dieser Studie mit einem Greendex von 50.2 nur im Mittelfeld. Indien und Brasilien schneiden am Besten ab, die Vereinigten Staaten werden an letzter Stelle gelistet.
Für "Greendex 2008: Konsumentenentscheidungen und die Umwelt" wurden 14.000 Konsumenten in Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Indien, Japan, Mexiko, Russland, Spanien und den USA via Internet befragt. Diese bisher einzigartige Studie untersucht konkret das Verhalten einzelner Verbraucher mit dem Ziel, es transparent zu machen und die Menschen zu mehr Umweltbewusstsein im Alltag zu motivieren.
41 Prozent der Deutschen haben in den letzten Jahren ihr Haus isolieren lassen, 44 Prozent der Gebäude haben Thermofenster, 26 Prozent energiesparende Heizvorrichtungen. Außerdem haben 40 Prozent der Haushalte nur drei oder weniger Räume. Alternativ-Strom ist einfach zu beziehen. Im Bereich Haushalt sind die Deutschen damit Spitzenreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Weniger gut sind die Ergebnisse der Umfrage im Bereich Transport. Auch wenn ein Drittel der Bundesbürger angeben, im letzten Jahr ihr Fahrrad mehr als im vorletzten benutzt zu haben, so fahren doch 50 Prozent täglich und allein mit dem Auto. Fast jeder besitzt einen Wagen. Nur 18 Prozent und damit weniger als der Durchschnitt der Befragten benutzen öffentliche Verkehrsmittel. An 10. Stelle liegt Deutschland im Bereich Konsum allgemein. Ebenfalls seltener als der Durchschnitt der anderen Befragten vermeiden die Deutschen den Kauf umweltschädigender Produkte. Nur 13 Prozent versuchen dies stetig. Fast die ganze Bevölkerung besitzt eine Wasch- und eine Spülmaschine. Ein Pluspunkt: 53 Prozent recyclen, 51 Prozent verwenden ihre Einkaufstüten mehrmals. Im Segment Essen schnitten die Deutschen gemischt ab. Zwar bemüht man sich um den Verzehr regionaler Produkte. Allerdings stammen 72 Prozent der Wassermenge, die den deutschen Durst löscht, aus Plastikflaschen - so viel, wie bei keiner anderen Nation.
Verbesserungspotential gibt es auch bei der Grundeinstellung der Deutschen zum Thema "Umweltbewusstes Leben im Alltag". Laut Greendex 2008 bemühen sich die Bundesbürger weniger als die Bevölkerungen anderer Länder darum, sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Außerdem machen sie sich weniger Gedanken über die Folgen von Umweltschäden im allgemeinen und über die Veränderungen durch den Klimawandel im besonderen. Ursache hierfür ist vermutlich, dass in Deutschland schon viele Jahre vor den meisten anderen Ländern das Thema Umweltschutz auf die Agenda gesetzt und institutionalisiert wurde.
"Die Ergebnisse von Greendex 2008 zeigen, dass die westlichen Nationen auch auf Grund des individuellen Konsumverhaltens einen übermäßigen Verbrauch an Ressourcen haben. Um Verhalten zu ändern, muss zunächst das Bewusstsein für Belange der Umwelt geschärft werden. Dafür will die Studie sensibilisieren", erklärt Klaus Liedtke, Chefredakteur NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND.
Weitere Informationen zur Studie der National Geographic Society gibt es unter www.nationalgeographic.com/greendex. Dort kann zudem jeder Verbraucher sein Verhalten hinsichtlich der Umweltverträglichkeit testen und sich Tipps für Nachhaltigkeit im Alltag holen.
Wie schützen wir uns vor sommerlicher Hitze? Tipps und Informationen gibt ein neues Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes zu dem es in einer Pressemitteilung des Amtes vom 7.4.2008 heißt:
Schutz der Gesundheit vor den Folgen des Klimawandels – lautet das Motto des heutigen Weltgesundheitstages. Die Wirkungen des Klimawandels und extreme Wetterereignisse haben negative Folgen auf die Gesundheit der Menschen. So führte eine außergewöhnlich lang anhaltende Hitzeperiode in weiten Teilen Westeuropas im August 2003 zu mehr als 40 000 Todesfällen als üblich -in Deutschland etwa 7 000. Besonders betroffen waren alte Menschen und chronisch Kranke. „Hitzebedingte Gesundheitsschäden sind meist vermeidbar, man muss nur wissen wie“ sagte Prof. Dr. Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA). Das UBA stellt in einem neuen Hintergrundpapier Ursachen und Symptome wichtiger Hitzekrankheiten dar und gibt konkrete Tipps, wie man den negativen gesundheitlichen Folgen effektiv vorbeugen kann.
Sonnenbrand und Hitzausschlag – wer kennt nicht die leidigen Begleiterscheinungen eines ausgiebigen Sonnenbades? Doch oftmals sind diese und andere Gesundheitsrisiken, welche während der sommerlichen Hitze bestehen, vermeidbar, sofern man sich an bestimmte Vorsichtsmaßnahmen hält. Besonders Kinder und ältere Menschen sollten sich nicht länger als nötig der Sonne aussetzen. Auch für den Rest der Bevölkerung gilt: viel trinken und anstrengende körperliche Tätigkeiten vermeiden.
Kommt es doch einmal zu hitzebedingten Gesundheitsschäden, wie Sonnenstich oder Hitzschlag, sollte man einen Arzt zurate ziehen. Wichtige Tipps und weitere Informationen, wie zur häuslichen Pflege älterer Menschen, können Sie in dem neuen Hintergrundpapier des UBA nachlesen. Des Weiteren stellen wir Ihnen verschiedene Hitzewarnsysteme vor, die helfen können, sich auf die sommerliche Hitze vorzubereiten.
Das neue Hintergrundpapier "Klimawandel und Gesundheit" zu Ursachen und Symptomen wichtiger Hitzekrankheiten mit konkreten Tipps, wie man den negativen gesundheitlichen Folgen effektiv vorbeugen kann, steht kostenlos zum Download bereit unter: http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/index.htm
Nach einer Studie des VDE könnten Verbraucher jährlich 1,4 Mrd. Euro Stromkosten sparen. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 5.3.2008:
Während seiner "Lebenszeit" verbraucht ein Gerät im Stand-by-Modus oft mehr Strom als im produktiven Betrieb. Dies stellt der VDE in seiner aktuellen Studie "Effizienz- und Einsparpotentiale elektrischer Energie in Deutschland" fest.
Die gesamten Stand-by-Einsparpotentiale in Deutschland beziffert der Verband auf circa fünf bis zehn Terawattstunde (TWh). Das entspricht ein bis zwei Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Zugleich würde der CO2-Ausstoß um drei bis sechs Tonnen verringert.
Im Geldbeutel der Verbraucher würde sich die volle Ausschöpfung der Sparmöglichkeiten mit bis zu 1,4 Milliarden Euro niedrigeren Stromkosten bemerkbar machen.
Hoher Energieverbrauch im Stand-by-Modus führt zu einer schlechteren Bewertung der Effizienzklasse. Dies sollte Verbraucher abschrecken und die Industrie dazu animieren, stärker auf den Stromverbrauch zu achten.
Den unnötigen Stromverbrauch hat der Verband in einer aktuellen Studie untersucht. Erforderlich ist laut VDE erstens ein Bewusstseinswandel beim Verbraucher. Dies betrifft den Einsatz von elektronischen Geräten vor allem in Haushalten, aber auch in Büros.
So kann beim Bereitschaftsmodus gespart werden: Geräte öfter ausschalten. Beim Kauf auf Energielabel achten. "Intelligente Steckdosen" einsetzen, die auch die Peripherie abschalten, wenn das Hauptgerät ausgeschaltet wird.
Zweitens muss die Industrie mit neuer Technik die Stand-by-Funktion optimieren beziehungsweise einschränken. Sie ist gefordert, noch effizientere Geräte zu entwickeln.
Das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut beurteilt die Energieeffizienz einer Vielzahl von Produkten der Informations- und Kommunikationstechnik, der Unterhaltungselektronik sowie von Bürogeräten. Die Ergebnisse fließen in das VDE-Qualitätslabel "VDE Quality tested" ein und bilden die Grundlage für verschiedene europäische Energielabels.
Westlicher Elektronikschrott gefährdet Mensch und Umwelt in Entwicklungsländern. Jahr für Jahr fallen weltweit 45 Millionen Tonnen E-Müll an, die auch Dioxin und andere Gifte enthalten. In einer Pressemitteilung des Verlages Gruner und Jahr vom 20.3.2008 heißt es dazu:
Jedes Jahr werden zigmillionen Computer, Fernsehgeräte und Handys ausrangiert. Ein Großteil des Elektronikmülls wird zur Weiterverwertung illegal in Entwicklungsländer verfrachtet. Die Menschen - darunter vor allem Kinder -, die die wiederverwertbaren und wertvollen Bestandteile aus dem "E-Müll" herauslösen, sind dabei großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.
Auch Luft und Boden werden mit Giftstoffen belastet. Vor allem China und andere asiatische Länder sind beliebtes Ziel der Hehler, aber auch afrikanische Staaten wie Ghana, Nigeria und die Elfenbeinküste lassen sich zunehmend mit dem riskanten Schrott beliefern.
Das berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner April-Ausgabe. Um an Metalle und andere Teile, die sich weiterverkaufen lassen, zu gelangen, wenden die Menschen sehr gefährliche Methoden an: Sie verbrennen Computerkabel, um das Kupfer zu recyceln, schmelzen in Kochtöpfen Blei und lösen Platinen in Säure auf, um das Gold herauszuholen.
In China hat man in der Nähe von Verwertungsbetrieben von Elektronikschrott weltweite Rekordwerte für Dioxin in der Luft gemessen. Zudem wird der Boden mit dem Gift verseucht, das vermutlich Krebs erzeugt und die Hormon- und Immunfunktionen schädigt.
Ein großes Problem für die Masse des Elektronikschrotts sind die kurzen Innovationszyklen bei der Produktion von Computern und anderen Geräten. Nach Angaben der amerikanischen Umweltschutzbehörde müssen in naher Zukunft allein in den USA jedes Jahr 30 bis 40 Millionen PC entsorgt werden.
Einen zusätzlichen Schub bringt dann noch der Wechsel vom analogen zum digitalen Fernsehen, da auch funktionstüchtige Geräte ausrangiert werden.
Umweltexperten der UN schätzen den E-Müll weltweit auf 45 Millionen Tonnen im Jahr. In Deutschland gilt für den Elektronikschrott das Entsorgungsgesetz, nach dem Händler Altgeräte zurücknehmen und recyceln müssen. Allerdings wird hierzulande rund dreimal so viel Elektronik verkauft wie in den Erfassungsstellen landet. Einiges verstaubt im Keller, aber ein Großteil wird über den Hausmüll entsorgt.
Teilweise kommt der Elektronikschrott, der in Entwicklungsländern weiterverarbeitet wird, sogar wieder in die westlichen Industrieländer zurück: Wissenschaftler in den USA konnten schwermetallhaltige Stoffe in Artikeln wie Modeschmuck, der in Ein-Euro-Läden in den USA verkauft wurde, nachweisen und stellten dabei fest, dass diese Metalle aus E-Müll stammten.
Unter der provokanten Überschrift „Es gibt keine Biokraftstoffe! - Bioland schlägt "Biodiesel" als Unwort des Jahres 2009 vor" heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 27.2.2008:
Die fossilen Energieträger werden knapp und die Preise für Öl und Gas steigen. Damit gewinnen Kraftstoffe aus der Agro-Produktion an Bedeutung und belegen bereits heute über zehn Prozent der gesamten Anbaufläche in Deutschland.
"Was im Biokraftstoffquotengesetz und allgemein als Bio-Sprit, Bio-Diesel oder Bio-Ethanol bezeichnet wird, hat mit Bio nichts zu tun. Die Vorsilbe Bio bei diesen Produkten ist eine klare Täuschung, die die Produzenten und die Politik bewusst in Kauf nehmen", warnt Bioland Präsident Thomas Dosch.
Für Lebensmittel sei das Prädikat "Bio" gesetzlich klar definiert und an strenge Produktionsauflagen ohne synthetische Stickstoffdünger, Pestizide und Gentechnik geknüpft. "Agro-Kraftstoffe" sollten daher trotz ihrer landwirtschaftlichen Herkunft ehrlicherweise als Agro-Diesel, Agro-Sprit usw. bezeichnet werden. Deshalb hat Bioland "Biodiesel" als Unwort des Jahres 2009 beim Institut für Deutsche Sprache und Literatur vorgeschlagen.
Der Bioland Verband steht der Produktion von Agro-Kraftstoffen auch aus anderen Gründen kritisch gegenüber: Die Energieerzeugung auf dem Acker kann zukünftig nur begrenzt einen Beitrag zur Energiever-sorgung sicherstellen, da die Agrarflächen nicht beliebig vermehrbar sind.
Allein um den weltweiten Anteil der Agro-Energie von derzeit zehn auf zwanzig Prozent zu verdoppeln, müssten zusätzlich 500 Millionen Hektar Ackerfläche gewonnen werden. Diese Fläche ist aber nicht verfügbar. Zudem wird die weiter steigende Weltbevölkerung die globale Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln verstärken.
Bio bei Aldi&Co.: Ist wirklich Bio drin, wo Bio draufsteht? – heißt es in einer Mitteilung des Magazins natur + kosmos vom 18.2.2008. Wir lesen weiter:
Bio boomt. In den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz der Biolebensmittel von rund 1,5 Milliarden Euro auf mehr als fünf Milliarden verdreifacht. Längst drängen die Discounter mit einer rasant wachsenden Auswahl an Öko-Produkten in die ehemalige Marktnische. Doch ist die Qualität des Bio-Sortiments bei Aldi und Lidl vergleichbar mit der im speziellen Fachhandel? Was ist dran an den Meldungen über Umetikettierungen und gefälschte Zertifikate? Können Verbraucher beruhigt alle Produkte mit dem sechseckigen staatlichen Biosiegel in den Einkaufskorb packen?
"Ja", lautet die erfreulich eindeutige Antwort des Magazins natur+kosmos in der März-Ausgabe (Erscheinungstermin 16. Februar) Das Titelthema zeigt, wie gut die Bio-Zertifizierung bei uns, aber auch international funktioniert. Egal, wo man kauft, die Rückstände von Pfanzenschutzmitteln sowie die Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Material ist deutlich niedriger als bei konventioneller Ware. Bei der Pesitizidblastung ist der Wert, abgesehen von fünf Prozent beanstandeter Ware, sogar 200mal niedriger als bei anderen Lebensmitteln.
Außerdem geht die Reportage der Frage nach, wie die Bauern zu den koventionellen Einkäufern stehen und wohin sich Verbraucher wenden können, wenn sie wissen wollen, woher zum Beispiel die Bio-Äpfel kommen, die sie so verführerisch aus dem Regal anlachen.
Die deutsche Emissionshandelsstelle hat eine positive Bilanz ihrer Arbeit gezogen. Unter der Überschrift „Emissionshandel in Europa geht in die nächste Runde“ heißt es dazu in einer Presseerklärung des Umweltbundesamtes vom 4.1.2008:
Rund 530 Millionen Zertifikate sind in der Handelsperiode 2005 bis 2007 im Deutschen Emissionshandelsregister transferiert worden. Damit hat mehr als ein Jahresbudget (rund 500 Millionen) der Emissionsberechtigungen in Deutschland den Besitzer gewechselt. Dies bedeutet, dass etwas mehr ein Drittel der ausgegebenen Zertifikate auch gehandelt wurden. Die übrigen Zertifikate wurden von den Anlagenbetreibern direkt zur Erfüllung ihrer Abgabepflichten verwendet.
„Die Bilanz für die Pilotphase fällt positiv aus. Die Infrastruktur für den Emissionshandel funktioniert, die Anlagenbetreiber sind mit dem System vertraut und nutzen es“, sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. „Jetzt kommt es darauf an, dass der Emissionshandel zeigt, was in ihm steckt, indem er Emissionsminderungen im großen Maßstab erwirtschaftet“, so Troge.
Auf den Emissionshandel als flexibles Klimaschutzinstrument setzen international immer mehr Staaten und sogar einige Regionen der USA. Die europäischen und insbesondere die deutschen Erfahrungen der Jahre 2005 bis 2007 sind dabei besonders gefragt.
Nach der Pilotphase begann am 1. Januar 2008 die zweite Handelsperiode im Europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS). Nunmehr gelten europaweit kleinere nationale Emissionsbudgets. Für Deutschland sind es nur noch insgesamt 453 Millionen Emissionsberechtigungen pro Jahr für die Sektoren Industrie und Energieerzeugung.
Ein Teil der Emissionsberechtigungen wird nicht mehr kostenlos ausgegeben, sondern verkauft oder versteigert (40 Millionen pro Jahr). Die Orientierung an technischen Standards löst zunehmend die unentgeltliche Zuteilung auf Basis historischer Emissionen ab.
Für die kommenden fünf Jahre gilt zudem eine Lastenteilung zwischen Energiewirtschaft und Industrie: Die Energiewirtschaft übernimmt den Großteil der erforderlichen Kohlendioxid-Emissionsminderungen, die Kraftwerke werden anhand von Effizienzstandards mit Emissionsberechtigungen ausgestattet.
Zudem gelten für Industrieanlagen moderate Emissionsminderungsverpflichtungen in Höhe von 1,25 Prozent - bezogen auf die bisherigen Kohlendioxid-Emissionen. Für kleinere Anlagen mit Jahresemissionen von weniger als 25.000 Tonnen Kohlendioxid brauchen die Betreiber die Emissionen nicht zu mindern.
Der europäische Emissionshandel zwischen Unternehmen ist damit für die zweite Handelsperiode so aufgestellt, dass das EU-Emissionsminderungsziel für Kohlendioxid und vor allem das deutsche Emissionsminderungsziel nach dem Kyoto-Protokoll im Umfang von 21 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 gegenüber 1990 erreicht wird.
Einen deutlichen Beitrag können Unternehmen in Deutschland auch mit Minderungen aus bilateralen Klimaschutzprojekten mit Entwicklungsländern, dem Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls, leisten. Darüber hinaus sind Erfahrungen mit der Versteigerung von Emissionsberechtigungen und der Einbeziehung anderer Emissionssektoren - wie dem Flugverkehr - zu sammeln.
Das Umweltbundesamt hat eine Broschüre zur weltweit erstmals einheitlich eingeführten Kennzeichnung von gefährlichen Chemikalien veröffentlicht. Dazu heißt es in einer Presseerklärung vom 30.11.2007:
Welche Chemikalien gefährlich sind, müssen auch Nicht-Fachleute schnell erkennen können. Wann besondere Vorsicht geboten ist, zeigen Warnungen wie „Giftig beim Verschlucken“ oder „Giftig für Wasserorganismen“ und die dazugehörigen Symbole: etwa „Totenkopf“ oder „toter Baum und toter Fisch“. Mit dem so genannten „global harmonisierten System – kurz GHS“ führt die EU nun erstmals ein weltweit einheitliches System zur Gefahrenkennzeichnung bei Chemikalien. Egal ob in China, Indien, den USA oder Europa, alle Staaten, die das neue System anwenden, stufen Chemikalien in Zukunft nach denselben Kriterien ein und machen die Gefahren kenntlich. Was giftig oder umweltgefährlich ist, trägt überall dasselbe Symbol. Das hilft, Handelsbarrieren abzubauen und die Verbraucherinnen sowie Verbraucher und die Umwelt besser zu schützen.
Ein neuer Leitfaden des Umweltbundesamtes zur Anwendung des Globally Harmonised System (GHS) erläutert, wie das GHS funktioniert und welche Änderungen durch GHS im Einstufungs- und Kennzeichnungsrecht auf Unternehmen, Arbeitsschützer und Verbraucherinnen sowie Verbraucher zukommen. Das GHS ist Ergebnis langjähriger Verhandlungen auf Ebene der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Die Europäische Union (EU) muss das neue Einstufungs- und Kennzeichnungssystem noch in eine Rechtsverordnung fassen. Fachleute gehen davon aus, dass dies Anfang 2009 geschehen wird; dann sind aber noch mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.
Die Broschüre sowie weitere Informationen über das neue Einstufungs- und Kennzeichnungsrecht für Chemikalien gibt es unter: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3332.pdf
Unter dem Titel „Umweltschonender Wintersport“ präsentiert das Reisemagazin GEO SAISON Urlaubsideen in autofreien Dörfern, Unterkünften direkt an der Piste und Öko-Hotels.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Magazins vom 20.11.2007: Auto stehen lassen und dennoch mobil sein im Winterurlaub - diese Option bieten immer mehr Alpengemeinden.
Im österreichischen Werfenweng etwa, einem der Orte, die GEO SAISON in der neuesten Ausgabe vorstellt, fällt ökologischer Winterurlaub leicht: Wer mit der Bahn anreist oder den Autoschlüssel abgibt, dem steht gegen eine Gebühr von fünf Euro ein Hybridauto zur Verfügung; auch Schneeschuhwanderungen, Pferdekutschfahrten und der Verleih einer Langlaufausrüstung sind im Preis der "Sanften Mobilität" enthalten.
Auch andere Winterorte setzen auf Entschleunigung, darauf, den Winter langsamer, entspannter und mit weniger Hektik zu erleben. Das Dossier "Sanft in den Winter" in der Dezember-Ausgabe von GEO SAISON zeigt Möglichkeiten auf, wie man umweltbewusst und gleichzeitig bequem Ferien machen kann.
Im Mittelpunkt stehen ökologisch orientierte Urlaubsorte in den Alpen ohne Autos, pistennahe Unterkünfte sowie Bio-Hotels, in denen beispielsweise frisches Gebirgsquellwasser aus dem Hahn fließt, auf chemische Reinigungsmittel gänzlich verzichtet wird und ausschließlich Naturprodukte angeboten werden.
„Trotz Klima-Debatte nur wenig Fortschritt - neues Umwelt-Gütesiegel für Pkw eingeführt“ heißt es in einer Pressemitteilung des ADAC vom 6.11.2007.
Wir lesen weiter: Die von den Automobilherstellern auf Grund der anhaltenden Klima-Diskussion eingeführten technischen Maßnahmen zur Senkung von Verbrauch und Schadstoffemissionen zeigen laut ADAC-EcoTest langsam Wirkung. Für fünf EcoTest-Sterne reicht es aber nach wie vor nicht.
Unverständlich ist auch, dass die Hersteller die verbesserte Technik nur in wenigen Modellen und gegen Aufpreis anbieten. Löbliche Ausnahme ist BMW, das sein so genanntes EfficientDynamics-Maßnahmenpaket in Serie und für den Kunden aufpreisfrei zum Einsatz bringt.
Die mit optimiertem Rollwiderstand, besserer Aerodynamik, geänderter Getriebeübersetzung und teilweise mit Start-Stopp Funktion und Schaltpunktanzeige ausgestatteten neuen Modelle können allerdings gute Punktwertungen erzielen. So erreicht z. B. der neue Audi A3 1.9 TDI e in der unteren Mittelklasse mit 76 Punkten vier EcoTest-Sterne (14 Punkte mehr als das abgelöste Vorgängermodell A3 1,9 TDI). Die gleiche Wertung gab es mit 72 Punkten in der selben Kategorie für den BMW 123d. Damit distanziert er den früher getesteten BMW 120d trotz einer Mehrleistung von 30 kW/41 PS um 14 Punkte und einem zusätzlichen Stern. Neuer Spitzenreiter in der Mittelklasse ist mit guten 82 Punkten und vier EcoTest-Sternen der VW Passat BlueMotion. Dass der Weg zu einer guten Wertung auch über einen alternativen Antrieb führen kann, beweist der VW Touran EcoFuel. Er erreicht mit seinem Erdgas-Antrieb 78 Punkte und vier Sterne. Wie inkonsequent das Thema Umweltschutz bei den Automobilherstellern verfolgt wird, zeigt der neue Audi S3: 47 sehr guten Schadstoff-Punkten stehen auf Grund seines hohen Verbrauchs magere 5 CO2-Punkte gegenüber. Das Resultat sind drei Sterne.
Der ADAC-EcoTest stellt seit 2003 das Umweltverhalten von PKW dar. Im Gegensatz zu den Herstellerangaben misst er nicht nur den Verbrauch innerorts und außerorts, sondern simuliert zusätzlich eine Autobahnfahrt mit Volllastanteilen, ebenso eine Fahrt mit eingeschalteter Klimaanlage. Erfasst werden dabei sowohl die Emissionen des Klimagases CO2 als auch die der limitierten Schadstoffe. Auf Grundlage des EcoTests ist jetzt ein Umwelt-Gütesiegel für Pkw eingeführt worden, mit dem die Autohersteller ihre Fahrzeuge im Verkaufsraum auszeichnen können. Umweltbewusste Kaufinteressenten erhalten damit eine zusätzliche Orientierungshilfe bei der Auswahl. Die Ergebnistabelle mit dem gesamten Ranking des EcoTests kann unter www.adac.de/Ecotest abgerufen werden.
"Deutsche ignorieren Klimawandel beim Reisen" – lautet die Überschrift einer Meldung des Europäischen Tourismusinstituts vom 16.10.2007.
Dort heißt es weiter:
Trotz aller Ängste vor dem Klimawandel – wenn es um den Sommerurlaub geht, spielt der Umwelt- und Klimaschutz für 93 Prozent der Deutschen keine Rolle. „Das zeigt ganz klar: Dieses Thema ist für die ‚Reise-Weltmeister’, die deutschen Urlauber, derzeit noch nicht relevant“, erläutert Prof. Heinz-Dieter Quack, Leiter des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) in Trier, ein zentrales Ergebnis der jüngsten ETI-Sommerferienstudie.
Von den wenigen Sommerurlaubern, für die nach eigenen Angaben die Klimadebatte 2007 eine Rolle spielte, verzichteten knapp 45 Prozent bewusst auf eine Reise mit dem Flugzeug, rund 35 Prozent suchten sich ein näheres Reiseziel aus.
Bei der Wahl der Verkehrsmittel bleiben die Deutschen sich auch nach Debatten über CO2-Emissionen treu: Nach wie vor reisen sie in erster Linie mit dem Auto in den Urlaub: Gut jeder zweite Urlauber steigt – wie 2006 – in den eigenen Wagen. Für rund ein Drittel (29 Prozent) aller befragten Urlauber ist das Flugzeug das Fortbewegungsmittel der Wahl. Damit hat sich die Wahl dieses Verkehrsmittels im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.
Auffällig ist allerdings, dass die Bahn mit fünf Prozent ein leichtes Plus verzeichnet (Vorjahr: 4 Prozent). Nur acht Prozent der Befragten erklärten, ihr Sommerurlaub sei ein Fahrradurlaub gewesen. Rund 70 Prozent gaben an, in ihrem Sommerurlaub überhaupt nicht auf einen Drahtesel gestiegen zu. Insgesamt blieb die Reiseintensität der Deutschen auf Vorjahresniveau: Mit 48 Prozent ging wieder fast jeder Zweite zwischen Juni und September für mindestens fünf Tage in die Sommerferien.
Wie die Umfrage auf Basis von 2.000 Telefoninterviews außerdem zeigte, verzichten zwei Drittel der Deutschen darauf, bei der Urlaubsvorbereitung ein Reisebüro oder eine Touristen-Information einzuschalten. Stattdessen wird immer mehr das Internet zur Reiseplanung genutzt, fanden die Trierer Tourismusforscher heraus. 60 Prozent der Befragten, so die ETI-Studie, informieren sich und buchen übers World Wide Web. 2004 waren es noch gut 40 Prozent.
„Der Klimawandel kann zur Verbreitung von Krankheitsüberträgern führen - europäische Fachleute raten zur verstärkten Beobachtung, um frühzeitig Gefahren zu erkennen und handeln zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 17.10.2007. Dort heißt es weiter:
Das Klima ist wesentlich für das Überleben und die Verbreitung von Krankheitserregern mit verantwortlich – auch für die Anzahl der im Freiland lebenden Überträger (Vektoren), beispielsweise Mücken, Zecken oder Nagetiere. So lautet das zentrale Ergebnis einer internationalen Tagung mit rund 140 Fachleuten, die das Umweltbundesamt (UBA) mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Berlin organisierte.
Für die menschliche Gesundheit haben von Tieren übertragene Krankheiten eine besondere Bedeutung, weil im Freiland lebende Überträger unmittelbar auf klimatische Veränderungen reagieren. Mit dem Klimawandel steigt das Risiko, dass neue und teilweise gefährlichere Krankheiten in Deutschland heimisch werden könnten. Im Freiland lebende Überträger werden zudem über globale Transportwege in entfernte Regionen verschleppt.
Treffen beispielsweise Mücken, Zecken oder Nagetiere am Ankunftsort auf für sie passende klimatische Bedingungen, Biotope und Wirte, so können sich die Überträger vermehren und verbreiten. Daher ist es nach Meinung der Expertinnen und Experten wichtig, auch in Deutschland systematisch im Freiland lebende Überträger zu überwachen (Vektorüberwachung). Nur so lassen sich mögliche Gefahren frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln.
Es gibt Anzeichen, dass einheimische Mücken- und Zeckenarten bereits auf die sich ändernden klimatischen Bedingungen reagieren. So verkürzen Zecken, die unter anderem Borreliose sowie Hirnhaut- und Gehirnentzündungen übertragen, regional ihre Winterruhephase. Infolge des letzten, milden Winters gab es dieses Jahr in Deutschland mehr Zecken. Mücken konnten zeitiger im Frühjahr erscheinen oder schneller ihre Entwicklung abschließen. Regional kam es diesen Sommer häufiger zu Mückenplagen.
Eine in Deutschland neuerdings vereinzelt nachgewiesene Schmetterlingsmückenart überträgt die ursprünglich im Mittelmeerraum heimische Leishmaniose. In Deutschland erworbene Leishmanioseerkrankungen bei einem Kind und bei einigen Hunden zeigen, was geschehen kann, wenn bisher hier nicht heimische Vektoren und Krankheitserreger klimatisch passende Bedingungen vorfinden.
Auch für die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern, hat der beobachtete Klimawandel eine wichtige Bedeutung bei der Ausbreitung von Nordafrika nach Süd- und Südwesteuropa. Die Temperaturabhängigkeit der Erreger sowie Verschleppungen, die mit Tiertransporten entstehen, gelten als wesentliche Ursachen dafür, dass sich die Erreger seit dem letzten Jahr in Belgien, den Niederlanden, in Deutschland und in England verbreiteten.
Um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, halten es Klima- und Insektenforscher, Zoologen sowie Mediziner aus 14 europäischen Ländern für notwendig, die Vektorvorkommen systematisch zu überwachen. Die nationalen Überwachungsprogramme für übertragbare Krankheiten befassen sich bisher überwiegend mit den Erkrankungen des Menschen. Überwachungsprogramme für Überträger - wie Mücken oder Zecken - gibt es nur in einzelnen europäischen Ländern. In Deutschland fehlen sie. Sie sind aber nach Meinung der Fachleute erforderlich, um Gegenmaßnahmen frühzeitig mit Infektionsschutz und dem Umweltschutz in Einklang zu konzipieren und bei Bedarf anwenden zu können.
Ausführlichere Informationen zur Tagung „Vector-borne diseases: Impact of climate change on vectors and rodent reservoirs“ finden Sie im Internet unter http://www.adelphi-consult.com/climate-and-vectors. Die Zusammenfassungen der Tagungsergebnisse stehen in Kürze auf der UBA-Homepage.
Informationen zum Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung am Umweltbundesamt (KOMPASS) finden Sie unter http://www.anpassung.net/netzwerk/
Jeder zweite »echte Bio« kauft im Supermarkt und beim Discounter – so das Ergebnis einer Umfrage der Marktforscher Produkt + Markt GmbH aus Osnabrück.
In einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 11.9.2007 heißt es: Längst haben die Bio-Produkte die Regale der Supermärkte und Discounter erreicht. Dem Bio-Boom mochten und konnten sich die großen Supermarktketten wie Edeka oder Marktkauf bis hin zu Discountern wie Aldi, Lidl und Plus nicht verschließen. Sie bieten schon länger Lebensmittel mit dem Bio-Siegel an.
Dabei ist das Vertrauen der Konsumenten jedoch gespalten, wie eine jetzt veröffentlichte repräsentative Verbraucherbefragung von Produkt + Markt zeigt. Denn fast die Hälfte der Verbraucher, die als »echte Bios« häufig bis immer Bio-Lebensmittel kaufen, besuchen Bio- oder Erzeugerläden (41 %).
Dagegen nehmen nur 20 Prozent der Käufer, die seltener nach den ökologischen Produkten greifen, die Mühe auf sich und gehen ins Spezialgeschäft oder auf den Wochenmarkt.
Bio-Supermärkte und Reformhäuser spielen in allen Verbrauchergruppen mit Werten unter 10 Prozent keine größere Rolle.
Dabei genießen die Einkaufsorte mit den Produkten der Anbauverbände ein deutlich höheres Vertrauen als die Supermärkte mit ihren Bio-Sortimenten - und ein noch viel größeres als das ökologische Angebot bei den Discountern.
Das ergibt die Untersuchung der Marktforscher aus Osnabrück. Produkt + Markt hatte im Juni und Juli dieses Jahres 1.000 Haushalte zum Konsum und Stellenwert von Bio-Lebensmitteln befragt. Ob Produktqualität, Geschmack, Sicherheit, Umweltverträglichkeit oder Sortimentsvielfalt: Die Bio-Anbauverbände erhalten in allen Bereichen die Bestnoten der Verbraucher.
Nur beim Preis-Leistungsverhältnis und der Verfügbarkeit der Produkte können Supermärkte und Discounter punkten. Es reicht also nicht, dass Bio auf dem Produkt steht.
„Zweifel an Wirksamkeit der Diesel-Nachrüstung - häufig offenbar nur geringe Schadstoffminderung“ – heißt es in einer Meldung des Südwestrundfunks (SWR) vom 10.9.2007. Wir lesen weiter:
Wer seinen Diesel-PKW nachrüstet, wird belohnt. Das Gesetz ist verabschiedet. Werkstätten und Automobilclubs werben intensiv um Autofahrer, die ihr Fahrzeug nachträglich mit einem Rußpartikel-Filter ausrüsten lassen. Dafür winkt ein Bonus bei der Kfz-Steuer von 330 Euro und eine günstigere Steuerklasse.
Aber mehrere bisher nicht veröffentlichte Studien, die dem ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" (SWR) vorliegen, legen jetzt den Schluss nahe, dass viele der Nachrüstsätze bei weitem nicht die geforderte Schadstoff-Minderung erzielen. Das berichtet "Plusminus" am Dienstag, 11.9.2007, um 21.50 Uhr im Ersten.
Die SWR-Redaktion bezieht sich auf mehrere aktuelle Studien namhafter Prüfinstitute, die bei einigen der Filtersysteme nur geringe Verminderungen des Rußpartikel-Ausstoßes festgestellt haben. Sie lagen weit unter den geforderten 30 Prozent. Bei einigen preiswerten Nachrüstsätzen liegt demnach die Schadstoff-Reduzierung nur bei etwa 10 bis 20 Prozent. Eine der Studien zeigt zudem, dass bei einzelnen Systemen der Benzinverbrauch spürbar ansteigt und ein Leistungsverlust des Motors möglich ist. Das Gutachten schließt sogar Schäden am Fahrzeug nicht aus.
Von "Plusminus" befragte Experten stellen aufgrund er Ergebnisse die aktuell geltenden Prüfnormen für die Zulassung beim Kraftfahrtbundesamt in Frage. In der Praxis sei die Wirkung der Rußpartikel-Filter oft geringer als in den genormten Tests. Nach Informationen der "Plusminus"-Redaktion hat das Kraftfahrtbundesamt mittlerweile reagiert und seinerseits Nachprüfungen der Filtersysteme eingeleitet.
„Forsa-Umfrage: Mehrheit der Bundesbürger will mehr Engagement der Regierung beim Klimaschutz, ein Tempolimit und keine neuen Kohlekraftwerke“ heißt es in einer Pressemitteilung des BUND vom 17.8.2007. Wir lesen weiter:
Zwei Drittel der Deutschen wollen, dass die Bundesregierung mehr für den Klimaschutz tut, etwas weniger als ein Drittel ist da anderer Meinung. Selbst die Anhänger der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD wollen zu 58 bzw. zu 67 Prozent, dass deren Regierungsvertreter sich stärker für den Schutz der Erdatmosphäre engagieren.
Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in dieser Woche durchführen ließ. Im Vorfeld der Kabinettsklausur kommende Woche im brandenburgischen Meseberg, auf der die Bundesregierung ein Klima- und Energiepaket beschließen will, ließ der Umweltverband außerdem fragen, ob die Bürgerinnen und Bürger auch einschneidende Maßnahmen zum Schutz des Klimas akzeptieren.
Zwei Drittel der über eintausend repräsentativ und bundesweit Befragten bejahten sowohl einen Stopp der Planung von Kohlekraftwerken als auch Tempolimits auf Autobahnen. 67 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass keine neuen klimaschädlichen Kraftwerke auf Braunkohle- oder Steinkohlebasis gebaut würden. Hier sind es 67 Prozent der CDU/CSU- und 65 Prozent der SPD-Anhänger, die keine neuen Kohlekraftwerke wollen. Lediglich ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) sind für neue Kohlekraftwerke.
Die Befürworter von Tempolimits (63 Prozent) gliedern sich in zwei Gruppen. 36 Prozent wollen ein Tempolimit von 120 Kilometer, 37 Prozent befürworten 130 Kilometer pro Stunde. Lediglich 24 Prozent wollen weiterhin kein Tempolimit auf Autobahnen. Anhänger von CDU/CSU sind zu 33 Prozent für Tempo 120 und zu 40 Prozent für 130 km/h, die der SPD befürworten zu 39 Prozent Tempo 120 und ebenfalls zu 39 Prozent 130 Km/h. Auch FDP-Anhänger sind nur zu 28 Prozent gegen ein Tempolimit. Grünen-Anhänger wollen zu 11 Prozent keine Geschwindigkeitsbeschränkung, Anhänger der Partei „Die Linke“ sind zu 24 Prozent dagegen.
Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND: "Die Ergebnisse der Klima-Umfrage senden klare Signale an die Regierung: Die Deutschen wollen, dass mehr für den Klimaschutz getan wird, und sie verlangen nach den dafür geeigneten und wirksamsten Maßnahmen. Ein Tempolimit von 120 km/h erspart der Erdatmosphäre jedes Jahr sofort rund drei Millionen Tonnen CO2. Mit diesem Rückenwind aus der Bevölkerung muss die Bundesregierung jetzt handeln. Die Klausur von Meseberg muss einen entscheidende Durchbruch für mehr Klimaschutz bringen.“
Das Wetter in Deutschland spielt in diesem Sommer verrückt.
Dazu heißt es in einer Meldung des Magazins Stern vom 4.7.2007:
Deutschland erlebt eine außergewöhnliche Wärmephase. Das hat die Auswertung von Wetteraufzeichnungen aus 106 Jahren ergeben, die der Deutsche Wetterdienst für das Hamburger Magazin stern durchführte.
Die Temperatur lag demnach in den vergangenen zwölf Monaten um 3,1 Grad höher als üblich. Eine Daten-Kurve, die der DWD für den Stern erstellt hat, erreichte Ende Juni ihren Höhepunkt: Die Grafik zeigt, dass es die wärmste 12-Monats-Periode seit Beginn der Datenerhebung des DWD war.
Alle Monate außer dem August 2006 waren seit der Fußballweltmeisterschaft im Juni 2006 deutlich wärmer als sonst. Am stärksten wich der Januar von der Norm ab, die Temperatur lag fünf Grad höher als gewöhnlich.
Der soeben zu Ende gegangene Juni war knapp zwei Grad wärmer als normal, gleichwohl regnete es mehr als üblich.
Die Daten des DWD zeigen, dass sich die Erwärmung in Deutschland seit 1988 beschleunigt hat. Seither erlebt das Land ein ungewöhnlich mildes Jahr nach dem anderen, lediglich 1996 sorgte für Abkühlung.
Das Umweltbundesamt warnt vor einem leichtsinnigen Umgang mit Insektensprays.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung vom 27.7.2007:
Auch diesen Sommer wimmelt es nur so vor Insekten. Um die zahllosen Plagegeister zu bekämpfen, ist der Griff zur Sprayflasche besonders verlockend. Doch nicht nur solche Insektensprays enthalten Biozide. Fast überall in unseren Haushalten lassen sich Biozide finden – selbst in Farben, Kosmetika oder Zahnpasta. Sie sollen vor unerwünschtem Schädlingsbefall schützen. Welche Gesundheitsrisiken die enthaltenen Biozide bergen können, zeigen die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des Umweltbundesamtes (UBA) im Rahmen des Aktionsprogramms „Umwelt und Gesundheit“(APUG).
Vor allem das Bekämpfen der Insekten in Ritzen und Fugen mit solchen Sprays, die als biozide Wirkstoffe so genannte Organophosphate enthalten, kann in der Innenraumluft zu einer hohen Wirkstoffkonzentration führen und die Gesundheit gefährden. Organophosphate sind Nervengifte. Sie stören die Signalübertragung zwischen Nervenzellen beziehungsweise zwischen Nerven- und Muskelzellen. Organophosphathaltige Insektensprays sollten deshalb nicht bedenkenlos eingesetzt werden. Sofern unklar ist, ob ein Spray Organophosphate enthält, können das UBA, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit oder die Verbraucherschutzzentrale Auskunft geben.
Im Projekt wurden die toxikologischen Daten zu 20 ausgewählten Wirkstoffen ausgewertet. Nur für wenige Anwendungsbereiche ergaben sich Ansätze zur Gesundheitsgefährdung. Dies betraf Biozide mit einer hautsensibilisierenden Wirkung wenn sie bei der Anwendung mit der Haut in Kontakt kommen können, sowie die Anwendung von Bioziden in Form von Sprays. Für zehn der 20 näher untersuchten Wirkstoffe liegen Hinweise oder eindeutige Belege für eine sensibilisierende Wirkung vor. Die Belastung über die Atemluft ließe sich bei etwa der Hälfte aller ausgewählten bioziden Wirkstoffe vernachlässigen, falls diese in flüssiger Form eingesetzt würden. Anders ist es bei Biozid-Sprays: Beim Sprühen bilden sich feine Tröpfchen, die eingeatmet werden können. Bei Wischanwendungen mit Bioziden besteht diese Gefahr nicht, so dass keine hohen wirkungsrelevanten Konzentrationen in der Innenraumluft entstehen.
Die Forscherinnen und Forscher schätzten die Exposition gegenüber Bioziden – etwa auf Haut- oder Schleimhäuten – auf Grundlage der für die Chemikalienbewertung eingesetzten Expositionsmodelle. Die Bewertung der Gesundheitsgefahren erfolgte auf der Grundlage der Daten über die Zusammensetzung der Produkte, ihrer Produktionsmengen und der toxischen Eigenschaften ihrer bioziden Wirkstoffe. Besonderes Interesse galt hierbei Produkten, mit denen Kinder in Berührung kommen können, wie Zahnpasta, Farben, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel.
Eine gründliche Analyse und systematische Ermittlung der Risiken durch Organophosphate in Innenräumen ist sinnvoll. Geeignete Maßnahmen zur Verringerung des Risikos, das von diesen Stoffen ausgeht, werden in den nächsten Jahren im Zuge der Umsetzung der EG-Biozid-Richtlinie entwickelt.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse des Forschungsprojektes „Gesundheitsrisiken biozidhaltiger Produkte und Gegenstände des täglichen Bedarfs“ steht unter http://www.apug.de/leben/produkte/biozidhaltige-produkte.htm zum Download bereit.
„Nature & More veröffentlicht CO2-Werte je Produkt
- Emissionen für den Transport der Ware von der Farm bis in den Laden werden lückenlos ermittelt“ – heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation vom 3.7.2007.
Dort lesen wir weiter:
Als erster europäischer Anbieter von Übersee-Obst und Gemüse veröffentlicht Nature & More-Partner Eosta jetzt die CO2-Emissionen, die durch den LKW- und Schiffstransport der Produkte vom Erzeugerbetrieb bis zu einem Ladengeschäft in der Mitte Deutschlands entstehen.
„Als Grundlage für unsere Berechnungen haben wir überwiegend die Vorgaben des UN Klimarates (IPCC) verwendet,“ erläutert Volkert Engelsman, Gründer und Geschäftsführer des führenden Bio-Obstimporteurs Eosta aus den Niederlanden. Dabei sei jeder Transportfaktor einzeln und in der Gesamtheit berücksichtigt worden: Der Transport von der Farm bis zum Hafen, der Schiffstransport, differenziert danach ob Bulk-Ladung oder Einzelcontainerkühlung, der Kühlungsaufwand in den Zwischenlagern und der Transport vom Hafen Rotterdam bis in die Mitte Deutschlands per LKW.
Die Werte werden auf der Website des Bio-Portales Nature & More (www.natureandmore.com) veröffentlicht. Dort wird interessierten Verbrauchern die Möglichkeit geboten, über ein Codesystem für jede Frucht eines Partnerunternehmens den genauen Herkunftsort abzufragen. Nun werden dort auch die Kohlendioxidemissionen pro Kilogramm Ware für jedes Produkt individuell angegeben. So wurde beispielsweise für den Transport von einem Kilogramm Äpfel der argentinischen Farm Agro Roca eine Emission von 162 Gramm CO2 ermittelt.
„Uns geht es darum, dass Bio-Produkte transparent kommuniziert werden,“ umreißt Hugo Skoppek, Direktor der Stiftung, die Ziele der Organisation. „Wer Ware nachhaltig produziert, sollte sie auch entsprechend veröffentlichen. Die Förderung nachhaltiger Marketing-Strukturen ist eines unserer primären Anliegen. Die Veröffentlichung von klimarelevanter Werte gehört selbstverständlich dazu.“
Als „nicht besonders sachdienlich“ bezeichnet Skoppek die Versuche regionaler Obstanbieter, Überseeware als Flugware zu verunglimpfen und ihr exorbitant hohe Klimaemissionen anzudichten. „Fast alle Überseeware kommt mit modernen, energieffizienten Containerschiffen zu uns. Außerdem sollte endlich einmal der Energieaufwand untersucht werden, der notwendig ist, um europäisches Obst von der Ernte im September bis Juni des Folgejahres bei knapp über Null Grad und unter künstlicher Schutzgasatmosphäre zu lagern.“ Wer sein Obst unter dem Strich wirklich umweltfreundlicher anbiete, sei noch nicht erwiesen.
Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt beim Wechsel des Stromanbieters auf die Stromherkunft achten.
Dazu heißt es in einer Presseerklärung vom 29.6.2007:
Viele Stromanbieter haben zum 1. Juli 2007 erhebliche Preiserhöhungen angekündigt. Verbraucher, die sich deshalb nach einem neuen Anbieter umschauen, sollten die Gelegenheit nutzen und auf klimafreundlich erzeugten Strom umsteigen.
Seit 2006 sind alle Stromlieferanten verpflichtet, ihre Kundinnen und Kunden über die verschiedenen Quellen des bereitgestellten Stromes aufzuklären. Neben der Angabe, welche Energieträger sie bei der Stromgewinnung einsetzen, müssen die Stromlieferanten Informationen über die hierbei entstehenden Umweltauswirkungen zur Verfügung stellen. Auf diese Weise haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, bei der Wahl ihres Stromlieferanten Umweltschutzkriterien – nämlich die Menge der bei der Stromerzeugung anfallenden Kohlendioxid-Emissionen oder des radioaktiven Abfalls – einzubeziehen.
Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht die aktuelle Studie „Potenziale und Erfordernisse der Stromkennzeichnung“, die das Öko-Institut im Auftrag des UBA durchführte. Sie zeigt: Die neue Stromkennzeichnung macht den Markt im Sektor der Stromwirtschaft für Nutzerinnen und Nutzer deutlich transparenter. Die Verbraucher können nun ermitteln, welche Umwelteigenschaften der von ihnen bezogene Strom aufweist. Darüber hinaus lassen sich die oben genannten spezifischen Angaben des jeweiligen Stromanbieters mit denen anderer Anbieter sowie mit dem Bundesdurchschnitt vergleichen. Häufig sind dabei die heutigen alternativen Stromangebote nicht teurer als konventionell erzeugter Strom.
Mit der Stromkennzeichnung sind weitere Verbesserungen möglich: So schlägt die Studie beispielsweise eine einheitliche Darstellungsweise der im „Strommix“ verwandten Quellen vor. Auch die Mengenangaben der Schadstoffe pro Kilowattstunde sind nicht bei allen Stromanbietern sofort verständlich. Eine Vereinheitlichung des Layouts der Kennzeichnung und der enthaltenen Informationen könnte Nutzerinnen und Nutzern den Vergleich verschiedener Anbieter vereinfachen. Zudem ließe sich das derzeit angewandte Bilanzierungsverfahren optimieren. Dieses regelt zum Beispiel für den an der Börse gehandeltem Strom die Ausweisung der Stromherkunft. Hier kann es nach den derzeitigen Regelungen zu Fehlern unter anderem dadurch kommen, dass die Stromanbieter ihren Anteil erneuerbarer Energien durch statistische Doppelzählungen überbewerten.
Die Studie bestätigt: Die eingeführte Kennzeichnung der Stromherkunft kann den Bedarf nach klimafreundlich erzeugtem Strom langfristig erhöhen. Darüber hinaus dürften tatsächliche Verbesserungen der Kennzeichnung, die allgemeine Akzeptanz regenerativ erzeugter Energie steigern. Diese wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
Die Studie ist im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/energie veröffentlicht und kann dort heruntergeladen werden.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat seine Broschüre zum Thema Klimaschutz in den eigenen vier Wänden überarbeitet.
In einer Pressemitteilung des vzbv vom 12.6.2007 heißt es:
Welches Heizsystem ist optimal für ein Haus? Soll mit Erdöl, Holz oder Sonne geheizt werden? Wie sieht die Klimabilanz aus? Der neu aufgelegte und 150 Seiten starke Ratgeber "Heizung und Warmwasser" der Verbraucherzentralen bietet hierzu hilfreiche Informationen.
Brennwertkessel, Solaranlagen, Kamin- und Kachelöfen, Holz-Pelletheizungen und Wärmepumpen - der Ratgeber gibt einen Überblick über die verschiedenen Energieträger und Heizungssysteme. Ferner beschreibt er das komplexe Heizsystem mit seinen Anlagenkomponenten von der Regelung bis zum Schornstein und erläutert die Wirkung der unterschiedlichen Heizflächen und von Systemen zur Warmwasseraufbereitung. Außerdem bietet er Informationen über Lüftungsanlagen und Fördergelder.
Der Ratgeber ist eine leicht verständliche Orientierungshilfe auf dem komplizierten Feld der modernen Heizungstechnik. Preisangaben und Einschätzungen zum Kosten-Leistungs-Verhältnis erleichtern die richtige Entscheidung. Zahlreiche konkrete Tipps zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden helfen Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen. Weiterführende Adressen, ein Musterbrief zur Einholung von Angeboten und ein übersichtliches Register komplettieren den Ratgeber.
Bestellmöglichkeiten:
Die 11. Auflage des Ratgebers "Heizung und Warmwasser" kann zum Preis von 10,40 Euro inklusive Versand- und Portokosten gegen Rechnung bestellt werden beim Versandservice des vzbv, Heinrich-Sommer-Str. 13, 59939 Olsberg, Tel: 0 29 62 - 90 86 47, Fax: 0 29 62 - 90 86 49, eMail: versandservice@vzbv.de, Internet: www.ratgeber.vzbv.de
Das Umweltbundesamt bietet im Internet Rund-Um-Information zum Thema Ozon.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes vom 21.5.2007:
Das Umweltbundesamt (UBA) informiert im Internet umfassend über das Thema Ozon. Wie hoch sind die Ozonkonzentrationen in meiner Umgebung? Welche Belastung ist zu erwarten? Antwort auf diese Fragen gibt es im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/aod.htm. Dort veröffentlicht das UBA stündlich aktualisierte Ozonwerte und Ozonvorhersagen für Deutschland – auch an den Wochenenden, übersichtlich und in Kartenform. Denn mit steigenden Temperaturen wird das Thema Ozon wieder aktuell. Ozon beeinträchtigt in höheren Konzentrationen die Gesundheit.
Jeden Tag ab 10:00 Uhr können Bürgerinnen und Bürger deutschlandweite Ozonvorhersagen für den laufenden Tag und die beiden folgenden Tage im Internet abrufen. Die Vorhersagen sind in einer Deutschlandkarte, sowie für zwölf Regionen in Deutschland differenziert, farbig dargestellt. Diese Daten können auch als E-Mail-Service abonniert werden.
Auch die aktuellen Ozon-Messwerte aller Messstellen in Deutschland gibt es jeden Tag ab 13:15 Uhr im Netz. Sie werden stündlich aktualisiert und in Karten- und Tabellenform präsentiert.
Zudem können die Ozon-Messwerte der letzten 40 Tage, die den Verlauf der Ozonbelastung in Deutschland zeigen, aufgerufen werden.
Die Verminderung des Spritverbrauchs bei Autos ist billiger als behauptet, heißt es in einer Pressemitteilung der ZEIT vom 15.5.2007. Wir lesen weiter:
Die Verminderung des Spritverbrauchs und der CO2-Emissionen von Autos ist nach Auffassung des Umweltbundesamtes (UBA) deutlich billiger, als von den Fahrzeugherstellern behauptet wird.
Das geht aus einem internen Vermerk der Behörde hervor, der der ZEIT vorliegt. Danach kostet eine Verbrauchsreduktion um ein Fünftel maximal 250 Euro pro Fahrzeug. Die dadurch ersparten Kraftstoffkosten liegen um ein Vielfaches darüber.
Bei Diesel-PKW mit kleinen Motoren (Hubraum unter 1,4 Liter) schlägt der konstruktive Aufwand laut UBA sogar nur mit 160 Euro zu Buche. Bei den gegenwärtigen Kraftstoffpreisen, einer durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung und einer Fahrzeug-Lebensdauer von 12 Jahren wird die Tankrechnung in diesem Zeitraum um 1350 Euro billiger.
Bei größeren Fahrzeugen beläuft sich die Ersparnis auf bis zu 4606 Euro. Gleichzeitig sinkt der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid um 25 bis 43 Gramm pro Kilometer.
Die Verbrauchssenkung von PKW mit Ottomotor führt laut UBA zu ähnlichen Ergebnissen. Die Kosten für eine 20-prozentige Spritersparnis betragen je nach Fahrzeugkategorie zwischen 180 und 220 Euro, der Verbrauchernutzen beläuft sich über die zwölfjährige Fahrzeuglebensdauer auf bis zu 4176 Euro.
Die Verbrauchsminderung lässt sich laut UBA unter anderem durch die Verwendung von Leichtlaufreifen, durch Gewichtsreduktion und eine optimierte Getrieberegelung erreichen.
Zum Aktionstag „Nachhaltiges (Ab-)Waschen“ hat das Umweltbundesamt (UBA) in einer Presseerklärung vom 9.5.2007 ein paar Tipps für Verbraucher veröffentlicht.
Dort heißt es:
Etwa 1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel verbrauchen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland pro Jahr. Durchschnittlich gelangen dadurch rund 600.000 Tonnen Waschmittel, rund 200.000 Tonnen Weichspüler und rund 500.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel in das Abwasser und können so die Umwelt belasten. Zusätzlich können die in ihnen enthaltenen Stoffe - etwa Duftstoffe oder antimikrobielle Substanzen - bei sensiblen Menschen Allergien auslösen.
Daher ist es wichtig, Wasch- und Reinigungsmittel umweltgerecht und sparsam zu verwenden. Anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Nachhaltiges (Ab-)Waschen“ am 10. Mai 2007 sagt UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge: „Der schonende Einsatz der Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel spart Energie, Wasser und Chemikalien. Dies entlastet die Umwelt und zusätzlich den Geldbeutel: Die Ausgaben für Strom, Wasser und Abwasser lassen sich merklich senken.“
Wer die Umwelt schonen und gleichzeitig Geld sparen möchte, sollte folgende, einfache Hinweise berücksichtigen:
1. Die meisten Reinigungsarbeiten im Haushalt lassen sich mit Geschirrspülmittel, Allzweckreiniger, einem flüssigen Scheuermittel und einem sauren Reiniger auf Essig- oder Zitronensäure-Basis bewältigten.
2. Desinfektionsmittel oder so genannte antibakterielle Reinigungsmittel sind für die normale Haushaltsreinigung - auch im Bad - grundsätzlich nicht erforderlich.
3. Wesentlich für die Entlastung der Umwelt ist der sparsame Gebrauch der Reinigungsmittel. Daher: immer die Dosierempfehlung der Hersteller beachten!
4. Mikrofaser-Tücher und Bürsten können helfen, Chemikalien einzusparen.
5. Regelmäßiges Lüften hilft, .den Einsatz von Duftstoffen zu reduzieren.
Auch beim Geschirrspülen und Wäschewaschen zahlt sich Sparsamkeit für die Umwelt und die Haushaltskasse aus. Für Geschirrspül- und Waschmaschinen gilt daher: Beim Neukauf auf sparsame Modelle achten und die Maschinen nur voll beladen benutzen.
Informationen zum Bundesweiten Aktionstag gibt es unter www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de. Weitere Fragen zu Wasch- und Reinigungsmitteln beantwortet das Umweltbundesamt, Email: detergenzien@uba.de
Nach einer Umfrage im Auftrag des Magazins Stern ist die Mehrheit der Deutschen auch bei höheren Kosten bereit auf Ökostrom umzusteigen. Dazu heißt es in einer Erklärung der Zeitschrift vom 18.4.2007:
Die Hälfte der Bundesbürger ist bereit, auf Ökostrom umzusteigen, auch wenn der mehr kosten sollte als konventionell erzeugter Strom. Das ergab eine Umfrage für das Hamburger Magazins Stern.
52 Prozent gaben an, sie würden zu einem Öko-Anbieter wechseln, auch wenn der Strom dann teurer wäre. 41 Prozent erklärten sich dazu nicht bereit.
7 Prozent sagten, dass sie bereits Ökostrom beziehen, oder sie antworteten mit "weiß nicht".
Datenbasis: 1005 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 12. und 13. April 2007. Quelle: Forsa-Institut. Statistische Fehlertoleranz: ± 3 Prozentpunkte, Auftraggeber: Stern.
„Wir sollten den Klimawandel jetzt einplanen" – so die Überschrift einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 10.4.2007 in der es weiter heißt:
Wir müssen den Klimawandel in unseren Planungen stärker berücksichtigen. Das gilt vor allem für langfristige Investitionen in die Infrastruktur. „ Im Küstenschutz haben wir es vorgemacht, nun müssen andere Bereiche folgen, wie Raum- und Stadtplanung, Gesundheitswesen, Naturschutz und Finanzwirtschaft", so kommentierte Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) in Dessau den heute veröffentlichten zweiten Teil des UN-Klimaberichts. Der Bericht der Arbeitsgruppe II des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimafragen (IPCC) zeigt sehr deutlich, dass Klimaänderungen unsere Umwelt bereits heute weltweit beeinflussen. Unter dem Strich führe die von den Fachleuten erwartete raschere Erwärmung mit großer Wahrscheinlichkeit zu deutlich negativen Auswirkungen – auch in Europa und in Deutschland. Nach Auffassung der Fachleute dürften die Klimaänderungen zahlreiche Ökosysteme in diesem Jahrhundert überfordern. Steigt etwa die Temperatur um mehr als 1,5 bis 2,5 Grad Celsius, könnten rund 20 bis 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten aussterben, so der IPCC.
Das Thema „ Anpassung an den Klimawandel" braucht mehr Aufmerksamkeit, weil die Verringerungen der klimaschädlichen Treibhausgase erst in mehreren Jahrzehnten wirken werden. Nur in einigen Bereichen stieg bisher die Aufmerksamkeit für Anpassungsnotwendigkeiten – etwa, sobald es um den prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels geht. Europa wäre von diesem stark betroffen. Bis 2080 könnten Überschwemmungen europäischer Küsten die Lebensräume von bis zu 2,5 Millionen Menschen gefährden. In Deutschland haben die Verantwortlichen die Bedeutung eines möglichen intensiveren Sturmgeschehens sowie des beschleunigten Meeresspiegelanstiegs für den Küstenschutz erkannt. Jetzt gilt es, das Wissen über künftige regionale Klimaänderungen und deren Folgen in das vorhandene rechtliche, organisatorische und technische Instrumentarium des Küstenschutzes zu integrieren und die Grundlagen für die Planung, Bewertung und Investition langfristiger Infrastrukturprojekte neu zu justieren.
Hier kann eine integrierte und langfristig ausgelegte deutsche Strategie zur Anpassung an den Klimawandel Hilfestellung leisten. Der IPCC-Bericht macht hierzu Eines klar: Diese Strategie muss auch Antworten darauf geben, wie stark Deutschland und die EU insgesamt betroffenen sind und wie die EU und Deutschland vor allem armen Ländern dabei helfen werden, die negativen Wirkungen des Klimawandels zu lindern. Bisherige Aktivitäten hierzu sind nicht ausreichend.
Das Kompetenzzentrum für Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt (KomPass) unterstützt Bund und Länder bei der bereits angelaufenen Identifizierung und Umsetzung einer solchen Strategie mit Daten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und konzeptionellen Vorschlägen.
Im Mai dieses Jahres wird der dritte Teil des UN-Klimaberichts veröffentlicht werden. Er befasst sich mit Maßnahmen zur Linderung des Klimawandels € also der weltweiten Verringerung des Ausstoßes an Treibhausgasen. Der komplette Bericht für 2007 wird im November dieses Jahres vorliegen.
Die deutschen Unternehmen im Emissionshandel stießen 2006 3,6 Millionen Tonnen mehr Kohlendioxid aus als 2005. Das hat das Umweltbundesamt in einer Presseerklärung vom 2. April 2007 mitgeteilt.
Damit bestätigt sich auch im Emissionshandel ssektor der am Freitag, 30. März 2007 vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte Gesamttrend für Deutschland, wonach die Kohlendioxid-Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent gestiegen sind.
Der Emissionshandel umfasst derzeit 54 Prozent der nationalen Kohlendioxidemissionen. Insgesamt liegen dort die Emissionen auch im Jahr 2006 mehr als 20 Millionen Tonnen unter der Menge an kostenlos ausgegebenen Emissionsberechtigungen. In der laufenden Handelsperiode, die am 31. Dezember 2007 endet, verfügen die am Emissionshandel teilnehmenden Anlagen über 499 Millionen Emissionsberechtigungen pro Jahr.
Dr. Hans-Jürgen Nantke, Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im UBA: „In der zweiten Handelsperiode verringert sich die Zuteilungsmenge auf 453 Millionen Emissionsberechtigungen pro Jahr zur Verfügung, davon 11 Millionen für Anlagen, die zur Zeit noch nicht vom Emissionshandel erfasst werden. Im Vergleich zu 2006 muss der CO2-Jahresausstoß im Emissionshandel damit um 35 Millionen Tonnen verringert werden“.
Eine der Ursachen des leichten Anstiegs ist vermutlich das hohe Wirtschaftswachstum in 2006. Die Angaben basieren auf den verifizierten Meldungen der emissionshandelspflichtigen Unternehmen in Deutschland für das Jahr 2006. Diese Meldungen liegen der DEHSt nahezu vollständig vor. Die DEHSt hat mit der Prüfung der zu Grunde liegenden Emissionsberichte der Unternehmen begonnen.
„Wärme aus Erneuerbaren Energien - Wie viel Energie sparen moderne Heizungen?" – fragt die Deutsche Energieagentur in einer Presseerklärung vom 6.3.2007.
Dort heißt es weiter:
Eine warme Wohnung wird immer teurer. Allein in den Jahren 1996 bis 2006 sind die Preise für Heizenergie um rund 84 Prozent gestiegen. Viele Hauseigentümer denken daher über eine energetische Sanierung nach. Denn ein Großteil der Heizkosten lässt sich mit einer besseren Wärmedämmung und einer modernen Heizung einsparen. Besonders interessant ist die Nutzung von Erneuerbaren Energien zum Heizen und zur Warmwasserbereitung: Moderne Solarwärmeanlagen, Wärmepumpen und Pelletheizungen schaffen weitgehende Unabhängigkeit von Öl und Gas - und in einem gut sanierten Haus reicht eine kleine kostengünstige Anlage aus.
Wie viel Energiekosten diese modernen Heizungen nun wirklich einsparen können, hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) am Beispiel eines Einfamilienhauses aus den 60er Jahren errechnet. Das Gebäude wird saniert, der 20 Jahre alte Heizkessel wird durch eine moderne Heizungsanlage ersetzt. Die Dämmung der Außenfassade, die oberste Geschossdecke und die Kellerdecke wurden verbessert - damit allein wird künftig rund ein Drittel weniger Energie verbraucht. Die dann noch benötigte Wärme erzeugt eine neue Heizungsanlage mit Erneuerbaren Energien hocheffizient. Hierzu stehen unterschiedliche Techniken zur Verfügung.
Klimaneutrale Wärme aus Sonnenenergie und Holz
Der Wechsel von der alten Heizung auf einen modernen Gas- oder Öl-Brennwertkessel bringt zusätzliche Energiekosteneinsparungen von etwa 25 Prozent. Eine Solarkollektoranlage liefert rund 60 Prozent der notwendigen Energie für die Wassererwärmung. In sehr gut gedämmten Gebäuden kann eine große Solaranlage sogar bis zu einem Fünftel der Heizwärme solar erzeugen. Die neue Brennwertheizung samt Solaranlage für Warmwasser ist für 8.000 bis 10.000 Euro erhältlich, weitere 5.000 Euro kostet eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung.
Auch eine Holzpellet-Heizung kann den alten Öl- oder Gaskessel gut ersetzen. Sie funktioniert wie eine normale Zentralheizung und verbrennt kleine Holzpresslinge, die wie bei einer Ölheizung vom Tanklaster angeliefert werden. Vom Lagerraum werden die Pellets dann automatisch zum Heizkessel transportiert. Die Pelletheizung spart im Vergleich zur alten Heizanlage bis zu 35 Prozent Brennstoffkosten.
Auch in der Umweltbilanz lassen sich Pelletheizungen sehen. Sie verbrennen nur das Kohlendioxid, das beim Aufwachsen der Pflanzen gebunden wurde und sind damit quasi klima-neutral. Für besonders emissionsarme Pelletöfen und -heizkessel wird das Umweltzeichen "Blauer Engel" verliehen. Auch die bei der Holzverbrennung anfallenden Feinstaubemissionen sind bei diesen Kesseln auf ein Minimum reduziert.
In Kombination mit einer Solarwärmeanlage für die Warmwasserbereitung kann auch die Pellet-Heizung im Sommer ganz ausgeschaltet bleiben. Eine Pelletheizung kostet zwischen 10.000 und 14.000 Euro, für eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung kommen noch mal 4.000 bis 5.000 Euro hinzu.
50 Prozent Einsparung mit gut geplanten Wärmepumpen
Gespeicherte Sonnenwärme aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Außenluft kann eine Wärmepumpenheizung ins Haus transportieren. Auch dieses Heizsystem funktioniert einfach und komfortabel. Besonders gut passen Wärmepumpenheizungen zu Fußboden- oder Wandheizungen, die auf Grund der großen Heizfläche keine hohen Temperaturen benötigen. Eine gut geplante und eingeregelte Wärmepumpe kann aus einer Kilowattstunde eingesetztem Strom zum Antrieb der Wärmepumpe mehr als drei Kilowattstunden Wärme bereitstellen. Besonders energieeffizient sind Erdwärmepumpen. Die Einsparung der jährlichen Energiekosten liegt bei rund 50%. Die Investitionskosten für Erdwärmepumpen liegen zwischen 16.000 und 20.000 Euro. Auch die Wärmepumpe lässt sich sehr gut mit einer Solarwärmeanlage kombinieren und kann dann im Sommer ausgeschaltet bleiben.
Die Investitionskosten sind starken regionalen Schwankungen unterworfen, so dass sich bei einzelnen Bauvorhaben auch abweichende Kosten ergeben können. Weitere Informationen zur Gebäudedämmung und Heizungserneuerung gibt es im Internet unter www.zukunft-haus.info/erneuerbare..
Das Umweltbundesamt (UBA) hat sich zur neuen Feinstaubverordnung geäußert. Unter der Überschrift „Nur mit Plakette durch die Umweltzone“ heißt es in einer Pressemitteilung vom 1.3.2007:
Am 1. März ist es soweit: Ab sofort gilt bundesweit die so genannte Kennzeichnungsverordnung für Kraftfahrzeuge. Städte und Gemeinden können auf dieser Basis Autos und Lastwagen je nach Schadstoffausstoß in vier Emissionsklassen einteilen und so für bessere Luft in ihren Innenstädten sorgen. Denn: Die neue Verordnung ist zentrale Voraussetzung für die so genannten Umweltzonen, die viele Städte im Kampf gegen den Feinstaub und andere Luftschadstoffe einrichten wollen. Besonders hoch emittierende Fahrzeuge wie – Dieselfahrzeuge nach EURO 1 ohne Partikelfilter und Otto-Pkw ohne Katalysator – werden nach der neuen Regelung keine Plakette erhalten; dürfen also nicht in die Umweltzone fahren. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), sagte: „Ich begrüße die lang erwartete Regelung zur Vergabe der Plaketten. Damit ist der Weg für sauberere Luft in unseren Innenstädten frei. Ich rechne bei konsequenter Umsetzung vor allem mit erheblich weniger Feinstaubbelastungen durch den Straßenverkehr.“
Die Verordnung definiert vier Schadstoffgruppen für Pkw und für Lkw, die sich an den gültigen europäischen Abgasgrenzwerten orientieren. Bei den Dieselfahrzeugen gibt es eine differenzierte Regelung: Je nach europäischer Schadstoffklasse (EURO 1 bis 4) erhalten die Fahrzeuge eine rote, gelbe oder grüne Plakette. Halter eines Dieselfahrzeugs können durch nachträglichen Einbau eines Partikelminderungssystems jedoch die Einstufung ihres Diesel-Fahrzeuges verbessern.
Für die „Benziner“ gibt es dagegen nur zwei Einstufungen: Schadstoffgruppe 1 (keine Plakette) für Fahrzeuge schlechter als EURO 1 und Schadstoffgruppe 4 (grüne Plakette) für alle übrigen Fahrzeuge, die einen geregelten Katalysator haben. Diese Einstufung führt allerdings zu einer Benachteiligung solcher „Benziner“, die über ähnliche Schadstoffeigenschaften wie EURO 1 verfügen, aber schon vor den Regelungen zu EURO 1 zugelassen wurden und über einen geregelten Katalysator verfügen. Nach Schätzungen des UBA sind es vermutlich 1,4 Millionen (2007) zwischen 1986 und 1992 zugelassene Fahrzeuge, die mit den EURO 1 Benzinfahrzeugen technisch und hinsichtlich ihrer Grenzwerte vergleichbar sind. Aus Sicht des UBA ist die praktische Anwendung der Kennzeichnungsverordnung durch die Länder so auszugestalten, dass diese „Benziner“ Fahrzeugen mit der grünen Plakette gleichgestellt sind.
Falls die Kommunen die Möglichkeiten der Kennzeichnungsverordnung konsequent nutzen, ist eine erhebliche Verbesserung der Luftqualität in den deutschen Innenstädten möglich. Neben den zu erwartenden Verbesserungen beim Feinstaub können Umweltzonen nach Meinung des UBA ferner dazu beitragen, die Belastung von Mensch und Umwelt mit Stickstoffdioxid zu verringern. Auch bei diesem Schadstoff besteht dringender Handlungsbedarf: Derzeit überschreitet rund die Hälfte der innerstädtischen verkehrsnahen Messstationen den ab 2010 einzuhaltenden Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft im Jahresmittel zum Teil drastisch.
Das Umweltbundesamtes hat eine Empfehlung zum schrittweisen Ersatz von Weichmachern veröffentlicht. Unter der Überschrift „Phthalate – nützliche Weichmacher mit unerwünschten Nebenwirkungen“ heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom 7.2.2007:
Phthalate sind so genannte Weichmacher: Sie machen Kunststoffe elastisch. Verwendung finden sie vor allem bei der Herstellung des Weich-PVC (Polyvinylchlorid), aus dem viele Alltagsprodukte bestehen, von Bodenbelägen, über Kunstleder und Tapeten bis zu Duschvorhängen. Doch die Phthalate sind in Weich-PVC nicht fest eingebunden. Sie dünsten aus oder lösen sich beim Kontakt mit Flüssigkeiten sowie Fetten. Die Folge: Phthalate finden sich überall in der Umwelt und der Mensch kommt ständig mit ihnen in Berührung.
Einige Phthalate haben fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. Andere stehen in Verdacht, sich in der Umwelt anzureichern. Risiken für Mensch oder Umwelt sind dennoch nur für wenige Anwendungsbereiche identifiziert. So hat die EU-Kommission beispielsweise ein Verbot für Phthalate in Babyartikeln und Kinderspielzeug erlassen.
Obwohl für die meisten Anwendungen keine Risiken nachgewiesen sind, empfiehlt das Umweltbundesamt (UBA) im Sinne einer vorsorgenden und nachhaltigen Chemikalienpolitik, den Eintrag der Phthalate in die Umwelt so weit wie möglich zu vermeiden. Hersteller sollten Weich-PVC – wo dies möglich ist – durch weniger umweltbelastende Materialien ersetzen. Für viele Anwendungen sind andere Kunststoffe, die keine Weichmacher benötigen, wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP), geeignet. Verbraucherinnen und Verbraucher haben zudem die Möglichkeit, sich für gänzlich andere Werkstoffe – wie Holz oder Kork als Bodenbelag – zu entscheiden.
Die chemische Industrie produziert jährlich in Westeuropa rund eine Million Tonnen Phthalate. Mehr als 90 Prozent gehen in die Produktion des Weich-PVC. Der Mensch nimmt diese Weichmacher vor allem über die Luft und die Nahrung auf. Bei fast jedem Menschen sind Phthalate im Blut nachweisbar. Die fünf am meisten eingesetzten Phthalate sind Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Benzylbutylphthalat (BBP), Di-isononyl-phthalat (DINP) und Di-isodecyl-phthalat (DIDP).
Zu den als fortpflanzungsgefährdend eingestuften Phthalaten zählen DEHP, DBP und BBP. Bei diesen Weichmachern zeigen die EU-Stoffbewertungen bei wenigen Anwendungen Risiken für den Menschen oder die Umwelt. Die EU-Kommission hat deshalb Maßnahmen zur Risikominderung – beispielsweise das Verbot in Kinderspielzeug und Babyartikeln – getroffen. Bei den meisten anderen Anwendungen finden sie sich aber weiterhin im Einsatz.
Die PVC-Hersteller ersetzten mittlerweile vor allem DEHP teilweise durch DINP und DIDP. Diese Phthalate sind nicht als gefährliche Stoffe eingestuft. Die EU-Kommission hat aber wegen der Risiken von DIDP und – aus Vorsorgegründen – auch für DINP ein Verbot für Babyartikel und Kinderspielzeug, das in den Mund genommen werden kann, erlassen. Die EU-Risikobewertungen zeigen keine weiteren Risiken bei DINP und DIDP auf.
Das UBA bewertet das anzunehmende Umweltverhalten dieser Stoffe jedoch als bedenklich. Sie stehen im Verdacht, sich in hohem Maße in Organismen anzureichern und eine lange Lebensdauer im Boden und in Sedimenten aufzuweisen.
Das UBA spricht sich dafür aus, dass Stoffe, die in der Umwelt langlebig sind oder ein hohes Anreicherungspotenzial in Organismen aufweisen, generell nicht in die Umwelt gelangen sollten. Auch den Umwelteintrag fortpflanzungsgefährdender Stoffe gilt es zu vermeiden. Für Weich-PVC werden überwiegend Phthalate als Weichmacher eingesetzt. Die Freisetzung der Phthalate aus Weich-PVC ist grundsätzlich nicht zu verhindern. Das UBA empfiehlt daher den schrittweisen Ersatz von Weich-PVC durch weniger umweltbelastende Werkstoffe.
Bundesregierung erhöht Gift-Grenzwerte in Obst und Gemüse - Neue Greenpeace-Untersuchung belegt Aufweichen des Verbraucherschutzes.
Unter dieser Überschrift heißt es in einer Presseerklärung der Umweltschutzorganisation vom 6.2.2007:
Hunderte Grenzwerte für Pestizide in Obst und Gemüse hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zwischen den Jahren 2004 und 2006 angehoben. Das bedeutet für Obst und Gemüse, dass ganz legal mehr Gift auf den Teller kommt. Nach einer neuen Untersuchung im Auftrag von Greenpeace sind die Steigerungen erheblich - im Schnitt haben die Beamten die Grenzwerte um das 33fache erhöht. Gerade bei bekannten Pestizid-Spitzenreitern mit den meisten Überschreitungen, wie Tafeltrauben, Salaten, Kräuter oder Beeren, hob das Ministerium die Grenzwerte am stärksten an, jeweils um über das 500fache.
"Es ist unglaublich. Die Verbraucherschützer aus dem Ministerium machen konsequent das Gegenteil von dem, was notwendig wäre, um die Gesundheit der Verbraucher und die Umwelt zu schützen", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Minister Seehofer muss diese Praxis sofort stoppen. Wir brauchen keine Legalisierung von immer mehr Gift im Essen, sondern wirksame Kontrollen, damit belastete Lebensmittel vom Markt verschwinden."
Greenpeace fordert von Bundesminister Horst Seehofer (CSU) die Umkehr der Grenzwertpolitik: Für Pestizide in Lebensmitteln soll wie für Trinkwasser ein genereller Schutzwert gelten. Dieser sollte bei maximal 0,01 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel liegen.
Das Bundesministerium hat zwischen 2004 und 2006 insgesamt 404 gesetzliche Pestizidgrenzwerte geändert: 293 Mal (73 Prozent) hat es die erlaubten Belastungsgrenzen erhöht. Nur in 111 Fällen (27 Prozent) hat es sie gesenkt. Im Schnitt waren dabei die Erhöhungen 1,5 Mal höher als die Absenkungen. Zudem wurden von Jahr zu Jahr mehr Grenzwerte angehoben.
Greenpeace hat schon zuvor Versäumnisse und Fehler aufgedeckt, die das Ministerium und die Lebensmittelüberwachung der Länder im Umgang mit Pestiziden begehen. So wurden Grenzwerte oft fehlerhaft und zu hoch festgelegt. Der Grund: Die Bundesbehörden versäumten es, die akute Giftigkeit (Akute Referenzdosis) von Pestiziden zu berücksichtigen, die die Weltgesundheits-Organisation und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festlegen.
Zudem wurde jeder fünfte Pestizidwirkstoff in Deutschland zugelassen, ohne dass das BMELV überhaupt einen Grenzwert für Lebensmittel festgelegt hat. Bereits im Jahr 2004 hatte Greenpeace mit dem Report "Pestizide am Limit" auf massive Grenzwertanhebungen zwischen den Jahren 1999 bis 2004 hingewiesen. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass dieser Trend anhält. Ein weiteres erhebliches Problem: Die Lebensmittelüberwachung der Bundesländer ist bei der Kontrolle von Obst und Gemüse auf Pestizide im Schnitt mangelhaft. Dies belegt der Greenpeace-Bericht "Pestizide außer Kontrolle II" aus dem Jahr 2006.
Der Energieverbrauch hat im Jahr 2006 leicht zugelegt. In einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen vom 29. Januar 2007 heißt es zu dem Thema:
Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2006 leicht angestiegen. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) berechnete einen Zuwachs von 1,2 Prozent auf 493,6 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE), das entspricht 14 464 Petajoule (PJ), gegenüber dem Vorjahr. Gebremst wurde der Zuwachs durch die milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres sowie das hohe Preisniveau.
Beim Mineralöl standen einem deutlich höheren Verbrauch von Diesel, Heizöl und Flugbenzin Verbrauchsrückgänge bei Ottokraftstoffen und Chemiebenzin gegenüber. Insgesamt erhöhte sich der Mineralölverbrauch um 0,2 Prozent auf 176,2 Mio. t SKE. Mit einem Anteil von über 35 Prozent bleibt Mineralöl der mit Abstand wichtigste Energieträger in Deutschland. Förderlich für den Mineralölabsatz waren der aus steuerlichen Gründen vorgezogene Heizöleinkauf vieler Verbraucher sowie die fallenden Preise im letzten Quartal.
Der Erdgasverbrauch erhöhte sich im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 112,6 Mio. t SKE. In der Stromerzeugung stieg der Erdgaseinsatz kräftig um rund vier Prozent. Auch die Industrie verbrauchte mehr Erdgas als im Vorjahr. Die Auswirkungen der kalten Witterung in den ersten vier Monaten und des ungewöhnlich milden letzten Quartals auf den Bedarf an Raumwärme glichen sich in etwa aus, sodass der Erdgasverbrauch im Bereich Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen auf Vorjahresniveau lag.
Der Verbrauch von Steinkohlen lag mit 64,0 Mio. t SKE um 1,7 Prozent über dem Vorjahr. Zu dieser Entwicklung trugen sowohl die höhere Nachfrage der Elektrizitätswirtschaft als auch der Stahlindustrie bei.
Der Braunkohlenverbrauch war wegen geringerer Kraftwerksverfügbarkeit mit 53,7 Mio. t SKE um 1,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Stromerzeugung in den Braunkohlenkraftwerken verringerte sich entsprechend.
Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent. Der Beitrag der Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen stieg insgesamt um rund 9 Prozent.
Die Stromerzeugung aus Windenergie nahm um 12 Prozent, diejenige aus Wasserkraft um knapp 4 Prozent zu.
Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belief sich 2006 auf 5,3 Prozent gegenüber 4,7 Prozent im Vorjahr.
Eine neue Broschüre informiert über Emissionen aus Bauprodukten
In einer Mitteilung des Umweltbundesamtes vom 22.12.2006 lesen wir zu dem Thema:
Die eigenen vier Wände farbig streichen, Laminat oder einen flauschigen Teppich verlegen. Renovieren macht Spaß und die Wohnung schöner. Doch nicht selten enthalten Bauprodukte – wie Fugendichtstoffe, Lacke und Farben – gefährliche Stoffe. Da die meisten Menschen in Deutschland rund 20 Stunden täglich in geschlossenen Räumen verbringen, ist gesunde Innenraumluft sehr wichtig. Bei geruchsintensiven Stoffen lassen sich die Belastungen einfach feststellen und starkes Lüften kann vorübergehend helfen. Viele Emissionen bemerkt die Nase aber nicht. Die Stoffe könnten dann der Gesundheit und dem Wohlbefinden schaden. Diesen Themen widmet sich die neue Broschüre „Bauprodukte: Schadstoffe und Gerüche bestimmen und vermeiden – Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt“.
Die 100-seitige Broschüre ist kostenlos erhältlich und richtet sich an Heimwerker, Architekten und Bauingenieure sowie an Beschäftigte in Gesundheits-, Bauaufsichts- und Umweltbehörden. Die Broschüre ist ein gemeinsames Projekt der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), des Hermann-Rietschel-Institut (HRI) der Technischen Universität Berlin und des Umweltbundesamtes (UBA).
Die europäische Bauproduktenrichtlinie trägt dazu bei, dass europaweit zunehmend gesundheits- und umweltverträgliche Bauprodukte auf den Markt kommen. Diese müssen nicht nur Standsicherheits- und Brandschutzanforderungen erfüllen, sondern sollen auch künftig hohen Ansprüchen an Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz gerecht werden. 17 Jahre nach Inkrafttreten der Bauproduktenrichtlinie gibt es allerdings immer noch viel zu tun: Erst einige Bauprodukte erfüllen die Prüfwerte des so genannten „AgBB-Schemas“, das der Ausschuss für die gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten (AgBB) erarbeitete und das seit 2005 Bestandteil der Grundsätze des – für die Zulassung von Bauprodukten zuständigen – Deutschen Instituts für Bautechnik ist.
Produkte verschiedener Hersteller bestanden die Prüfung nicht, Produktanpassungen waren erforderlich. Dies zeigt, dass die Anwendung des AgBB-Schemas auf weitere Bauprodukte ausgedehnt werden sollte, denn: In fast allen untersuchten Produktgruppen gibt es auch schadstoff- und emissionsarme Erzeugnisse, die das Umweltzeichen Blauer Engel tragen.
Geruchliche Prüfungen – durch ein neu entwickeltes Messverfahren mit Hilfe der menschlichen Nase und durch eine „elektronische Nase“ – erbrachten zusätzliche Informationen über die Freisetzung geruchsaktiver Spurensubstanzen. Solche Geruchsprüfungen von Bauprodukten sind bisher wegen eines fehlenden abgestimmten und allgemein anerkannten Verfahrens zur Geruchsbewertung nur ein „Merkposten“ im AgBB-Schema.
Die Nachfrage nach Informationen zu den Themen „gesundes Wohnen“ und „Innenraumhygiene“ ist ungebrochen. Die neue Broschüre reiht sich ein in die bisher erschienenen Publikationen „Gesünder wohnen – aber wie? Praktische Tipps für den Alltag“ und „Umwelt und Gesundheit in Deutschland – Beispiele aus dem täglichen Leben“ (Ausgabe 2005).
Die Broschüre steht unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3120.pdf sowie auf den Internetseiten des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) www.apug.de zum Download bereit. Dort finden sich auch weitere Publikationen zum Thema Umwelt und Gesundheit.
Eine gedruckte Fassung der neuen Broschüre gibt es kostenlos bei Gemeinnützige Werkstätten Bonn, In den Wiesen 1-3, 53227 Bonn oder per E-Mail über info@umweltbundesamt.de.
Studie: Das Umweltbewusstsein der Deutschen ist weiter gestiegen.
Dazu heißt es in einer Presseerklärung des Umweltbundesamtes vom 5. Dezember 2006:
Das Umweltbewusstsein der Deutschen ist weiter gestiegen. Das geht aus der neuen Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland hervor, die das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegeben haben. „Über zwei Drittel der Bevölkerung sind überzeugt, dass sich eine konsequente Umweltpolitik positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auswirkt“, so die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Astrid Klug.
Eine umweltgerechte Industriepolitik sei ein wesentlicher Beitrag für Umwelt, Innovation und Beschäftigung in Deutschland. UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge: „Umweltschutz ist den Menschen in unserem Land wichtig. Damit das so bleibt, muss die Politik noch deutlicher machen, was anspruchsvoller Umweltschutz für die Menschen konkret bringt: Eine lebenswertere Umwelt für uns und unsere Kinder, eine bessere Gesundheit sowie wirtschaftliche Innovationen mit mehr Arbeitsplätzen.“
93 Prozent der Befragten halten Umweltschutz für wichtig. Der globale Klimawandel ist jetzt tief im Bewusstsein der Menschen verankert und trägt entscheidend dazu bei, dass Umweltschutz für die Menschen seit einigen Jahren immer relevanter wird. Zwei Drittel der Bevölkerung möchten, dass Deutschland in der internationalen Klimaschutzpolitik eine Vorreiterrolle einnimmt. Dies bedeutet gegenüber 2004 eine Steigerung um 11 Prozent, gegenüber 2002 sogar um 20 Prozent. Als vorrangige Ziele gelten der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Senkung des Energieverbrauchs und eine bessere Energieeffizienz.
Weitere Ergebnisse im Einzelnen:
Bei der offenen Frage nach den wichtigsten Problemen in Deutschland ist der Umweltschutz von Platz 4 in den Jahren 2000 und 2002 über Platz 3 im Jahr 2004 auf Platz 2 geklettert. Platz 1 nimmt nach wie vor die Arbeitslosigkeit ein, auf Platz 3 folgt die soziale Gerechtigkeit, auf Platz 4 die Wirtschaftslage.
Es gibt eine breite Zustimmung zum Ausbau erneuerbarer Energien, zur Energieeffizienz und zum Atomausstieg. 87 Prozent wollen einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien. Annähernd 90 Prozent sind für einen Ausbau der Solarenergie, über 70 Prozent für den Ausbau von Offshore-Windenergie.
Die Atomenergie möchte man mehrheitlich zu den Akten legen. Zwei Drittel der Deutschen wollen am beschlossenen Atomausstieg festhalten oder ihn sogar beschleunigen.
Ferner soll die Industrie dazu angehalten werden, mehr energiesparende Produkte anzubieten – dies findet nahezu hundertprozentige Zustimmung.
Artenvielfalt und Natur sind den Menschen wichtig. Das Problembewusstsein für den Verlust der biologischen Vielfalt ist sehr hoch. Rund 95 Prozent der Befragten sehen, dass der Verlust der biologischen Vielfalt ein sehr großes Problem darstellt. Und 92 Prozent finden, dass der Staat wegen des Verlusts der biologischen Vielfalt dringend handeln sollte.
Das Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement für den Umwelt- und Naturschutz hat stark zugenommen. 45 Prozent der Befragten können sich vorstellen, hier aktiv zu werden (2004: 33 Prozent).
Seit Anfang der 1990er Jahre wird regelmäßig das Umweltbewusstsein der Deutschen ermittelt. Die repräsentativen Befragungen sind so angelegt, dass Zeitreihenvergleiche möglich und Entwicklungstendenzen über die Jahre ablesbar sind. Die neue Studie „Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland 2006“ wurde konzipiert und durchgeführt von einer Forschergruppe an der Philipps-Universität Marburg unter Leitung von Prof. Dr. Udo Kuckartz. In den Monaten April bis Juni 2006 wurden 2.034 Personen in allen Teilen Deutschlands befragt.
Die Studie ist unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/umweltbewusstsein/index.htm im Internet verfügbar. Weitere Informationen, auch zu den Vorgängerstudien, sind unter www.umweltbewusstsein.de erhältlich.
Im Jahr 2005 wurden in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 912 Megawatt (MW) neu installiert.
2004 waren es 597 MW. Die Zahlen sind deutlich höher als bisher angenommen. Eine neue Datenbasis erlaubt nun sichere Aussagen. Dies berichtet das Solarstrom-Magazin PHOTON in seiner November-Ausgabe. Wir lesen weiter:
Alle in Deutschland auf Dächern und Freiflächen installierte Solaranlagen trugen im Jahr 2005 mit insgesamt 0,26 Prozent zur deutschen Stromproduktion bei.
Allein in Bayern wurden im vergangenen Jahr 419 MW installiert: mehr als in den weltweit zweit- und drittgrößten Märkten Japan (290 MW) und USA (100 MW) zusammen. PHOTON-Chefredakteurin Anne Kreutzmann: "Dieser hohe Zubau dürfte Ministerpräsident Stoiber freuen. Vielleicht schon 2006 werden bundesweit bei allen Stromverbrauchern rund eine Milliarde Euro für die Solarstromvergütung eingesammelt. Rund die Hälfte davon wird dann an bayerische Anlagenbetreiber überwiesen, die es wieder in den regionalen Wirtschaftskreislauf investieren können."
Die von PHOTON veröffentlichten Zubauzahlen für Deutschland und die einzelnen Bundesländer sind aufgrund schriftlicher Bestätigungen von über 90 Prozent aller deutschen Netzbetreiber nachgewiesen. Sie basieren nicht auf Hochrechnungen oder Schätzungen.
Alle Netzbetreiber, von welchen PHOTON keine Auskunft vorliegt, sind in den Zahlen nicht berücksichtigt. Wenn man die noch ausstehenden Zahlen als Hochrechnung mit einbezieht, kommt man auf einen Zubau von 675 MW im Jahr 2004 und 993 MW im Jahr 2005.
Über eine Million Tiere stirbt jährlich an Plastikmüll im Meer –
das behauptet die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer Pressemitteilung vom 26.10.2006. Dort heißt es weiter:
Mehr als eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäugetiere und Schildkröten gehen jährlich an den Überresten von Plastikmüll zugrunde, der in den Ozeanen treibt. Die Tiere ersticken in Sechserpackträgern, strangulieren sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen mit Plastikteilen verstopft sind. Davon ist die Tierwelt der Nordsee ebenso betroffen wie die der pazifischen Gewässer vor Hawaii. Dort wird das Greenpeace-Schiff "Esperanza" auf seiner "SOS Weltmeer"-Tour auf ein besonderes Phänomen der globalen Verschmutzung der Meere aufmerksam machen: einen Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas, der durch die dort vorhandenen Meeresströmungen angetrieben wird.
"Das Schicksal der Seevögel, die auf dem offenen Meer tödliche Mengen an Plastikmüll fressen, steht für den respektlosen Umgang mit dem in großen Teilen noch unbekannten Lebensraum Ozean", sagt Stefanie Werner, Meeresexpertin von Greenpeace. Die Vermüllung ist eines der vielen Probleme, die dringend gelöst werden müssen. Inzwischen gibt es Chancen, den Schutz der Meere voran zu bringen. Die deutsche Bundesregierung kann dabei eine wesentliche Rolle spielen."
Derzeit entsteht in der Europäischen Union eine Richtlinie für eine Meeresstrategie, die einen erheblichen Fortschritt bedeuten würde. Da Deutschland im ersten Halbjahr 2007 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, muss die Bundesregierung die Chance nutzen und sich für einen starken Meeresschutz einsetzen.
Hauptverursacher des Mülls im Meer ist die internationale Schifffahrt. Fischer landen oft nicht die Abfälle in europäischen Häfen an, die in ihren Netzen landen, da sie häufig noch dafür bezahlen müssen. Aber auch Haushalts- und Industrieabfälle fließen über die Flüsse in die Ozeane.
Nach einer Studie von Meereswissenschaftlern der Nordseeanrainerstaaten gelangen jedes Jahr 20.000 Tonnen Müll in die Nordsee. Betroffen sind vor allem Hochseevögel wie Eissturmvogel und Basstölpel. Rund 97 Prozent der Nordsee-Eissturmvögel tragen rund 0,31 Gramm Plastikmüll im Magen. Hochgerechnet auf den Menschen ist das die Menge einer Brotdose - voll mit scharfkantigen Plastikresten.
Wie für die Eissturmvögel in der Nordsee ist der Plastikmüll auch für die Albatrosse vor Hawaii eine tödliche Falle. Zwei von fünf Layson-Albatross-Küken sterben auf einer der hawaiianischen Inseln innerhalb der ersten sechs Lebensmonate, da ihr Magen zwar gefüllt und ihr Hunger gestillt ist, ihre Hauptnahrung aber aus Plastik besteht und keinerlei Nährstoffe enthält.
„BUND-Studie: Mehr Gesundheitsschäden bei Kindern durch Schadstoffbelastung. Folge einer verfehlten Chemikalienpolitik“
- so die Überschrift einer Pressemitteilung des BUND vom 5.10.2006. Dort heißt es weiter:
Kinder sind pro Kilogramm Körpergewicht stärker mit Chemikalien belastet als Erwachsene. Gleichzeitig leiden immer mehr Kinder an Erkrankungen, die in Verbindung mit der Schadstoffbelastung gebracht werden. Das ist das Ergebnis der Studie „Gesundheitsschäden durch eine verfehlte Chemikalienpolitik – Kinder besser schützen“, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Kooperation mit dem „Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt“ veröffentlicht hat. Die Studie fasst aktuelle Untersuchungen zur Belastung von Kindern mit gefährlichen Chemikalien und den damit verbundenen Erkrankungen zusammen.
Patricia Cameron, BUND-Chemieexpertin: „Weichmacher, Flammschutzmittel und künstliche Duftstoffe – die Liste der in Kinderkörpern vorhandenen Chemikalien liest sich wie eine Anleitung zur Blutvergiftung. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Immer mehr Kinder leiden unter Geburtsdefekten, Allergien, Hormonstörungen, Leukämien und Verhaltensauffälligkeiten, die mit den Giften in Verbindung gebracht werden. “
Mit so genannten Altstoffen wie DDT oder PCB seien Kinder zwar weniger belastet als ihre Elterngeneration. In Blutproben Heranwachsender würden jedoch vor allem neu auf dem Markt befindliche Chemikalien nachgewiesen . Beispielsweise seien doppelt so viele polybromierte Diphenylether gefunden worden wie bei Erwachsenen. Diese Flammschutzmittel können das Nervensystem schädigen. Auch die höchste Konzentration von Bisphenol A – einer Substanz, die bereits in minimalen Mengen das Hormonsystem beeinträchtigen kann – sei im Blut eines Kindes gefunden worden.
Frank Bartram, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands der Umweltmediziner: „Über die Nabelschnur und die Muttermilch nehmen bereits die Föten und Neugeborenen jene Schadstoffe auf, die sich zuvor im Körper der Mutter angesammelt haben. Kinder atmen, essen und trinken im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr als Erwachsene und stecken oft Gegenstände in den Mund. Deshalb sind Kinder überdurchschnittlich hoch mit Chemikalien belastet. Da sich ihr Stoffwechsel, ihr Immun- und ihr Nervensystem noch im Aufbau befinden, wirken sich die Schadstoffe besonders negativ auf die Gesundheit aus.“
Derzeit gebe es 100 000 chemische Substanzen auf dem europäischen Markt, von denen lediglich vier Prozent auf ihre Folgen für Gesundheit und Umwelt getestet worden seien. Gesundheitsschädliche Chemikalien seien unter anderem in Wickelunterlagen, Babyfläschchen oder Kinderspielzeug nachgewiesen worden.
Gerhard Timm, Geschäftsführer des BUND: „Unsere Kinder sind die Leidtragenden einer verfehlten Chemikalienpolitik. Es liegt in den Händen der EU-Parlamentarier, einen besseren Schutz vor gefährlichen Stoffen sicherzustellen. Sie stimmen in den nächsten Wochen über die neue Chemikalienreform REACH ab. Diese wurde seitens großer Industrieverbände bereits so weit abgeschwächt, dass sie in ihrer jetzigen Form die Gesundheit der Kinder nicht mehr ausreichend schützen wird. Wir fordern die deutschen Abgeordneten auf, REACH deutlich nachzubessern. Schädliche Stoffe müssen ersetzt werden, wenn es Alternativen gibt.“
Die Studie „Gesundheitsschäden durch eine verfehlte Chemikalienpolitik – Kinder besser schützen“ gibt es im Internet unter: http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/endstation_kind.pdf.
“Batterieschrott gehört nicht in den Hausmüll – Ab sofort neue Broschüre des Umweltbundesamtes erhältlich“,
heißt es in einer Mitteilung des Amtes vom 10.8.2006. Wir lesen weiter:
Obwohl nach der Batterieverordnung in Deutschland ausgediente Akkus und Batterien nicht in den Müll gelangen dürfen, wird derzeit pro Jahr nur etwa ein Drittel der verkauften Menge wieder über die Sammelstellen zurückgegeben und umweltverträglich entsorgt. Große Mengen an Schadstoffen gelangen unkontrolliert über den Hausmüll und andere ungesetzliche Entsorgungswege in die Umwelt. Das Umweltbundesamt fordert alle Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auf, sich gesetzeskonform zu verhalten und ausgediente Akkus und Batterien ausschließlich über die Sammelstellen zu entsorgen.
In Deutschland werden derzeit jedes Jahr weit über eine Milliarde Gerätebatterien verkauft. Diese enthalten cirka 4.700 Tonnen Zink, 1.500 Tonnen Nickel, 700 Tonnen Cadmium, sieben Tonnen Silber und drei Tonnen Quecksilber. Cadmium und Quecksilber zählen zu den giftigsten aller Schwermetalle. Aber nicht nur Schwermetalle tragen zu der schlechten Umweltbilanz von Batterien und Akkus bei. Auch deren Energie-Bilanz ist vernichtend: Zur Herstellung von Primärbatterien wird cirka 40 bis 500-mal mehr Energie benötigt, als sie bei der Nutzung zur Verfügung stellen können. Damit stellen Batterien die teuerste Energieform überhaupt dar. Durch Wiederaufladen – in Form von Akkus - können allerdings Umwelt- und Energiebilanz verbessert werden.
Die neue Broschüre des Umweltbundesamtes „Batterien und Akkus – Das wollten Sie wissen!“ informiert sachkundig und umfassend über alle wichtigen Fragen zum Thema. Sie gibt Hinweise zum richtigen Umgang und zur Entsorgung, erläutert die rechtlichen Grundlagen und bietet Informationen zur Umweltbelastung. Als besonderes Extra enthält die Broschüre einen wetterfesten Aufkleber für die Mülltonne mit der Aufschrift: Altbatterien und -Akkus; Nie in den Hausmüll! Immer zurück zum Handel oder zu den Sammelstellen!
Die 28-seitige Broschüre ist kostenlos erhältlich per Telefon (zum Ortstarif): 01888/305-3355, per Fax (zum Ortstarif): 01888/305-3356, per Email: uba@broschuerenversand.de oder per Internet: www.umweltbundesamt.de
Schriftliche Bestellungen an: Umweltbundesamt, c/o GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn, Postfach 30 03 61, 53183 Bonn.
Babys durch rauchende Eltern gefährdet
Babys von Eltern, die stark rauchen, können bereits hohe Mengen krebserregender Substanzen im Urin aufweisen. Das berichtet die „Apotheken Umschau“ in ihrer Ausgabe 8/2006.
In einer Studie von Medizinern des Krebszentrums der Universität von Minnesota (USA) sei jedes zweite Baby hoch belastet gewesen. Deren Eltern hätten in Anwesenheit der untersuchten Kinder im Schnitt 76 Zigaretten pro Woche geraucht.
Rauch aus der Atemluft sei jedoch nicht die einzige Bedrohung für die Babys. Bereits während der Schwangerschaft übertrügen rauchende Mütter Tabakschadstoffe über den Mutterkuchen auf das Kind, so die Zeitschrift weiter.
Stromverbrauchs-Regelung - Kosten überwiegen Nutzen
Der ökologische Nutzen der voraussichtlich ab 2008 geltenden EU-Vorschrift, mit der der Stromverbrauch von Elektrogeräten im Standby-Betrieb wie auch im ausgeschalteten, aber nicht vom Netz getrennten Zustand - dem so genannten Schein-Aus - vermindert werden soll, steht in keinem besonders guten Verhältnis zu den Kosten. Das zeigt nach einer Meldung des Institut der deutschen Wirtschaft vom 23.8.2006 eine Folgenanalyse.
So ließe sich bei Computer-Flachbildschirmen zwar der Energieverbrauch in Deutschland über die gesamte fünfjährige Lebensdauer der 2008er Monitorgeneration um 1,3 Gigawattstunden reduzieren, wenn die voraussichtlich geforderten Stromverbrauchsgrenzen eingehalten würden. Verbunden wäre das mit einer Verringerung der Kohlendioxid-(CO2-)Emissionen von insgesamt 670 Tonnen.
Für jede Tonne vermiedenes Treibhausgas im Standby-Betrieb müssen die Monitor-Hersteller aber 318 Euro an zusätzlichen Kosten für den Einbau teurerer Komponenten schultern. Im Fall des Schein-Aus-Zustands wäre sogar ein Aufwand von 1.234 Euro für die Vermeidung einer Tonne CO2 nötig - das ist mehr als das 70-fache dessen, was heute für ein CO2-Emissionsrecht zu zahlen ist.
